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Daniel Dettling: Markenartikel Generationengerechtigkeit

 
       
     
       
     
       
   

Daniel Dettling in seiner eigenen Schreibe

 
   

DETTLING, Daniel (2000): Generation auf Widerruf,
in: Blätter für deutsche und internationale Politik Nr.5, Mai

Eine Einführung in die Generationendebatte

Norma DAMME & Daniel DETTLING (2001): "Kinder, Karriere und Kooperation".
Familienpolitik nach dem Karlsruher Urteil,
in: Die Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte Nr.6, Juni

Die Debatte um das Karlsruher Urteil zur Pflegeversicherung auf einen Blick: Akteure, Themen und Konsequenzen für "Singles"

DETTLING, Daniel & Werner Eichhorst (2002): Die blockierte Republik.
Warum die Parteien nicht das tun, was ihre Politiker wissen,
in: Frankfurter Rundschau v. 28.11.

DETTLING, Daniel (2003): Gegensätze ziehen nicht mehr.
Es gibt sie längst, die neuen Reformer - sie haben es nur selbst noch nicht gemerkt,
in: Tagesspiegel v. 06.02.

Der 89er Daniel DETTLING beginnt mit einer Polemik gegen die Generation Schröder und die Grundwerte der Bonner Republik, die er als Stabilität und Konsens abqualifiziert. DETTLING will deshalb alles anders machen und setzt auf noch größere Stabilität und noch größeren Konsens:

"Nicht die Summe der Einzelinteressen macht eine gute Politik aus, sondern eine, die das Ganze im Blick hat. Eine Agenda, die das ökonomische Lager (Schwarz-Gelb) und das kulturelle Lager (Rot-Grün) zu neuen Allianzen verbindet, ohne dabei ständig zu polarisieren, zu attackieren und zu moralisieren".

Gemeinwohl ist das Zauberwort, das die Interessen der Neue-Mitte-Besitzstandswahrer verdecken soll. DETTLING möchte die soziale Gerechtigkeit durch Generationengerechtigkeit ersetzen, obwohl die soziale Ungleichheit INNERHALB einer Generation heutzutage größer ist als jemals zuvor in der Nachkriegsgeschichte. DETTLINGs neue Politik ist keine Lösung, sondern sie gehört zum gegenwärtigen Klassenkampf von oben.

DETTLING, Daniel (2003): Vergesst das deutsche Modell.
Die Generation der 30- bis 40-Jährigen hat schon verloren, bevor sie richtig loslegen konnte. Daniel Dettling plädiert deshalb für eine Revolution der Jungen,
in: Frankfurter Rundschau v. 10.02.

Wenn man zu lange am FAZ-Stammtisch sitzt, dann kommen solche depressiven Pamphlete heraus, wie jenes von DETTLING. Man kann ein Glas halbleer oder halbvoll sehen, DETTLING wählt erstere Methode. Für die zweite Methode steht dagegen Detlef GÜRTLER, der die angeblichen Schwächen des Modells Deutschland als Stärken sieht und damit versucht die produktiven Potenziale unseres Sozialstaats nutzbar zu machen. Die Untergangspropheten mit der "Die Lage ist ernster als die Stimmung"-Attitüde - also das Lager der neoliberalen Besitzstandswahrer - liegt uns nun schon seit 30 Jahren mit den gleichen Parolen in den Ohren. Kein Wunder also, dass die 89er nichts anderes mehr kennen und deshalb die Leerformeln einfach nachplappern. Statt Jammern, sind Visionen angesagt! Die "I-AG des Monats" ist z.B. gefragt:

Dieser Tage wurden in einer langen städtischen Fußgängerzone Lampen von Straßenleuchten ausgewechselt. Zwei Arbeiter fuhren mit einem orangefarbenen Transporter mit Hebebühne vor. Das Fahrzeug wurde fest verankert. Ein Arbeiter ließ sich hochfahren an die Leuchte in 3 m Höhe und wechselte  die Lampe aus. Der Fahrer saß derweil im Fahrzeug, statt z.B. in einem teuren Café einen Kaffee zu konsumieren und dadurch die schwächelnde Wirtschaft anzukurbeln. Sein nächster Einsatz kam erst, als die Lampe ausgewechselt war und die Hebebühne wieder nach unten gefahren werden musste. Nach der Entankerung des Transporters wurde zur nächsten Straßenlampe gefahren. Dieses Spektakel, bei dem kein arbeitsloser FAZ-Journalist dabeistand, dauerte ca. 15 Minuten.

Mit einer I-AG - z.B. einem Ex-FAZ-Journalisten - wäre das ganz anders gegangen: Vorfahren mit dem eigenen Kleinauto, Abladen einer handelsüblichen Leiter, Austausch der Lampe. Fünf Minuten Arbeitszeit. Gespart: ein teures Spezialfahrzeug, das hauptsächlich Roboter hergestellt haben und ein Mann, der durch Konsum die Wirtschaft ankurbeln könnte. Für die I-AG wären sogar noch 5 Minuten Pause drin.

Der Produktivitätsfortschritt inklusive nachhaltigeres Wirtschaften könnte als sinnvolle Generationengerechtigkeit dem Sozialstaat zugute kommen. Ein Tipp also für unsere nachwachsenden Jammer-Intellektuellen: Statt am FAZ-Stammtisch die Zeit zu vertrödeln (angeblich fehlt diese laut DETTLING) und sich im Selbstmitleid zu baden, lieber mit offenen Augen durch die Straßen laufen. In Deutschland sind konkrete und keine abstrakten Probleme zu lösen!

DETTLING, Daniel (2003): Gemeinsinn reicht nicht.
Was Kanzler Schröder am 14. März der jungen Generation sagen müsste,
in:
Welt v. 12.03.

"Das deutsche Modell ist das Projekt einer skeptischen Generation. Aus Angst vor zu viel Dynamik und Unsicherheit hat man Land und Unternehmen lahm gelegt mit Regeln, Sicherungen und Politikverflechtung. Im Zeitalter von Globalisierung und Individualisierung lassen sich Gerechtigkeit und Wachstum dagegen oft nur durch produktive Ungleichheit und schöpferische Zerstörung erreichen",

meint DETTLING Junior. Wie der Vater, so der Sohn! Das Projekt der nächsten Generation ist nichts anderes als das Projekt von Pappi's Generation und der ist ein prominenter 68er - wenngleich auch von der CDU!

DETTLING, Daniel (2003): Und der Zukunft zugewandt.
Die Parteien und der politische Innovationsstandort Deutschland,
in: Frankfurter Rundschau v. 31.03.

Sohn Daniel hat bei der FR so etwas wie das politische Repräsentationsmonopol für die Generation Golf ff. Das Inhaltliche hat man leider alles bereits beim Vater bis zum Überdruss gelesen! Die Gründung eines "Think Tank" ist nicht ausreichend, um Neues hervorzubringen, aber es reicht, um in der Neue-Mitte-Presse als Generationensprecher zu gelten.

DETTLING, Daniel (2003): Generation Golfkrieg.
Anders als die 89er haben die demonstrierenden Schüler kein Problem mit ihren 68er-Lehrern,
in:
Welt v. 14.04.

DETTLING, Daniel (2003): Nach der Vertreibung aus dem Wirtschaftswunderland.
Zukunftsfähige Gewerkschaften müssen den Übergang organisieren und dürfen nicht bloß den Untergang der klassischen Arbeit beklagen,
in: Frankfurter Rundschau v. 16.05.

Warnfried DETTLINGs Sohn kennt nur zwei moderne Leitbilder, weswegen er den Übergang vom Industriearbeiter zum Wissensarbeiter organisieren möchte. Aber ist der ominöse Wissensarbeiter nicht nur der altbekannte Prototyp der Angestelltengewerkschaft?

Der Soziologe Ulrich BECK hat mit der Individualisierungsthese bereits Anfang der 1980er Jahre die theoretischen Grundlagen für den Übergang von der Industriearbeiter- zur Angestelltengesellschaft geschaffen. Die Wissensarbeiter der Marke DETTLING scheinen jedenfalls die Mentalität BECKscher Angestellter zu verkörpern. Sie sind unpolitisch und distanziert gegenüber den Gewerkschaften. Der Schriftsteller Wilhelm GENANZINO hat im Roman Abschaffel das Verhältnis der Angestellten zur Gewerkschaft bereits Ende der 70er Jahre auf den individualisierungstheoretischen Punkt gebracht:

"Gersthoff war über Nacht zu dem armen Schwein geworden, das er schon immer gewesen war. Er würde wochenlang im Krankenhaus liegen müssen, und wenn es Mörst und das Gesetz nicht gegeben hätte, dann müßte er die Schicksalsmächte darum bitten, das Maß vollzumachen und ihm den Tod zu bringen (...). Mörst (...) hoffte dieser Fall würde auf andere Angestellte, die ebenfalls nicht gewerkschaftlich organisiert waren, wie auch Abschaffel, beispielgebend wirken. (...). Tatsächlich waren nur wenige Angestellte in der Gewerkschaft. Jeder Angestellte war ein privates Monstrum. Allein die Vielzahl ihrer persönlichen Wehwehchen verleitete die meisten dazu, sich schon für Persönlichkeiten zu halten, die mit anderen Menschen nichts gemeinsam hatten. So war es auch mit Abschaffel. Er hörte sich in diesen Tagen interessiert Mörsts Reden an und stimmte ihm in allem zu. (...). Er war am Anfang des Weges, den Gersthoff mit einem Herzinfarkt soeben nahezu beendet hatte. Aber das Eingeständnis führte zu nichts. Es war für ihn nur wieder eine schöne Stimmung, die er sofort zu seiner Privatsache machte. Und er ging gleich dazu über, sein Privatleben dem Privatleben Mörsts gegenüberzustellen. Ein Hundezüchter, hah! Die beiden Leben waren unvereinbar, und es war Abschaffel nicht möglich davon abzusehen."

Der beklagte tiefe Riss besteht also nicht erst seit heute, sondern bereits Ende der 1970er Jahre sind die von DETTLING beschriebene Probleme der Gewerkschaften nicht mehr ganz neu. Man benötigt dazu keinen neuen Begriff wie jenen von der "Wissensgesellschaft". Auch die Theorie der kollektiven Güter ist nicht weiterführend. Bereits die Entstehung der Grünen lässt sich mit rationalen Theorien nicht erklären und schon gar nicht das Verhalten von Sozialstaatsabhängigen (Da die Theorie der kollektiven Güter - ungeachtet ihrer empirischen Richtigkeit - den geplanten Sozialabbau rechtfertigen hilft, ist sie auf alle Fälle die Theorie der Stunde). Hier führen nur Theorien weiter, die sowohl Emotionen bzw. Identitäten als auch die Machtverhältnisse in einer Gesellschaft berücksichtigen. DETTLING dagegen setzt auf das Ideal der Vernunft und ein Bündnis von Starken und Schwachen, das doch sehr an GLOTZige Ideen erinnert. Wo ist hier die Denkfabrik der jungen Generation? Fehlanzeige!

DETTLING, Daniel (2003): Sie wollen es nicht mehr besser haben.
Allzu passiv fügen sich die 30-Jährigen in ihr Schicksal als betrogene Generation,
in:
Welt
v. 01.07.

"Warum steigt die nächste Generation jetzt nicht auf die Barrikaden, wie es die neue bürgerliche Protestbewegung um die Meinhard Miegels und Arnulf Barings vormacht? Warum sammeln sich die 30-Jährigen nicht und gründen ebenfalls eine »Reformpartei«? Stattdessen überlassen sie das Aufbegehren einigen konservativen 68ern. Aber auch von diesen geht keine wirkliche Reformbegeisterung aus. Sie hatten seit den siebziger Jahren genug Zeit für eine neue Politik gehabt und sie nicht genutzt",

grenzt sich DETTLING junior nun deutlicher auch gegen jene 68er ab, die ihm ideologisch eigentlich nahe stehen. Offenbar ist nun eine neue Zuspitzung angesagt.

DETTLING, Daniel (2003): Der Lift wartet nicht auf Olaf Scholz.
Ein Neuanfang wird der SPD nur gelingen, wenn sie die Generationengerechtigkeit thematisiert,
in:
Welt v. 28.07.

DETTLING, Daniel (2003): Damit der Adler wieder fliegen kann.
Welche Reformen müssen nach den Reformen kommen? Welche Leitbegriffe brauchen wir?
in:
Welt v. 22.10.

Daniel DETTLING grenzt sich einerseits gegen die alte Elite ab, nur um andererseits das Vokabular der Elite der 68er-Generation übernehmen zu können:

"Eine neue Politik definiert drei Begriffspaare neu: Individualisierung und Teilhabe, Freiheit und Fairness, Selbstbestimmung und Nachfragerdemokratie.
Individualisierung und Teilhabe oder »Nutze Deine Freiheit, aber trage auch die Folgen«."

Der Individualisierungsbegriff täuscht darüber hinweg, dass Organisationen, Familienclans und die soziale Herkunft über die Chancen des Einzelnen bestimmen. In der postmodernen Klassengesellschaft werden die Besserverdienenden die Individualisierungsfreiheiten nutzen, während im Niedriglohnsektor die Folgen der Individualisierung getragen werden. Das ist die schöne neue DETTLING-Welt...

Der Terror der Individualisierungsthese - 20 Jahre Individualisierungsdebatte und die Folgen für Singles

DETTLING, Daniel (2003): Die verlorene Generation.
Jung gegen alt. Abschied vom Aufstieg? Aus dem Umverteilungsstaat muss eine Bürgernation werden. Der Egoismus der Parteien ruiniert jede Reformpolitik. Wenn die Jugend ihr Schicksal nicht selbst in die Hand nimmt, ist die Zukunft in Deutschland verspielt,
in: Rheinischer Merkur Nr.50 v. 11.12.

"Ich freue mich immer, wenn die Rede auf die Krise kommt, denn dann kann ich meine gepfefferte Standardantwort geben.
»Krise? Mir doch egal. Ich bin seit meinem 13. Lebensjahr in der Krise.«",

entgegnet Kerstin GRETHER in einem Kursbuch-Beitrag über die 30jährigen einem Journalisten aus der oberen, gebildeten Mittelschicht.

"Denn der Musiker und Journalist glaubt immer noch, ich sei auch so ein Neu-Krisengeschädigter wie er, und hadert wieder mit unserem gemeinsamen Schicksal. die Medienbranche, die Musikindustrie, die Werbeindustrie. Alle in der Krise. Was aus uns werden soll?
          
 
Mir fällt auf, daß er mit »uns« selbstverständlich nur Leute mit spannenden Berufsaussichten meint. Die anderen haben wir alle abgehängt, nein, mit kleinbürgerlichen Spießern haben wir nichts zu tun. Das beweist ja auch eine neue Pisa-Studie, die zum selben Ergebnis kommt wie die alten: In keinem Land der Welt sind die Unterschiede zwischen Arm und Reich so schwer zu überbrücken wie in Deutschland - nicht mal in Argentinien."

Wenn von "verlorener Generation" oder "Bürgernation" die Rede ist, dann meint dies jene Gemeinschaft der Mittelschicht-Elite, die GRETHER hier beschrieben hat. Jene Neu-Krisengeschädigten, die sich - wie Daniel DETTLING - für den Nabel der Welt halten. Ihre Solidarität unterscheidet zwischen Eliten und Massen. Erstere nutzen die neuen Freiheiten und das soziale Erbe der Herkunft, dem Rest überlassen sie den Niedriglohnsektor und die Grundsicherung. Letzteres begründet dann ihre Philanthropie.

DETTLING, Daniel (2004): Neues Deutschland.
Patriotismus heißt in die individuelle Aufwärtsmobilität der Bürger investieren,
in:
Welt v. 08.01.

DETTLING, Daniel (2005): Wir Rabenväter.
Jede Studie richtet den Fokus auf die Frauen. Doch vor allem die Herren der Schöpfung meinen, sich keine Kinder mehr leisten zu können,
in: Rheinischer Merkur Nr.3 v. 20.01.

DETTLING, Daniel (2005): Samstags gehört Vati mir! - Aber warum nur samstags?
Familienpolitik heißt, die Männer zu fordern und zu fördern,
in: Tagesspiegel v. 09.05.

Der Weg von DETTLING junior führt in die familienfundamentalistische Radikalisierung:

"Überfällig ist eine Wirtschafts- und Sozialpolitik, die Risiken und Chancen, Unsicherheiten und Garantien neu verteilt. 35-Stunden- Woche? Für erziehende Eltern ja, für alle nein. Die Rente ist sicher? Ja, für die mit Kindern. Für Kinderlose reicht die Hälfte. Unbefristete Arbeitsverträge? Bekommt, wer sich für Beruf und (!) Kinder entscheidet."

Brav folgt jedoch auch hier die Generation Golf den Vorgaben der 68er-Generation von Meinhard MIEGEL über Herwig BIRG bis zu Hans-Werner SINN. Die 68er dürfen sich freuen, die Lasten werden allein die Nach-68er zu tragen haben...

Bestandsschutz für die 68er-Generation und hohe Sonderbeiträge für Kinderlose und die nachfolgenden Generationen? Nein!

DETTLING, Daniel (2005): Wende ohne Weltanschauung.
Der Union fehlt es an einem geistigen Überbau für die Machtübernahme,
in: Tagesspiegel v. 27.06.

Daniel DETTLING bemängelt, dass die CDU die Neue Mitte zu wenig anspricht:

"Wo steht der Geist heute? Er weht jenseits von rechts und links, aber kräftig. Bei den neuen Milieus (Wissensarbeitern, berufstätigen Eltern mit Kindern, den neuen Selbstständigen) hat es keine Partei leicht, am schwersten hat es aber die Union. Was ist ihr Angebot? »Vorfahrt für Arbeit« ist zu wenig."

DETTLING, Daniel (2005): Vertrauen wird knapp.
Die Bevölkerung misstraut den Eliten – das größte Hemmnis für Reformen,
in: Tagesspiegel v. 29.08.

DETTLING, Daniel (2005): Zwei Väter und zwei Mütter.
Ohne Elterngeld werden wir nicht zu mehr Kindern kommen,
in: Tagesspiegel v. 24.11.

"Das Elterngeld beendet (...) offiziell das Modell der bürgerlichen Familie, wonach der Mann für die finanzielle und die Frau für die emotionale Sicherheit sorgt", behauptet DETTLING Junior, um das unsoziale Elterngeld zu rechtfertigen.

DETTLING, Daniel (2005): Wie aus Vätern Mütter werden können.
Das neue Elterngeld ist ein wunderbares Instrument, um die Erziehungsaufgaben gerechter zu verteilen,
in: Süddeutsche Zeitung v. 27.12.

Daniel DETTLING widmet sich wieder einmal dem Elterngeld. Er hat nun die Widerspenstigen zu Gruppen zusammengefasst:

"Leitbild des Elterngeldes sind die berufstätigen, aber dennoch erziehenden Eltern. Dieses Ziel provoziert den Widerstand gleich mehrerer Gruppen: zum einen nicht berufstätige, quasi allein erziehende Mütter, aber auch Erwerbstätige ohne Kinder und schließlich berufstätige, allein verdienende Väter. (...). Die andere Kritik ist im Kern kultureller Natur."

Merkwürdigerweise spielt die Massenarbeitslosigkeit keine Rolle bei den Überlegungen von DETTLING. Er lobt stattdessen das Leistungsprinzip, dem das Elterngeld folgt.

Soziologen wie Sighard NECKEL und Michael HARTMANN weisen jedoch darauf hin, dass es im Berufsleben nicht in erster Linie um Leistung geht. Ersterer spricht deshalb von der Erfolgsgesellschaft und letzterer betont die Bedeutung der sozialen Herkunft. Das Elterngeld belohnt also in erster Linie Erfolg und die Zugehörigkeit zur Geburtselite. Beides führt direkt in die neue Klassengesellschaft.

DETTLING, Daniel (2006): Gute Politik braucht gute Daten.
Warum Deutschland eine umfassende Volkszählung braucht,
in: Tagesspiegel v. 18.07.

DETTLING, Daniel (2006): Beruf: Bewerbung.
Generation Praktikum: Das Problem sind die Privilegien der Alten,
in: Tagesspiegel v. 14.08.

"Wenn man all die Unmotivierten abfindet oder entlässt, wäre das Thema »Praktikum« ein für alle Mal passé. Nicht die Generation Praktikum, sondern die privilegierte Generation ist das Problem", meint Daniel DETTLING nicht nur im Tagesspiegel, sondern auch im Deutschlandradio.

DETTLING, Daniel (2009): Unbegrenzt haltbar.
Was ist konservativ? Es reicht nicht, den angeblichen Werteverlust nach 1968 zu beklagen. Nötig ist eine Neubegründung von Freiheit und Verantwortung,
in:
Rheinischer Merkur Nr.12 v. 19.03.

DETTLING, Daniel (2010): Sicherheit und Freiheit schließen sich nicht aus.
Die CDU muss das Thema Gerechtigkeit neu definieren,
in: Tagesspiegel v. 13.01.

"Das deutsche Umlageverfahren der Rente belohnt Kinderlosigkeit und bestraft Familien. Gerechter wäre eine steuerfinanzierte Familienkomponente bei gleichzeitiger Deckelung der Rente nach oben. Wer einen höheren Lebensstandard will, der kann und muss privat vorsorgen. Eine andere Frage rückt zunehmend in das Zentrum der Debatte: Wo wird künftig Alltagssolidarität erbracht, wenn immer weniger Kinder geboren werden, immer mehr Ältere alleine leben und die Frauen – zu Recht – nicht mehr die alleinige Pflegearbeit übernehmen wollen? An welchen Orten treffen sich Jüngere und Ältere noch und wie können soziale Leistungen organisiert und finanziert werden, die weder rein privat noch rein staatlich erbracht werden? Der Aufbau einer dynamischen und sozial produktiven Bürgergesellschaft wäre eine mögliche Antwort", meint Daniel DETTLING.

DETTLING, Daniel (2010): Männer, hört die Signale.
Quoten: Bei gleicher Qualifikation werden Frauen, Migranten, Ältere oder Ostdeutsche bevorzugt. Das passt nicht recht zu einer freiheitlichen Gesellschaft, ist aber unvermeidlich,
in: Rheinischer Merkur Nr.41 v. 14.10.

Daniel DETTLING wird nun als Leiter des re:publik - Institut für Zukunftspolitik vorgestellt. Damit möchte er sich reinwaschen vom BerlinPolis-Image, dessen Leiter er war und das aufgrund von verdecktem Lobbyismus ins Gerede kam (mehr hier). Man hätte zu dem Thema lieber eine Frau, einen Migranten, einen Älteren oder einen Ostdeutschen gelesen, so wie es der Untertitel fordert. Aber offenbar ist es unvermeidlich, dass in einer freiheitlichen Gesellschaft nur ein Mann, Deutscher, jung und westdeutsch einen solchen Artikel schreiben darf. Mehr Heuchelei geht nicht mehr!

Neu:
DETTLING, Daniel (2014): Das neue Paradies.
Hurra, wir werden älter und wachsen weniger! Auch in seinem neuen Buch erweist sich Reiner Klingholz als konditionierter Optimist,
in:
The Europeen Online v. 13.05.

 
       
   

Daniel Dettling im Gespräch

 
   

GILLIES, Judith-Maria (2003): "Mein Ziel: Manager leisten Sozialarbeit".
Ein Interview mit Daniel Dettling. Der Chef des ThinkTanks BerlinPolis will Unternehmen für den Dienst an der Allgemeinheit begeistern,
in: Rheinischer Merkur Nr.36 v. 04.09.

BLANK, May Naomi/GRÜNDINGER, Wolfgang/LANGE, Max (2010): "Lobbyismus ist Teil der Demokratie".
Lobbyisten beeinflussen Politik und öffentliche Meinung. Daniel Dettling erklärt sein Business,
in: TAZ v. 02.11.

Daniel DETTLING erklärt verdeckte PR damit, dass sie profitabler ist:

"Früher haben Sie verdeckte PR für die Bahnprivatisierung betrieben.
          
 Es war kein Geheimnis, dass wir in der Phase der sogenannten verdeckten PR Lobbyarbeit für die Deutsche Bahn gemacht haben. Unter den Beiträgen fehlte halt der Vermerk »gefördert von«. Ich hätte gerne die Unterstützung offen kommuniziert, aber das war nicht gewollt. Man bekommt oft wesentlich mehr Geld von Unternehmen, wenn man intransparent agiert. Je heikler das Thema, desto teurer die PR."

 
       
   

Daniel Dettling in der Debatte

 
   

OPPONG, Marvin (2010): Werbung im Think-Tank-Gehäuse.
"Berlinpolis", wegen verdeckter PR für Unternehmen gerügt, ist aufgelöst – der Macher Daniel Dettling hat aber schon eine neue "Denkfabrik" gegründet,
in: Freitag Online v. 17.09.

 
       
   

Marke D - Das Projekt der nächsten Generation (2003).
(herausgegeben zusammen mit Max von Bismarck)
Opladen:
Leske + Budrich

 
   
     
 

Klappentext

"Was bewegt die Generation der 25 bis 35-jährigen?
Haben Sie ein politisches Programm?
Ist die Generation '89 wirklich politisch uninteressiert, desillusioniert und hedonistisch?

Besonders positiv ist es nicht, das Urteil, das die Öffentlichkeit über die Generation der 25 bis 35jährigen zurzeit fällt: politisch desinteressiert, desillusioniert und hedonistisch. »Jung, dynamisch, entlassen«, titelte der SPIEGEL im Sommer 2002. Warum sind die heute 30jährigen nicht wie die Vorgängergeneration der »Baby Boomer« durch die Institutionen marschiert, haben Bohrplattformen gestürmt oder Fabriktürme besetzt? Was bewegt die 30 bis 35jährigen?

Wie keine Generation zuvor machte sie in der Wirtschaft Karriere, eroberte Zeitungen und Medien und wurde von Soziologen und Feuilletonisten politisch empor oder nieder geschrieben. Viel Projekt, wenig Programmatik? Zwar ist die Einsicht, dass Reformen überfällig und notwendig sind, inzwischen common sense; doch tun sich die regierenden 50- bis 60jährigen schwer, von liebgewonnenen Positionen und Besitzständen abzurücken. Und der »Ruck«, das politische Aufbegehren einer neuen, unverbrauchten Generation fand bis heute nicht statt.

Doch so richtig will diese Generation nicht ins Klischee passen: Die Sozialstaatsverwöhnten gründen eifrig Start ups, die Karrieristen suchen nach einem Sinn neben dem Berufsalltag und sie sind sogar politisch - wenn auch nicht in dem Sinn, wie es sich die Generation Fischer/Schröder und Co. vorstellt. Welche Themen beschäftigen die »Generation 89«, welche Lösungen haben sie anzubieten? Was kommt nach der »Generation Golf«?

»Marke D – Das Projekt der nächsten Generation« will hierzu Denkanstöße geben."

 
     
 
       
   

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webmaster@single-generation.de Erstellt: 29. Juli 2003
Update: 12. Juli 2015