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Dieter Schnaas: Kleine Kulturgeschichte des Geldes

 
       
   

Kurzbiographie

 
       
   

Aktuellster Beitrag

 
       
   

Dieter Schnaas in seiner eigenen Schreibe

 
   

SCHNAAS, Dieter (2006): Abenteuer in der Stammzelle.
Kleinfamilie: Nur gut erzogene Kinder erhöhen das Humankapital Familie. Der Niedergang der Familie - und ihre bunte Zukunft jenseits staatlicher Sozialfürsorge,
in: Wirtschaftswoche Nr.17 v. 24.04.

SCHNAAS, Dieter (2007): Mindestens drei.
Politik und Weltwirtschaft: Wie stark darf der Staat die Lebensentwürfe der Bürger steuern. Eine Streitschrift zur ökonomischen Theorie der Familie und zur Politik der Regierung,
in: Wirtschaftswoche Nr.1-2 v. 08.01.

Dieter SCHNAAS kritisiert die Familienpolitik, die die Bedürfnisse der Hausfrauenehe ignoriert. Nach der Durchsetzung des Elterngeldes, fürchtet SCHNAAS den Wegfall der kostenlosen Mitversicherung von nichterwerbstätigen Ehefrauen als nächstes Projekt. Maßstab für eine vernünftige Familienpolitik ist für SCHNAAS die:

"Verkleinerung der Lücke, die zwischen Kinder-Wunsch (1,8 Kinder) und Wirklichkeit (1,3 Kinder) klafft".

Eine solche Bevölkerungspolitik, die sich an fragwürdigen Erhebungen von Kinderwünschen orientiert, soll angeblich die Grabenkämpfe zwischen Rabenmüttern, Karrierefrauen, Kinderreichen und Singles beenden. Singles und Eltern ticken für SCHNAAS folgendermaßen:

"Singles handeln wie Manager, Eltern wie Familienunternehmer, jene denken an den nächsten Quartalsbericht und verbrauchen ihre Ressourcen, diese denken an die Unternehmensfolge und geben ihre Ressourcen weiter."

Entsprechend dieser vorurteilsbehafteten "ökonomischen" Theorie, die  Firmenpatriarchen nostalgisch verklärt, konstatiert er den "Verlust des generativen Denkens". Die Schlagzeile Mindestens drei bezieht sich dementsprechend auf eine Philosophie der Geburt, mit der SCHNAAS drei Werte verbindet.

SCHNAAS, Dieter (2007): Das Elterngeld setzt die staatliche Bevormundung der Familie fort,
in: Wirtschaftswoche Nr.1-2 v. 08.01.
 

WIRTSCHAFTSWOCHE-Titelgeschichte:
So geht's.
Karriere plus Ehe plus Kinder

SCHNAAS, Dieter (2007): Möglichst abhängig,
Wie sich Privat- und Erwerbsleben vereinbaren lassen und die Partner ihr jeweils eigenes und doch gemeinsames Glück finden,
in: Wirtschaftswoche Nr.15 v. 07.04.

Dieter SCHNAAS porträtiert 7 Familien, die zeigen sollen, dass die Vereinbarkeit von Karriere und Familie möglich ist. Der Begriff "Work-Life-Balance" wird von SCHNAAS genauso abgelehnt wie Ulrich BECKs Individualisierungsvorstellungen. Stattdessen gilt SCHNAAS die Managerehe als Leitbild:

"Familie, vor allem unter der Voraussetzung zeitintensiver Berufsarbeit, (kann) nur dann gelingen (...), wenn sich beide Partner darüber im Klaren sind, worauf sie sich einlassen, das heißt möglichst abhängig voneinander ihren je eigenen, gemeinsamen Weg finden - und das heißt möglichst unabhängig von betrieblichen Anforderungen, gesellschaftlichen Zwängen, politischen Trends."

Anhand der Dissertation Manager-Ehen von Petra NOTZ und ihrer Paartypologie unterteilt SCHNAAS die Paare in komplementär-asymetrischer (Hausfrauenehe), dualer (gleichberechtigte Partnerschaft) und integraler Paartyp (Harmonietyp).

"Man muss es nur wollen" lautet das schlichte Motto von SCHNAAS für die gelingende Paarbeziehung. Mit einer Umfrage des konservativen Demoskopie-Instituts aus Allensbach wendet sich SCHNAAS gegen die Vorstellung, dass Doppel-Karrierepaare und Fremdbetreuung die Wunschvorstellung in der Bevölkerung seien:

"Nicht mehr als vier Prozent der Eltern wünschen sich zwei Vollzeitstellen und die Erziehung der Kinder durch Dritte."

Mit Jean-Claude KAUFMANN ("schmutzige Wäsche") argumentiert SCHNAAS gegen die Vorstellung gesellschaftlicher Zwänge als Ursache der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung:

"Die alten Ideale, Milieus und Zwänge sind keine normsetzende Kraft, der das Paar hilflos ausgesetzt ist, sie werden vielmehr von den Partnern selbst interaktiv hervorgebracht."

SCHNAAS verharmlost mit seiner schlichten Willenspsychologie die strukturellen Zwänge jenseits der Normen.     

WIRTSCHAFTSWOCHE-Titelgeschichte: Das Geschäft mit dem Wunschkind.
Wie Mediziner und Pharmakonzerne am Kinderwunsch verzweifelter Paare verdienen

SCHNAAS, Dieter (2007): Komfort-Kids.
Die moderne Reproduktionsmedizin ist der Marktplatz eines schwunghaften Gefühlshandels. Die Grenzen zwischen Medizin und Lifestyle zerfließen, das Geschäft mit dem Wunschkind boomt, die Branche setzt weltweit Milliarden um. Über Kranke, die schlecht beraten sind, über Gesunde, die abkassiert werden - und über Ärzte, die sich wie Erfüllungsgehilfen der Selbstverwirklichungswünsche ihrer Patienten vorkommen,
in: Wirtschaftswoche Nr.28 v. 09.07.

"Vor 25 Jahren, als in der Frauenklinik Erlangen-Nürnberg Oliver Wimmelbacher geboren wurde, der erste in vitro (im Glas) gezeugte Deutsche, war die Reproduktionsmedizin noch ein klinischer Notausgang (...). Heute ist sie vor allem Marktplatz eines schwunghaften Gefühlshandels, in dessen Zentrum die unbedingte Erfüllung des Kinderwunsches für jedermann steht.
Beschickt wird dieser Marktplatz mit den Produkten von drei Pharmaunternehmen, die auf prominenten Internet-Seiten (www.kinderwunsch.de, www.fertinet.de) als Berater auftreten und dabei viel von den Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin sprechen und wenig von deren Risiken. Beschallt wird er, zumal in demografisch angespannten Zeiten, mit frisierten Zahlen über die »Volkskrankheit« Unfruchtbarkeit und dem lauten Versprechen der Medizin, der Schwangerschaftserfolg sei grundsätzlich machbar. Belebt wird er von Patientengruppen, die ein Menschenrecht auf den eigenen Nachwuchs und Anspruch auf körperliche Selbstbewirtschaftung erheben - und von einer konsumorientierten Gesellschaft, die den vermeintlichen Fortschritt der Medizin aus lebensstilistischen Gründen willkommen heißt: Ein Kind nach der Karriere, künstlich gezeugt, gerne auch per Samenspende, zu Welt gebracht von einer Frau von 42 Jahren, warum nicht, der Zeugungstrend führt vom Bett zum Labor »unabhängig davon, ob eine Fruchtbarkeitsstörung vorliegt oder nicht«, sagt die Wissenschaftstheoretikerin Bettina Bock von Wülfingen",

fasst Dieter SCHNAAS die Situation in Deutschland in Sachen Kinderkriegen zusammen. Er fordert deshalb eine

"klare Grenze zwischen Medizin und Lifestyle zu ziehen - eine Grenze, die es noch nicht gibt."

Mit seinen Ansichten folgt SCHNAAS der Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Reproduktionsbiologie des Menschen (AGRBM) Ines HOPPE, d.h. einem 1994 gegründeten Interessenverband der Reproduktionsmedizin. Ungewollte Kinderlosigkeit beschreibt SCHNAAS folgendermaßen:

"1,4 Millionen Paare, will uns das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung weismachen, sollen hierzulande ungewollt kinderlos sein. Ungewollt kinderlos - was heißt das eigentlich? Nach einer Definition der Weltgesundheitsorganisation WHO ist ein Paar ungewollt kinderlos, wenn es - früher zwei Jahre, heute reicht: - ein Jahr ohne Erfolg ungeschützten, regelmäßigen Geschlechtsverkehr hat - wobei regelmäßig bedeutet, dass Lendenkraft und Ausdauer dreimal die Woche gefragt sind. Nicht zuletzt deshalb geht das Robert-Koch-Institut davon aus, dass nicht etwa jedes sechste Paar in Deutschland ungewollt kinderlos ist - sondern nur jedes 33. Der Rest macht Karriere, ist ein bisschen faul beim Sex, versucht's nicht lang genug - oder kommt zu spät auf die Idee, dass Nachwuchs eine feine Sache ist."

Das ICSI-Verfahren ("Intrazytoplasmatische Spermieninjektion") wird nicht in erster Linie als Fortschritt gewertet, sondern als Geldmacherei und "Bequemlichkeit":

"Jede ICSI-Schwangerschaft ist eine Hochrisikoschwangerschaft - die Zahl der Fehlbildungen ist beträchtlich, eine Frühgeburt so gut wie sicher. Die »Baby-Take-Home-Rate« liegt bei 15 bis 18 Prozent, nicht mehr.
(...) Dass die Spermieninjektion (ICSI) sich seit ihrer Einführung 1994 so großer Beliebtheit erfreut, hat auch damit zu tun, dass sie weniger (Mühe) kostet - und mehr (Geld) einbringt als die klassische künstliche Befruchtung.
"

SCHNAAS, Dieter (2007): Die Freiheit, die sie meinen.
Die Wissenschaftstheoretikerin Bettina Bock von Wülfingen prophezeit eine Zukunft der erwünschten Sterilität - und erklärt, wie die Medizin uns heimlich darauf vorbereitet,
in: Wirtschaftswoche Nr.28 v. 09.07.

SCHNAAS, Dieter u.a. (2009): Familie statt Krise.
Krise, Kurzarbeit, Kündigungswelle – wenn es draußen stürmt, schreibt der Betrieb Familie als finanzieller Hort und als Produktionsstätte von emotionalem Komfort Rekordgewinne: In der Firma leistet die Verwandtschaft Kredit und Hilfe; zu Hause investiert man in Sofas, Flachbildschirme, Espressomaschinen,
in: Wirtschaftswoche Nr.25 v. 15.06.

WIRTSCHAFTSWOCHE-Titelgeschichte: Paradies Deutschland

Neu:
SCHNAAS, Dieter (2014): Das bedrohte Idyll.
Essay: Die Wirtschaft brummt, die Stimmung ist prima, und die Politik feiert sich selbst: Nie zuvor hatten in Deutschland so viele Menschen so große Lebenschancen wie heute. Doch ist unsere Wohlfühl-Gesellschaft tatsächlich ein nachthaltiges Modell?
in: Wirtschaftswoche Nr.17 v. 19.04.

Dieter SCHNAAS bläht eine Story, die in der FAZ gerade mal für einen Artikel füllte, zu einer Titelgeschichte auf.

"Bleibt die Apokalypse aus Sozialstaatskollaps, Schuldentod und demografischer Zeitbombe, die uns liberale Politiker und Forscher seit Jahrzehnten prophezeien, nicht seit Jahrzehnten schon verlässlich aus?"

Wer so fragt, der weiß die Antwort natürlich schon: Die Katastrophe kommt sicher, wir sind lediglich blind, weshalb uns SCHNAAS die Augen wieder öffnet. Mehr als Bernd RAFFELHÜSCHEN, ein Beamter, der sich mit Horrorszenarien die eigenen Pensionsansprüche sichert, hat SCHNAAS nicht zu bieten.

Redakteure sind gemäß SCHNAAS "nachrichtenfilternde Analysten des Weltgeschehens". Dem kommt heutzutage keiner mehr nach, auch SCHNAAS nicht, denn außer dem Teilsystem "Wirtschaft" hat der Wirtschaftsredakteur nichts im Blick.

 
       
   

Interviews von Dieter Schnaas

 
   

SCHNAAS, Dieter (2006): "Nur noch Wracks".
Der Kulturwissenschaftler Norbert Bolz über Opfer der Selbstverwirklichung – und die Tragödie, dass sich die Moderne nicht mit der Familie verträgt,
in: Wirtschaftswoche Nr.17 v. 24.04.

Norbert Bolz - Die Helden der Familie

SCHNAAS, Dieter & Christopher SCHWARZ (2011): Renaissance der Bürgertugenden.
Der Soziologe Heinz Bude über die bürgerliche Sehnsucht nach Größe, das Vorbild der Musterbürger zu Guttenberg, van der Leyen und Müntefering sowie die Verunsicherung der Mitte,
in: Wirtschaftswoche Online v. 01.01.

 
       
   

Kleine Kulturgeschichte des Geldes (2010)
Wilhelm Fink Verlag

 
   
     
 

Klappentext

"Warum schlägt uns das Geld so sehr in seinen Bann? Der Zauber des Geldes - eine dämonische Macht? Kurz und prägnant erzählt uns Dieter Schnaas vom Mysterienspiel des Geldes seit seiner »Erfindung« vor mehr als 2700 Jahren. Von Sophokles und Aristoteles, über Shakespeare, Goethe, Novalis, bis hin zu Brecht und Enzensberger - keine gewichtige Stimme zum Thema Geld, die in dieser Kulturgeschichte nicht zu Wort kommt. Die »Kleine Kulturgeschichte des Geldes« gliedert sich in drei große, aufeinander aufbauende Abschnitte. Zunächst erzählt uns der Autor vom »Zauber des Geldes«, dann von der »Natur des Geldes«, »Der Preis des Geldes« beschließt das Buch. Schnaas zeigt seinen Lesern, wie sich das Geld vom ursprünglichen, universellen Symbol der Hin-Gabe an Gott über Münzen, Wechsel, Papiergeld bis hin zum Kreditwesen nach und nach in eine Fiktion verwandelt. Das Ergebnis: eine Geld-Welt-Moderne, deren wahres Gesicht eine religiös fundierte Pumpwirtschaft ist."

 
     
 
       
   

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Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 28. September 2014
Update: 15. Januar 2016