Harald MARTENSTEIN hat sein Hipster-&-Feinbild-Wissen aus Zeitungen wie der Jungle World für den Tagesspiegel-Leser aufbereitet.

Der Stadtforscher Andrej HOLM hat bereits vor längerem darauf hingewiesen, dass solche Feindbilder und Angriffe auf Personengruppen, die an der Gentrifizierung schuld sein sollen, begierig von Journalisten aufgegriffen werden, um von  städtischen Verdrängungsprozessen abzulenken.

Dies liegt auch daran, dass die städtische Politik ihre Ziele hinsichtlich Stadterneuerungsmaßnahmen geändert hat: es geht ihr gemäß HOLM nicht mehr um den "Erhalt der sozialstrukturellen Zusammensetzung", sondern um den Zuzug "stabilisierender Haushalte" - eine Umschreibung insbesondere für junge wohlhabende Familien. War Gentrifizierung in den 1980er Jahren unerwünscht, weil mit der Verdrängung von Familien assoziiert, so erscheint Gentrifizierung nun im Zuge der Reurbanisierung durch Family-Gentrifier als wünschenswert.