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Johannes Pennekamp: Wirtschaftswachstum und Wohlstand

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 1983 geboren
    • Studium der Volkswirtschaftslehre
      Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
 
       
     
       
   

Johannes Pennekamp in seiner eigenen Schreibe

 
   

PENNEKAMP, Johannes (2012): Suche nach der Glücksformel für die Liebe.
Liebesglück im Netz: Millionen Singles suchen ihren Traumpartner auf Online-Portalen und geben viel Geld dafür aus. Mathematische Formeln sollen helfen, den Richtigen zu finden. Doch Forschern zufolge bringt das wenig,
in:
Handelsblatt Online v. 26.03.

PENNEKAMP, Johannes (2014): Die neue deutsche Wachstumsbescheidenheit.
Deutschland muss sich auf Jahrzehnte mit Mini-Wachstum gefasst machen, sagen Forscher. Das liegt vor allem an der demographischen Entwicklung. Sind die fetten Jahren tatsächlich bald vorbei?
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 31.07.

Anlässlich eines Kongresses der "Degrowth"-Bewegung, die eine Wachstumswende propagiert, hinterfragt Johannes PENNEKAMP die Grundannahmen dieses Demographismus:

"Die erweiterte Freizügigkeit in der EU und die Krise in mehreren europäischen Ländern des Euroraums haben einen »temporären Zuwanderungsboom« gebracht, fassen die Ökonomen der Deutschen Bank zusammen. Man bräuchte eine Nettowanderung von 500000 Menschen jedes Jahr in den kommenden beiden Jahrzehnten, um das Schrumpfen zu verhindern. »Das ist unrealistisch«, sagt der Ökonom Weidensteiner."

Bedroht aber eine schrumpfende Bevölkerung tatsächlich den gesellschaftlichen Wohlstand? PENNEKAMP wirft ein, dass das individuelle Pro-Kopf-Einkommen trotz Schrumpfung wachsen kann.

"Unsicherheiten über künftige Innovationen und damit einhergehende Produktivitätssprünge (sind) die große Unbekannte in allen Berechnungen",

meint PENNEKAMP. Mit Verweis auf das Buch The Second Machine Age von Erik BRYNJOLFSSON & Andrew McAFEE sieht PENNEKAMP neue Innovationen kommen, die die negativen Auswirkungen des Bevölkerungsrückgangs auffangen können.

PENNEKAMP, Johannes (2015): Die neue Flirtökonomie.
Der Sonntagsökonom: Die Smartphone-App Tinder ist eine riesige Effizienzmaschine auf dem Markt der Liebe,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 26.04.

PENNEKAMP, Johannes (2015): Trendwende bei den Geburten in Deutschland.
Frauen in Europa kriegen im Schnitt aber mehr Kinder,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 17.12.

"Geschieht etwas zum dritten Mal nacheinander, sprechen Forscher von Trend. Demnach ist in Deutschland die Wende hin zu mehr Kindern geschafft",

behauptet Johannes PENNEKAMP angesichts der Entwicklung der Geburtenrate (TFR) in Deutschland. Welche Forscher das sein sollen, vielleicht Trendforscher wie Matthias HORX, verrät uns PENNEKAMP nicht. Bevölkerungswissenschaftler jedenfalls kann er nicht meinen. Denn 1994 stieg die Geburtenrate (TFR) von 1,243 in 4 Jahren auf 1,369, um dann wieder zu fallen. Die Geburtenrate (TFR) ist also wenig aussagekräftig im Vergleich zur endgültigen Kinderzahl von Frauenjahrgängen (CFT) bzw. tempobereinigten Geburtenziffern. Dass dies lange Zeit öffentlich bestritten wurde, lag einzig und allein an politischen Interessen.

Mit Hilfe von EUROSTAT-Zahlen aus dem Jahr 2013 will uns PENNEKAMP sagen, dass wir uns auf diesem Anstieg nicht ausruhen dürfen, denn die anderen europäischen Länder liegen vor uns, sieht man von den südeuropäischen Krisenländern ab (Portugal: 1,21; Spanien: 1,27; Griechenland: 1,30). Hat aber schon jemand einen Vergleich der endgültigen Kinderzahlen für europäische Länder gesehen? Würde dann die Sachlage vielleicht ganz anders aussehen? Wir leben angesichts der bevölkerungspolitischen Dominanz in einer medialen Steinzeit!

Trotz der Tatsache, dass Wanderungen mittlerweile einen Großteil der Bevölkerungsveränderungen in Deutschland ausmachen, gilt immer noch die Bestandserhaltungszahl 2,1, also die angeblich "natürliche" Bevölkerungsbewegung, als alleiniger Maßstab für die Bewertung der demografischen Entwicklung. Auf dieser Website wird diese Sichtweise als Nationalkonservatismus bezeichnet.

Immerhin beendet PENNEKAMP seinen Artikel quasi mit einem Aufruf des IW Köln zur Revidierung der Bevölkerungsprognosen:

"Die nationale Bevölkerungsentwicklung werde durch die Zuwanderung »massiv überlagert«, sagte der Geschäftsführer des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Hans Peter Klös, vor wenigen Wochen bei einer Konferenz in Köln. In diesem Jahr könnten mehr Menschen aus dem Ausland zuwandern, als in Deutschland geboren werden. Alle demographischen Prognosen, die diese Entwicklung noch nicht berücksichtigen, müssten dringend überarbeitet werden, so Klös."

Dann kann Hans Peter KLÖS gleich im eigenen Hause anfangen!

PENNEKAMP, Johannes (2016): Kuchen für alle.
Deutschland und andere moderne Volkswirtschaften wachsen nur noch im Schneckentempo. Stehen Reichtum und Arbeitsplätze auf dem Spiel - oder übersehen die Statistiken, wie gut es uns in Wahrheit geht?
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 13.02.

Am Beispiel der Digitalisierung beschreibt Johannes PENNEKAMP die Problematik, dass das gemessene Wirtschaftswachstum in Form des Bruttoinlandsprodukts (BIP) kein hinreichender Indikator mehr ist, um den Wohlstand eines Landes zu beschreiben. Die britische Ökonomin Diane COYLE kritisiert in ihrem Buch GDP die blinden Flecken des Bruttoinlandsprodukts.

Ökonomen, die die Theorie der "säkularen Stagnation" vertreten, gehen davon aus, dass alternde und schrumpfende Gesellschaften wie Japan und Deutschland sich auf geringe Wachstumsraten einstellen müssen:

"Ein Bremsklotz ist die Bevölkerungsentwicklung. Wenn die Einwohnerzahl schrumpft – wie sie es in Deutschland trotz Zuwanderung voraussichtlich bald tun wird –, wer soll dann immer mehr Autos, Handys und Lebensmittel herstellen und kaufen? Die Industriestaatenorganisation OECD traut kinderarmen Nationen wie Deutschland und Japan bis zum Jahr 2060 nur noch ein Wachstum von weniger als eineinhalb Prozent im Jahr zu. Das wäre noch einmal weniger als die knapp zwei Prozent, um die Deutschland zuletzt gewachsen ist."

PENNEKAMP beruft sich auf den in den USA lehrenden Ökonom Rüdiger BACHMANN, für den das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf die entscheidendere Größe für den Wohlstand der Bevölkerung ist. Der Statistiker Gerd BOSBACH, ein Kritiker der gegenwärtigen Demografisierung gesellschaftlicher Probleme hat darauf bereits vor mehr als einem Jahrzehnt hingewiesen. PENNEKAMP sieht jedoch Probleme bei der Rentenversicherung entstehen:

"Knapp werden kann in einer alternden Gesellschaft allerdings der Kuchen, der im Staatshaushalt und in der umlagefinanzierten Rentenversicherung verteilt werden kann. Wenn immer weniger Junge für immer mehr Alte arbeiten, fallen ohne Wachstum am Ende nur noch Krümel für die Rentner ab."

Eine solche Sichtweise ist jedoch kurzsichtig, weil sie Trendbrüche ausschließt und von kontinuierlichen Prozessen ausgeht, die es jedoch in der Vergangenheit noch nie gab.

Neben dieser statischen Betrachtung des demografischen Wandels geht es um die Frage wie sich der Produktivitätsfortschritt zukünftig entwickelt. Pessimisten wie der US-amerikanische Ökonom Robert GORDON gehen aufgrund der neuen Technologien von einem geringeren Produktivitätsfortschritt aus. Ein anderer Aspekt ist der Niedriglohnsektor mit seinem Dienstleistungsprekariat. Optimisten wie Erik BRYNJOLFSSON gehen dagegen davon aus, dass die Segnungen der neuen Technologien in den Wirtschaftsstatistiken noch nicht angemessen berücksichtigt werden.

Neu:
PENNEKAMP, Johannes (2016): Mit weniger Wachstum leben.
Den Menschen geht es besser, als es die offiziellen Statistiken suggerieren,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 18.03.

Für Johannes PENNEKAMP ist das geringe Wirtschaftswachstum nicht Ausdruck eines Konsumverzichts oder einer ökologischen Wirtschaftsweise, sondern des demografischen Wandels ("säkulare Stagnation") und einer Fehleinschätzung des Wohlstands in modernen Volkswirtschaften (ausführlicher hier). Er plädiert deshalb für eine Ergänzung des Bruttoinlandsprodukts durch alternative Wohlstandsindikatoren.

 
   

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Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 20. März 2016
Update: 20. März 2016