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Friedrich Merz: Der Mopedrocker aus dem katholischen Sauerland

 
       
     
       
     
       
   

Friedrich Merz in seiner eigenen Schreibe

 
   

MERZ, Friedrich (2001): Unser aller Zukunft.
Kinder zu bekommen ist eine persönliche Entscheidung. Richtig ist aber auch: Kinder haben ist keine Privatsache. Der Staat muss den Rahmen schaffen, dass Paare sich ihren Kinderwunsch heute erfüllen können, ohne nur Nachteile zu haben,
in: Rheinischer Merkur Nr.26 v. 22.06.

MERZ beschreibt die Familie als Lebensgemeinschaft, als "unterschätzten Leistungsträger" und als "Verantwortungsgemeinschaft von Eltern für Kinder und von Kindern für Eltern". Im Subsidiaritätsprinzip erblickt MERZ das "Organisationsprinzip der Freiheit". Eine nachhaltige Familienpolitik besteht gemäß MERZ aus vier Aufgabenbereichen:
1) Stärkung des Familienzusammenhalts, der durch die Individualisierung bedroht ist.
2) Stärkung der Erziehungskompetenz der Eltern.
3) Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Arbeitswelt. Das geschieht für MERZ vor allem durch verbesserte Teilzeitarbeitsmöglichkeiten und mehr betriebliche Kindergärten.
4) Verbesserung des Generationenzusammenhalts. Hier ist Generationengerechtigkeit für MERZ das Zauberwort. Einen Krieg der Generationen kann MERZ nicht erkennen, denn die ältere Generation überlässt der jüngeren ein doppeltes Erbe: "privates Vermögen in historisch einmaliger Größenordnung" und eine öffentliche Infrastruktur.

MERZ, Friedrich (2003): Ein modernes Einkommensrecht.
Zehn Leitsätze für eine radikale Vereinfachung und eine grundlegende Reform,
in: Frankfurter Rundschau v. 04.11.

Friedrich MERZ rechtfertig im 6. Leitsatz zur steuerlichen Behandlung von Ehe und Familie das Ehegattensplitting:

"Der im Grundgesetz verankerte Schutz von Ehe und Familie gebietet auch im Steuerecht, die Ehe und die Familie gerecht zu besteuern.
Die Herstellung der Gerechtigkeit und die Förderung von Ehe und Familie erfolgt durch die Fortgeltung des Ehegattensplittings und die Gewährung des einheitlichen Grundfreibetrages auch für Kinder vom ersten Tag an. Die zusätzliche Sicherung des Existenzminimums von Kindern erfolgt im Bedarfsfall durch eine zusätzliche Kindergeldleistung.
Notwendige Aufwendungen zur Versorgung, Betreuung und Erziehung von Unterhaltsberechtigten sind steuerlich abzugsfähig. Der private Haushalt wird grundsätzlich als Arbeitgeber anerkannt.
"

Neu:
MERZ, Friedrich (2005): Entrümpelung.
Die Transfereinkommen sind zu hoch,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 23.08.

Friedrich MERZ plädiert für eine radikale Privatisierung des Sozialstaats: "wir sind als Bürger zunächst ganz und gar für uns selbst verantwortlich, für unsere Bildung ebenso wie für unsere Kinder, für unsere Gesundheit, für unser Alterseinkommen und für unsere Lebenschancen schlechthin."

 
       
   

Friedrich Merz: Gespräche und Porträts

 
   

STOCK, Wolfgang (2002): "Ende der Wohlstandsillusion".
Deutschland droht eine Abwärtsspirale ungeahnten Ausmaßes, warnt Friedrich Merz, der "Super"-Fraktionsvize der Union,
in: Welt am Sonntag v. 17.11.

GERMIS, Carsten (2002): Der Erste in der zweiten Reihe.
Im Porträt: Friedrich Merz,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 01.12.

SPENGLER (2004): Merz für Kürzung von Sozialleistungen.
Interview mit Friedrich Merz,
in: DeutschlandRadio v. 11.05.

SCHMID, Thomas & Wulf SCHMIESE (2004): "Die Schlacht 2006 ist keineswegs gewonnen".
CDU-Fraktionsvize Friedrich Merz über große Anstrengungen, sinkende Umfragewerte und Vorbild Ronald Reagon,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 25.07.

 
       
   

Das Re-Modeling von Friedrich Merz in der Debatte

 
   

AMEND, Christoph & Helmut SCHÜMANN (2000): "Ich habe mich nie leiten lassen".
Der Vorsitzende der Union hat seine Eltern und Lehrer gequält. Seine Freunde waren Bier, Schnaps und die Doors. Und als einige Kumpels eine linke Kneipe zerlegten, feierte er das als politische Großtat,
in: Tagesspiegel v. 02.12.

Friedrich MERZ stilisiert sich zum Motorradrocker aus Brilon:

"Ich habe relativ früh Probleme mit meinen Eltern bekommen, ich hatte schulterlange Haare, bin mit dem Motorrad durch die Stadt gerast, mein Stammplatz mit zwei Freunden war die Pommesbude auf dem Marktplatz bei uns um die Ecke, ich habe angefangen zur rauchen und Bier zu trinken."

PALMER, Hartmut & Sven RÖBEL (2000): Easy Rider in Brilon.
Lange Haare, wilde Jagden mit dem Motorrad - Friedrich Merz verklärt seine Jugendjahre, die so wild nicht waren. Aber warum tut er das?
in: Spiegel Nr.52 v. 22.12.

MARTENSTEIN, Harald (2000): Rebellische Jugend als Imagefaktor.
Bei den erfolgreichen und mächtigen Männern des Jahres 2000 gehört es zum guten Stil, in der Jugend Rebell gewesen zu sein,
in: Tagesspiegel v. 23.12.

Harald MARTENSTEIN versucht den Ruf des Tagesspiegels als "Jugendsünden-Enthüllungsblatt" zu retten:

"Wir waren der Ort, an dem der CDU-Politiker Friedrich Merz der Welt erzählte, welch wilder Feger er in seinen Sauerländer Jugendtagen war. Alkohol! Motorrad! Lange Mähne! Reichlich Gewalt gegen Sachen! (...).
Dann erschien der ernüchternde Leserbrief des Herrn Ferdinand in der »Zeit«. Ernst Ferdinand, ein Jugendgefährte von Herrn Merz: »Schulterlange Haare? Merz? Unser Kumpel hatte schon immer die Frisur, die er heutzutage trägt«. Dafür hätte »der alte Merz schon gesorgt«. Auch ein Motorrad habe Merz nicht wirklich besessen. »Einmal ist er wohl mit dem alten Moped von Heinz P. durch die Felder gefahren. Aber das war schon total hin.« Easy Rider?
Sie werden wohl beide Recht haben. Bis zu einem gewissen Punkt ist jede Biografie eine Erfindung. Legitime Fiktion. Wahre Legend. Max Frisch. Wir erfinden uns selbst - aber wie? Bei den erfolgreichen und mächtigen Männern des Jahres 2000 gehört es zum guten Stil, in der Jugend Rebell gewesen zu sein. Sogar in den rebellionsfernste Zonen, die unsere Gesellschaft zu bieten hat, bei der Industrie und der CDU, ist das inzwischen so."

Eine Erklärung des Rebellentums hat MARTENSTEIN auch zu bieten, nämlich den Sieg der Popkultur:

"Neu ist, dass die rebellische Jugend in den späteren Lebensjahren nicht mehr schamhaft verhüllt wird, nein, sie ist - nach einer kurzen Schrecksekunde bei Bill Clinton und Joschka Fischer - ein eher erfreulicher Imagefaktor, sie wird im Zeichen des Pop heraufbeschworen und ausgestellt und, wenn nötig, herbeifantasiert. Pech gehabt, wenn due ein braver Junge warst!

 
       
   

Nur wer sich ändert, wird bestehen (2004)
Vom Ende der Wohlstandsillusionen - Kursbestimmung für unsere Zukunft
Freiburg: Herder Verlag

 
   
     
 

Klappentext

"Wir sind am Ende der Illusionen. Friedrich Merz geht konsequent die Themen an, die allen auf den Nägeln brennen und vielen Angst machen. Er sagt, was die Lage ist, klar und präzise. Er benennt die Alternativen, die wir haben. Und formuliert die Ziele, die wir nicht aus den Augen verlieren dürfen, wenn diese Gesellschaft menschlich und wohlhabend zugleich bleiben soll.
Klare Perspektiven einer wertorientierten Zukunftsgestaltung. Ein strategisches Buch im Zentrum der politischen Debatte."

Pressestimmen

"Merz sammelt die bekannten Fakten und Stichwörter auf (...). Dabei entsteht das bekannte Bild eines (...) Volkes, dem im Strudel des Wandels, den der Wettbewerb ihm aufzwingt, Werte und Bindungen abhanden kommen: die Kirchen leer, die Esoterikecke im Buchladen und die Volksfeste voll, die Gesellschaft kalt, Familien »in der Defensive«"
(Heike Göbel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 20.09.2004)

 
     
 
       
   

Rezensionen

GÖBEL, Heike (2004): Die Sache des Friedrich Merz.
Der Weg aus der deutschen Düsternis führt zurück zu den Grundlagen der sozialen Marktwirtschaft,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 20.08.

LOSERT, Karin (2004): Der neue Merz ist da.
Friedrich Merz hat wieder mal ein Buch geschrieben, aber nur weil der Verlag darum gebettelt hat. Der Titel: "Nur wer sich ändert, wird bestehen". Das gilt für alle, nur nicht für ihn. Er bleibt Politiker,
in: TAZ v. 30.09.

BIRNBAUM, Robert (2004): Siamesische Zwillinge.
Merz und Arentz: Zwei CDU-Politiker blicken ganz unterschiedlich auf das Land,
in: Tagesspiegel v. 11.10.

Robert BIRNBAUM stellt die aktuellen Bücher von Friedrich MERZ und Hermann-Josef ARENTZ ("Sozialstaat im Härtetest") vor. Sein Resümee: trotz unterschiedlicher Sprache (marktradikal contra christlich-sozial), liegen MERZ und ARENTZ bei den angestrebten Maßnahmen gar nicht so weit auseinander.
 
   

Friedrich Merz in der Debatte

WAGNER, Gert G. (2003): Nichts für Familien.
Wachstumsfreundlich ist das einfache Steuersystem des CDU-Finanzexperten Friedrich Merz. Aber Eltern und Kinder entlastet es zu wenig - für sie gibt es bessere Modelle,
in: TAZ v. 08.11.

 
   

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Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 20. September 2004
Update: 04. Juni 2015