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Stephan Lessenich: Die Zukunft des Sozialstaats

 
       
     
       
     
       
   

Stephan Lessenich in seiner eigenen Schreibe

 
       
   

LESSENICH, Stephan (1995): Wohlfahrtsstaatliche Regulierung und die Strukturierung von Lebensläufen.
Zur Selektivität sozialpolitischer Interventionen,
in: Soziale Welt Nr.46, S.51-97

LESSENICH, Stephan (2000): Soziologische Erklärungsansätze zu Entstehung und Funktion des Sozialstaats, in: Jutta Allmendinger & Wolfgang Ludwig-Mayerhofer (Hg.), Soziologie des Sozialstaats. Gesellschaftliche Grundlagen, historische Zusammenhänge und aktuelle Entwicklungstendenzen, Weinheim/ München: Juventa, 2000, S.39-78.

LESSENICH hebt beim Krisendiskurs einen Essay von Christoph CONRAD in der FAZ vom 31.10.1998 hervor, in dem die Rhetorik der Sozialstaatsgegner und -befürworter in zeitlicher Abfolge skizziert wird:

"Auf die Sprache von Staat und Untertanen - oder, moderner: Staat und Bürgern - sei die Sprache der Klassen gefolgt, die wiederum von der Sprache der Geschlechter (bzw. der Geschlechterdifferenzen), der Sprache der Ethnizität (oder weiter gefaßt: der Abstammung und Gruppenidentität) sowie, zuletzt, von der Sprache der Generationen abgelöst worden sei."

Der Wechsel von "sozialer Gerechtigkeit" zur "Generationengerechtigkeit" bedeutet also einen Wechsel jener Akteure an, die den neuen Sozialstaatskompromiss aushandeln.

LESSENICH, Stephan (2003): Im Dienste des großen Ganzen.
Die Ich-AG als Chiffre eines Umbruchs. Neue Sozialpolitik leitet zum Selbstverantwortlichsein an,
in: Freitag Nr.7 v. 07.02.

LESSENICH skizziert - ganz leidenschaftslos - die Programmatik der Ich AG als Ausdruck eines autoritären Sozialstaats, wie er bereits vor längerem von Ralf DAHRENDORF als "neuer Autoritarismus" beschrieben worden ist, und den man auch als öffentliche Anleitung zum Unglücklichsein interpretieren kann:

"Prophylaxe, Prävention und Eigenvorsorge sind in diesem Kontext die sozialpolitischen Instrumente der Wahl: Garanten selbsttätiger, sozialverpflichteter Sicherung. Der neuen, doppelten Logik des Sozialstaats entsprechend werden sie zugleich als Zeichen persönlicher Autonomie - i.S. der selbstbestimmten Verfügung über den eigenen Körper, den eigenen Nachwuchs, das eigene Geld - wie auch als Ausweis sozialer Verantwortlichkeit der Individuen gedeutet: Wer selber rechtzeitig vorbeugt, vorleistet, vorsorgt, der fällt später niemand anderem zur Last. Umgekehrt verweisen in diesem Sinne mangelnde Selbsttätigkeit und fehlende Eigenvorsorge nicht nur auf die Unfähigkeit des Einzelnen, von seiner Freiheit angemessenen Gebrauch zu machen, sondern darüber hinaus auf die Weigerung, gesellschaftlichen Bedürfnissen gerecht zu werden. So oder so erfordert entsprechend inadäquates Verhalten der Sozialstaatsbürger und -bürgerinnen jedenfalls umfassende Maßnahmen sozialpolitischer Verhaltenssteuerung. Gegen die durch Gegenleistungen nicht gedeckte, »ausbeuterische« Inanspruchnahme sozialer Leistungsangebote darf und muss sich die Gesellschaft selbstverständlich verteidigen.
            Den Ton dieser Debatte hat Bundeskanzler Gerhard Schröder in seiner diesjährigen Neujahrsansprache vorgegeben, als er nicht schlicht für »mehr Eigenverantwortung jedes Einzelnen« plädierte. Darüber hinaus betonte er, das Soziale unserer Marktwirtschaft liege darin, dass jeder die gleichen Chancen habe - und zugleich die Pflicht, diese Chancen auch zu nutzen. Die Pflicht zur Nutzung der Marktchance, die persönliche und gesellschaftliche, ökonomische und moralische Pflicht zum Selbstverantwortlichsein: Das ist die Ideologie der Ich-AG."

LESSENICH, Stephan (2003): Soziale Subjektivität. Die neue Regierung der Gesellschaft,
in: Mittelweg 36, August/September, S.80-93

LESSENICH, Stephan (2004): Auf welcher Baustelle wollen wir leben?
Die "Krise" des Wohlfahrtsstaats, die "Reform" der Sozialpolitik und die Chancen soziologischer Diagnose,
in: Soziologische Revue, H.1, Januar, S.29-43

Stephan LESSENICH hinterfragt in dem Essay die sozialpolitische Kontinuitätssemantik und ihre Kehrseite, die Reformstaurhetorik. Demnach wurde bereits im Jahr 1975 die sozialpolitische Wende eingeleitet, denn seit damals sind die Sozialausgaben in Deutschland relativ zum wachsenden Problemdruck durch die "Arbeitslosen- und Seniorenquote" nicht mehr gestiegen, sondern gesunken. Sein Resümee: Reformstaudiskurs und Sozialstaatsrückbau koexistieren!

LESSENICH setzt sich in dem Essay auch mit den Vorwürfen des Feuilleton-Revoluzzers Jürgen KAUBE ("Will ich auch haben", FAZ, 28.08.2003) auseinander. KAUBE hatte die "Infantilisierung der Bürger durch den Sozialstaat" diagnostiziert und forderte von der Soziologie, seine Diagnose anhand einer "Pathologie der sozialstaatlichen Entwicklung" zu bestätigen. LESSENICH stimmt KAUBE zwar zu, dass eine politische Theorie des Umverteilungsstaats bisher allenfalls in Ansätzen existiert, aber der Diagnose von KAUBE, die sich einem ganz spezifischen Sozialstaatsverständnis verdankt, mag LESSENICH nicht folgen, denn

"zwischen der »Armenhilfe« und der umfassenden »Lebenssicherung« (...), zwischen Modellen staatlicher und nicht-staatlicher Wohlfahrtsproduktion (existiert) ein breites Spektrum möglicher ordnungspolitischer Wertentscheidungen."

LESSENICH kritisiert mit Hilfe eines Ansatzes des dänischen Politikwissenschaftlers Gösta ESPING-ANDERSEN die rein monetäre Sichtweise politischer Ansätze. Stattdessen geht es LESSENICH um eine normative Grundlegung der Sozialstaatstätigkeit. Die Bezugnahme auf ESPING-ANDERSEN weist darauf hin, dass es LESSENICH primär um eine familienfreundlichere Ausrichtung der Sozialpolitik geht. Solange eine solche Politik nicht singlefeindlich ist, wäre dagegen nichts einzuwenden.

LESSENICH, Stephan (2004): Zur Lage der bürgerlichen Demokratie in Deutschland, 
in: PROKLA 134, Nr.1, März

Stephan LESSENICH beschreibt die Feindbildproduktion der Sozialreformen. Sein Fazit:

"Faule Arbeitslose, unsoziale Kinderlose, überversorgte Rentner - die Feinbildproduktion der deutschen »Sozialreform« gebiert fast schon täglich neue Monster. Und ob es nun die Idee der Arbeitsdienstverpflichtung, des Familienwahlrechts oder eines  »Generationen-TÜVs« ist: Keiner der auf die Sozialfiguren des Sozialneids gemünzten politischen Reformvorschläge scheint zu autoritär, zu reaktionär oder - seien wir ehrlich - zu blöde zu sein, um nicht doch irgendwie Gehör zu finden. Die »Schluss mit lustig«-Stimmung im Lande macht fast alles möglich - oder zumindest schon mal denkmöglich. Den letztlich kontingenten Objekten gesellschaftlicher Sozialneiddiskurse - die keineswegs bloß auf »Randgruppen« zielen, sondern selbst »in der Mitte der Gesellschaft« solidaritätsausbeuterische Sozialpraktiken ausmachen, denen es Einhalt zu bieten gelte, - stehen mithin harte Zeiten bevor."

PROKLA-Thema: Umbrüche des Sozialstaats

LESSENICH, Stephan (2004): Ökonomismus zum Wohlfühlen.
Gösta Esping-Andersen und die neue Architektur des Sozialstaats, 
in: PROKLA 136, Nr.3, September

Gösta Esping-Andersen - Familienstruktur und Niedriglohnsektor

LESSENICH, Stephan & Matthias MÖHRING-HESSE (2004): Ein demokratischer Sozialstaat ist sein Geld wert.
Um gesellschaftliche Solidarität nicht ihren Gegnern zu überlassen, bedarf es eines Umbaus hin zu gleichen Rechten und Pflichten für alle,
in: Frankfurter Rundschau v. 03.11.

Ein oberflächlicher Artikel, in dem vor allem mit Schlagworten gearbeitet wird. Eine 82-seitige Expertise der Autoren zum Sozialstaatsproblem und zum propagierten Leitbild des demokratischen Sozialstaat findet sich auf www.otto-brenner-stiftung.de/ als PDF-Datei zum Download.

LESSENICH, Stephan (2005): Der ganz normale Irrsinn.
Popularklage gegen die SPD. Die Reformsozialdemokratie macht uns geistig und moralisch krank. Es ist höchste Zeit, sich dagegen zu wehren,
in: Freitag Nr.23 v. 10.06.

Der Politikwissenschaftler Stephan LESSENICH kritisiert u. a. den Umgang mit dem Generationengerechtigkeits- und Demografieargument:

"Der Begriff Umverteilung gilt (...) nur dann als Unwort der gegenwärtigen Reformpolitik, wenn nicht von der »Gerechtigkeit zwischen den Generationen« die Rede ist. Hier nämlich steht völlig außer Frage, dass Ressourcen und Belastungen zwischen der derzeitigen Rentner- und der gegenwärtigen beziehungsweise zukünftigen Erwerbstätigengenerationen ungleich verteilt sind und eben umverteilt gehören. Plötzlich fängt man an, nach den Renditen der Gesetzlichen Rentenversicherung zu fragen, bilden sich parteiübergreifend unheilige Allianzen berufsjugendlicher Parlamentarier, denen im Kampf um Gerechtigkeit für ihre »Generation« keine Polemik zu billig ist und umgekehrt kein Hüftgelenk für einen der gierigen Alten billig genug sein kann. Auch hier könnte man fragen, welchen Sinn wohl intertemporale Generationenbilanzen haben mögen, die die eigene, fiktive (bloß prognostizierte) Verteilungsposition im Alter mit der tatsächlichen Verteilungsposition der heute alten Menschen abgleichen - und stattdessen darauf hinweisen, dass die Idee des Generationenvertrags darauf zielt, allen Bevölkerungsgruppen (gleich welchen Alters) die angemessene Teilhabe am hier und heute gesellschaftlich erwirtschafteten Wohlstand zu gewährleisten. Eigentlich eine recht einfache und eingängige Vorstellung - aber leider nicht passend zum derzeit in Deutschland grassierenden und massenmedial geschürten demografischen Fieber.
            Mit dem Demografieargument wird man in den kommenden Jahren hierzulande wohl ohnehin alles verkaufen können. Nachdem insbesondere die Medieneliten entdeckt haben, dass Deutschland altert und die Frauen unter uns weder genug arbeiten noch ausreichend Kinder kriegen, werden wir Zeugen der öffentlichen Inszenierung eines - wie immer - deutschen Dramas, das seinesgleichen sucht."

LESSENICH, Stephan (2008): Die nützliche Klasse.
Wo geht's hier zur Mitte? Die Rede von den geschröpften Leistungsträgern der Nation ist Teil der Abwertungsrhetorik gegenüber den "Unnützen",
in: Freitag Nr.22 v. 30.05.

LESSENICH beschreibt in dem provokativen Artikel u. a. den Bedeutungswandel der "Mitte" im Übergang von der Bonner zur Berliner Republik, die Heinz BUDE auch als Übergang von der versöhnlichen Arbeitnehmergesellschaft zur konflikthaften Unternehmergesellschaft beschrieben hat:

"Früher, in den Zeiten der Bonner Republik, hieß die Mitte im gesellschaftlichen Diskurs zumeist noch »Mittelstand«. Heute, wo es nichts mehr Stehendes gibt (oder geben soll), wo sich alles zu bewegen und jeder mobil, dynamisch, flexibel zu sein hat, wird die Rede von der »Mitte« als dem funktionalen Zentrum, dem ruhenden Pol, dem normativen Ankerplatz einer sich beschleunigt verändernden Gesellschaft, von einer soziologischen Zuschreibungs- zu einer sozialen Ausgrenzungskategorie. Sie markiert eine gesellschaftliche Grenzziehung nicht (oder nicht in erster Linie) zwischen »oben« und »unten«, sondern zwischen »innen« und »außen«. Oder sagen wir es ruhig so normativ wie es politisch gemeint ist: zwischen »gut« und »böse«, zwischen nützlichen und nutzlosen Klassen, produktiven und unproduktiven Subjekten, sozialverantwortlichen Mitbürgern und verantwortungslosen Zeitgenossen."

DENNINGER, Tina/DYK, Silke van/LESSENICH, Stephan/RICHTER, Anna (2010): Die "Aufwertung" des Alters. Eine gesellschaftliche Farce,
in: Mittelweg 36, Oktober/November

Der Beitrag ist online als PDF-Datei verfügbar.

DYK, Silke van & Stephan LESSENICH (2011): Die graue Ressource.
Faltenfrei: Jung, fit, finanzstark - was ist dran an der Neubewertung des Alters? Kritik einer Mobilmachung,
in: Freitag Nr.3 v. 20.01.

LESSENICH, Stephan (2012): Der Sozialstaat als Erziehungsagentur,
in: Aus Politik und Zeitgeschichte, Nr.49-50 v. 03.12.

LESSENICH, Stephan/MARTINY, Anke/SEIBERT, Thomas (2013): Draußen keine Koalition.
Rot-Rot-Grün: Stell dir vor, es gibt eine linke Mehrheit, und niemand will sie: Fünf Gründe, warum es auch 2013 zu keinem Politikwechsel kommen konnte,
in:
TAZ v. 24.10.

"Die 2013 beworbene rot-grüne Option ist vor allem eines gewesen: eine notdürftige Neuauflage jener politischen Konstellation, deren erste Fassung linke Reformprojekte im Bund unglaubwürdig gemacht hat",

nennen LESSENICH/MARTINY/SEIBERT als einen von fünf Gründen dafür, warum gegenwärtig keine linke Mehrheit in Deutschland zustande kommt.

LESSENICH, Stephan & Reinhard MESSERSCHMIDT (2015): Weltfremde Zahlen.
Demografie: Offizielle Statistiken rechnen den aktuellen Lauf der deutschen Geschichte mit Zahlen aus der Zeit von Bundeskanzler Konrad Adenauer schön. Weil diese Methode Erklärungsmodelle stützt,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 06.11.

Stephan LESSENICH & Reinhard MESSERSCHMIDT kritisieren die 13. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung vom April diesen Jahres, weil sie die Migration der vergangenen Jahre zu einem "statistischen Ausreißer" erklärt, von dem

"keine Signalwirkung für die weitere demografische Entwicklung und deren Berechnung ausgeht oder ausgehen soll."

LESSENICH & MESSERSCHMIDT sehen darin den Versuch eine Vergangenheit zu bewahren, die angesichts einer "Zukunft des permanenten Migrationsdrucks" unrealistisch ist. Sie fragen deshalb was wirklich hinter dieser Fortschreibung der Vergangenheit steckt:

"Soll mit der Fortschreibung der gemittelten Erfahrungswerte seit der Adenauer-Ära die besorgte gesellschaftliche Mitte beruhigt werden? Wird hier bereits die Festung Europa der nächsten Jahrzehnte eingepreist? Oder soll am Ende die altersstrukturelle Zukunft Deutschlands nicht in helleren Farben erscheinen, um den eingeübten demografiepolitischen Dramatisierungen und den ertragreichen versicherungswirtschaftlichen Geschäftsmodellen nicht das Wasser abzugraben?"

LESSENICH, Stephan (2017): Probleme der Klassenanalyse,
in:
Prokla Nr.186, Heft 1, März

Stephan LESSENICH kritisiert die allzu schönfärberische Sicht der PROKLA-Redaktion auf die Arbeiterklasse. Er will die Misere nicht allein bei den Herrschenden sehen, sondern sieht eine Mitschuld der Beherrschten in Deutschland an der gegenwärtigen Weltlage. LESSENICH spricht nicht von den "Abgehängten", sondern von "Subalternen", die er von "materiellen und ideelen Interessen geleitet" sieht.

"Dass sich ein beständig wachsendes wirtschaftliches Mehrprodukt nur mithilfe durchgreifender und (natürlich immer nur für die Anderen) »schmerzhafter« Reformen des keynesianischen Sozialstaats werde erarbeiten lassen, aber dass es sich eben bei gesellschaftlicher Akzeptanz eines veränderten arbeits- und sozialpolitischen Steuerungsregimes werde erwirtschaften lassen: dies war die zentrale Botschaft neoliberaler Politik, in Deutschland wie in den anderen kapitalistischen Zentren der Welt. (...). Wer arbeitet, der wird auch essen, und wer noch mehr, länger und härter arbeitet, wird am Tisch der Reichen Platz nehmen können: dieses Credo war bemerkenswert anschlussfähig für die subalternen AlltagskritikerInnen des Neoliberalismus",

erklärt uns LESSENICH. Dass dies allgemeiner Konsens war und ist, das darf jedoch bezweifelt werden. Das mag die Ideologie des Neoliberalismus sein, aber keinesfalls das Alltagsbewusstsein aller Deutschen. Dahinter steht jedoch eine Art Neomalthusianismus - ein weltumspannendes Nullsummenspiel, bei dem die Gewinne der einen, die Verluste der anderen bedeuten. LESSENICH geht wie die Neoliberalen von einem Knappheitsproblem aus statt von einem Ungerechtigkeitsproblem. Nur aus dieser Sicht lassen sich die Zustände im "globalen Süden" eins zu eins als die Ausgeburten des "globalen Nordens" moralisieren. Was der Neoliberalismus mit seiner Ideologie als Lösung der Weltprobleme betrachtet, das wird bei LESSENICH zum Ausgang aller Weltprobleme gemacht. Die Herrschaftsstrukturen im "globalen Süden" sind dann lediglich eine Funktion der Herrschaftsstrukturen im "globalen Norden". Was LESSENICH der PROKLA-Redaktion im Kleinen vorwirft, das praktiziert er sozusagen im Weltmaßstab. Sein Kosmopolitismus ist nichts anderes als ein Weltnationalstaat, dessen Staaten sozusagen Bundesländern bzw. Bundesstaaten ähneln. Statt eines Bruttoinlandsprodukts haben wir es mit einem Bruttoweltprodukt zu tun. Was die einen konsumieren, das fehlt den anderen und umgekehrt. LESSENICH behauptet nichts weniger als dass er weiß wie die Welt funktioniert. Diese Welterklärungsmethode fällt in sich zusammen, wenn das Welterklärungsmodell nicht der Wirklichkeit entspricht.

Was bei Ulrich BECK, seinen Vorgänger, die Vollkaskomentalität war, mit der der Sozialstaat diffamiert wurde, das ist bei LESSENICH der "Wohlstandschauvinismus", den er als "kleinste(n) gemeinsame(n) - Klassen übergreifenden - Nenner der Wachstumsstagnationsgesellschaften" bezeichnet. Der Begriff "Wachstumsstagnationsgesellschaften" will sagen, dass der Dreiklang "Wachstum, Wohlstand, Wohlfahrt" nicht mehr haltbar sei. Befinden wir uns jedoch in einer solchen Gesellschaft oder wird das Wachstum nur falsch gemessen? Sind die Indikatoren dem herrschenden Finanzkapitalismus überhaupt noch angemessen? Solche Fragen sucht man bei LESSENICH vergebens. Genauso fehlt ein Inventarium, um die Demografisierung gesellschaftlicher Probleme zum Ausgangspunkt einer Kritik zu machen.

Was würde passieren, wenn sich die Wissensgesellschaft als Seifenblase erwiese? Was, wenn die Professorenschaft und ihre angeblichen Verdienste überschätzt wären? Der britische Publizist David GOODHART hat darauf aufmerksam gemacht, dass unsere Eliten blind sind für ihre eigenen Privilegien. Sie predigen Wasser, um selber weiterhin Wein trinken zu können! Sollten die deutschen linksliberalen Eliten nicht umdenken, könnte in Deutschland blühen, was in Großbritannien, den USA oder Polen bereits der Fall ist.

Neu:
LESSENICH, Stephan (2017): Phantomschmerztherapie.
Die Begeisterung für den SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz ist gewaltig - allerdings aus den falschen Gründen,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 10.03.

Der Soziologe Stephan LESSENICH hat die Nachfolge von Ulrich BECK angetreten. Seitdem steht er ihm im Neusprech in nichts mehr nach. Als er noch wenig bekannt war, war er ein produktiver Denker, der den Gesellschafts- und Sozialstaatswandel auf den Punkt brachte. Je steiler jedoch seine Karriere verlief, desto mehr näherte er sich dem Mainstream an. Nun ist er dort angekommen: Teil der herrschenden Elite. Statt Roß und Reiter zu nennen, schwadroniert er vom Wohlstandsbürgertum, ohne dieses zu definieren, sodass sich keiner angesprochen fühlen muss. Das Wohlstandsbürgertum sind im Zweifelsfalle immer die anderen.

LESSENICH wiederholt noch einmal die einseitige Rezeption des Buchs Rückkehr nach Reims von Didier ERIBON:

"Die deutsche Gesellschaft der Merkel-Ära als »Abstiegsgesellschaft« zu verstehen und die Rechtsdrift im Parteiensystem als Ausdruck verbreiteter Abstiegsängste, ist nicht nur eine soziologische Konstruktion. (...). Mehr noch als Oliver Nachtweys gewissermaßen titelgebende Studie über »das Aufbegehren in der regressiven Moderne« dürfte in diesem Sinne Didier Eribons Autobiografie »Rückkehr nach Reims« von Bedeutung gewesen sein".

In der Mainstreamberichterstattung wird ausgeblendet, dass ERIBON Zweifel daran hegt, dass die Arbeiterschaft die "natürliche Klientel" der Linken sei. Vielmehr kommt es nach ERIBON darauf an, einen Deutungsrahmen zu schaffen, der unsere Gegenwart verständlich macht. In diesem Sinne steht ERIBON den Vorstellungen von Elisabeth WEHLING nahe, die von politischem Framing spricht. Der deutsche Journalist Christian BARON hat diese Sicht auf die deutsche Situation übertragen. BARON hatte Unterschichteltern und schreibt derzeit an seiner Promotion zum deutschen Sozialstaatsdiskurs. Als sozialer Aufsteiger hat er einen anderen Blick auf das linksliberale und linksradikalte Milieu in Deutschland. BARON legt die Finger in die Wunden bis es weh tut, weshalb sein Buch in Deutschland weit weniger von unseren meinungsführenden Eliten zur Kenntnis genommen wurde.

Während LESSENICH nur an der Oberfläche der Problematik kratzt, zeigt BARON warum die Kulturlinken lieber die Welt retten wollen, als die Armut im eigenen Land zu bekämpfen. LESSENICH gehört in diesem Sinne ebenfalls zu diesen Kulturlinken, wenn er den Gesellschaftsvertrag folgendermaßen ausbuchstabiert:

"Ihr, die politischen und ökonomischen Funktionseliten dieser Gesellschaft, dürft uns, die besitzlosen, aber mit dem allgemeinen Wahlrecht ausgestatteten Massen, im Betrieb und über das Parlament beherrschen, soweit und solange ihr für permanentes Wachstum und steigende Konsummöglichkeiten, ein wenig Umverteilung und die Aussicht auf sozialen Aufstieg für uns und unsere Kinder sorgt.
Und (...) wenn ihr die Kosten dieses Arrangements von uns fern und uns dessen Nebenwirklungen vom Halse haltet: nämlich die für ökonomisches Wachstum notwendige Naturzerstörung, die trotz Umverteilung verbleibende Armut, das Wissen um die Gründung hiesigen Wohlstands auf der harten Arbeit von Menschen anderswo auf der Welt, die Aufstiegswünsche auch dieser Menschen für sich selbst und ihre Kinder. Wer heute von der »Abstiegsgesellschaft« und ihren Sorgen redet, sollte von den Voraussetzungen und Funktionsbedingungen der Aufstiegsgesellschaft, in Deutschland wie im Rest der westlichen Nachkriegswelt, nicht schweigen."

Man kann das in Abwandlung eines Satzes von BARON auf den Punkt bringen:

"Für Kulturlinke sind die Menschen in relativer Armut verantwortlich für das Elend der Welt."

Gemäß LESSENICH dürften wir erst für bessere Lebensbedingungen in Deutschland kämpfen, nachdem wir die Welt gerettet haben: also nie! Es ist wesentlich einfacher sich als Moralist aufzuspielen als sich durch ein Bekenntnis zu einem konkreten Gesellschaftsverständnis angreifbar zu machen. Sich auf den Standpunkt zu stellen, dass die guten alten Zeiten, was immer das gewesen sein soll, nicht wiederkehren, reicht nicht aus, denn was uns erwartet ist nicht vorgezeichnet, sondern offen! Das Abendland ist schon bei Oswald SPENGLER untergegangen und die Deutschen sterben bereits seit 100 Jahren aus.

Fazit: Mit billiger Polemik ist es nicht getan. Martin SCHULZ ist Teil des Problems und nicht die Lösung. LESSENICH aber bleibt die Antwort schuldig, was die Alternative wäre. Postwachstumsgesellschaft? Die Produktion von Lebensqualität gilt seit längerem als Wunderwaffe. Aber auch hier geht es darum, die Spreu vom Weizen zu trennen!

 
       
   

Stephan Lessenich im Gespräch

 
       
   

Videointerview mit Stephan Lessenich zum Buch "Die Neuerfindung des Sozialen",
in: transcript-verlag.de

ZEKRI, Sonja (2016): Wir sind die Guten.
SZ-Serie Bewegte Mitte (1): Zwischen Angst und Anspruch. Der Münchener Soziologe Stephan Lessenich über eine alarmierte Bevölkerungsgruppe,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 17.06.

Der Soziologe Stephan LESSENICH sieht in der Mitte keinen stabilisierenden politischen Faktor mehr. Die Mitte ist für ihn sowieso nur ein spezieller deutscher Volksersatz im Gegensatz zu Frankreich (Republikanismus) oder den USA (Verfassungspatriotismus), die von anderen Demokratieprinzipien geprägt sind.

Der Kampf um die wahre Mittelschichtdefinition, beispielhaft zuletzt an den Studien von DIW bzw. IW oder an der Ungleichheitsserie der FAZ abzulesen sind Selbstverständigungsdiskurse in Sachen mittelschichtorientierter Politik. Dabei entdeckt LESSENICH eine gewisse Schizophrenie:

"Mittelschichten (kritisieren) (...) einen ausufernden Staat oder zu viel Staatlichkeit (...), obwohl sie davon profitieren"

Beispielhaft lässt sich dies im Beitrag von Dorothea SIEMS in der heutigen Welt ablesen:

"Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hat die Verteilungswirkung der wichtigsten Familienleistungen für die den Grünen nahestehende Heinrich-Böll-Stiftung analysiert. Danach erhält das reichste Zehntel der Haushalte 13 Prozent der Förderung, das ärmste dagegen nur sieben Prozent. Pro Haushalt am unteren Ende der Einkommensskala sind dies 107 Euro monatlich gegenüber 199 Euro am oberen Ende",

erläutert uns SIEMS, nur um darauf hinzuweisen, dass schließlich die Wohlhabenden (obere Mittelschicht und die Oberschicht?) auch diese Leistungen finanziert:

"Allerdings tragen die Wohlhabenden mit 44 Prozent auch fast die Hälfte der gesamten Einkommensteuerlast, während die unteren Einkommensgruppen fast keinen Beitrag leisten müssen."

Aus dieser Tatsache heraus wird dann abgeleitet, dass diese "Wohlhabenden" auch das Recht haben die Politik zu bestimmen bzw. gekränkt sein dürfen, wenn die Politik sich nicht um diese Interessen kümmert. Und Umverteilung ist diesem neoliberalen Milieu ein besonderes Ärgernis. So jedenfalls sieht das zu Recht Stephan LESSENICH, der auf den Unterschied zwischen einkommensdefinierter Mittelschicht (50 - 60 % der Bevölkerung) und gefühlter Mittelschicht (80 %) aufmerksam macht. Diesen Unterschied nutzen Mainstreammedien, um ihre Politik für die obere Mittelschicht als Mittepolitik auszugeben.

LESSENICH weist darauf hin, dass die Mittelschichtdystopien im Zusammenhang mit dem Demografiediskurs gesehen werden müssen. Generativität ist für die wohlhabende Mittelschicht ein wichtiges Moment ihres Handelns und führt zur Abgrenzung gegen den Rest der Gesellschaft, denn:

"Wenn es immer weiter nach oben gehen soll, ist schon Stillstand eine Bedrohung",

erläutert LESSENICH die Wachstumsfixierung eines von Generativität getriebenen Milieus. In diesem Sinne ist eine Verschiebung im Mittelschichtkonsens eingetreten: Neureiche sind nicht mehr wie früher verpönt, sondern gehören nun dazu, denn

"an die Stelle von Leistung als Kriterium sozialer und öffentlicher Akzeptanz tritt zunehmend der Erfolg."

In diesem Sinne interpretiert LESSENICH die Erfolge der AfD und des Rechtspopulismus als Erfolg einer Mittelschichtbewegung und eines Extremismus der Mitte, den bereits der Sozialstrukturforscher Theodor GEIGER für die Weimarer Republik konstatierte und der für den Aufstieg des Nationalsozialismus mitverantwortlich war.  Begriffe wie Dummdeutsche, Dunkeldeutsche oder Modernisierungsverlierer sind aus dieser Sicht eine Selbstlüge der Mittelschicht, weil sie den eigenen Anteil an der Entwicklung ausblenden.

 
       
       
   

Wohlfahrtsstaatliche Grundbegriffe (2003).
Historische und aktuelle Diskurse. Theorie und Gesellschaft, Band 52

Frankfurt a/M:
Campus

 
   
     
 

Klappentext

"Wohlfahrtsstaatliche Politik ist seit über einem Jahrhundert ein umkämpftes Terrain und nicht zuletzt auch ein Kampf um Begriffe. Der Band erläutert die historisch sich verändernden Bedeutungsgehalte, Sinngebungen und Verwendungszusammenhänge von fünfzehn Grundbegriffen."

 
     
 
       
   

Die Beiträge des Buchs

Einleitung
  • LESSENICH, Stephan - Wohlfahrtsstaatliche Grundbegriffe - Semantiken des Wohlfahrtsstaats
  • Selbstbeschreibungen
  • KIESERLING, André - Die Gesellschaft der Politik? Zum Politismus der Moderne
  • KAUBE, Jürgen -  Das Reflexionsdefizit des Wohlfahrtsstaates
  • CHRISTOPH, Conrad - Die Sprachen des Wohlfahrtsstaats
  • Wertideen
  • KAUFMANN, Franz-Xaver - Sicherheit: Das Leitbild beherrschbarer Komplexität
  • KERSTING, Wolfgang - Gerechtigkeit: Die Selbstverweigerung des egalitaristischen Sozialstaats
  • VOBRUBA, Georg - Freiheit: Autonomiegewinne der Leute im Wohlfahrtsstaat
  • PRISCHING, Manfred - Solidarität: Der vielschichtige Kitt gesellschaftlichen Zusammenlebens
  • SACHßE, Christoph - Subsidiarität: Leitmaxime deutscher Wohlfahrtsstaatlichkeit
  • Sozialfiguren
  • RIEGER, Elmar - Bürger: Kulturelle Grundlagen des demokratischen Wohlfahrtsstaates
  • WAGNER, Peter & Bénédicte ZIMMERMANN - Nation: Die Konstitution einer politischen Ordnung als Verantwortungsgemeinschaft
  • GERHARD, Ute - Geschlecht: Frauen im Wohlfahrtsstaat
  • BUDE, Heinz - Generation: Elemente einer Erfahrungsgeschichte des Wohlfahrtsstaates
  • Strukturkategorien
  • RÜB, Friedbert W. - Risiko: Versicherung als riskantes Geschäft
  • NASSEHI, Armin - Inklusion: von der Ansprechbarkeit zur Anspruchsberechtigung
  • LAHUSEN, Christian & Carsten STARK - Integration: Vom fördernden und fordernden Wohlfahrtsstaat
  • PRIDDAT, Birger P. - Umverteilung: Von der Ausgleichssubvention zur Sozialinvestition
  • NULLMEIER, Frank - Anerkennung: Auf dem Weg zu einem kulturalen Sozialstaatsverständnis?
  • Schluss
  • LESSENICH, Stephan - Wohlfahrtsstaatliche Semantiken - Politik im Wohlfahrtsstaat
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    Dynamischer Immobilismus (2003).
    Kontinuität und Wandel im deutschen Sozialmodell

    Frankfurt:
    Campus

     
       
         
     

    Klappentext

    "Lange galt die Bundesrepublik als das Musterland des Wirtschaftswunders, des politischen Konsensstrebens und des sozialen Friedens. Doch mittlerweile ist Deutschland zum Inbegriff wirtschaftlicher Verkrustungen, politischen Reformstaus und gesellschaftlichen Stillstands geworden. Die Klage über den deutschen Immobilismus übersieht allerdings einen breit angelegten Prozess schleichenden Wandels, der auf dem besten Wege ist, die gesellschaftspolitische Identität des deutschen Modells nachhaltig zu verändern."

    Inhaltsverzeichnis

    Vorwort

    1. Gesellschaft im Übergang: Kontinuität und Wandel im deutschen Sozialmodell
    2. Die politische Regulierung sozialer Beziehungen: Ein Begriffsraster zur Analyse institutioneller Ordnungen und ihres Wandels

    2.1. Gesellschaft – Regime – Sozialmodell: Die politische Regulierung sozialer Beziehungen
    2.2. Interessen – Ideen – Institutionen: Die institutionalisierte Perspektive auf Politik und Gesellschaft
    2.3. Orientierung – Regulierung – Institutionalisierung: Institutionen als Produkt und Prozess

    2.3.1. Was sind Institutionen?
    2.3.2. Leitbilder
    2.3.3. Relationen
    2.3.4. Dynamik

    2.4. Kontingenz – Evolution – Intentionalität: Institutionen als Projekt und Prozess
    2.5. Statik – Dynamik – Dialektik: Dimensionen und Paradoxien institutionellen Wandels

    3. Varieties of capitalism – worlds of welfare – types of democracy: Das deutsche Modell im Spiegel der international vergleichenden Literatur

    3.1. Gesellschaftsvergleich als vergleichende Institutionenanalyse

    3.1.1. Einheit in der Vielfalt: »Europäischer Gesellschaftsvergleich«
    3.1.2. Vielfalt in der Einheit: »Comparative Political Economy«
    3.1.3. Die Spezifizierung der Vielfalt: »Institutionelle Regime«

    3.2. »Varieties of capitalism«: Ökonomische Institutionenordnungen im Vergleich
    3.3. »Worlds of welfare«: Wohlfahrtsstaatliche Institutionenordnungen im Vergleich
    3.4. »Types of democracy«: Politische Institutionenordnungen im Vergleich
    3.5. Koordiniert, konservativ, konsensual? Das deutsche Sozialmodell und sein Basisinstitutionen

    4. Die Konfiguration des deutschen Sozialmodells: Historisch-soziologische Skizzen

    4.1. Das deutsche Sozialmodell als institutionelle Konstellation: Eine analytische Rekonstruktion
    4.2. Soziale Marktwirtschaft
    4.3. Sozialpartnerschaft
    4.5. Familialismus
    4.6. Verbundföderalismus
    4.7. Verhandlungsdemokratie
    4.8. Das deutsche Sozialmodell als legitime Ordnung: Gesellschaftliche Faktoren stabilen Institutionenwandels

    5. Die Rekonfiguration des deutschen Sozialmodells: Politisch-soziologische Fallstudien

    5.1. »Reformstau« revisited: Das deutsche Sozialmodell in den 1990er Jahren
    5.2. Rekonfigurationen im deutschen Sozialmodell (1): Die Expansion des Sozialversicherungssystems

    5.2.1. Das Mehrsäulensystem sozialpolitischen Bedarfsausgleichs
    5.2.2. Das Sozialversicherungssystem im Wandel
    5.2.3. »Sozialversicherung« als Legitimationsressource
    5.2.4. Die Kontraktion sozialversicherungsförmiger Unterstützungsbeziehungen

    5.3. Rekonfigurationen im deutschen Sozialmodell (2): Die Dezentralisierung des Tarifvertragssystems

    5.3.1. Das Mehrebenensystem arbeitspolitischer Konfliktpartnerschaft
    5.3.2. Das Tarifvertragssystem im Wandel
    5.3.3. »Sozialpartnerschaft« als Legitimationsressource
    5.3.4. Die Dezentrierung des sozialpartnerschaftlichen Beziehungsgefüges

    6. Dynamischer Immobilismus: Die Dialiktik von Kontinuität und Wandel im deutschen Sozialmodell

    6.1. Rekonfigurationen im deutschen Sozialmodell: Eine Zusammenschau
    6.2. Schleichwege aus der Pfadabhängigkeit: Ein Interpretationsangebot
    6.3. Soziologie und Politik: Eine Grenzüberschreitung

     
         
     
           
       

    Rezensionen

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    Welten des Wohlfahrtkapitalismus (1998)
    (herausgegeben zusammen mit Ilona Ostner)

    Frankfurt:
    Campus

     
       
         
     

    Klappentext

    "Der moderne Wohlfahrtsstaat gerät in einer Zeit globalisierter Märkte und individualisierter Interessen zunehmend in die Krise. Welche politischen Barrieren stehen dem Markt noch entgegen? Wo werden die wohlfahrtsstaatlichen Segel zuerst gestrichen? Welche Institutionen erweisen sich als besonders widerstandsfähig? In Anknüpfung an das Konzept wohlfahrtsstaatlicher Regime widmet sich dieser Band Fragen der Einheit und Vielfalt, der Stabilität und Dynamik, der Vergangenheit und Zukunft des Wohlfahrtsstaats."

     
         
     
           
       

    Stephan Lessenich im WWW

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    Update: 13. September 2017