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Stella Bettermann: allein erziehende Yuppie-Mom

 
       
   
  • Kurzbiographie

 
       
     
       
   

Stella Bettermann in ihrer eigenen Schreibe

 
   

BETTERMANN, Stella (2001): So lieben wir morgen.
Beziehungen werden kürzer, Familienverhältnisse wirrer - doch das große Gefühl überlebt in der Zukunft,
in: Focus Nr.12 v. 19.03.

Ein Streifzug durch die Lebensformen, u. a. anhand des Buches Die Liebe kommt, die Liebe geht von Regina SCHNEIDER.

BETTERMANN, Stella (2001): Mama Solo wunderbar?
Eine neue Untersuchung belegt: Alleinerziehende leben nicht schlechter als andere Eltern,
in: Focus Nr.19 v. 07.05.

BETTERMANN, Stella (2001): Miles & Macken.
US-Autor Walter Kirn beschreibt die Welt aus der Boeing-Perspektive eines Vielfliegers,
in: Focus Nr.29 v. 16.07.

BETTERMANN, Stella (2003): Babypause der Emanzipation.
Statt an die Macht wollen viele Frauen mehr Zeit fürs Kind. Reine Biologie? Oder Folge flauer Ökonomie?
in: Focus Nr.46 v. 10.11.

Yuppie-Mom Stella BETTERMANN hat anlässlich des Erscheinens von Working Mum die Mitte-Zeitungen und Zeitschriften von ZEIT über Emma , Süddeutsche bis taz durchforstet, ein wenig über die Grenzen nach Frankreich und die USA geblickt, um dann kurzerhand ihren eigenen Baby-Boom zu kreieren:

"In München, ebenso im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg, entdeckten Statistiker einen realen Anstieg der Gebärhäufigkeit".

Bisher war über München nirgends zu lesen und schnöde Zahlen sind die Sache von BETTERMANN nun mal nicht.

FOCUS-Titelgeschichte: generation ratlos.
Die Mittdreißiger.
Zwischen Jobkrise, Zukunftsangst und Beziehungschaos

BETTERMANN, Stella (2004): Last-Minute Suche...
...nach dem Mann fürs Leben - eine Armada gut ausgebildeter Frauen wünscht sich Karriere, Kerl und Kind. Doch den Panik-Singles ab 35 läuft die Zeit davon,
in: Focus Nr.9 v. 21.02.

Stella BETTERMANN hat einen drögen Artikel für unzufriedene Eltern verfasst. Das Lieblingsthema dieser Gruppe sind - man wundert sich kaum - unglückliche Singles! Die biologische Uhr tickt und tickt und tickt, wie uns die Medien gerne weismachen möchten. Es sind die gleichen Medien, die Deutschland in der Geburtenkrise sehen. Im Gegensatz dazu sieht Susie REINHARDT das Frauenleben ohne Kinder durchaus positiv und in den USA formiert sich eine neue Singlebewegung. Die Quirkyalones haben es satt, dass sie ständig als unglückliche und unzufriedene Singles abgestempelt zu werden. Bücher wie Rachel GREENWALDs Find a Husband After 35 kaufen sie erst gar nicht. Und die ewig beschworenen Panik-Singles sind vor allem männlich. Auch wenn unsere neokonservativen Mitte-Medien es immer wieder schreiben, es wird einfach nicht richtiger! Im mittleren Lebensalter dominieren männliche Singles und zwar nicht besser verdienende Yuppies, sondern schlechter verdienende Frust-Singles.

BETTERMANN, Stella (2004): Getrennt alt werden.
Selbst Langzeitehen gehen immer häufiger in die Brüche. Eine US-Studie untersucht die Folgen,
in: Focus Nr.41 v. 04.10.

BETTERMANN, Stella (2004): Alte Liebe rostet nicht...
Neuer Paarungstrend aus den USA: Rekindling - das Aufwärmen der Verbindungen aus Jugendzeiten,
in: Focus Nr.47 v. 15.11.

Neu:
BETTERMANN, Stella (2005): Jane vom Planeten der Affen.
Primatenforscherin Goodall, 70, kritisiert Karrierefrauen mit Kind - und berichtet von der Eroberung des Urwalds durch Wissenschaftlerinnen,
in: Focus Nr.12 v. 21.03.

 
       
   

Interviews von Stella Bettermann

 
   

BETTERMANN, Stella (2000): Die große Single-Lüge.
In der Statistik tauchen sie oft, in der Realität eher selten auf. Soziologe Laszlo Vaskovics klärt das Single-Missverständnis auf,
in: Focus Nr.44 v. 30.10.

BETTERMANN, Stella (2001): Einzelkinder - die Singles von morgen.
Individualisten mit Grips und Allüren - der Bielefelder Jugendforscher Klaus Hurrelmann über die Generation der Geschwisterlosen,
in: Focus Nr.31 v. 30.07.

Der Untertitel suggeriert, dass Einzelkinder mit Geschwisterlosen gleichzusetzen sind. Der Artikel von Susan H. GREENBERG zeigt jedoch dass letztere nur eine Teilmenge der Einzelkinder sind. Gleichzeitig wird ein weiterer nicht belegter Zusammenhang hergestellt, dass nämlich aus den Geschwisterlosen Singles werden. Wenn Klaus HURRELMANN sagt:

"Einzelkinder sind von der Persönlichkeitsstruktur die Singles von morgen",

dann verwendet er einen psychologischen Single-Begriff, der von der üblichen Verwendung in der Haushaltsstatistik und Bevölkerungswissenschaft abweicht. Psychologische Singles können z.B. als Krypto-Singles in jedem Paar- oder Familienhaushalt leben. Der Nachweis einer Zunahme von psychologischen Singles erfordert psychologische Massenuntersuchungen, die es in dieser Form nicht gibt.

 
       
   

Mama solo! (2001).
Das Rettungsbuch für Single-Mütter
Frankfurt a/M:
Eichborn

 
   
     
 

Klappentext

"Nein, Single-Mamas sind nicht auf Rosen gebettet. Finanziell klamm, kaum Freizeit, wenig Unterstützung, aber dafür viele, die es besser wissen. Die erziehungsbewußten, mitleidigen oder ökologisch korrekten Übermuttis zum Beispiel, die einen Nachmittag auf dem Spielplatz zur Qual machen können, und gegen deren geballte Erziehungsmacht die Ratschläge eines seltenen Gastes namens Papa reine Erholung sind.

Alles kein Untergang, sagt Stella Bettermann und erzählt unterhaltsam ihre Geschichte. Von der einsamen Entbindung in der Klinik und den ersten Wochen in der Pampers-Falle, von Erfahrungen mit Tagesmüttern, sich rar machenden Freunden und dem schwierigen Wiedereinstieg ins Berufsleben, vom Urlaub mit Kind bis zum Date mit Anhang: am Ende steht für alle Leserinnen das Gefühl, nicht allein zu sein."

 
     
 
       
   

Rezensionen

MAYER, Susanne (2001): Wollt ihr die totale Mutter?
Beschimpfungen, Verdächtigungen, Belehrungen: Barbara Vinken und andere Frauen streiten über das Leben mit Kindern,
in: Die ZEIT Nr.26 v. 21.06.

Susanne MAYER kritisiert den ideologischen Streit zwischen Vollzeitmütter-Ideologinnen wie Ulrike HORN und Karrieremütter-Ideologinnen wie Barbara VINKEN. Auf der Strecke bleiben nach Meinung von MAYER diejenigen Mütter, die mit einem Teilzeitjob Geld für ein Leben mit Kindern verdienen wollen. Einzig das Buch von Stella BETTERMANN findet vor MAYER Gnade, da es Spaß am Muttersein vermittelt...

SCHÄFER, André (2001): Mama solo,
in: Service Zeit Familie. Sendung des WDR Fernsehen v. 10.10.

KOHAUS, Tina & Bettina TARAKI (2001): Mütter im Zank.
Frau-TV über den Streit zwischen Voll- und Teilzeit-Müttern im Schatten eines Mythos,
in: Frau TV. Sendung des WDR Fernsehen v. 11.10.

 
   

Alleinerziehende in den Medien

Aktion "Ich bin kein Single" des Verbandes VAMV

Die Debatte in den USA gibt auch für Deutschland den Kurs vor. Dort gilt die Familie als Leistungsträger und die allein Erziehenden sind als "unvollständige Familie" per se leistungsunfähiger als "Vollfamilien". In Deutschland waren solche Argumentationen lange Zeit Tabu, werden jetzt jedoch angesichts leerer Kassen wieder aktuell. Da allein Erziehende überdurchschnittlich oft zu den Sozialhilfeempfängern gehören, sind sie zwangsläufig Adressaten der Missbrauchsdebatte. Typisch hierfür ist die Argumentation des Volkswirtschaftlers Gert G. WAGNER (Welt v. 31.01.2002), der die "Transferabhängigkeit" von allein Erziehenden abbauen möchte:

"Sozialhilfe, die für Kinder gezahlt wird, kann von Eltern auch für ihren eigenen Konsum missbraucht werden. Betreuung hingegen kommt unmittelbar den Kindern zugute (...).
Auf diesen Ausbau (...) sollten sich Bund und Länder deshalb konzentrieren. Die Transferabhängigkeit von allein Erziehenden würde dann weit gehend verschwinden, und die Diskussion über Arbeitsanreize könnte sich auf die kinderlosen Sozialhilfeempfänger konzentrieren."

Der Druck auf die allein Erziehenden wird sich erhöhen. Daran ändern auch Klagen vor dem Bundesverfassungsgericht nichts. Verfassungsrichter wie Paul KIRCHHOF sehen allein Erziehende sowieso als Familien zweiter Klasse an.

DW (2002): Schröders jüngste Schwester ist verärgert über Rot-Grün.
Die allein Erziehende macht ihrem Bruder politische Vorwürfe,
in: Welt
v. 07.01.

RATH, Christian (2002): Alleinerzieher ohne Freibetrag.
Das macht auch Kanzlers Schwester Ilse nervös. Daher zieht sie mit 94 Alleinerziehenden vors Verfassungsgericht, um den gestrichenen Steuerfreibetrag wiederzubekommen
in: TAZ v. 18.02.

RATH, Christian (2002): Avantgarde gegen das Ehegattensplitting.
Die Verfassungsklage der Alleinerziehenden kann Erfolg haben,
in: TAZ v. 18.02.

KNAPP, Ursula (2002): Familien zweiter Klasse.
Steuern zahlen wie Singles? Allein Erziehende ziehen dagegen vor das Bundesverfassungsgericht
in: Frankfurter Rundschau v. 18.02.

DPA/Reuters (2002): Diskussion über steuerliche Vorteile für Eltern.
Grüne fordern Reform bei Ehegatten-Splitting. Scheel: Bei weiterer Schlechterstellung der allein Erziehenden wird es ungemütlich,
in: Süddeutsche Zeitung v. 18.02.

KERSCHER, Helmut (2002): Der Urlaub ist gestrichen.
Allein Erziehende klagen in Karlsruhe gegen Steuer-Nachteile
in: Süddeutsche Zeitung v. 19.02.

KERSCHER berichtet, dass die Streichung der Steuerklasse II auf ein BVG-Urteil unter der Federführung des Richters Paul KIRCHHOF zurückgeht. Die Richter argumentierten damals mit dem "Missbrauch des Freibetrags" durch Alleinerziehende:

"Es wurden nicht mehr allein Erziehende mit Paaren verglichen, sondern verheiratete und unverheiratete Paare. Letztere tarnten sich jedoch häufig als allein Erziehende und kassierten so den Freibetrag, monierte Karlsruhe sinngemäß."

Wenn die Aktion nun "Ich bin kein Single" heißt, dann beinhaltet das auch eine gewisse unfreiwillige Ironie, denn partnerlose Alleinerziehende werden manchmal zu den Singles gezählt. Das Gericht hat jedoch gerade den "Missbrauch" durch Alleinerziehende mit Partner angeprangert. Die Aktion hätte konsequenterweise "Ich lebe nicht in einer Partnerschaft" heißen müssen. Dies würde auch zu den Porträts passen, die anlässlich der Aktion in den Zeitungen erscheinen: es sind immer allein erziehende Partnerlose, deren prekäre Situation dargestellt wird. Angesichts der Debatte um die Leistungsfähigkeit der Familie, werden die leistungswilligen - aber partnerlosen - Yuppie-Moms der Generation Golf als Normalfall präsentiert und nicht die Sozialhilfeempfänger.

OTT, Ursula (2002): Mutter, Kind und Vater Staat.
Nicht alle Alleinerziehenden sind wirklich solo: Modernes Beziehungspatchwork und Vier-Eltern-Familie überfordern die deutsche Finanzbürokratie
in: Die Woche Nr.10 v. 01.03.

Ein lesenswerter Artikel, der sich den Problemen der Alleinerziehenden von der begrifflichen Ebene nähert. Ausgangspunkt der Problembeschreibung ist für OTT die Definition der Alleinerziehenden durch das Statistische Bundesamt. Die  familienhaushaltszentrierte Statistik interessiert sich nicht für die Partnerschaftsverhältnisse derjenigen, die Alleinerziehende genannt werden. Konservative Staatsrechtler wie Paul KIRCHHOF haben diesen Umstand genutzt, um im Urteil des  Bundesverfassungsgerichts den Missbrauch zum Ausgangspunkt ihrer Revision (Streichung der Steuerklasse II für Alleinerziehende) zu machen. OTT nennt die verschiedenen Möglichkeiten, die Alleinerziehende besitzen, um sich Vorteile gegenüber Ehepaaren zu verschaffen:

"Viele gut verdienende Mittelschichtler haben in den vergangenen Jahren ganz bewusst auf den Gang zum Standesamt verzichtet. Nicht weil sie die Ehe spießig finden, sondern weil der Alleinerziehenden-Status eine Menge Vorteile bringt: Man rückt auf der Warteliste für die Kinderkrippe nach oben, man bezahlt weniger Kindergartenbeitrag. Und bis vor kurzem bezahlte man auch weniger Steuern, weil man vom »Haushaltsfreibetrag« profitierte."

Während also unverheiratete Paare mit Kind zu den Gewinnern der bisherigen Gesetzeslage gehörten, sind die allein erziehenden Partnerlosen die Verlierer der Neuordnung. Zwischen den Yuppie-Moms unter den Alleinerziehenden (z.B. Stella BETTERMANN) und den "Welfare-Families" liegen Welten, die bei OTT jedoch nur ungenügend berücksichtigt werden.

KUTTER, Kaija (2002): Hamburger Frauen fertig beraten.
Die Hansestadt fällt frauenpolitisch um Jahrzehnte zurück: Die neue Frauensenatorin Schnieber-Jastram will nur noch "Vater-Mutter-Kind"-Familien fördern. Alle Beratungsprojekte büßen Mittel ein. Wer geht morgen zum 8.-März-Empfang ins Rathaus?
in: TAZ v. 07.03.

KUTTER berichtet aus Hamburg, wo der konservative Senat das umsetzt, was in den USA bereits seit der Clinton-Ära Normalität ist: allein stehende Mütter werden als leistungsunfähige, unvollständige Familien attackiert. Katja GELINSKY hat diese konservative Doktrin in der FAZ vom 06.03. so zusammengefasst:

"staatliche Einflussnahme und Kontrolle des Privatlebens erzwängen jene, die Sozialhilfe, Jugendämter und Gerichte in Anspruch nähmen, weil sie kein geordnetes Familienleben führten. Wer vom Staat in Ruhe gelassen werden wolle, dem sei vor allem eines zu empfehlen: heiraten und verheiratet bleiben."

Mit der Formel von der "Familie als Leistungsträger der Gesellschaft" wird die Durchökonomisierung der Familie im Einklang mit den neoliberalen Forderungen nun auch auf die Familie selbst angewandt. Nach dem Markt wird damit das angeblich "letzte Bollwerk gegen den Kapitalismus" (HOUELLEBECQ) ebenfalls marktförmig modernisiert. Wenn also die organisierten allein stehenden Mütter mit der Aktion "Ich bin kein Single" ihr Heil in der Abgrenzung gegen Kinderlose suchen, dann zeugt das von einer gewissen Kurzsichtigkeit.Susanne GASCHKE, eine Angehörige der Generation Berlin, hat die US-amerikanische Rhetorik bereits in der ZEIT vom 29.11. 2002 auf Deutschland übertragen und wenn man KUTTER glauben darf, dann setzt die CDU-Familiensenatorin Birgit SCHNIEBER-JASTRAM diese Linie bereits in Hamburg um.

 
   

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© 2002 - 2015
Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 20. Februar 2002
Update: 21. August 2015