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Cora Stephan: Wir, der demografische Schrecken

 
       
     
       
     
       
   

Cora Stephan in ihrer eigenen Schreibe

 
   

STEPHAN, Cora (1983): Umstände halber.
Schwangerschaft und Sinnlichkeit,
in: Kursbuch "Die neuen Kinder", Nr.72, Juni 

STEPHAN, Cora (1983): Aufforderung zum Zerfetzen.
Cora Stephan über Erotik und Emanzipation,
in: Spiegel Nr.37 v. 12.09.

Anlässlich der KARASEK-Titelgeschichte Die neue Carmen. Rückkehr zur Erotik druckt der Spiegel einen Auszug aus dem Kursbuch vom März nach.

STEPHAN, Cora (1984): Feminismus: Wende an der Frauenfront?
Germaine Greer und ihre Thesen zur weiblichen Selbstbestimmung,
in: Spiegel Nr.32 v. 06.08.

STEPHAN nutzt die Rezension des Buches Sex and Destiny (deutsch: Die heimliche Kastration von Germaine GREER, um die neue Mütterlichkeit zu beklagen:

"Das hämische Gelächter, das angesichts des Griffs unserer Bundesregierung zur Parole von den »Doppelverdienern« dringend geboten wäre, will Frauen nicht recht gelingen. Es entgeht ihnen nicht, daß auf sie leicht zu verzichten wäre.
      
  Ihre Flucht aus der »femininen Sphäre« von Haushalt, Küche, Kindern hat ihnen einen Ausgleich in Gestalt eines »echten Anteils an den gesellschaftlichen Entscheidungskompetenzen und Machtzentren« nicht eingebracht - so beklagt es jedenfalls eine Autorin im neuen »Kursbuch«. Es hat sich die »Mütter« zum Thema gewählt. Dabei bestimmen Berufsschwierigkeiten angesichts der hohen Arbeitslosigkeit und die niedrige Geburtenrate der Bundesrepublik (1,3 Kinder pro Frau) das resignative Klima der (Kursbuch-)Debatte."

Ansonsten beklagt STEPHAN, dass der Begriff "Fruchtbarkeit" fast ganz aus der Debatte verschwunden ist. Stattdessen wird über Orgasmus und Kinderwunsch debattiert.

STEPHAN, Cora (1985): Die Generation der verpaßten Gelegenheiten.
Georg Heinzen/Uwe Koch: "Von der Nutzlosigkeit, erwachsen zu werden",
in: Spiegel Nr.46 v. 11.11.

Rezension des Romans Von der Nutzlosigkeit, erwachsen zu werden von Georg HEINZEN und Uwe KOCH.

STEPHAN, Cora (1986): "Die Männer müssen Defizite abbauen".
Heiner Geißlers Frauenbuch,
in: Spiegel Nr.27 v. 30.06.

Cora STEPHAN begrüßt das von Heiner GEIßLER herausgegebene Buch Abschied von der Männergesellschaft:

"Die Befreiung der Frau macht vor nichts halt - nicht mal vor der CDU. Die Partei der katholischen Hausfrau ist nicht mehr. Die Partei des Patriarchen - vorbei. Wendige Männer der Parteizentrale predigen das Evangelium der Emanzipation. (...) In einem von Geißler herausgegebenen Sammelband (...) findet sich vom Hohenlied der Frau und Mutter nur noch der Refrain; Norbert Blüm singt ihn ab. die Mehrzahl der Autorinnen und Autoren verkauft eine neue Strophe: die von der vielfältig talentierten kreativen Frau. (...). Die feministische Wissenschaftlerin Gisela Erler paßt ebenso in Geißlers Konzept wie Helga Stödter, die Präsidentin des europäischen Managerinnen-Netzwerks.
        
(...).
Zu Mißtrauen gegenüber dem erstaunlichen Sinneswandel besteht zumindest bei den
Vordenkern der Union kein Anlaß. Man lese die Beiträge von Bundesgeschäftsführer Peter Radunski und vom Leiter der Grundsatz- und Planungsabteilung in der CDU-Bundesgeschäftsstelle, Wulf Schönbohm: Diese Männer hat weder Vernunft noch Ideologie übermannt. Sie haben Wahlstatistiken studiert. Ergebnis: Die CDU muß besonders um die jungen Frauen werben."

STEPHAN erklärt, dass diese Annäherung von CDU und Frauenbewegung auch auf einem Gesinnungswandel bei letzterer beruht. Erst der Abschied vom Gleichheitsfeminismus und die Hinwendung zum Differenzfeminismus hat dies möglich gemacht.
        
STEPHAN hofft vor allem darauf, dass die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen die CDU zum Umdenken zwingen wird:

"Wer aus Berechnung zu richtigen Ergebnissen kommt, hat damit noch nicht unrecht. Angesichts von Geburtenrückgang und künftigem Rentnerberg wird nicht nur die Bereitschaft zur Nachwuchsproduktion, sondern demnächst auch wieder das noch nicht einmal zur Hälfte ausgereizte volkswirtschaftliche Potential der Frauen gebraucht."

STEPHAN, Cora (1997): Dinner for None.
Schlabbern und Nuckeln nonstop: Der moderne Mensch will nicht mehr abgestillt werden. Über den Verfall der Tischsitten und die Infantilisierung unserer Gesellschaft,
in: NZZ Folio Nr.4

STEPHAN, Cora (2000): Unsoziale Solidarität.
Unser Sozialstaat fördert die Furcht vor der Globalisierung und schafft Arbeitslosigkeit,
in: Welt v. 11.05.

STEPHAN, Cora (2002): Hauptsache wenigstens schwul.
Ein "Minderheitenstatus" verhilft auch dem größten Langweiler noch zum farbigen Auftritt,
in: Welt v. 16.01.

Cora STEPHAN, die Kämpferin im Namen der politischen Korrektness der neuen Mitte und Weggefährtin des glücklichen Globalisierers Matthias HORX, macht sich Gedanken darüber, warum Angelika MERKEL keine Chancen als Kanzlerkandidatin hatte:

"die Minderheitenposition ist ein modernes Schutzschild geworden"

ist ihre Begründung. Dies ist so wahr wie falsch, wenn das Stigmata im Geschlecht gesucht wird. Auch Antje VOLLMERs Analyse Die Solitäre steht allein im Tagesspiegel vom 13.01. liegt deshalb knapp daneben. MERKELs Problem war nicht, dass sie eine Frau ist, sondern dass sie erstens kinderlos, zweitens geschieden und damit drittens eine "männliche" Frau ist. Man stelle sich einen Familienwahlkampf vor, in dem sich der Kandidat nicht in den wahlentscheidenden Homestories als Widerstandskämpfer der Anti-Singlegesellschaft präsentieren kann. Undenkbar in Zeiten, in denen Vorbilder gefragt sind und Konzepte durch den schönen Stil ersetzt werden. Dank der Väterinitiative von Christine BERGMANN sind jetzt nicht Mütter gefragt, sondern neue Väter. Wer ist also der bessere neue Vater? LandesVATER stoiber oder der VÄTERliche schröder? Diese Frage wird den Bundestagswahlkampf entscheiden. Michael KÖHLER hat in der Süddeutschen Zeitung vom 12.01.2002 ("Vaterpass - oder von der Liebe zum Leben") bereits einen Vorgeschmack auf das geliefert, was MERKEL erwartet hätte. Der "New Journalism" à la KÖHLER stellt das Vater-ICH und die Mutterschaft der Frau in den Mittelpunkt des Kulturkampfes der neuen Mitte und kinderlosen, berufstätigen Frauen - also den typischen Vertreterinnen des 70er Jahre Feminismus - wird jegliche Kompetenz abgesprochen:

"Von der (kinderlosen) Gynäkologin hat sie gewechselt zu einem Frauenarzt, der Vater von drei Kindern ist",

schreibt KÖHLER mit dem Stolz eines Widerstandskämpfers im Namen der Minderheit Familienhaushalt Dass Scheidung ein Stigma für Familienwahlkämpfer ist, das hat das Beispiel Hessen gezeigt. Dort brachte die Ministerin Marlies MOSIEK-URBAHN ihren Rücktritt mit einer Scheidung in Zusammenhang. REINICKE kommentiert dies im Tagesspiegel vom 21.08.2001 folgendermassen:

"Die Ex-Ministerin schreibt, dass die Trennung von ihrem Mann 'die Glaubwürdigkeit der werteorientierten Familienpolitik' behindere. Eine Geschiedene darf nicht Familienministerin sein. Offenbar soll in Hessen die heile Familie als stählerne Norm gelten, alles andere als minderwertige Abweichung. In Kochs Country soll nicht nur die Sozialpolitik aus Wisconsin herrschen - sondern auch die stickige Moral des 'Bibelgürtels' der USA. In Wiesbaden riecht es streng nach Werte-Fundamentalismus. Ohne Doppelmoral. Zumindest für Frauen."

Kein Kommentar zum Rücktritt MERKELs von der Kanzlerkandidatur wies auf diesen Aspekt der Ehe- und Familienlosigkeit hin, aber süffissant wurde verlautbart, dass die GESCHIEDENE, KINDERLOSE angelika merkel ihre Kandidatur zurückgezogen habe, keiner versah STOIBER mit Familienstandsattributen. Die wirkliche politische Korrektheit manifestiert sich in der Nachricht selbst und nicht in den nachgereichten Kommentaren!

STEPHAN, Cora (2002): Dem Mittelstand eine Gasse!
Kapitalismuskritik und Konsumverzicht sind die falschen Antworten auf die Krise,
in: Welt v. 30.07.

STEPHAN, Cora (2002): Die Bellheims kommen!
Von wegen "Vergreisung" der Gesellschaft: Die Generation 50+ ist mit allen Wassern gewaschen,
in: Welt v. 20.08.

Die Generation Golf in der Jobkrise

STEPHAN, Cora (2002): Das Ende der Generation Luxus.
"Geiz ist geil" und andere Parolen verheißen die Zeitenwende - den deutschen Sparzwang,
in: Welt v. 27.11.

STEPHAN predigt:

"allemal besser als die Fin-de-Siecle-Stimmung hierzulande wäre ein bisschen vom lebensbejahenden, zupackenden Hedonismus der Amerikaner".

Eine Kritik an Postmaterialisten und an der "Neuen Bescheidenheit".

STEPHAN, Cora (2003): Die Freuden des Alters,
in: Signale. Sendung des DeutschlandRadio Berlin v. 09.06.

Cora STEPHAN reißt uns den Vorhang unseres Verblendungszusammenhangs nieder und voilà auch uns sollte nun das Offensichtliche zugänglich sein. Bevor uns das Idyll der Altenrepublik blühen kann, muss Cora STEPHAN noch kräftig die Werbetrommel rühren, denn die "Frühpensionierung ab 57 mit goldenem Handschlag" muss weg, das Rentenalter muss angehoben werden und die Wirtschaft muss die "unschätzbare intellektuelle, kreative, mobile Ressource" der Alten lieben lernen. Mit diesem Programm hat sich Cora zumindest ihre eigene Stelle gesichert...

STEPHAN, Cora (2003): Was heißt hier Vergreisung?
Deutschland ist dabei, eine wichtige Ressource zu verschleudern: die Alten,
in: Welt v. 20.06.

Die Gesellschaft der Langlebigen

STEPHAN, Cora (2004): Rückzug ins Private?
in: DeutschlandRadio Berlin v. 25.07.

Angesichts der öffentlichen Zumutungen fordert Cora STEPHAN die Deutschen auf, sich endlich ins Privatleben zurückzuziehen und den Politikern das Feld zu überlassen (Kinderkriegen statt Wahlalternativen gründen!). Cocooning wird in dieser elitengerechten Perspektive zur Lösung. Es gibt da nur ein Problem: Die Deutschen sind unfähig zum guten Leben. Wenig überraschend ist, dass sich diese Einschätzung von STEPHAN mit jener von Joachim BESSING deckt...

STEPHAN, Cora (2005): Familie und deutsches Selbstbewusstsein,
in: Signale. Sendung des DeutschlandRadio Berlin v. 23.01.

"Kinderkriegen ist hierzulande eine Frage der Klasse: ganz unten werden Kinder geboren - und ganz oben, wo Geld keine Rolle spielt. Das Problem betrifft vor allem die von Abstiegsängsten geplagte Mittelschicht - und das hat durchaus seine Logik", erklärt uns die kinderlose Karrierefrau Cora STEPHAN. Noch deutlicher: "Endzeitstimmung macht unfruchtbar".

STEPHAN, Cora (2005): Abschied von den Grünen,
in: Signale. Sendung des DeutschlandRadio Berlin v. 27.02.

STEPHAN, Cora (2006): Ich küsse Dich mit großer Sehnsucht.
Wie die Briefe wichtiger wurden als der Alltag: Von der Erfindung der Liebe im Krieg,
in: Welt v. 07.01.

STEPHAN, Cora (2006): Familie macht stark,
in: DeutschlandRadio v. 29.01.

Cora STEPHAN entdeckt den Wert der Familie, wenn schon nicht für sich selbst, dann wenigstens für die anderen...

STEPHAN, Cora (2006): Es sind die deutschen Männer, die keine Kinder wollen.
Frühlings Erwachen vorm Computer / Kinderlosigkeit und Kostenlosigkeit / Die Rente ist sicher mit einem guten Riesling,
in: Welt v. 23.03.

Cora STEPHAN, einst Generation Pflasterstrand, heute mitfühlender Konservatismus:

"Sicher, die Frauen kriegen die Kinder. Aber die Verweigerung der Männer ist womöglich der Grund für die deutsche Spitzenstellung beim Kindermangel. Klar - die Kerle wollen ihren Martini lieber allein trinken. Aber vielleicht liegt es auch daran, daß wir nach uneingeschränkter Männerherrschaft mittlerweile das andere Extrem erleben. Denn während der Mann einst geschwängerte Mädchen sitzenlassen oder als pater familias den Tyrannen geben durfte, ist er heute im Falle des Konflikts oder der Trennung Zahlvater mit Pflichten und so gut wie ohne Rechte".

STEPHAN, Cora (2007): Eine neue Frauengeneration?
in: DeutschlandRadio v. 17.06.

"Haben wir's nicht immer schon gesagt? Frauen sind das bessere Geschlecht. Hübscher, klüger, selbstbewusster, zielstrebiger, Alpha-Mädchen eben (...).
             Ach, in einen so hübschen kleinen Goldfischteich, der geradezu nach Champagner dürstet, gießt man ungern Wasser. Und doch: es muss.
            
Denn so Gold ist es eben nicht. Trotz Kanzlerinnenbonus sind ganz oben die Männer auch weiterhin unter sich. Kinderkriegen ist trotz Ursula von der Leyen weiterhin ein Karrierehindernis, weshalb es sich für Frauen noch immer lohnt, in den Heiratsmarkt, also ihr Äußeres, zu investieren, statt in die inneren Bildungswerte und damit in den Arbeitsmarkt. Ob das neue Unterhaltsrecht daran etwas ändert, wird man sehen. Gewiss aber, und das ist die gute Botschaft, sind Wirtschaft und Demografie auf der Seite der Frauen", meint Cora STEPHAN.

STEPHAN, Cora (2008): Partisan und Parmesan,
in: DeutschlandRadio v. 03.02.

Die Frankfurter Pflasterstrand-Spiegel-Connection funktioniert immer noch: Cora STEPHAN lobt das aktuelle Veteranen-Buch Der diskrete Charme der Rebellion von Reinhard MOHR. Auf Spiegel Online gibt es Auszüge des Buchs zu lesen: Heute gibt's Dresche.

STEPHAN, Cora (2008): When I'm 84.
Älterwerden in Deutschland,
in: DeutschlandRadio v. 18.03.

STEPHAN, Cora (2008): Anlagen zum Kultbuch,
in: DeutschlandRadio v. 30.03.

Jana Hensel & Elisabeth Raether - Neue deutsche Mädchen

STEPHAN, Cora (2008): Die Gunst der Stunde und das Ticken der Uhr,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 29.09.

Die ehemalige Pflasterstrand-Autorin Cora STEPHAN, die als Schlüsselkind aufwuchs, über die Gleichberechtigungsfalle:

"Erlauben Sie mir einen kleinen privaten Exkurs: Ich selbst bin Tochter eines Paars, das bereits in den fünfziger Jahren gleichberechtigt lebte. Mein Vater ermöglichte die Karriere meiner Mutter, indem er mittags kochte und die Kinder versorgte, die allerdings früh schon selbständig waren. Natürlich bin ich allein zum Kindergarten gegangen, natürlich gab es schon damals edle Seelen unter den Kollegenfrauen meines Vaters, die mich als armes Schlüsselkind bedauerten und den beruflichen Ehrgeiz meiner Mutter unangebracht fanden.
            War mein Vater nun ein neuer Mann, sanft und sensibel? Mitnichten. Seine Königsberger Klopse waren zwar grossartig, aber er konnte ebenso sehr ein übel gelaunter Tyrann sein wie seine Kollegen, die sich von ihren Frauen wie Paschas bedienen liessen.
            Sein besonderes Qualitätsmerkmal war ein anderes: Mein Vater war ein völlig unehrgeiziger und an der eigenen Karriere nicht interessierter Mann.
            Er wies damit all jene Eigenschaften auf, die Frauen noch immer abwählen, wenn sie auf die Suche nach dem Mann gehen, mit dem sie eine Familie gründen wollen. Noch immer entscheiden sich die meisten Frauen bewusst und unbewusst für einen Mann, der, was Ausbildung und Karriere betrifft, «höher» steht als sie selbst. Insbesondere für Akademikerinnen führt dieses Wahlverhalten in die Falle: Nicht nur wird die Zahl der in Frage kommenden Kandidaten generell geringer sein, auch sind karriereorientierte Männer oft interessierter an einer Partnerin, die ihnen zu Hause den Rücken freihält – und nicht an einer Frau, die selber Ehrgeiz hat."

STEPHAN, Cora (2009): Narziss und Schandmaul.
Wie fruchtbar man sich doch streiten kann: Michel Houellebecq und Bernard-Henri Lévy schreiben sich Briefe,
in: Welt v. 12.12.

Michel Houellebecq & Bernard-Henri Lévy - Volksfeinde

STEPHAN, Cora (2010): Die Mutlosen und die Entmutigten.
Anmerkungen zum Zustand der Nation,
in: Welt v. 30.07.

STEPHAN, Cora (2012): Digitale Verwahrlosung? Nicht mit mir!
in: Welt
v. 21.07.

Cora STEPHAN sieht den Trend zum Alleinleben gelassen, gehört sie doch nicht zu den männlichen Problemsingles, sondern zu jenem individualisierten Milieu, das seine Chancen nutzt:

"»Ein Zimmer für sich allein«, kurz: Privatleben ist eine Errungenschaft der Neuzeit, ein Luxus, kein Mangel. Es kommt darauf an, was man draus macht. Die virtuelle Welt steckt voller Angebote. Wir digitalen Einsiedler jedenfalls genießen die Freuden der Selbstbestimmung".

Neu:
STEPHAN, Cora (2014): Kein Recht auf Kinder.
Die Reproduktionsmedizin macht es möglich. Heute kann jeder Nachwuchs bekommen. Doch ist diese Option wirklich sinnvoll? Cora Stephan bezweifelt es,
in:
Welt am Sonntag v. 03.08.

"Die ultimative Waffe der Frauen, nach dem Sex auch das Kinderkriegen zu verweigern, zieht nicht mehr",

meint Cora STEPHAN angesichts von Leihmüttern und politischen Forderungen nach künstlicher Befruchtung auch für gleichgeschlechtliche Paare.

"Angesichts des globalen Bevölkerungswachstums ist der Trend in den Industrienationen zu weniger Kindern doch eigentlich vorbildlich. Deutschland stirbt nicht gleich aus, nur weil seine Frauen weniger Kinder kriegen. Die Klage, dass Frauen partout nicht tun, was sie den Männern voraushaben, nämlich gebären, ist insbesondere im Hinblick auf die leidige Rentenfrage unanständig. Nur weil unser Rentensystem auf falschen Annahmen beruht (...), gibt es keine Pflicht zum Kind. Und nur weil Kinder in den Industrienationen seltener werden, muss man das weibliche Alleinstellungsmerkmal nicht zu einer käuflichen Ware für jedermann machen",

meint deshalb Cora STEPHAN.

 
       
   

Cora Stephan: Porträts und Gespräche

 
   

LEHNARTZ, Sascha (2002): Fortschritte bei der Aufklärung.
Die Publizistin Cora Stephan findet die Biographie der Krimi-Autorin Anne Chaplet spannender als ihre eigene. Deshalb lebt sie einfach beide,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 24.02.

HARDER, Lydia (2011): Sie erinnert an Erich Honecker.
Ein Gespräch mit der Schriftstellerin und Merkel-Wählerin Cora Stephan über ihr Buch "Angela Merkel. Ein Irrtum",
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 13.02.

 
       
   

Neue deutsche Etikette (1995).
Berlin:
Rowohlt

 
   
     
 

Klappentext

"Machen Sie die Probe aufs Exempel - bei Menschen über fünfunddreißig ist es das Thema, zu dem jeder beitragen kann: die rüden Sitten im öffentlichen Raum, der Mangel an Takt und Höfflichkeit, das Fehlen von Manieren und freundlichen Umgangsformen in deutschen Landen.
Man könnte stundenlang erzählen: von maulfaulen Taxifahrern, die auch das Trinkgeld noch ohne ein Wort des Dankes einstreichen; von Kellnern, die den Blickkontakt mit ihren Gästen so lange vermeiden, bis dies sich durch lautes Rufen vollends unmöglich gemacht haben. Von Flugreisenden in der Business Class, die sich schwer atmend und raumgreifend, vor allem aber grußlos neben die bereits Sitzenden werfen; von den Bediensteten an der Hotel-Rezeption oder in der Arztpraxis, die nachhaltig telefonieren oder angestrengt auf den Computermonitor starren, sobald sich ihnen ein Mensch mit Anliegen nähert.
Die Klage über den Verfall der guten Sitten ist Jahrtausende alt und kulturübergreifend. Zur deutschen Eigenheit indes gehört, daß Etikette, Manieren und Benimm stärker als anderswo unter Verdacht stehen. Die große Geste, mit der sich die jüngere Generation am Ende der sechziger Jahre vom Plunder steifer Rituale, vom Konventionellen und Formellen befreite, bescherte uns, gottlob, den Abschied vom Knick im Sofakissen und vom rigide die Form wahrenden
»autoritären Charakter«, aber auch die Einsicht, daß das Aushängen der Klotüren nicht der Befreiung dient, sondern dem Gruppenterror.
Inzwischen ist der Tabubruch längst zu einer neuen Konvention geworden, die den Menschen gebietet, sich oder andere öffentlich zu entblößen. An den kleinen Gesten alltäglicher Zuvorkommenheit hingegen fehlt es - das Grüßen, das »Danke« oder »Bitte«, das souveräne Gewähren von Vortritt oder Vorfahrt, das maßvolle Lächeln, die unaufdringliche Aufmerksamkeit füreinander. Es mangelt an Gesten der Beschwichtigung - vielleicht fürchten wir uns deshalb so voreinander.
Denn Manieren waren einst unerläßlich zum Abtasten und Einschätzen des Gegenübers, zur Entspannung im öffentlichen Raum. Höflichkeit entlastet die Menschen vom Unmöglichen: Man kann nicht jeden der vielen anderen lieben, wohl aber gepflegten Umgang mit ihnen haben. Nicht Herzlichkeit ist gefragt, sondern Höflichkeit, nicht Humanität, sondern Zivilität.
Umgangsformen befreien uns aus der Abhängigkeit vom Unsichersten überhaupt: vom guten Charakter."

 
     
 
       
   

Rezensionen

WIEG, Iris (1995): Verlust von Distanz: Bussi links, Bussi rechts.
Cora Stephan untersucht die "Neue deutsche Etikette" - doch verbindliche Regeln gibt es nicht,
in: Berliner Zeitung v. 23.03.

 
       
   

Der Betroffenheitskult (1993).
Eine politische Sittengeschichte
Berlin:
Rowohlt

 
   
     
 

Klappentext

"Mit dem Tag der deutschen Einheit ist nicht nur die DDR untergegangen, sondern auch ihr Antipode, die alte Bundesrepublik - ein Land, dessen Existenz im nachhinein so märchenhaft wie unwahrscheinlich erscheint. Eine Bundesrepublik Deutschland, die es sich im Schutz des Eisernen Vorhangs zwischen Betroffenheitskult und Lebenswelt bequem gemacht hatte, deren Bürger, sympathisch und weltfremd, beträchtlichen Wohlstand mit hoher Moral zu verbinden gelernt hatten und deren Politiker sich am liebsten zwischen Provinz und Europa aufhielten - also im Niemandsland.
Dies ist eine Bilanz - eine Bilanz politischer Orientierungssuche in der Zeitspanne zwischen zwei Zäsuren der bundesrepublikanischen Geschichte: 1968, das Jahr des
»Aufbruchs«, 1989, das Jahr der »Wende«."

 
     
 
       
   

Rezensionen

REDISKE, Michael (1993): In der Gegenwart angekommen?
Cora Stephans "politische Sittengeschichte" 68 bis 89 beschäftigt sich in erster Linie mit den Feindbild "Linke", der sie Geringschätzung demokratischer Institutionen vorwirft,
in: TAZ v. 25.09.

MOHR, Arno (1993): Die "68er" - ein Sündenfall.
Cora Stephans Beitrag zur politischen Sittengeschichte,
in: Süddeutsche Zeitung v. 16.11.

LÖVENICH, Friedhelm (1993): Feldstudien in der Teddybärenwelt.
Cora Stephan und Matthias Horx über neudeutsche Befindlichkeit,
in: Frankfurter Rundschau v. 23.11.

 
       
   

Ganz entspannt im Supermarkt (1985).
Liebe und Leben im ausgehenden 20. Jahrhundert
Berlin: Rotbuch (vergriffen)

 
   
     
 

Klappentext

"An die zwanzig Jahre sind seit der Großen Sexuellen Revolution verstrichen - eine turbulente Zeit der Scharmützel, Kämpfe und Kriege um die Erbfolge. Nach dem »Freien Sex« Marke Stets und Ständig erging das Penetrationsverbot, folgte der autonome Orgasmus, eröffnete sich die gleichgeschlechtliche Liebe, reussierte die Peepshow, dräute die »neue Erotik«. Der Supermarkt der Gefühle führt heute ein bißchen von allem in seinem Angebot: Liebe und Leidenschaft, Elternschaft und Partnerschaft, Beziehungskiste und Vögelverhältnis, Ehe und Treue, Sexualität und Erotik, Geilheit, Zartheit, Hartheit und Weichheit.

Wir laden ein zu einer Vorführung besonders prägnanter historischer Kostümierungen aus dem Zeitalter der »Großen Vielfalt«. Ein letzter Rundgang noch auf dem bunten Basar - bevor wir endgültig ganz andere Probleme haben..."

Inhaltsverzeichnis

Prolog
Was ihr wollt! oder Was, ihr wollt?
Identitäterä oder Glaub ja nicht, wer du bist
Abseitsfalle oder Ich eß heut mein Bounty alleine
Schöne neue Welt oder Doch dieser Tango geht nie vorbei
Gewaltakt oder Geh aus mein Herz und suche Freud'
Epilog oder Dahinter steckt immer...
Anmerkungen

Pressestimmen

"Die Autorin Cora Stephan veröffentlichte 1985 über Leben und Liebe in den ersten Kohl-Jahren ein Buch, dessen Titel diese Zeit auf den Begriff bringt: »Ganz entspannt im Supermarkt«. Stephan beschreibt eine Welt, in der nicht nur die Feministinnen, sondern auch die linken Intellektuellen allmählich ihre geistigen Schützengräben aus den siebziger Jahren verlassen, um bummeln zu gehen, sowohl geistig als auch konkret. Jawohl, man geht wieder mit gutem Gewissen einkaufen. War dies die geistig-moralische Wende, die uns Kohl versprochen hatte?"
(Harald Martenstein im Tagesspiegel v. 25.08.2005) 

 
     
 
       
   

Das Buch in der Debatte

MARTENSTEIN, Harald (1998): Helmuts Welt.
Versuch, sich an den Beginn der Zeit von Bundeskanzler Kohl zu erinnern,
in: Tagesspiegel v. 25.08.

Infos zu: Harald Martenstein - Autor der Single-Generation
 
   

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webmaster@single-generation.de Erstellt: 22. November 2002
Update: 23. April 2016