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Susanne Mayer: Die Zukunft der Familie

 
       
   

Susanne Mayer bei single-generation.de

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Die Zukunft der Familie (2007)
(herausgegeben zusammen mit Dietmar Schulte)

München: Wilhelm Fink

 
   
     
 

Klappentext

"Die Diskussion um das, was Familie für den Einzelnen und für die Gesellschaft bedeutet, erlebt zurzeit eine Renaissance. Es entwickelt sich ein neues Bild und ein neues Verständnis von Familie. Galt sie traditionell als biologisch konstituiertes Nachkommenschaftsverhältnis von Vater, Mutter und Kind(ern), so kann sie im 21. Jahrhundert auch rechtlich oder sozial bedingt sein, mehrere Generationen, Lebensabschnittspartnerschaften oder nur ein Elternteil umfassen.

Kinderlosigkeit und Geburtenrückgang sind zu einem sich beschleunigenden Phänomen geworden. Jede Generation ist um ein Drittel kleiner als die vorhergehende. Überdurchschnittlich viele Akademikerinnen bleiben kinderlos. Deutschland hat eine der niedrigsten Geburtenraten Europas. Die Familie verschwindet aus dem Alltagsleben breiter Bevölkerungsschichten."

Zitate:

Single-Begriff

"Man kann den Begriff »Single« weiter und enger definieren. Als »Single« bezeichnet man
•entweder alle Alleinlebenden im mittleren Lebensalter (sagen wir: zwischen 25 und 55 Jahren). Davon gibt es derzeit in Deutschland ca. 7 Millionen (8 Prozent der Bevölkerung).
• Von ihnen hat aber etwa ein Drittel einen Partner. Scheiden wir diese Paare mit getrenntem Wohnsitz aus der Betrachtung aus, so bleiben die Alleinlebenden im mittleren Lebensalter ohne Partner. Etwa 4 Millionen (5 Prozent) Menschen sind »Singles« in diesem Sinne.
• Eine etwas andere Abgrenzung, die im Folgenden nicht verwendet wird, versteht als »Single« alle Menschen, die im mittleren Lebensalter keinen Partner haben, einerlei, ob sie alleinleben oder etwa als Alleinerziehende. Schätzungsweise 8 Millionen Menschen in Deutschland sind Partnerlose im mittleren Lebensalter." (Stefan HRADIL 2007, S.140)

Singles zwischen Unfreiwilligkeit und Freiwilligkeit

"Überwiegend werden die Menschen eher »unfreiwillig« zu Singles (nach Scheidungen, wiederholten Trennungen etc.). Aber die Mehrheit der Singles hat sich mit dem Alleinleben mehr oder minder arrangiert. Daher sind, anders als oft vermutet wird, keineswegs alle Singles auf Partnersuche. Es ist nur eine Minderheit (ca. 20 Prozent der weiblichen, 40 Prozent der männlichen Singles), die sich aktuell um einen Partner bemüht. Andererseits schließt nur eine kleine Minderheit der Singles eine (erneute) Partnerschaft kategorisch aus." (Stefan HRADIL 2007, S.141)

Auf dem Weg zur "Single-Gesellschaft" und der Wandel des Wertewandels

"Singles wurden im Laufe der 1970er und 1980er Jahre zu Vorbildern mit einer großen Ausstrahlungskraft auch und gerade auf Nicht-Singles, d.h. auf diejenigen, die mit anderen zusammen leben. Die Werbung bediente sich ihrer als Sympathieträger. (...). »So autonom, so frei möchte ich auch leben.« In diese Richtung gingen die Konnotationen des Fernseh-, Hörfunk- und Pressepublikums, wenn die Medien über Singles berichteten. (...) Und das hatte Folgen: Singles wurden zu Leitbildern. Ihrem Vorbild wurde gefolgt. Nicht in wörtlichem Sinne, die wenigsten ließen sich davon verleiten, allein zu leben. Wohl aber in übertragener Bedeutung wurden große Teile der Bevölkerung zu Singles. (...).
Diese seit vielen Jahren andauernden Tendenzen hin zur »Single-Gesellschaft« (in übertragener Bedeutung) (...) haben sich auf breiter Front durchgesetzt (...). Dennoch machen sie unser Leben nicht ganz und gar aus (...).
Es gibt durchaus Gegentendenzen, die weg führen von der Verherrlichung von Singles, von der »Versingelung« vieler von uns und der dahinter stehenden Trends zu Erlebnisgesellschaft, Individualisierung und Selbstverwirklichung.
(...). Im Hintergrund steht ein »Wandel des Wertewandels«." (Stefan HRADIL 2007, S.141f.)

Singles als Symbol einer irregeleiteten Moderne

"Singles künden in letzter Zeit eher von Irrwegen oder besser: Abwegen der Modernisierung, die jetzt wieder verlassen werden. Sie stehen für eine Modernisierungsphase, in der die Menschen die durch Modernisierung geschaffenen neuen Möglichkeiten (Geld, Liberalisierung, Bildung, Mobilität etc.) exzessiv für sich selbst nutzten, etwa wie Kinder, die der Faszination neuer Spielzeuge erliegen. Konsequenterweise werden Singles heute von ihren Mitmenschen als Warnung wahrgenommen, als Warnung vor dem drohenden Verlust der sozialen und dann auch materiellen Lebensgrundlagen, die mit einer egozentrischen Nutzung moderner Ressourcen einhergehen." (Stefan HRADIL 2007, S.146)

Die Folgenlosigkeit des Wertewandels für die Entwicklung der Single-Haushalte

"Die Zahl und das Leben der Singles werden sich durch diese kritische Sichtweise allerdings kaum verändern. Allenfalls werden die Zwänge, ihre Lebensform vor anderen und vor sich selbst zu begründen, denen Singles ohnehin ausgesetzt sind, weiter zunehmen." (Stefan HRADIL 2007, S.146)

 
     
 
       
   

Beiträge des Sammelbandes

MAYER, Susanne - Vorwort

SCHULTE, Dietmar - Einleitung

BERTRAM, Hans - Zur Krise der modernen Familie

MEDICK, Hans - Zwischen Mythos und Realität. Die historische Erforschung der Familie

WALTER, Wolfgang - Stirbt die Familie aus? Kinderlosigkeit und Geburtenrückgang in Deutschland

SCHNEEWIND, Klaus - Wie geht's der Familie? Bestandsaufnahme und Ansätze zur Stärkung von Familienkompetenzen

ALTEMEIER, Andreas - Von unsicherer Sprachlosigkeit zu erfüllter Stille: religiöse Erziehung in der Familie

AUFENANGER, Stefan - Die neuen Erzieher? Medien und Familien

KIRCHHOF, Paul - Kommt die Familie zu ihrem Recht? Familienrecht in der aktuellen Diskussion

BECKER, Stefan - Familie und Beruf: Karriereleiter und Karriereknick

HRADIL, Stefan - Vom Leitbild zum "Leidbild": Singles als Symbole der Moderne

MAYER, Susanne - Familien contra Kinderlose: Über die Entschärfung eines heillosen Konflikts

STIERLIN, Helm - Familien im Umbruch: Risiken und Chancen

BOLZ, Norbert - Das Chaos der Intimität

 
   

Vortragsreihe des Heinz Nixdorf Forums

Die Zukunft der Familie (19.01. - 30.11.2005)
 
   

weiterführende Links

 
     
   
 
   

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Update: 28. September 2013