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Christian Nürnberger-Gerster: Per Kontaktanzeige zur Familie

 
       
     
       
   
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    Christian Nürnberger in seiner eigenen Schreibe

     
           
       

    NÜRNBERGER, Christian (2001): Die Karrieremutter und der Hausmann.
    Als Erstes, dachte ich, werde ich ein Buch über mein Leben als Hausmann und Vater schreiben. Seht her, werde ich Alice Schwarzer und den anderen mitteilen: Hier bin ich, der neue Mann, ein Held unserer Zeit!,
    in: Emma, Juli/August

    NÜRNBERGER, Christian (2004): Vater mit Heimvorteil.
    Väter: Drei Jahre Elternzeit zu Hause sind das beste Managementseminar der Welt. Warum nur merkt das keiner? Ein Selbstgespräch,
    in: Die ZEIT Nr.21 v. 13.05.

    NÜRNBERGER, Christian (2007): Als ich noch Humor hatte.
    Kinderbetreuung: Wie viel Mami braucht das Kind? Ein Hausmann kann sich über die aktuelle Debatte über die Kindererziehung nur wundern,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 10.03.

    NÜRNBERGER, Christian (2010): Das beste Leben der Welt.
    Um 1950 in Westdeutschland geboren, das bedeutete für eine ganze Generation: nie Krieg, nie Armut, nie Sorgen. Aber was macht sie daraus?
    in: SZ-Magazin Nr.2 v. 15.01.

    NÜRNBERGER, Christian (2010): Wir müssen reden, Alice.
    Frauenquote, Schwarzer vs. Schröder ... und die Feminismus-Debatte nimmt kein Ende. Dabei ist doch viel interessanter, warum zwar ständig die Geschlechterrollen erschüttert werden, nicht aber die Machtverhältnisse,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 20.11.

    Das Skript nach denen die Geschlechterfragen-Problematik ständig aufs Neue verhandelt wird, stammt in seiner Urform aus dem Buch Risikogesellschaft von Ulrich BECK und funktioniert nach dem altbewährten Dreisatz These - Antithese - Dritter Weg. Diese Geschichten nehmen immer ihren Anfang bei den Radikalfeministinnen, deren Ziel die Vermännlichung der Frau war und dessen Ergebnis nach BECK die "vollmobile Single-Gesellschaft" gewesen wäre.

    Dieses Szenario hat sich mittlerweile überholt und wird höchstens noch von ewiggestrigen Außenseitern reproduziert. An seine Stelle ist mittlerweile die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und die damit verbundene Gefahr der vollmobilen Alleinerziehenden-Gesellschaft bzw. die Einstundenfamilie (Iris RADISCH) getreten.

    Die Antipoden sind die Verfechter der re-feudalisierten Hausfrauenfamilie. Bekannteste Vertreter dieser Fraktion sind mittlerweile Frank Minimum SCHIRRMACHER und Eva Prinzip HERMAN. In dieses vielfach variierte Schema passt auch der Artikel von Christian NÜRNBERGER, der inzwischen seinen Doppelnamen abgelegt hat, schließlich muss man im individualisierten Milieu immer auf der Höhe der Zeit sein. NÜRNBERGER stilisiert sich zum Veteranen des zwangsbekehrten Nach-Studentenbewegten, die zu spät für die 68er-Bewegung kamen und deshalb zum einen im roten Jahrzehnt landeten und zum anderen mit den frühen Feministinnen aneinander gerieten:

    "Ich war frisch verliebt in eine Schöne und wollte Romantik, Rotwein, Kerzen, das ganz normale, heiratsanzeigenübliche Mann-Frau-Programm. Die Schöne aber wollte diskutieren. (...). Viele Leidensgenossen meiner Generation machten diese abtörnende Erfahrung."

    NÜRNBERGER reiht sich mit seiner Veteranengeschichte aus dem Geschlechterkampf ein in die Reinhard MOHR-Jörg LAU-Rainer PARIS u.a. Generation der 78er, deren Parallelgesellschaft das Tod des Märchenprinzen-Biotop war, dem die Ernüchterung des Ganz entspannt im Supermarkt-Biotops folgte: Weder Chauvi noch Softi, sondern Tugend der Orientierungslosigkeit. Während die einen früher oder später beim Antifeminismus landeten, wurde NÜRNBERGER mangels Alternativen zum männlichen Feministen:

    "Die Ironie der Geschichte aber ist: Während wir Männer mit unserer Weltrevolution jämmerlich scheiterten, zogen die Frauen ihr Ding konsequent durch und haben uns gezeigt, wie man eine Revolution macht."

    Als Dank darf er seitdem als neuer Vorzeigemann in der SZ und sonstigen Vereinbarkeitspostillen den letzten Schrei dieser wendigen Position verkünden. Mittlerweile ist das eine neoliberalismuskritische Schutzzonen-Vereinbarkeitsposition, die auch der 7. Familienbericht vertritt. Diese Position wendet sich gegen Alice SCHWARZER mangels symbolkräftigerer Alternativen, meint aber ihre neoliberale F-Klasse-Fortsetzung:

    "Für Feministinnen scheint es erreicht zu sein, wenn die Hälfte aller Politiker-, Aufsichtsrats- und Vorstandsposten weiblich besetzt sind.
              
     Das aber heißt: Die Sklavin will nicht frei werden, sondern Sklavenaufseherin."

    Der neue Feminismus gilt nicht umsonst als konform mit dem neoliberalen Wirtschaftsmodell:

    "immer mehr brave, bestens an den Markt angepasste Streberinnen (konkurrieren) mit den anderen Strebern darum (...), ihren Herrinnen und Herren die höchste Rendite abzuliefern."

    Michel HOUELLEBECQ und die Familie als letztes Bollwerk gegen den Kapitalismus lassen grüßen.

     
           
       

    Christian Nürnberger im Gespräch

     
           
       

    SPIEGEL (2001): "Man muss den Charakter bilden".
    Die "heute"-Moderatorin Petra Gerster und ihr Mann, der Journalist Christian Nürnberger, über ihr Buch zum "Erziehungsnotstand" in Deutschland, die Unsicherheit von Eltern und Lehrern und die Folgen der Globalisierung für die Familie
    in: Spiegel Nr.35 v. 27.08.

    NÜRNBERGER spricht von einer möglichen "Herrschaft der Kinderlosen", um seine Forderungen nach einer Diktatur der Eltern rechtfertigen zu können. Er fordert eine Elternquote in Parteien, sowie ein kinderzahlbezogenes Stimmrecht bei Wahlen. Solche Stammtischparolen mögen zwar Anklang finden, aber nur so lange bis klar ist, dass damit der Begriff "Kinderloser" endlich einmal eindeutig definiert werden müsste.

    Möchte man Teenagerschwangerschaften provozieren ? Oder möchte man nur Kinderlose über 30 ausgrenzen? In der Debatte wird nur von Haushalten ohne Kinder gesprochen. Soll es also Eltern erster und zweiter Klasse geben, d.h. Eltern von Kindern, die nicht mehr im Haushalt wohnen und Eltern, deren Kinder schon ausgezogen sind? Was ist mit Eltern, deren Kinder vorzeitig sterben? Offensichtlich geht es manchen Journalisten nicht um die Sache, sondern es soll Stimmung gegen Kinderlose gemacht werden und als Nebeneffekt noch die klassische Haushaltsfamilie als einzige legitime Lebensform durchgesetzt werden.

     
           
           
       

    Zum Glück gibt's Anzeigen (2002)
    Wie ich die Frau fürs Leben fand
    Reinbek:
    Rowohlt
    (Zuerst erschienen unter dem Titel "My First Lady")

     
       
         
     

    Pressestimmen

    "»Das Geld ist sinnvoller angelegt, wenn man verschiedene Anzeigentexte in seriösen Zeitungen inseriert.«
    Das hat der Autor und Journalist Christian Nürnberger getan. Sein Buch »My First Lady« beschreibt amüsant und lehrreich, wie er mittels einer Heiratsannonce im Frühjahr 1982 zu seiner Frau Petra Gerster fand, inzwischen als »Mona Lisa«-Moderatorin und ZDF-Nachrichtensprecherin bundesweit bekannt. Nürnbergers Inserat beginnt so: »Der Engländer Patrick Moore hatte es satt, sich jeden Morgen an- und abends wieder auszuziehen. Darum nahm er einen Strick und erhängte sich. Meine Konsequenz daraus ist noch radikaler. Ich werde heiraten.«"
    (Angela Gatterburg im Spiegel vom 08.05.1999)

     
         
     
           
       

    Rezensionen

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    Das Buch in der Debatte

    GATTERBURG, Angela (1999): Eine Chance für die Liebe.
    Dating-Kurse, Single-Kontaktbörsen, Partnerschaftsvermittler, Heiratsanzeigen: Die emotionale Unsicherheit zwischen Männern und Frauen wächst, das Geschäft mit der Liebe boomt,
    in: Spiegel Nr.19 v. 08.05.

     
           
       

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    Bernd Kittlaus
    webmaster@single-generation.de Erstellt: 18. März 2002
    Update: 11. April 2017