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Joachim Bessing: Tristesse Royale recycled

 
       
     
       
     
       
   

Joachim Bessing in seiner eigenen Schreibe

 
   

BESSING, Joachim (2000): Alles am Dandy ist müde.
Über Typen, denen der Spiegel das Brett vor dem Kopf ersetzt,
in: Welt v. 25.11

BESSING, Joachim (2001): Die Zeitgeist-Schleife.
Junge Menschen werden mit Börsengeschäften schwerreich, alle sind unglaublich sexy und tragen Designer-Chic: Was in den 80ern zu Hipness und Lebensstil erklärt wurde, ist im Jahr 2001 endlich Realität,
in: Financial Times Deutschland v. 12.01.

BESSING vertritt die These, dass die 80er-Jahre-Yuppies sich erst jetzt veralltäglicht haben: "Jeder hat eine Kreditkarte und ein Handy". In Deutschland waren die Yuppies eine Erfindung des Zeitgeistmagazins Tempo, dem es um die Distanzierung von der 68er-Generation ging.

Im Glossar wird der Begriff "Yuppie" erklärt.

BESSING, Joachim (2002): Hundstage - Survival für Anfänger.
Interrail wird 30. Eine Würdigung,
in: Süddeutsche Zeitung v. 10.08.

BESSING, Joachim (2002): Augen richtig auf!
Gebannt starren wir auf immer neue Katastrophen - und übersehen die Welt um uns herum,
in: Süddeutsche Zeitung v. 24.08.

BESSING, Joachim (2004): Die Leere macht jetzt Pause.
Bunte Drucke sind der große Trend des Frühjahrs. Ob Palmwedel oder Comic Strip ist eigentlich ganz egal,
in: Süddeutsche Zeitung v. 28.02.

BESSING, Joachim (2004): Der Nichtsnutz,
in: Süddeutsche Zeitung v. 17.04.

Tristesse Royale in der SZ: Junker BESSING beschäftigt sich mit dem Nichtsnutz. Ist er reich und weiblich wie Paris HILTON, dann ist der Nichtsnutz zu entschuldigen. Er tritt nicht pöbelhaft in unseren Alltag, sondern getrennt durch eine Mattscheibe bleibt er erträglich. Der ordinäre Nichtsnutz gehört eindeutig nicht dem gleichen Milieu wie BESSING an, denn er beherrscht nicht die feinen Unterschiede:

"Wenn der Nichtsnutz keiner wäre, würde er uns Bartleby von Hermann Melville schenken, doch dies würde bedeuten, dass er sein eigenes Programm als ein solches durchschauen wollte".

BESSING wendet sich offensichtlich an Möchtegern-Insider, denn Hermann Melville ist einfach zu viel Information für Leute, die sich auskennen, noch raffinierter wäre einfach die Nennung der Redewendung. So bleibt es beim Namedropping für Anfänger...

BESSING, Joachim (2004): Sie haben eine neue Nachricht erhalten, Sie Irrer!
Das Mobiltelefon galt einmal als nützliche Erfindung. Aber es hat sich zur bösen Macht entwickelt und will uns in den Wahnsinn treiben,
in: Süddeutsche Zeitung v. 30.04.

In der SZ wurde wie überall das Manifest Tristesse Royale zerrissen, nichts desto trotz ist die SZ, speziell in ihrer Magazinbeilage, mittlerweile ein Hort royaler Tristesse. Seit aus Männer ohne Frauen (Willi WINKLER) u.a. Männer mit Frau und Kind geworden sind, die sich um die Rettung der Familie sorgen, oder Männer, die das stilvolle Verarmen predigen, dürfen sie in der SZ so ziemlich alles schreiben, was ihnen einfällt...  

BESSING, Joachim (2004): Wir Müllschlucker.
Wie es ist, wenn wir nur noch Hunger haben, aber nicht mehr kochen wollen. Ein Abgesang auf Fertignahrung und Designerfood,
in: Süddeutsche Zeitung v. 17.07.

Joachim BESSING beklagt - wie üblich - Kulturverluste:

"Die gute Küche hatte hier nie wirklich Tradition. Die Entwicklung hin zu einer solchen begann erst 1971, als der Bauunternehmer Fritz Eichbauer sein Restaurant Tantris in München eröffnete. Zuvor war Deutschland ein öder Fleck auf der europäischen Karte.
(...). Diese Kulturrevolution aus den 70ern ist gescheitet. Hervorgegangen sind daraus einzig der so genannte Hobbykoch (...) und eine potente Lebensmittelindustrie, die den Rest der Deutschen ihre Fertignahrung liefert."

Das Einmaleins der Konstruktion von Kulturverlusten geht so: Man nehme eine Jahrhundert, das lange genug zurückliegt, damit kein Zeitzeuge mehr existiert und setze dann die Menschheit mit dem Bildungsbürgertum gleich:

"Ein Mensch es 19. Jahrhunderts beherrschte immerhin noch drei Kulturtechniken, mithilfe derer er sich ausdrücken konnte: einen Brief schreiben, ein Musikinstrument spielen, ein Bild malen oder zeichnen."

Im zweiten Schritt vergleiche man das ideale Selbstbild bildungsbürgerlichen Gebarens mit dem, was die gegenwärtige Massengesellschaft an Idiosynkrasien so zu bieten hat. Dazu reicht z.B. ein Blick durch ein Schaufenster von McDonalds in einer x-beliebigen Stadt oder die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln usw. BESSING verbindet nun sein Plädoyer für die Fertigkeit des Kochens (seiner Frau?), indem er den Verlust der Kulturtechnik (Kochen statt Musizieren oder Malen!) im Übergang zur Dienstleistungsgesellschaft ("Kein Ei braten können und auch noch stolz darauf sein") beklagt. Bei BESSINGs herrschen geradezu idyllische Zustände im "vollausgestatteten, vom Müßiggang nur so wabernden Schlaraffenland", in dem es "von aller Arbeit befreite Menschen" nur so wimmelt. Wie gut dass demnächst HARTZ IV in Kraft tritt, denkt es in dem so vorgebahnten Leser!

BESSING, Joachim (2004): Das manierliche Netzwerk.
Noch ein paar Worte zu den Umgangsformen von Al-Qaida-Terroristen: Die sind beser als als unsere,
in: Süddeutsche Zeitung v. 21.08.

Bei der SZ geraten bereits die Schlagzeilen ins Stottern, wenn Joachim BESSING schreibt. Durch seinen Roman Wir-Maschine gilt der SZ BESSING offenbar nun als Terrorismus-Experte. Wer Anschläge zwischen zwei Buchdeckeln packen kann, der ist zumindest ein Terrorist im Geiste, also muss es BESSING wissen, wenn er schreibt, dass die Korrespondenz von Al-Quaida sich als Stilvorlage für unsere Kultur ausgezeichnet eignen würde... 

BESSING, Joachim (2004): Lob der Provinz.
Warum will alle Welt in die Großstadt ziehen? Plädoyer für ein Leben im Abseits,
in: Welt am Sonntag v. 22.08.

Die Glückskinder der Generation Golf setzen sich in die Provinz ab, das hat bereits Thomas MEDICUS beschrieben und Richard KÄMMERLINGS hat das für die FAZ im letzten Jahr für die Schriftsteller hervorgehoben. Kolja MENSING hat schon 2002 das Loblied auf die Provinz gesungen. Reichlich spät also, wenn jetzt Joachim BESSING seine Provinz besingt. Natürlich geht es bei BESSING nicht wirklich um die Provinz, sondern um ein Loblied auf die traditionelle Familie, denn die gedeiht am ungestörtesten im Abseits. Aber sooo viel Abseits solls doch nicht sein, also posaunt man sein Glücklichsein in die Welt hinaus, den Medien sei Dank...

BESSING, Joachim (2004): "Zeig doch mal" oder: So unfrei war die freie Liebe.
Wie die Autorin Sophie Dannenberg in ihrem Debütroman die deutsche Generation Woodstock demaskiert,
in: Welt am Sonntag v. 15.08.

"Die Zeit nach 1968 als Farce der Zeit nach 1933: So lässt sich die These fassen, die diesem Roman zu Grunde liegt", lobt Joachim BESSING das Debüt Das bleiche Herz der Revolution von Sophie DANNENBERG.

BESSING, Joachim (2004): Was vom Protest übrig blieb.
Punk's not dead? Von wegen. Ein Kongress in Kassel beerdigt die Bewegung. Und merkt es nicht,
in: Welt am Sonntag v. 03.10.

Joachim BESSING ist intellektuell überfordert und merkt es sogar! Aber die Beiden gibt es nun mal derzeit nur noch im Doppelpack...

BESSING, Joachim (2005): Verpuppte blicken dich an.
Die Menschen wollen keine Kinder mehr, sondern selbst welche sein. Eine haarige Expedition zu den "Furrys" - zur wachsenden Gemeinde der Stofftierfetischisten,
in: Süddeutsche Zeitung v. 07.05.

Was treiben eigentlich frustrierte Familienväter und Möchtegern-Dandys? Sie schreiben über Kinderlose und Internetsurfer im Publikationsorgan der Frühvergreisten. Das erbaut das beschädigte Selbstbewusstsein:

"Wer in Einsamkeit und dem Gefühl steht, nicht verstanden zu werden, der erlebt die Kameradschaft seines Stofftieres zunächst als Treue und Verlässlichkeit, als einen Trost, aber bei anhaltendem Gefühl wird des sich so ergeben, dass die Suche nach anderen Menschen ersetzt wird durch das Überwechseln des Einsamen auf die andere Seite, nämlich die der Stofftiere, die vorbehaltlos Liebe entgegenbringen können und niemals lügen",

meint der Küchentischpsychologe Joachim BESSING. Vielleicht hilfts ja beim Zurückstutzen der Form, wir anderen dagegen blättern einfach weiter...

BESSING, Joachim (2009): Beim Essen ist es so: Du fehlst.
Jahrelang hat man sich gegenübergesessen, hat Kieferquietschen und Nachsalzen verflucht. Dann ist man endlich wieder allein bei Tisch. Nur: Schön ist das nicht,
in:
Welt am Sonntag v. 01.03.

BESSING, Joachim (2009): Krebse und Menschen.
Der Billigflieger bringt die Jugend direkt in die Warteschlange vor den besten Klub der Welt,
in: Welt v. 2
5.04.

Berlin, Techno und der Easyjetset. Oder wie Techno zur einflussreichsten Hauptstadtkultur geworden ist

CARL, Verena & Joachim BESSING (2009): Haben Kinder ein Grundrecht auf Latte Macchiato?
In Szenebezirken wie Prenzlauer Berg in Berlin oder dem Münchner Glockenbachviertel sind Kinder überall: Sie bevölkern Spielplätze, Biosupermärkte und die Cafés. Wer Kinder in Cafés nervig findet, hat kein Herz, meint Verena Carl. Und ob – aber eben eins für Kinder, findet Joachim Bessing,
in: Welt Online v. 28.09.

BESSING, Joachim (2010): Die Kinder sind in Ordnung.
...sangen einst schon The Who. Aber die Eltern, besonders wenn sie massenhaft auftreten, können eine Bedrohung darstellen. Zumindest eine der intellektuellen Art,
in: Welt am Sonntag v.
15.08.

BESSING, Joachim (2011): Allein unter verheirateten Frauen,
in: Welt am Sonntag v. 31.07.

 
       
   

Joachim Bessing im Gespräch

 
   

WAHREN, Julia (2001): "Bin ein großer Menschenfreund",
in:
Göttinger Tageblatt v. 24.01.

BARTELS, Gerrit (2001): "Kill Your Idols" und so.
Wie Joachim Bessing und Claudius Seidl einmal fast das Abendland retteten. Eine Art Lesung aus Bessings neuem Roman in den Sophiensälen,
in: TAZ Berlin v.10.09.

MÖHN, Julia (2004): Wie heirate ich eine Familie?
Patchwork-Beziehungen haben's nicht leicht. Ein Paar über die Schwierigkeit, ein neues Wir-Gefühl zu finden,
in: Für Sie Nr.8 v. 23.03.

 
       
   

Joachim Bessing in der Debatte

 
   

Neu:
GOETZ, Rainald (2013): Ein Pamphlet für den Ernst.
Was ist aus dem Poproman geworden? Rainald Goetz, selbst ein früher Popautor, freut sich über Joachim Bessings Roman "untitled",
in: Die ZEIT Nr. v. 16.04.

Vor vier Wochen ein Verriss von Joachim BESSINGs Untitled in der Zeit. Nun bricht der Promi Rainald GOETZ eine Lanze für den Roman:

"Als einziger von uns früheren Popautoren hat Joachim Bessing es auf sich genommen, weiterhin ein Leben in der Gegenwart zu leben. Mit den Neuheiten der Dinge, der Mode, der Kontaktools und Gadgets, auch der Musik."

Die Ökonomie der Aufmerksamkeit gebietet, dass die Besprechung des Romans nun Pflicht fürs gehobene Feuilleton ist, nachdem ein Alphamännchen des Pop die Werbetrommel gerührt hat.

Passend dazu die Erklärung in der taz von Daniel SCHULZ über den Erfolg des Wohlfühlfeuilleton der ZEIT und den Niedergang der Gewissheitsindustrie:

"Die Wochenzeitung Zeit wächst immer noch - sie spart sich so gut wie jede Ansage, die über den Minimalkonsens im Lande hinausgeht. Dafür spricht mehr das »Ich« - der subjektiv erzählte Text will nicht das Große, Abschließende. Er will nicht das Ende der Geschichte sein. Er zeigt eine Perspektive, die ihre eigene Wahrheit birgt, das mag in der nächsten Ausgabe schon eine andere sein."

 
       
   

Rettet die Familie! (2004)
List Verlag

 
   
     
 

Klappentext

"Das Bild der Patchworkfamilie ist in unseren Köpfen als eine frische, moderne, weil offene Lebensform verankert. Eltern lassen sich scheiden, Kinder leben beim Vater und verbringen die Ferien mit dem neuen Freund der Mutter. Patchwork ist angesagt, so suggerieren die Gazetten seit geraumer Zeit. Wo ist das Problem? Doch genau das ist das Problem! Viele Menschen – Eltern wie Kinder – leiden darunter, dass sie diesem Ideal nicht gerecht werden können.
Denn es gibt keine glücklichen »Scheidungskinder«. Klare Verhältnisse lassen sich in jedem Fall leichter ertragen als ein Durcheinander von Bezugspersonen, Eltern, Ex-Eltern und einer Flut an doppelten Verwandten, wie es die Patchworkfamilie bietet. Was ist, wenn das, was eine Familie ausmacht – Geborgenheit, Glück, Offenheit und Selbstvertrauen –, in einer Patchworkfamilie einfach nicht gelebt werden kann? Wie geht man mit Eifersucht, Unwillen, Resignation der verschiedenen Familienmitglieder um? Wie weit soll man sich einmischen bzw. heraushalten? Bessings provokantes Fazit: Wir müssen uns besinnen auf den Wert der klassischen Familie, denn jedes Zugeständnis an die »Umstände« oder die »Gesellschaft« oder die »Zeit« treibt die Zerstörung weiter voran."

 
     
 
       
   

Das Buch in der Debatte

HERZINGER, Richard (2004): Kinderlos - ehrlos?
in: ZEIT-Weblog - Ideen und Irrtümer. Streifzüge durch die neue Weltordnung v. 07.03.

Richard HERZINGER beschäftigt sich mit den Kinderlosen als neuem Feindbild der Sozialpolitik und der Rolle von single-generation.de:

"Immer mehr flotte Modeautoren, zuletzt der »Generation-Berlin«-Soziologe Heinz Bude und der einstige »Tristesse-Royal«-Dandy Joachim Bessing, erkennen die Zeichen der Zeit und entdecken publikumswirksam ihre Liebe zur traditionellen Papa-Mama-Kinder-Kleinfamilie. Aber es gibt noch ein paar trotzige Einzelgänger, die ihr Unglück nicht einsehen und ihren sozialschädlichen Lebensstil nicht reuig aufgeben wollen. Ihre Klopfzeichen aus der Lepra-Station verbreiten sie nimmermüde unter www.single-generation.de und www.single-dasein.de. Sie behaupten sogar, die ganze These von der »Vereinzelung« durch »Individualisierung« und von der »Single-Gesellschaft« sei nichts als ein großer Schwindel.
Wie es zu dem neuen Familienfundamentalismus gekommen ist, erläutert auf originelle Weise ein kämpferischer
Essay.
"

BUHR, Elke (2004): Achtung alle,
in: Frankfurter Rundschau  v. 15.04.

Popmutter Elke BUHR lässt am "neuen Junkertum" eines Joachim BESSING kein gutes Haar. Während Katharina RUTSCHKY Rettet die Familie! bereits als reaktionäres Pamphlet eingeordnet hat, sortiert es BUHR in die neokonservative Schublade ein. Ihre Story liest sich wie ein Märchen aus 1001 Alpträumen:

"Die unverheirateten Mägde waren entweder zu jung und zu anstrengend für den ermüdeten Junker, oder sie waren bereits gebraucht und hatten schon ein Kind von einem andern. So nahm der Junker also die rotlockige Schönheit Alexa Hennig von Lange zur Frau, die eine zweijährige Tochter hatte, zeugte mit ihr ein weiteres Kind und fand sich fortan in einer so genannten Patchwork-Familie wieder. Doch oh weh: Er fühlte sich gar nicht gut. Nein, nicht weil seine Frau als Schriftstellerin ungleich erfolgreicher war als er - zumindest überliefern dies die Zeugnisse nicht. Sein Problem war vielmehr das Patchwork-Prinzip: Der private familiäre Raum, in dessen Abgeschiedenheit er sich einzugraben gedachte, stand unter dem Störfeuer des bösen Dritten, des Vaters des Patchwork-Kindes."

Was bleibt? Die Rückzüchtung der Form:

"Die Linie der überflüssigen Zusatzfamilie muss in der nächsten Generation »aussterben«."

Man sollte sich jedoch fragen, ob es nicht einen Zusammenhang zwischen BECK/GERNSHEIMs Das ganz normale Chaos der Liebe und BESSINGs Rettet die Familie! gibt. Die Zustandsbeschreibungen sind sich ähnlicher als man glaubt, nur die Lösungsversuche differieren. Ohne den Terror der Individualisierungsthese könnte BESSINGs Buch nicht auf fruchtbaren Boden fallen.

MENSING, Kolja (2004): Familiengrab mit Aussicht.
Eine schrecklich "heile Patchworkfamilie": Wie Joachim Bessing und Alexa Hennig von Lange vergeblich versuchten, mit einem Mythos aufzuräumen, von dem niemand gehört haben will,
in: TAZ Berlin v. 16.04.

Infos zu: Kolja Mensing - Autor der Generation Golf

MENSING, Kolja (2004): Familiäres Kapital.
Hauptsache, geordnete Verhältnisse:
Die Nach-Achtundsechziger Joachim Bessing und Adriano Sack denken über Familien nach,

in: TAZ v. 05.06.

"»Elternabend« und »Rettet die Familie!« (sind) vor allem Ausdruck einer neuen, spießbürgerlichen Sehnsucht nach geordneten Verhältnissen. Und natürlich dürfen auch die entsprechenden Schreckensszenarien nicht fehlen",

vermerkt MENSING zu den Büchern der Generation Golf-Autoren Adriano SACK und Joachim BESSING, die sich beide mit den Familienverhältnissen der 68er und deren gesellschaftlichen Folgen auseinandergesetzt haben.

SCHNEIDER, Wolfgang (2004): Familienleben,
in: Literaturen Nr.7/8, Juli/August

 
   

Rezensionen

RUTSCHKY, Katharina (2004): Tristesse Familiale.
Der Popliterat Joachim Bessing will das Beziehungsleben rückzüchten,
in: Berliner Zeitung v. 29.03.

"»Tristesse Royale« setzte den Trend zu einem neuen Typ politischer und kultureller Reaktion, der sich am jüngsten Buch von Joachim Bessing gut studieren lässt",

schreibt Katharina RUTSCHKY. Weiter erläutert die Rezensentin den Unterschied zum Konservatismus:

"von den Konservativen unterscheidet er sich durch die Einsicht, dass das gelobte Land der Restauration nicht durch das Einlegen des Rückwärtsgangs erreicht werden kann, sondern nur durch den Marsch quer durchs Tal der Tränen. Hohe Scheidungsquoten, niedrige Geburtenziffern und anderes mehr sollen nicht mit moralischen Argumentationen, geschweige denn sozialpolitischen Maßnahmen korrigiert werden, sondern in einem dezisionistischen Akt , der mit den Komplikationen des modernen Beziehungslebens aufräumt."

RUTSCHKY bescheinigt dem Stiefvater BESSING (seit 2002 mit der Popliteratin Alexa von HENNIG-LANGE verheiratet) einen heroischen Ausweg, der in der Ästhetisierung des Sozialen liege.

 
       
   

Wir Maschine (2001)
München: Deutsche Verlagsanstalt

 
   
     
 

Klappentext

"Wenn dir das Leben die Hand reicht, greife zu - Erfolg, Ruhm, Sex, schöne Dinge. Als der Student Gumbo eines Nachts in einem Hamburger Szenelokal von der Werberin Barbara aufgelesen wird, um tags darauf in ihren Latexlaken aufzuwachen, glaubt er sich vor seinem endgültigen Durchbruch. Doch das Leben ist bitter, Erfolg und schöner Schein entpuppen sich nur zu oft als bloßer Tand, dem die Seele fehlt. Ob der Erfolg nun winkt oder nicht: Gumbo ist längst Opfer der alles verschlingenden WIR-MASCHINE. Bissig, sarkastisch zeichnet Joachim Bessing das Porträt einer verlorenen Welt. Seine WIR-MASCHINE ist die Metapher einer entmenschlichten Glücks- und Erfolgsideologie, verhängnisvoll geschmückt mit Glamour, Geld, sex & drugs, großen Worten und wirren Ideen."

 
     
 
       
   

Rezensionen

CIESINGER, Ruth (2001): Tristesse Gumbo.
Popautor Joachim Bessing schreibt einen Roman und übt Gesellschaftskritik

in: Tagesspiegel v. 06.09.

MAUS, Stephan (2001): Job fressen Gumbo auf.
Joachim Bessing an den Steuerknüppeln der "Wir Maschine",
in: Neue Zürcher Zeitung v. 29.09.

VERNA, Sascha (2001): Würdest du bitte endlich die Fresse halten, bitte!
Joachim Bessings Roman-Debüt,
in: Die ZEIT Nr.41 v. 04.10.

SCHULDT, Christian (2001): Willkommen im Angstsystem.
Popliteratur als Aufklärung: Joachim Bessings Debütroman "Wir Maschine",
in: titel-magazin.de
v. 15.10.

STEINFELD, Thomas (2001): Gumborama.
Auch Joachim Bessing verschärft die Frage nach dem Stil,
in: Süddeutsche Zeitung v. 08.11.

Infos zu: Thomas Steinfeld - Pop für die Normalfamilie der Neuen Mitte

FREULER, Regula (2001): Die neuen Leiden des jungen Ich.
In den deutschen Romanen bespiegelt sich ein neuer Typus von Egomanen: Aufgeblasene Würstchen im falschen Zivilisationssystem,
in: Sonntagszeitung v. 11.11.

Infos zu: John von Düffel - Autor der Generation Golf

WERBER, Niels (2001): Die Prada-Meinhof-Bande.
Die Popkultur liebt das Spiel mit Emblemen des Terrors. Wird das jetzt anders,
in: Literaturen, Nr.12, Dezember

Infos zu: Niels Werber - Autor der Generation Golf

SCHARMANN, Eva-Maria (2002): Bessing hat kein Internet.
Joachim Bessing: Wir Maschine,
in: Welt v. 05.01.

Eva-Maria SCHARMANN belegt, dass BESSING nicht auf der Höhe der Zeit ist: "'Ich habe kein Internet', sagt er und weiß nicht, dass zwei Hamburger Multimediamusiker unter www.wirmaschine.de für ein Konzeptalbum werben, das 'den verheerenden Einfluss der Großstadt auf einen werdenden Brandstifter' zum Inhalt haben soll"

 
   

Das Buch in der Debatte

SEIDL, Claudius (2001): Als der Regen kam.
Der Anschlag hat auch das Reich der Fiktion verwüstet,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 21.09.

 
       
   

Junges Theater Göttingen: Tristesse Royale (2001)

 
   

Berichte

WOCHE (2001): Leben zwischen den Partys.
Mit einem radikal auf junge Autoren setzenden Konzept hat Werner Feig das Göttinger Junge Theater aus seinem Dornröschenschlaf geweckt. Bei der Premiere von "Tristesse Royal" kann er sich wieder der Medienaufmerksamkeit sicher sein,
in: Die Woche Nr.4 v. 19.01.

PHILLIPI, Anne (2001): Viel Hass, viel Spaß.
Ausverkauft und hoch gepriesen: Ein Theater in Göttingen bringt junge Literatur auf die Bühne und präsentiert sie als lässige Avantgarde der Sprach- und Lebenskunst,
in: Welt am Sonntag
v. 28.01.

BEHRENDT, Eva (2001): Der traurige Charme der Jeunesse dorée.
Szenische Partys am Jungen Theater Göttingen,
in:
Theater heute Nr.3, März

 
   

Kritiken

MÜLLER, Kai (2001): Club der blasierten Jungen.
Aus dem Manifest des "popkulturellen Quintetts" ist in Göttingen ein Theaterstück geworden,
in: Tagesspiegel v. 29.01.

TORNAU (2001): Ein bisschen Sex, vor allem Worte,
in:
Göttinger Tageblatt v. 29.01.

CORINO, Eva (2001): Göttingen oder der Sog des Dabeiseinwollens,
in: Berliner Zeitung v. 30.01.

DIEZ, Georg (2001): Die Sucht nach der verlorenen Zeit.
So jung kommen wir nicht mehr zusammen: Die Uraufführung von "Tristesse royale" in Göttingen,
in: Süddeutsche Zeitung v. 30.01.

HEINE, Matthias (2001): Ein Klassentreffen der Alt-99er.
Die Rückkehr der gescheitelten fünf: Mit einer Aufführung im Jungen Theater Göttingen beginnt die Historisierung der "Tristesse Royale"-Revolte,
in: Welt
v. 30.01.

WURSTER, Stephanie (2001): Modische Monologe.
Ist "Tristesse Royale" abendfüllend? Das Junge Theater Göttingen macht sich mit Bühnenfassungen der neuen deutschen Popliteratur interessant,
in: TAZ v. 30.01.

BRÜGGEMANN, Axel (2001): Picknick mit piefigen Pfadfindern...
...in Designerklamotten: Joachim Bessing inszeniert "Tristesse Royale" in Göttingen,
in: Frankfurter Rundschau v. 01.02.

Axel BRÜGGEMANN spekuliert: "Am Ende verabschiedet sich Schnorchel alias Joachim Bessing von seinen Freunden im Wald: "Deine neuen Bücher haben nichts mehr zu tun mit uns", rufen sie ihm hinterher - "Genau wie ich", antwortet er und geht. Benjamin von Stuckrad-Barre (in Reihe drei versteckt und zuvor durch den geistvollen Zwischenruf "Hefte Raus! Klassenarbeit!" aufgefallen) vergeht das Klatschen. Wurde hier etwa der Abgesang der Pop-Freunde inszeniert, der Bruch des "popkulturellen Quintetts"?"

 
   

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webmaster@single-generation.de Erstellt: 26. Januar 2001
Update: 26. Juni 2015