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Dierk Hirschel: Einkommensreichtum und seine Ursachen

 
       
     
       
     
       
   

Dierk Hirschel in seiner eigenen Schreibe

 
       
   

HIRSCHEL, Dierk (2004): Sparen wider jede Vernunft,
in: Berliner Zeitung v. 07.05.

HIRSCHEL, Dierk (2004): Opfer des Reformfiebers.
Die neoklassische Ökonomie ist sich einig: Es wird in Deutschland zu wenig für zu viel Geld gearbeitet. Das ist falsch. Der internationale Vergleich belegt das Gegenteil,
in: TAZ v. 08.07.

HIRSCHEL, Dierk (2004): TINA ist keine Alternative.
Der nationale Wettbewerbsstaat ist an die Stelle des Wohlfahrtsstaates getreten. Schröder muss mehr tun, als Arbeitnehmerrechte und Sozialleistungen zu beschneiden,
in: TAZ v. 02.10.

HIRSCHEL, Dierk (2012): Eine solidarische Altersvorsorge ist möglich.
Private Vorsorge schließt die Rentenlücke nicht,
in:
Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte, Dezember

HIRSCHEL, Dierk (2016): Rückkehr der Altersarmut.
Die Altersarmut kehrt zurück. Die SPD hat darauf mit einem Rentenkonzept geantwortet, welches wichtige Argumente der Gewerkschaften aufgriff. Unser Autor skizziert die Probleme und Antworten aus gewerkschaftlicher Sicht,
in:
Frankfurter Rundschau v. 09.01.

Dierk HIRSCHEL, Chefökonom der Gewerkschaft Verdi, behauptet nun, dass die Rentenkürzungen durch die Agenda 2010 nie alternativlos waren. Offenbar vergisst er dabei die unrühmliche Rolle der Gewerkschaften, die damals als Rot-Grün das Mantra der privaten Kapitaldeckung herunterbetete, keine Anstalten machte, um die damalige Bevölkerungsvorausberechnung massiv zu kritisieren. Der Statistiker Gerd BOSBACH durfte seine Einwände erst zu einem Zeitpunkt geltend machen, als die Rentenreform bereits gelaufen war. Die entscheidenden Weichenstellungen wurden Anfang des Jahrtausends gestellt. Jetzt ist nur noch Schadensbegrenzung - und auch die wird nur halbherzig betrieben - möglich.

"Wer heute monatlich 2.600 Euro brutto in der Tasche hat, muss mehr als 33 Jahre Vollzeit arbeiten, um später nicht zum Sozialamt gehen zu müssen. Wer ein Viertel weniger bekommt und 42 Jahre gearbeitet hat, muss bereits zum Sozialamt",

schrieb HIRSCHEL im Dezemberheft des Jahres 2012 der Zeitschrift Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte im Beitrag Eine solidarische Altersvorsorge ist möglich. In der Frankfurter Rundschau heißt es nun:

"Die Rückkehr der Altersarmut steht bevor. Wer monatlich 2.600 Euro brutto in der Tasche hat, muss mehr als 33 Jahre Vollzeit arbeiten, um später nicht auf dem Sozialamt zu landen. Da jeder dritte sozialversicherte Beschäftigte weniger als 2500 Euro erhält, droht Millionen Menschen ein würdeloses Altern."

Hat sich also die Situation der Rentner in Deutschland innerhalb von drei Jahren verbessert? Das lässt sich anhand der von HIRSCHEL dargelegten Fakten nicht ersehen, weil der Autor zwei unterschiedliche Maßstäbe verwendet und man wissen müsste, ob mit "würdelosem Altern" ein Gang zum Sozialamt gemeint ist. Zumindest jedoch ist ein würdevolles Altern nicht mit einem Gang zum Sozialamt vereinbar - soviel ist sicher.

Neu:
HIRSCHEL, Dierk (2016): Teuer, aber bezahlbar.
Kolumne: Wie kann die Rente in Deutschland armutsfest gemacht werden? Ein Versuch Antworten zu finden,
in:
Neues Deutschland v. 23.11.

"Ein zusätzlicher Rentenniveaupunkt kostet 5,2 Milliarden Euro. Eine Anhebung des Rentenniveaus von aktuell 47,9 Prozent auf 53 Prozent würde nach Adam Riese jährliche Mehrausgaben von rund 27 Milliarden Euro nach sich ziehen",

erklärt uns der Ökonom Dierk HIRSCHEL, der dies durchaus für bezahlbar hält. Er argumentiert damit, dass bereits in der Vergangenheit ähnliche Verschlechterungen beim Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentnern bewältigt werden konnten:

"In 44 Jahren kommen auf einen Rentner dann nur noch 1,6 arbeitsfähige Menschen.
Dieser demografische Wandel ist aber nichts Neues. Zwischen 1950 und 2010 halbierte sich schon einmal die Zahl der Erwerbsfähigen, die einen Rentner versorgen musste. Gleiches gilt für den Zeitraum von 1910 bis 1960. Damals zwang die höhere Versorgungslast die Älteren aber nicht dazu, den Gürtel enger zu schnallen. Im Gegenteil: Die Renten stiegen, ohne dass die Jüngeren ausgebeutet wurden."

Die steigende Arbeitsproduktivität aufgrund des technologischen und organisatorischen Fortschritts könnten in Zukunft die negativen Folgen des demografischen Wandels auffangen. Dazu wäre lediglich eine Steigerung der Arbeitsproduktivität um 1,4 Prozent notwendig. Das BIP pro-Kopf könnte sogar um 70 Prozent wachsen, wenn faire Lohnsteigerungen erfolgen.

Einen Konflikt gibt es deshalb nicht zwischen Jung und Alt, sondern zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Lohnpolitik und Maßnahmen zur Schaffung von mehr Erwerbstätigkeit sind für HIRSCHEL Garanten einer armutsfesten und lebensstandardsicherenden gesetzlichen Rente.

Der Beitragssatz müsste deshalb nur um 2 Prozentpunkte erhöht werden, was eine geringe Beitragsmehrbelastung darstelle, angesichts der Tatsache, dass durch den Wegfall der unlukrativen privaten Altersvorsorge mehr für die Beitragszahlungen übrig blieben.

Neoliberale rechnen bei den Kosten nicht mit 5,2 Mrd. Euro pro Prozentpunkt, sondern mit 6 Mrd. Euro oder noch mehr. Da diese Kosten aber vom Verhältnis zwischen Beitragszahler und Rentenempfängern sowie anderer Faktoren (z.B. Bundeszuschuss usw.) abhängt, sind alle diese Berechnungen der Kosten von Rentenniveau-Stabilisierungen mit Vorsicht zu genießen. Entscheidender ist dagegen der Nutzen. Im Gegensatz zu Besser- und Spitzenverdiener haben Schlechterverdiener mit wenig finanziellen Ressourcen kein Geld zum Verbrennen auf den Finanzmärkten zur Verfügung. Streuung wie das im Finanzdeutsch verharmlosend heißt ist ein Luxus.

 
       
   

Dierk Hirschel im Gespräch

 
       
   
Dierk HIRSCHEL beschreibt den typischen Reichen in Deutschland: "Er ist männlich, lebt mit seiner Ehefrau zusammen, hat ein bis zwei Kinder, einen Hochschulabschluss, wohnt in Süddeutschland und arbeitet in einem Konzern, vorzugsweise einem Produktionsunternehmen, einer Bank oder Versicherung. Ziemlich wahrscheinlich besitzt dieser Mensch einen einflussreichen Vater, der ebenfalls studiert hat."
 
       
       
   

Einkommensreichtum und seine Ursachen (2004).
Die Bestimmungsfaktoren hoher Arbeitseinkommen
Marburg: Metropolis Verlag

 
   
     
 

Klappentext

"Individueller Reichtum, seine Entstehung, Funktion und Legitimation sind seit über 200 Jahren ein zentrales Thema der Nationalökonomie. Insbesondere in Zeiten wirtschaftlicher Stagnation rücken Verteilungsfragen verstärkt in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Hohe Arbeitseinkommen sind ein wesentlicher Bestandteil individuellen Reichtums. Die unzureichende empirische Daten- und Quellenlage zu hohen Arbeitseinkommen ist jedoch der Steinbruch für eine umfangreiche wirtschaftswissenschaftliche Mythenbildung:
Hohe Arbeitseinkommen repräsentieren aus Sicht der herrschenden Lehrmeinung einen stärkeren Leistungswillen und somit eine höhere Grenzproduktivität der Besserverdienenden. Hohe Einkommensunterschiede sind Ausdruck eines funktionierenden Anreizsystems, innerhalb dessen hohe Einkommen eine positive Lenkungsfunktion übernehmen. Die Legitimität von Einkommensreichtum in kapitalistischen Gesellschaften basiert auf der Annahme der Gültigkeit des Leistungsprinzips und der Existenz von Chancengleichheit. »Individuelle Leistung« und funktionale Erwägungen sollten darüber entscheiden, ob jemand eine Position besetzen kann, die mit hohem Arbeitseinkommen verbunden ist. Die empirische Relevanz des Leistungsprinzips erfordert einen starken Einfluss nicht-meritokratischer Faktoren (Humankapital, Arbeitszeit) auf die Einkommensentstehung.
In eklatantem Gegensatz zur Popularität dieser These steht ihre empirische Fundierung. Die Studie des Autors untersucht erstmals für die Bundesrepublik Deutschland die Struktur und Bestimmungsfaktoren hoher Arbeitseinkommen auf der Basis einer interdisziplinären Datenbasis (Sozioökonomisches Panel). Herausgearbeitet werden die unterschiedlichen sozioökonomischen und soziodemographischen Charakteristika von Reichen und Nicht-Reichen. Durch die Analyse der Bestimmungsfaktoren hoher Arbeitseinkommen gelingt es, Aussagen darüber zu treffen, inwieweit es sich hierbei um »Leistungseinkommen« handelt, oder nicht vielmehr um das Ergebnis einer sozialen Selektion durch soziale Herkunft oder geschlechtliche Diskriminierung. Die Ursachen des finanziellen Erfolgs der »Besserverdienenden« geben gleichzeitig Auskunft über seine Legitimität."

Pressestimmen

"Die Ergebnisse von Hirschels Arbeit stellen (...) die Relevanz von Chancengleichheit und Leistungsprinzip ernsthaft in Frage, wodurch wiederum die Rechtfertigung für eine ungleiche Einkommensverteilung entfällt. (...). Der Autor (...) enthält sich wohlweislich einer vorschnellen Wertung und verweist auf weiteren Forschungsbedarf. Immerhin wirft dieses überaus lesenswerte Buch noch ein nicht zu unterschätzendes Nebenprodukt ab: Auf gut 60 Seiten breitet der Autor die Reichhaltigkeit bestehender Einkommenstheorien aus".
(Heinz K. Stahl in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 26.07.2004)

 
     
 
       
   

Rezensionen

STAHL, Heinz K. (2004): Reich bleibt reich.
Dierk Hirschel untersucht die Ursachen hoher Einkommen,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 26.07.

 
       
   

weiterführende Links

 
       
     
       
   
 
   

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Update: 08. Juli 2017