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Peter Kemper: Hippies oder Stil als politische Frage

 
 
     
 
     
 
   

Peter Kemper in seiner eigenen Schreibe

 
 
 
 

Alles so schön bunt hier (2002)
Die Geschichte der Popkultur von den Fünfzigern bis heute
(herausgegeben zusammen mit Thomas Landhoff und
Ulrich Sonnenschein)

Leipzig:
Reclam

 
     
 

Klappentext

"Für viele Jugendliche ist Pop zum Soundtrack ihres Lebens geworden. Aus den Stilgefechten zwischen alten und neuen Poptrends entstand ein schier unendliches Reservoir an Werten und Ritualen. Und auch heute noch, in Zeiten seiner größten Unübersichtlichkeit, bietet der Pop leidenschaftliche Überlebenshilfe.
Die in diesem Buch versammelten Texte zeichnen jene verschlungenen Wege nach, auf denen sich die schrille Welt des Pop seit fünfzig Jahren bewegt: vom Rock ´n´ Roll über die Beatles- und Beat-Ära, über Singer-Songwriter wie Dylan und Donovan, psychedelische Musik und Deutsch-Rock, Bombast- und Glitterrock, Soul, Funk, Disco, Punk und Heavy Metal, New Wave und Neue Deutsche Welle, Rock in der DDR, MTV und die Clip-Kultur, Reggae, Acid, House und Techno bis Grunge und Drum´n Bass."

 
     
 
 

Der Trend zum Event (2001)
Frankfurt:
Suhrkamp

   
     
 

Klappentext

"Der Trend geht zum Event: Immer mehr wird unsere Freizeit zur unmittelbarsten Form der Glückssuche. In diesem Band setzen sich Historiker, Schriftsteller und Soziologen mit erstaunlichen Freizeitphänomenen auseinander - mit der Jagd der Sammler auf Überraschungseier ebenso wie der Welt der Couchpotatoes und den Kriegsspielen der Fußball-Hooligans."

 
     
 
 
 

Gelebte Utopien (2001)
Alternative Lebensentwürfe
(herausgegeben von Joachim Meißner, Dorothee Meyer-Kahrweg und Hans Sarkowicz)

Frankfurt:
Insel

 
     
 

Klappentext

"Über Utopien wird kaum noch gesprochen, doch die Aktualität solcher Versuche der Selbstbestimmung und des friedlichen Miteinanders, einer "praktischen Utopie", die zu einer humaneren Lebenswelt beitragen könnte, ist unbestreitbar angesichts zunehmender Umweltprobleme, angesichts der Dominanz der Industriestaaten gegenüber den Entwicklungsländern und der Kriegs- und Gewaltbereitschaft in vielen Teilen der Welt.
Der vorliegende Band, der in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Rundfunk entstand, stellt die wichtigsten Utopie-Projekte vor, in denen ideale Formen des Arbeitens und Zusammenlebens realisiert und erprobt wurden, erfolgreich oder scheiternd: von den entferntesten Regionen im brasilianischen Dschungel bis zu den europäischen Stadtkommunen, von den mittelalterlichen Klosterutopien, dem Münsteraner Täuferreich, den Hutterern und Amischen, den Siedlungsprojekten der Fourieristen über die Kibbuzim oder die Münchener Räterepublik bis zu Lebensreform- und Landkommunen (Eden, Monte Verit ) und zur Hippiebewegung der sechziger und siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts."

Peter Kemper über die Hippies

"Kann man heute noch von einer historischen Leistung der Hippies sprechen? Zumindest haben sie es für kurze Zeit geschafft, der amerikanischen Gesellschaft der »Plastic People« (Frank Zappa) ein positives Bild von Glücksverlangen, Sinnsuche und Gegenseitigkeit entgegenzuhalten. Dabei war das Auftreten der Hippies hoch-imaginativ, improvisiert und immer um Vorläufigkeit bemüht. Schon Jost Hermand hat darauf hingewiesen, daß das frühe Umweltbewußtsein der Hippies sie zu Vorkämpfern der heutigen Ökologie-Bewegung gemacht hat. Ebenso können die Selbstverwaltungsideale der »Diggers« als Vorgriff auf die Alternativ-Bewegung der siebziger Jahre interpretiert werden. Den »Hippie« als Stereotypen gab es nie. (...). Das historische Hauptverdienst der Hippies hat der Soziologe Stuart Hall auf den Begriff gebracht: »Sie haben nicht nur geholfen, einen Lebensstil zu definieren, sie haben die Frage nach dem Stil als eine politische Frage gestellt« Oder wie es in der blumigen Hippie-Sprache hieß: »To come together is blessed, to go together is divine«" (S.352f.)

 
     
 
 

Rezensionen

KOSCHORKE, Albrecht (2001): Misstraue Deinen Träumen.
Wo man sich Kokosnüsse in den Mund fallen lässt: Utopien verschwinden, wenn sie wirklich werden,
in: Süddeutsche Zeitung v. 05.12.

Albrecht KOSCHORKE stellt den Sammelband Gelebte Utopien. Alternative Lebensentwürfe vor. Der von Joachim MEIßNER, Dorothee MEYER-KAHRWEG & Hans SARKOWICZ herausgegebene Band umfasst 19 Beiträge, die aus einer Sendereihe des Hessischen Rundfunk hervorgegangen sind.

KOSCHORKE hält Utopien für unzeitgemäß und da er das Wünschen fürchtet wie der Teufel das Weihwasser, stellt er die kulturpessimistische Sicht der Verlaufskurve von utopischen Projekten an den Anfang seiner Erzählungen: Nach anfänglichem Enthusiasmus enden die Aufbrüche in "Anpassung an die Außenwelt oder Verhärtung des Widerstands bis hin zum inneren Terror". Liest sich wie der Aufstieg und Fall der New Economy, aber das gehört nicht hierher.

KOSCHORKE sieht stattdessen in der "Rolle des Sexuellen (...) ein Kernprojekt der utopischen Bewegungen". Bei solcherart von Verkürzung darf natürlich der Liebling der Kulturpessimisten nicht fehlen:

"Wie aus Love & Peace bei den Hippies »angestrengte Orgien« und »organisierte Swinger-Partys« hervorgingen, erzählt Peter Kemper unter Berufung auf Houellebecq im Vokabular des Kulturverfalls nach."

Neu:
WEIDT, Stephan (2002): Nehmt mich auf in die Gemeinschaft!
Was passiert, wenn Menschen versuchen, aus utopischen Entwürfen ein richtiges, ein gutes, ein authentisches Leben zu machen. Ein Sammelband zählt die Opfer,
in: Berliner Republik Nr.2

   

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Update: 15. August 2015