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Die Geburtenentwicklung in Schweden

 
       
   
Tabelle: Die Geburtenentwicklung in Schweden 1970 - 2013
 

Jahr

1960 1970 1980 1990 1995 2000 2005 2010 2013
Geburtenrate (TFR) - 1,92 1,68 2,13 - 1,54 1,77 1,98 1,89
Quelle: Eurostat Online Jahrbücher
 
       
   

Schwedische Singles und gesellschaftlicher Wandel in den Medien

 
       
   

POWER, Carla (2000): The New Singles.
Increasing numbers of Northern Europeans are choosing to live alone,
in: Newsweek v. 14.08.

Carla POWER porträtiert alleinlebende Yuppies (neuerdings auch "Yetties" oder "Bobos" genannt) in Paris, London, Berlin, Stockholm und präsentiert dazu Daten aus verschiedenen nationalen Studien. POWER lässt Eva SANDSTEADT den Einstellungswandel zum Alleinleben in Schweden beschreiben:

The Swedish word for someone living alone used to be ensam, which had connotations of being lonely,« notes Eva Sandsteadt, author of »Living Alone in Sweden.« »It was conceived as a negative — dark and cold, while being together suggested warmth and light. But then along came the idea of singles. They were young, beautiful, strong! Now, young people want to live alone.«"

Die zentrale These von POWER ist, dass die New Economy seit Mitte der 1990er Jahre zu einem neuen Individualisierungsschub geführt hat. Singlesein ist zu einer gewählten Lebensform geworden. Dies hat Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt und die Konsumindustrie sowie die Dienstleistungsgesellschaft. Das Single-Dasein hat jedoch auch Nachteile: Singles leben ungesünder als Verheiratete und haben weniger Sex als Personen mit fester Beziehung. Auch das Alter birgt Risiken. POWER legt in ihrem Artikel nahe, dass Singles eine homogene Gruppe sind. Dies ist jedoch nicht der Fall. Alleinlebende Yuppies sind quantitativ gesehen eine vernachlässigbare Gruppe. Wenn es um die Gesundheit geht, dann werden Verheiratete mit Unverheirateten (hier dominieren ältere Witwen) verglichen.

RENTZSCH, Anne (2001): Schweden sorgt sich um seine Geburtenrate.
In dem traditionell besonders kinderfreundlichen Land kommen immer weniger Babys zur Welt - die Erwachsenen haben zuviel Stress,
in: Süddeutsche Zeitung v. 08.02.

HAUSENSTEINER, Heike (2001): Babyfreundliches Schweden,
in: Wiener Zeitung v. 12.02.

Während im SZ-Bericht vom 08.02. der Geburtenrückgang als Folge von kinderfeindlichem Stress dargestellt wird, legt dieser Artikel einen Zusammenhang zwischen Erhöhung und Beschneidung der Sozialleistungen in Schweden nahe:

"Als die staatlichen Leistungen in Schweden Ende der 1980er Jahre angehoben wurden, stieg auch die Zahl der Neugeborenen auf 14,5 pro 1.000 Einwohner. Durch Einschnitte im Sozialsystem auf Grund der Rezession Anfang der 1990er Jahre ging die Geburtenrate wieder zurück (10:1.000)".

RENTZSCH, Anne (2001): Kindermangel im Land der Pippi Langstrumpf.
Schwedens Politiker sorgen sich über die sinkenden Geburtenzahlen im Land,
in: Tages-Anzeiger v. 21.02.

Der Beitrag erschien bereits in der SZ. Siehe hierzu auch den Kommentar zum Beitrag über Schweden in der Wiener Zeitung.

WOLFF, Reinhard (2001): Frauen werden den Wohlstand sichern (Stockholm),
taz-Thema: Kein Nachwuchs für Europa
in: TAZ v. 22.03.

GAMILLSCHEG, Hannes (2001): Ein Babygipfel gegen die Pensionsbombe.
Schweden präsentiert sein Modell zur Lösung der Bevölkerungskrise: Staatliche Anreize für die arbeitende Mutter,
in: Frankfurter Rundschau v. 23.03.

HAL (2001): Hohe Steuern
Kosten der Kindererziehung im Weltvergleich,
in: Welt v. 20.04.

HELLSTRÖM, Mats (2001): Deutschland hinkt hinterher.
In Schweden sind längst 80 Prozent der Frauen berufstätig. Denn Kinder und Alte können außerhalb der Familie betreut werden, Ehefrauen sind steuerlich nicht begünstigt,
in: TAZ v. 03.07.

Wenn Familienpolitiker auf Schweden zu sprechen kommen, dann kommen sie meist ins Schwärmen, aber ganz so rosig sieht es dort mit der Elternzeit auch nicht aus:

"»Vatermonat/Muttermonat«, der beiden Eltern zusteht, aber nicht auf den Partner übertragbar ist. Ab dem Jahr 2002 kommt dann noch ein weiterer Monat hinzu. Wird dieser nicht ausgenutzt, verfällt er ganz. Allerdings ist es schon jetzt so, dass nur 50 Prozent der schwedischen Männer von ihrem Vatermonat Gebrauch machen. Zudem sind es - anders, als man in Deutschland manchmal von den schwedischen Männern glaubt - lediglich zehn Prozent, die ihr Recht auf Elternzeit vollständig ausnutzen.
            Auch manches schwedische Unternehmen hat inzwischen begriffen, dass seine Familienpolitik ein entscheidender Faktor bei Neueinstellungen ist. So garantieren die Firmen ihren wichtigeren Mitarbeitern, dass sie die Differenz zwischen dem staatlichen Elterngeld und dem Gehalt ausgleichen, damit kein Verlust entsteht und man die Elternmonate wirklich genießen kann. Dennoch gibt es leider immer noch viele Männer, die Angst um ihre Karriere haben und auf dieses Angebot verzichten. Daher ähnelt die schwedische Situation dann doch der deutschen."

RIVIERE, Helena (2002): "Ich nehme mir, was ich brauche".
RM-Spezial: Schweden. Rundum versorgt,
in: Rheinischer Merkur Nr.16 v. 18.04.

Schweden verstößt mit seinem Wohlfahrtsstaat sowohl gegen den Neoliberalismus als auch gegen das "katholische" Subsidiaritätsprinzip. Das Hassobjekt von Helena RIVIERE ist die "Welfaremother" - typischerweise eine Alleinerziehende -, die den Sozialstaat gewissenlos ausplündert:

"Merja hat die sozialdemokratische Rhetorik verinnerlicht. Hiernach ist sie aus vier Gründen hilfsbedürftig: Sie ist Frau, allein erziehend, ohne gehobenen Schulabschluss, arbeitslos."

Wohlweislich enthält der Bericht keinerlei Fakten über den Missbrauch.

LUCIUS, Robert von (2002): Der Mythos des Wohlfahrtsstaats vergeht.
Soziale Sicherung im Umbruch: Schweden verabschiedet die "Volkspension",
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 03.12.

Die FAZ beginnt mit diesem Beitrag eine Reihe über die "Reform sozialer Sicherungssysteme in ausgewählten Industriestaaten".

PRIES, Knut (2004): Von den Schweden das Kinderkriegen lernen.
Schröder liebäugelt mit einem "Elterngeld" auch für Wohlhabende / Eichel und Schily vermissen dabei die Gerechtigkeit,
in: Frankfurter Rundschau v. 06.09.

PRIES, Knut (2004): Schweden-Hammer,
in: Frankfurter Rundschau v. 06.09.

SIMON (2004): Schweden und das Elterngeld-Modell.
Interview mit Agnes Bührig, Schwedischer Rundfunk,
in: DeutschlandRadio v. 07.09.

FISCHER, Gerhard (2005): Familienbetrieb, staatlich gefördert.
SZ-Thema: Wie ein Paar aus Stockholm von alltäglichen Erleichterungen profitiert
in: Süddeutsche Zeitung v. 26.03.

FREUND, Wieland (2005): Schlaflieder aus Schweden.
Kommissare aus der Villa Kunterbunt: Warum skandinavische Krimis so erfolgreich sind,
in: Welt v. 18.05.

Wieland FREUND erläutert die Unterschiede zwischen US-Thriller und Schweden-Krimi: "Es ist ja kein Zufall, daß wir den Thriller aus den USA importieren und den Krimi aus dem scheinbaren Reservat des Sozialstaats. Denn während der Thriller den einsamen Gejagten zeigt, gesellschaftliche Ängste in Geschichten gießt und das Happy End nur als ein Davonkommen denken kann, hüten Krimis wie Träume den Schlaf der Gerechten. Im Thriller wird bloß überlebt, im Krimi hingegen die Ordnung wiederhergestellt. Versprochen wird statt heiler Haut die heile Welt.

PERSSON, Göran (2005): Vater, Mutter, Kind.
In Schweden gibt es eine Elternversicherung, die Männern wie Frauen die Entscheidungen für Nachwuchs erleichtern
in: Frankfurter Rundschau v. 22.06.

Die Überschrift führt in die Irre, denn es geht beim Elterngeld keineswegs um eine allgemeine Erleichterung der Entscheidung für Nachwuchs, sondern einzig um Wahlgeschenke für die Besserverdienenden der Mitte.

NEUE GESELLSCHAFT / FRANKFURTER HEFTE-Titelgeschichte: Reichtum Familie

PERSSON, Göran (2005): Das schwedische Projekt des Elterngeldes,
in: Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte, Juli/August

BUDE, Heinz (2005): Träume der Gefühlslinken.
Die SPD hat sich selbst nicht begriffen,
in: Süddeutsche Zeitung v. 22.09.

Der Soziologe Heinz BUDE lobt die Neoliberalisierung in Schweden als Vorbild: "Wie kann man die Leute davon überzeugen, dass sie ihr Leben selbst in die Hand nehmen, obwohl man ihnen nichts versprechen kann? Auf der anderen Seite kann man auf Sanktionen als Mittel der Verhaltensbeeinflussung nicht verzichten.
Alle sozialdemokratischen Parteien haben sich mit dieser Wende ihrer Programmatik schwergetan und sie mussten sie in der Regel mit der Reduktion der Stammwählerschaft bezahlen. Aber wie vor allem die Beispiele von Schweden und Großbritannien zeigen, muss das nicht den Machtverlust zur Folge haben."

REINECKE, Stefan (2006): "Wir können von Schweden lernen".
In Deutschland bekommen Frauen oft Kinder, wenn sie keinen Job haben. Danach bleiben sie zu Hause. Dieses Muster soll das Elterngeld ändern, das Karriere und Kinder fördert. Eine gute Idee, so die Demografin Michaela Kreyenfeld,
in: TAZ v. 14.01.

Michaela KREYENFELD, die wichtige Studien zur Geburtenentwicklung publiziert hat, weist darauf hin, dass die Kinderlosigkeit der Akademikerinnen überschätzt wird. Mit Blick auf Schweden ist sie der Meinung, dass das Elterngeld die biografischen Muster der Frauen verändert. Während in Deutschland Frauen bei gutem Verdienst der Männer bzw. in Phasen schlechter Karrierechancen ihre Kinder bekommen, gebären in Schweden die (teilzeitarbeitenden) Frauen erst, wenn sie Vollzeit arbeiten. Eine Folge könnte jedoch sein, dass sich die Wirtschaftskonjunktur in extremer Weise auf die Geburtenrate auswirkt.
Die gegenwärtige Debatte über Familienwerte hält KREYENFELD für kontraproduktiv.

RASCHE, Uta (2006): "Rettet wenigstens die ersten drei Jahre!"
Die schwedische Autorin Anna Wahlgren über Kinderbetreuung, Familie und Beruf und das "schwedische Modell",
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 17.10.

SZ-Thema: Demographische Differenzen

BERTH, Felix (2006): Schweden.
Der langsame Einstieg,
in: Süddeutsche Zeitung v. 28.12.

ALTENBOCKUM, Jasper von (2007): Rückkehr zur Familie.
Der Blick zu den Nachbarn (II): Schweden,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 11.03.

GUNNAR, Herrmann (2007): Der Staat hilft.
Schweden: Jedes einjährige Kind bekommt einen Betreuungsplatz,
in: Süddeutsche Zeitung v. 16.03.

VEIL, Mechthild (2007): Es geht viel mehr um Väter als um Mütter.
Im Gespräch: Die Historikerin Wiebke Kolbe über das familien- und gleichstellungspolitische Vorbild Schweden und die dortigen Erfahrungen mit einer "Papaquotierung",
in: Freitag Nr.22 v. 01.06.

STRICKER, S. (2007): Deutschland liegt im Mittelfeld.
In Schweden öffnet sich die Schere zwischen Armen und Reichen noch weiter als hierzulande,
in: TAZ v. 08.11.

LARSSON, Petter (2008): Musterland ist abgebrannt.
In nur zwei Jahren hat Schwedens konservative Regierung den Sozialstaat amputiert. Im Wirtschaftsabschwung wird sich zeigen, ob diese Politik wirklich mehr Arbeit schafft,
in: TAZ v. 15.09.

KLOSTERMEIER, Anneli (2008): Bewunderinnen am Sterbebett.
Die Autorin und Übersetzerin Sara Stridsberg hat ihr Ziel erreicht: In Schweden ist die radikale Feministin Valerie Solanas populär wie nie zuvor,
in:
TAZ v. 13.11.

BRÜNING, Franziska (2009): Ihr Kinderlein kommet zurück.
Frankreich und Schweden stellen die Ganztagsbetreuung für den Nachwuchs in Frage,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 14.02.

HINCK, Gunnar (2015): Schweden - Der Traum ist aus,
in: Blätter für deutsche und internationale Politik, Februar

Gunnar HINCK beschreibt die Neoliberalisierung Schwedens und ihre Folgen für die Parteienlandschaft. Außerdem geht er auf das Schwedenbild in Deutschland ein:

"Die Krise des Landes gibt Anlass das deutsche Schwedenbild kritisch zu hinterfragen. Schweden wird seit Jahrzehnten zu einem Vorbild, gar zu einem Sehnsuchtsort überhöht, während die immer deutlicher auftretenden Probleme und Widersprüche ignoriert werden. Paradoxerweise stammen die Schwedenbewunderer aus politisch völlig unterschiedlichen Lagern. Für die Linke ist Schweden seit der Nachkriegszeit das idealtypische sozialdemokratische Land, und auch die tiefgreifenden Veränderungen der letzten Jahre konnten diesem Bild wenig anhaben. Neoliberale loben das Land für die Reformen der letzten Jahre, die den richtigen Weg aufzeigen würden." (2015, S.24) 

 
       
   

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Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt am: 13. Juni 2003
Update am: 05. Februar 2017