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Evelyn Roll: Das Mädchen und die Macht

 
       
   
  • Kurzbiographie

 
       
     
       
   

Evelyn Roll in ihrer eigenen Schreibe

 
       
   

ROLL, Evelyn (2003): Good bye, Berlin,
Briefe aus der Hauptstadt (15),
in: Süddeutsche Zeitung v. 10.05.

ROLL, Evelyn (2003): Deutsche Austragshäuslkolonie,
in: Süddeutsche Zeitung v. 03.06.

Evelyn ROLL macht an der bayrischen Institution des Austragshäusls deutlich, warum die Rentenreform notwendig ist. Dabei steht - ausnahmsweise - nicht die niedrige Geburtenrate im Mittelpunkt der Betrachtung, sondern die höhere Lebenserwartung und damit das NEUE Miteinander mehrerer Generationen:

"Neben dem Haupthaus des Hofes steht schon immer ein kleiner Hof, eine putzige, liebevolle Miniatur des Haupthauses (...). Es gibt in der bayerischen Abendsonne kein schöneres Symbol für den gelungenen Wechsel der Generationen. Als der Jungbauer geheiratet und den Hof übernommen hat, sind seine Eltern in dieses Austragshäusl gezogen. (...). Das Auskommen und Unterkommen der Alten ist geregelt, traditionell sowieso und notariell auch noch einmal, sicherheitshalber. (...).
Und jetzt haben sie auf der anderen Seite des Hofes diese Baustelle. Inzwischen ist auch schon zu erkennen, was gebaut wird: Noch einmal ein kleines, zweites Haus mauern sie, einen Miniaturhof (...).
Der Jungbauer wird bald sechzig. (...). Jetzt will er wohl endlich den Hof übernehmen. Im Austragshäusl aber leben ja noch die Großeltern, kreuzfidel und mit der heutzutage üblichen hohen statistischen Lebenserwartung (...). Die beiden werden wahrscheinlich noch erleben, wie ihre Urenkel zur Schule gehen, bestimmt aber, wie der älteste Enkel eines Tages heiraten und den Hof übernehmen wird. Ist eh schon elf, der Bub.
Noch ein Austrag? Und noch einer? Und alles von diesem einen Hof und ohne jeden Nebenerwerb? Nur weil die Menschen heute so viel älter werden als früher?"

ROLL, Evelyn (2003): Das Beste kommt noch.
Die Frauen übernehmen die Macht? Über eine Sommerdebatte zum richtigen Zeitpunkt: Weil es im Herbst erst richtig losgehen wird,
in: Süddeutsche Zeitung v. 16.08.

Evelyn ROLL lässt noch einmal die ganze Debatte um die "Männerdämmerung" Revue passieren, um danach über eine Frau als Bundespräsidentin, die erste Weltpräsidentin, die erste Bundeskanzlerin und die STOIBER-Nachfolgerin zu spekulieren.

ROLL, Evelyn (2003): Generation Thumbie,
in: Süddeutsche Zeitung v. 19.08.

ROLL, Evelyn (2003): Zwischenzeit.
Und alle Schönheit uns verlässt,
in: Süddeutsche Zeitung v. 30.09.

Herbstzeit - RILKE-Zeit. Mit dem Gedicht Herbsttag werden jetzt wieder Partnerlose gequält:

"Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr. Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben, wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben und wird in den Alleen hin und her unruhig wandern, wenn die Aktien treiben",

zitiert hier Evelyn ROLL frei nach RILKE. Soziologen wie Stefan HRADIL weisen inzwischen ausdrücklich darauf hin:

"Es ist (...) nachweislich falsch, partnerlose Singles gleichzusetzen mit partnersuchenden Singles, wie das viele Medien wissen wollen" (2003, S.43).

Single-generationn.de hat diesen Unterschied dagegen schon immer beherzigt!

ROLL, Evelyn (2004): Die große Sex-Lüge.
Geschrieben und geredet wurde über Sexualität noch nie so viel wie heute. Die Wirklichkeit sieht anders aus: Fast die Hälfte aller Paare ist völlig entsext,
in: Forecast 2005. Beilage der Süddeutschen Zeitung v. 29.12.

Evelyn ROLL zitiert nochmals die kulturkritischen Statements von Alt-68ern wie Günter AMENDT und Volkmar SIGUSCH zum Thema "oversexed and underfucked", die seit der Jahrtausendwende die Demografiedebatte sexualpolitisch korrekt unterfüttern.

ROLL, Evelyn (2006): Die Gesellschaft besteht aus Teilen.
Armes Deutschland, reiches Deutschland (1): Spurensuche in einem auseinanderdriftenden Land. Der eine ist zufällig Millionär, der andere zufällig Hartz-IV-Empfänger - beide haben etwas zu geben, was sich zu einem Ganzen zusammenfügen könnte,
in: Süddeutsche Zeitung v. 09.12.

ROLL, Evelyn (2007): Mutti im Container.
Auf allen Kanälen hauen sich Mütter, Krippeneltern, Bischöfe und Patchworkhälften ihre Ideologien zur Kindererziehung um die Ohren. Bemerkenswert abstoßend findet unsere Autorin die neue Gebärmaschinen-Debatte im TV,
in: Süddeutsche Zeitung v. 06.03.

ROLL, Evelyn (2007): Das wird euch noch leidtun.
Unsere Politiker wollen alle nur noch eins: die Mitte. Haben die einen Knall? Nein, aber es gibt bald einen! 
in: Süddeutsche Zeitung v. 15.12.

ROLL, Evelyn (2009): Jetset trifft Easyjet-Set.
Das neue Berlin: Die Hauptstadt schmückt sich gern mit Glanz und Namen. Doch den Takt und den Stil geben hier die vor, die kein Geld haben. Zwanzig Jahre nach dem Mauerfall hält das ewig Unfertige die Leute in Bewegung. Ein Streifzug durch das Tag- und Nachtleben,
in: Süddeutsche Zeitung v. 11.04.

"Es soll nicht einfach noch einmal erzählt werden, wie toll und großartig Berlin ist, und dass die Stars der Welt jetzt immerzu nach Berlin kommen mit ihren Kindern",

erläutert ROLL zu ihrem Streifzug durch das Tag- und Nachtleben von Berlin. Aber auch ROLL kommt nicht am Prenzlauer Berg vorbei. Und natürlich darf auch die Techno-Szene nicht fehlen:

"Das Berghain gilt als bester Club der Welt. Sie kommen freitags in Schönefeld an mit Easyjet, und fliegen Sonntagabend zurück, Hotelzimmer überflüssig. Jetset trifft Easyjet-Set."

SZ-Thema: Die Macht der Pille

ROLL, Evelyn (2010): Das Ende der Sünde.
Wie die Pille die deutsche Gesellschaft, vor allem aber das Sexualleben im Lande veränderte,
in: Süddeutsche Zeitung v. 08.05.

Evelyn ROLL stilisiert ihre Jahrgangsgenossinnen zur "Generation Pille", was man inzwischen nur noch im Konjunktiv tun sollte:

"Wenn es nicht so abgegriffen wäre und man von einer »Generation Pille« sprechen wollte, dann wären das die heute 50- bis 60-Jährigen, die Sandwichgeneration zwischen den 68ern und 89ern, die inzwischen zumeist attraktive alte Schachteln und Großmütter sind und die insgesamt bisher auf historisch einmalig glückliche Lebensumstände zurückblicken können."

Und was war für ROLL die gemeinsame Erfahrung dieser weiblichen Generation Pille?

"Sexualhistorisch gab es für die Frauen der westlichen Welt (...) nur ein Zeitfenster von etwa zehn, zwölf Jahren, in dem Lust wirklich angstfrei und mit wechselnden Partnern ausprobiert werden konnte, ohne jeden Kinder- oder Krankheitenkriegen-Verhütungsdruck."

ROLL, Evelyn (2010): Generation Zitronenseife.
Ein Küchenhandtuch für sechzehn Euro? Manufactum ist zwar teuer, aber die Kunden stört das nicht. Vielleicht, weil sie nicht nur Waren kaufen, sondern auch das Gefühl, sich der Ramschgesellschaft zu entziehen,
in: Süddeutsche Zeitung v. 25.10.

ROLL, Evelyn (2015): Daheim statt Heim.
In Deutschland werden bald so viele Rentner leben wie nie zuvor. Die wenigsten wollen in ein Verwahrheim. Müssen sie auch nicht. Baugesellschaften, Pflegeanbieter, Städte und die künftigen Senioren selbst erproben gerade neue Wohnformen für das Alter. Fünf Beispiele zum Nachmachen,
in: Süddeutsche Zeitung v. 11.04.

"95 Prozent der fast 17 Millionen Über-65-Jährigen bleiben in ihren bisherigen Wohnungen und Häusern. So machen es auch 89 Prozent der vier Millionen Menschen, die 80 Jahre und älter sind. Tendenz steigend. Auch zwei Drittel der knapp 2,5 Millionen Pflegebedürftigen werden zu Hause versorgt. Der ambulante Pflegedienst ist eine der großen Wachstumsbranchen des Landes mit glänzenden Aussichten bis ins Jahr 2050, in dem mit 4,5 Millionen Pflegebedürftigen der Höchststand erwartet wird, den das Land je erlebt haben wird",

beschreibt Evelyn ROLL den Trend mittels Daten des Statistischen Bundesamtes ohne jedoch das Erhebungsdatum und die zugrunde liegende Bevölkerungsvorausberechnung und deren Annahmen zu nennen. Über die Länge der gesunden Lebenszeit im Alter zitiert ROLL das Ärzteblatt - ebenfalls ohne Datum:

"Obwohl wir viel länger leben, wird diese schwere End-Zeit vor dem Tod zwar nicht kürzer, aber eben auch nicht länger",

übersetzt ROLL die Fachterminologie in Alltagssprache. Davon abweichende Sichtweisen bleiben unerwähnt. Die hysterische Prognostik zur Entwicklung der Pflegebedürftigkeit wird einseitig als positiv dargestellt:

"Prognosen verändern (...) das Prognostizierte. Wir haben zu wenig, zu schlecht bezahlte Pfleger? Also werden wir mehr und besser bezahlte bekommen!"

Auch dass die Babyboomer massenhaft ins Alter kommen, sieht ROLL nicht als Negativszenario im Sinne von "Gerontokratie" oder "Rentnerdemokratie", sondern als Vorteil:

"Wer keine vernünftige Alten- und Pflegepolitik macht, wer sich nicht um altersgerechten Um- und Neubau von Wohnungen kümmert, um bezahlbare, ambulante Pflege, um Palliativmedizin zu Hause, um die Legalisierung von Pflegeimmigranten, wird abgewählt werden."

Eine solch zuversichtliche Position ist genauso naiv wie ihr Gegenteil, denn die Alten der Babyboomer-Generation sind keine homogene Gruppe, die sich durch eine gemeinsame Interessenlage auszeichnen, sondern die soziale Ungleichheit nimmt im Alter zu. Während die Alten der Oberschicht und oberen Mittelschicht länger und vor allem länger gesund leben, hat die Unterschicht eine geringere Lebenserwartung und ist eher krank und länger pflegebedürftig. ROLL setzt deswegen nicht allein auf das Stimmrecht, sondern auf die Kaufkraft.

ROLL beschreibt dann das Elitenkonzept des aktivierenden Sozialstaats mit seiner Propagierung des produktiven Alters:

"Es wird einen Paradigmenwechsel von der traditionellen Altenhilfepolitik zu einem seniorenpolitischen Gesamtkonzept geben, das sowohl die Potenziale und Ressourcen, als auch den tatsächlichen Hilfe- und Unterstützungsbedarf von Senioren, die in ihrer Mehrheit zu Hause wohnen bleiben, berücksichtigen."

ROLL sieht die Angehörigen der Generation X und Y als Nutznießer der geburtenstarken Babyboomer. Dumm nur, dass Generation X und Babyboomer in Deutschland mehr oder weniger dieselbe Generation bezeichnen.

ROLL, Evelyn (2016): Die Wilden und die Milden.
Sicherheitsfixiert, selbstoptimiert, angepasst: So tickt angeblich die Jugend 2016. Aber vielleicht legen die Alten einfach nur falsche Maßstäbe an. Die nächste Generation hat nun mal einen ganz eigenen Freiheitsbegriff. Ein Vermittlungsversuch,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 28.05.

Evelyn ROLL erzählt uns erst langatmig aus ihrer Revoluzzer-Vergangenheit (Spätestens seit Friedrich MERZ auch ein Wilder gewesen sein wollte, will man solche Storys von den wilden Zeiten nicht mehr lesen) und dann von ihren Datenschutz-Nachlässigkeiten. Zeitgeist statt Jugend ist ihre Interpretation der Sinus-Studienbefunde zur Generation Z (Z steht nicht für Zorn, sondern für zahm).

Wer nicht weiß, was Nudging bedeutet, der hat die aktuelle Rentendebatte nicht verfolgt. Sanfter Zwang ist der Königsweg, den sich unsere Eliten für höhere Profite in der Altersvorsorge ausgedacht haben.

Dann wird es auch noch philosophisch. ROLL nervt mit negativer und positiver Freiheit. Angeblich gab es bei uns nur erstere. Bei uns gibt es aber weder positive noch negative Freiheit, sondern nur neoliberale Freiheit, d.h. die Freiheit unter sozial-historisch entstandenen Bedingungen zu arbeiten und dafür Geld zu bekommen. Der Sozialstaat ist dafür da uns zu aktivieren, wenn wir nicht arbeiten. Die Rente ist aus dieser Sicht ein Ärgernis, das beseitigt werden muss.

Jetzt beklagt ROLL die Neoliberalisierung der Freiheit ("Diktatur der Finanzmärkte") und die Jugend wird zur Projektionsfläche. Sie soll die Versäumnisse der Agenda 2010-Befürworter stellvertretend wieder in Ordnung bringen. Aber wer will schon die Aufträge von Versagern erfüllen? Die Jugend sei auf der "Suche nach der positiven Freiheit", verkündet uns ROLL und stempelt die Generation Z zur Generation Alpha ab. Wer auf der Suche nach etwas ist, der weiß bekanntlich nicht was er will! Die Tugend der Orientierungslosigkeit hieß dieses Credo einmal in Zeiten als das Individualisierungsversprechen noch geholfen hat.

Neu:
ROLL, Evelyn (2016): Die Lüge.
Was bedeutet es für die Politik, wenn Fakten nicht mehr zählen? Überlegungen zum Wahljahr 2017,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 19.11.

Evelyn ROLL langweilt uns mit Printmedien-Ressentiments übers Internet. Es ist nämlich unerträglich für die Besitzstandswahrer der heilen Medienwelt, dass sich ihr Publikum längst von ihnen emanzipiert hat. Die Printmedien sind ja überhaupt nicht abhängig von der Wirtschaft und ihren Lobbyisten, die sich für neoliberale Berichterstattung mit Anzeigen bedanken! Sondern unsere hehre Elite ist lediglich der hehren Aufklärung verpflichtet. Weshalb immer nur andere Zeitungen auf Fakes hereinfallen, aber niemals die eigene Zeitung. Uns kotzt diese Selbstgefälligkeit unserer Blasenelite an: "unabhängige, freie Medien"?

Der Artikel ist ein Armutszeugnis für unsere Medienelite. Sie sollte sich in Grund und Boden schämen.

"Das postfaktische Zeitalter auszurufen und darüber hinaus nichts weiter zu tun, als lässig mit den Schultern zu zucken, das wäre Selbstaufgabe. Dann könnte es sein, dass im Herbst des Jahres 2017 eine noch etwas unangenehmere Vokabel zum internationalen Wort des Jahres ausgerufen wird: postdemokratisch",

sülzt ROLL, die nicht zur Kenntnis nimmt, dass wir längst im postdemokratischen Zeitalter leben, während es ein "postfaktisches Zeitalter" lediglich im Selbstbild unserer Deutungseliten geben kann, denen ihr Publikum abhanden gekommen ist. Wer so weitermacht, der darf sich nicht wundern, wenn er entlassen wird, weil das Blatt bankrott ist!

 
       
       
   

Das Mädchen und die Macht (2001).
Angela Merkels demokratischer Aufbruch
Berlin:
Rowohlt

 
   
     
 

Klappentext

"Angela Merkels Biographie markiert einen Wendepunkt bundesrepublikanischer Politik: Sie ist die erste Frau mit Aussichten auf das Kanzleramt, sie ist - im Westen geboren, im Osten aufgewachsen - eine der wenigen Integrationsfiguren der Nach-Wende-Zeit, und sie repräsentiert in der medienfixierten Parteienlandschaft einen neuen Stil. Mit den bevorstehenden Bundestagswahlen entscheidet sich ihre politische Zukunft. Wie immer diese Entscheidung ausfällt, sie wird Aufschluss geben über den Zustand der politischen Kultur in Deutschland."

 
     
 
       
   

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Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 09. September 2003
Update: 08. Juli 2017