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Marie Theres Kroetz-Relin: Für eine Hausfrauenrevolution

 
       
     
       
     
       
   

Marie Theres Kroetz-Relin in ihrer eigenen Schreibe

 
   
  • KROETZ RELIN, Marie Theres (2004): Karriere? Sorry, keine Zeit.
    Managerin zum Nulltarif: Die Schauspielerin gab ihren Beruf auf und ist Hausfrau und Mutter,
    in: Frankfurter Rundschau v. 10.05.

 
       
   

Marie Theres Kroetz-Relin im Gespräch

 
   
Wenn die isolierte Hausfrau privilegiert ist, dann wird sie schon mal zur konservativen Revolutionärin:

"Ihr Mann, der Kroetz, war viel unterwegs, hatte gedreht, inszeniert, sie aber mit den Kindern zu Hause gesessen - »allein erziehende Mutter mit Mann sozusagen« - einsame Abende verlebt und sich gesagt: Wenn ich nichts mache, werde ich noch verrückt. Sie wurde krank. Eine Schilddrüsenüberfunktion musste behandelt werden. »Ein Notsignal, das mein Mann und die Kinder verstanden.« Sie wollte eine Welt für sich und kaufte sich ein Laptop. »Trotz schlechten Gewissens, weil ich ihn für keine Arbeit brauche wie mein Mann und so ein Ding ja teuer ist.« Kurz darauf entstand die Homepage und die Revolution begann".

Der Traum vom Hausfrauen-Gehalt liegt da natürlich nahe, denn schließlich gibt es ein Heer frustrierter Frauen, die sich ihre Karriere leichter vorgestellt haben oder deren Karriere gerade stockt. Katja KULLMANN hat diese Situation in Generation Ally skizziert:

"Silke ist jetzt an einer Schwelle, an der es brenzlig wird: Sie ist bereits zwei Mal befördert worden: erst von der Junior Team Assistentin, und jetzt zur Senior Team Assistentin. Jetzt wird die Luft dünner, nix mehr up-up'n'away. Von nun an würde geboxt statt fraternisiert (...). Abends muss sie stundenlang in ihrem Teamleiterbüro sitzen und Kalkulationen und Erfolgsberichte und Leistungssurveys lesen, und sie muss darüber nachdenken, wie sie all die schlechten Nachrichten vor dem Senior-Senior-Teamleiter schönreden soll. Sie verdient jetzt 600 Euro mehr als vor ihrer letzten Beförderung, das ergibt nicht einmal 300 Euro zusätzlich im Monat. Dafür sitzt Silke täglich drei Stunden länger im Büro und trinkt regelmäßig gegen 15 Uhr ein Glas mit aufgelöstem Maaloxan-Pulver, weil ihre Magenschleimhäute nervös sind, stellvertretend für Silke, die sich das nicht nicht anmerken darf."

Barbara BIERACH hat daraus gleich ein ganzes Buch gemacht und es Das dämliche Geschlecht (2002) genannt. Kinder werden darin für Karrierefrauen zum "Heldennotausgang".

Die hohe Arbeitslosigkeit scheint den Rückzug der Frauen an den Herd zu begünstigen. Die Mehrzahl der Mütter möchte keinen dieser - von KULLMANN beschriebenen - stressigen Vollzeitarbeitsplätze, sondern einen Arbeitsplatz, der sich mit einem normalen Familienleben vereinbaren lässt:

"Wir haben es uns angewöhnt, die bei uns extrem geringe Anzahl von Ganztagsplätzen in der Kinderbetreuung als familienfeindliches Wachstumshemmnis zu betrachten. Dabei steht hinter diesem Faktum nicht nur eine reaktionäre Zurück-an-den-Herd-Ideologie, sondern auch eine gesunde Abneigung gegen den Versuch, das Familienleben so zu verbiegen, dass es zu den Verwertungsinteressen der Arbeitgeber passt"

schreibt Detlef GÜRTLER in Vorbild Deutschland zu diesem Thema. Inwieweit familienfreundliche Arbeitsplätze für Mütter jenseits des klassischen Vollzeiterwerbsarbeitsplatz geschaffen werden, ist deshalb eine wichtige Frage der Arbeitsmarktpolitik, denn offensichtlich ist die Nur-Hausfrauenrolle nicht einmal für konservative Revolutionärinnen attraktiv:

"Im Herbst stand sie das erste Mal seit zwölf Jahren wieder vor der Kamera (...). »Ein herrliches Gefühl, eigenes Geld zu verdienen, wichtig zu sein, umsorgt zu werden.« Plötzlich interessieren sich die Medien wieder für sie, nicht mehr nur für die Tochter der Schell oder die Frau vom Kroetz."

  • LENNARTZ, Mareen (2004): "Ich bin ein Muttertier".
    Gespräch mit Marie Theres Kroetz-Relin,
    in: Frankfurter Rundschau v. 23.10.

  • taz -DOSSIERS: Das Auslaufmodell

Neu:
MIKA, Bascha (2006): "Die Frau ist ja so blöd...".
Gibt es ein Entkommen aus der Hausfrauenfalle, Marie-Theres Kroetz-Relin?
in: TAZ v. 08.03.

  • Marie-Theres KROETZ-RELIN, die sich mit ihrer Website zur Hausfrauenrevolution die Eigenständigkeit erkämpft hat, befürchtet ein Rollback:

    "Wenn man Sie so hört, könnte man glauben, es habe keine Frauenbewegung gegeben. Und die Mütter von heute hätten dasselbe Rollenbild wie ihre eigenen Mütter.
              
    Ja, und es wird noch schlimmer. Aus der Erfahrung mit meinem neuen Buch weiß ich: Je jünger die Mütter sind, desto konservativer, desto spießiger, desto stärker ins Mutti-Sein gepresst sind sie. Das ist wie die Flucht in eine heile Welt, ein Selbstbetrug."

 
       
   

If pigs could fly (2004).
Die Hausfrauenrevolution
München: Piper Verlag

 
   
     
 

Klappentext

"Zusammenhalt und Anerkennung, Mütter-Streik und Oma-Leihservice: Marie Theres Kroetz-Relin zeigt, was Hausfrauen heute fordern und wie sie wirklich sind – wütend und trotzig, humorvoll und zärtlich, authentisch und ganz nah dran.

»If pigs could fly – Wenn Schweine fliegen könnten«, ja, dann wäre das Unmögliche möglich: Dann hätten Hausfrauen ein festes Gehalt, wären im Alter mit einer eigenen Rente abgesichert, wegen ihrer Verantwortung die wahren Heldinnen und würden nicht als brave Muttis belächelt. Und ihre Männer hätten nur Augen für sie … Anders die Realität: Ein hektischer und oft einsamer 16-Stunden-Tag als Putzfrau, Köchin und Erzieherin, Sekretärin, Chauffeurin und Buchhalterin, als Kinderärztin, Frisör, Ernährungsexperte, Psychotherapeutin und Haushaltsmanager in einem. Und als verständnisvolle Frau und anspruchslose Geliebte. Hausfrau sein hat viele Gesichter – Marie Theres Kroetz-Relin, die stellvertretend für alle »Nur-Hausfrauen« zu Solidarität und Veränderung aufruft, versammelt die mutigsten, provozierendsten und spannendsten Texte aus der Bewegung."

 
     
 
       
   

Beitrag von single-generation.de zum Thema

Der Kampf der Lebensstile und die Normalfamilie der Neuen Mitte
 
   

Marie Theres Kroetz-Relin im WWW

www.hausfrauenrevolution.com
 
   

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Update: 20. April 2015