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Warnfried Dettling: Die Bürgergesellschaft

 
       
   
  • Kurzbiografie

    • 1943 in Kuppenheim geboren
    • Studium der Soziologie, Politikwissenschaft, Philosophie und Klassische Philologie
    • Leiter der Hauptabteilung Politik in der CDU-Geschäftsstelle
    • - 1991 Ministerialdirektor im Bundesministerium für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit
    • freier Publizist
    • 1994 Herausgeber des Buchs "Perspektiven für Deutschland"
    • 1995 Buch "Politik und Lebenswelt"
    • 1999 Buch "Ehrenamt in der Bürgergesellschaft"
    • 2001 Buch "Die Stadt und ihre Bürger"
 
       
     
       
   

Warnfried Dettling in seiner eigenen Schreibe

 
   

DETTLING, Warnfried (2000): Die stille Revolution.
Die rot-grüne Regierung macht die deutsche Gesellschaft freier. Arbeitswelt, Sozialstaat, Familien - nichts bleibt wie es ist,
in: Tagesspiegel v. 16.09.

DETTLING, Warnfried (2002): Rechts oder links funktioniert nicht mehr.
Die Feuer der alten politischen Vulkane sind erloschen: Was also bleibt Schröder und Stoiber?,
in: Welt v. 17.01.

DETTLING, Warnfried (2002): Im politischen Jenseits.
Die Diskussion um die Zuwanderung zeigt: Die Politiker führen lieber Luftschlachten über Begriffe wie "Mitte" und "Werte", als sich um Probleme und Lösungen zu kümmern,
in: TAZ v. 02.03.

DETTLING, Warnfried (2002): Zwischen Apparat und Milieu.
Franz Walter zieht mit leichter Hand die großen Linien der SPD-Geschichte vom "Proletariat zur Neuen Mitte". Eine Deutung der aktuellen sozialdemokratischen Sinnkrise bleibt er allerdings schuldig,
in:
TAZ
v. 21.03.

Franz Walter - Demografie, Milieu und Politik

DETTLING, Warnfried (2002): Stoiber muss in die Stadt.
Debatte: In den Metropolen lassen sich linke und rechte Träume von heiler Welt nicht realisieren,
in: Welt v. 26.03.

DETTLING sieht angesichts der neoliberalen Politik die Sehnsucht nach Sicherheit steigen. Gleichzeitig weist er daraufhin, dass es unserer Gesellschaft an einer "Kultur des Scheiterns" mangelt:

"Es gibt objektive Veränderungen, die der Einzelne nicht beherrschen kann, die über Gelingen und Scheitern mit entscheiden. Nicht wenige haben dies ganz existenziell erlebt: in der Ehe, als der andere ging, obwohl man selber ganz gerne 34 Jahre und länger mit ihm zusammengelebt hätte; am Arbeitsplatz, der plötzlich weg war, obwohl man gerne bis zum Ende aller Tage dort gearbeitet hätte. Mit einem Satz: Es hat eine ganze soziale Welt gebraucht und nicht nur den eigenen guten Willen, damit fast alle in Beziehungen zusammenbleiben konnten, bis dass der Tod oder die Pensionierung sie scheidet. Die Kultur des Scheiterns wird heute unter Schmerzen vor allem in den Städten geboren. Demonstrative Triumphe des Gelingens - einer Ehe, einer Politik, eines Bundeslandes - können ganz unterschiedliche Reaktionen auslösen. Je erfolgreicher andere sind und sich inszenieren, desto mehr muss man sich das Scheitern selbst zuschreiben. Das aber lassen sich Menschen nicht so gerne sagen, und es trifft eben auch nicht immer zu."

DETTLING, Warnfried (2002): Kinderfreundlichkeit kann keiner kaufen.
Renate Schmidt hat ein bemerkenswertes Buch zur Familienpolitik verfasst, mit zukunftsweisenden Reformansätzen zu Betreuung und Finanzierung,
in: TAZ v. 23.04.

Renate Schmidt - Politik für die Mütterelite

DETTLING, Warnfried (2002): Management des Wandels.
Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Warnfried Dettling über neue Anforderungen an die Gewerkschaften in der Bürgergesellschaft,
in: Frankfurter Rundschau v. 23.05.

DETTLING, Warnfried (2002): Dribbelt sich die Union ins Abseits?
Die Wende im Wahlkampf hat Namen: Peter Hartz und Katherina Reiche,
in: Welt v. 03.07.

DETTLING, Warnfried (2002): Lechts gegen rinks.
Verkehrte Welt: Gerhard Schröder will mit der Hartz-Kommission und Sozialstaatsreform punkten - Edmund Stoiber verteidigt soziale Errungenschaften
in: TAZ v. 27.07.

DETTLING, Warnfried (2002): Die CDU braucht jetzt keine Wertedebatte.
Es kommt darauf an, passende Antworten auf die neuen Realitäten zu suchen,
in: Welt v. 21.10.

"In den die Union prägenden Jahrzehnten, den 1950er- und 1960er-Jahren, waren mehr als 95 Prozent eines Altersjahrgangs verheiratet, und von ihnen hatten wieder über 90 Prozent Kinder. Wenn heute nach wie vor die allermeisten jungen Frauen und Männer sich ein gelingendes Leben nur mit Kindern, in Partnerschaft und Familie vorstellen können, aber dann ein Drittel eines Altersjahrgangs keine Kinder hat, ein weiteres Viertel nur ein Kind, Deutschland mit Italien und Spanien Schlusslicht bei der Geburtenentwicklung ist, dann stellen sich weniger Fragen an die Werte als Fragen an die Politik. Wer Werte bewahren will, muss es auf der Höhe der Zeit tun",

wirft Warnfried DETTLING in die laufende Wertedebatte der CDU ein. Was DETTLING hier vollbringt, das ist eine Collage aus Schönfärberei und Schwarzmalerei, nur mit den Lebensverhältnissen in Deutschland hat das nichts zu tun! Während STÖLZL in der WamS vom 20.10.2002 die "Patchworkfamilie in der Risikogesellschaft" in die Umbruchzeiten nach den Weltkriegen, also in die 1950er Jahre verlegt, kontrastiert DETTLING die 50er-Jahre-Rama-Familienidylle mit der Kinderlosigkeit der Jahrtausendwende. Im Spiegel-Artikel vom 15. September 1954
ist eine Grafik abgebildet, wonach es damals 20 % kinderlos Verheiratete gab, 29 % Ein-Kind-Familien und 30 % ("kinderlose") Ledige. Dies widerspricht also DETTLINGs Familienidylle!

In Heinrich BÖLLs Erzählung Haus ohne Hüter wird die damals vorherrschende "Patchworkfamilie" geschildert: allein erziehende Mütter, die mit ihrem "Onkel" zusammenlebten, um ihre geringe Witwenrente nicht zu verlieren. Die Onkel-Ehen von damals hatten einen Status wie heutzutage die Paare ohne gemeinsamen Haushalt - sie waren amtsstatistisch unsichtbar und damit moralisch diffamiert und politisch randständig. Das Kontrastbild von DETTLING wirkt nur im Vergleich zum Geburtenrückgang. Hier aber werden Prognosen, und keine Tatsachen präsentiert. Zu welchem Prozentanteil heutzutage die Altersgruppen Kinder bekommen, das ist hoch spekulativ. Die Bevölkerungswissenschaftler müssen ihre Prognosen ständig nach unten korrigieren und nähern sich bereits der 25 %-Marke an. DETTLING bezieht sich offensichtlich nur auf die Kinderzahl eines begrenzten Milieus, dem er gesamtgesellschaftliche Bedeutung beimisst. Dies allein ist schon strittig.

DETTLING, Warnfried (2002): Im 30-Prozent-Turm.
Nach ihrem schlechten Wahlergebnis muss die Union neues Land gewinnen, ohne das alte zu entvölkern - im Augenblick sieht es nicht so aus, als hätte sie das begriffen,
in: TAZ v. 09.11.

Warnfried DETTLING unterscheidet ökonomische und kulturelle Modernisierungsverlierer. In der Familienpolitik sieht er nur den Anlass und Auslöser, nicht aber die Ursache für die Kulturkämpfe, die von den kulturellen Modernisierungsverlierern ausgerufen werden:

"Dass es ökonomische Modernisierungsverlierer gibt und mit ihnen ein Potenzial für Populisten aller Art, ist bekannt. Die kulturellen Modernisierungsverlierer hat man bisher in biedermeierlichen Wohnungen vermutet, hinter Fachwerk und Schindeln, fromme Frauen, das graue Haar zu einem Dutt zusammengebunden, die regelmäßig in die Betstunde gehen und daran verzweifeln, dass sie die böse und heillose Welt nicht draußen halten können.
Bedrohlicher für die Zukunft der CDU werden kulturelle Modernisierungsverlierer der anderen Art: Männer im besten Alter und mit größtem Erfolg, die in einem modernen Ambiente leben und arbeiten, mehr der Welt- als der Kirchenfrömmigkeit huldigen, regelmäßig Leitartikel schreiben, dabei zu vielen Dingen ganz aufgeklärte Ansichten vertreten, bei einem Thema freilich zuverlässig ausrasten auf eine Weise, die man bei klugen Köpfen nicht für möglich gehalten hätte. Sie beobachten von ihren Kanzeln herab die Gesellschaft und sehen, was sich alles verändert (hat). Sie haben das subjektive Gefühl, dass mit dem Wandel der Familienformen und der Art und Weise, wie nun auch die CDU darauf reagiert, ihr persönliches Lebensmodell im Nachhinein entwertet wird. Und sie sehen, wie sie in der Öffentlichkeit die Deutungshoheit verlieren über das, was eine bürgerliche Gesellschaft heißen und wie sie sein soll. So sind sie in einem sehr konkreten Sinne Verlierer des Wandels."

DETTLING, Warnfried (2003): Sozialreform als moralische Pflicht.
Nur wenn sich Gewerkschaften und SPD ändern, bleiben sie ihrem Ideal der Gerechtigkeit treu,
in: Welt v. 25.02.

DETTLING, Warnfried (2003): Schröders Paradigmenwechsel.
Soziale Gerechtigkeit nach der Agenda 2010 - Teil 1 einer neuen Serie,
in: Welt v. 05.06.

DETTLING, Warnfried (2003): Die Lehre aus der Leere.
TAZ-Serie Agenda 2010, Teil 7: Das rot-grüne Reformpaket bringt Ängste und Abstürze, aber keine Anfänge und Hoffnungen. Es fehlt ein plausibles Versprechen für die Zukunft,
in: TAZ v. 07.06.

Warnfried DETTLING macht - nach der Welt - heute Station bei der taz. Sohn Daniel beackert stattdessen die Frankfurter Rundschau und verdoppelt das Ganze dann nochmals, denn ein Dettling kommt selten allein...

DETTLING, Warnfried (2003): Vision Deutschland. Renaissance oder Gegenreformation?
Der Umbau des Sozial- und Wirtschaftssystems ist in vollem Gange - wohin aber soll die Reise gehen? brand eins stellt Visionen für morgen zur Debatte,
in: brand eins, Oktober

Der DETTLING-CLAN visioniert Deutschland. Ob Sohn, Ehefrau oder nun das Oberhaupt persönlich. Der Familialismus lebt...

DETTLING, Warnfried (2003): Der deutsche Weg.
Im Zwischenreich der Reformer: Mit dem notwendigen Umbau der Gesellschaft könnte das Land schwedischer und französischer zugleich werden,
in: Literaturen, November

Warnfried DETTLING stellt u.a. Bücher von Gösta ESPING-ANDERSEN u.a. ("Why We Need a New Welfare State"), Bernd W. KLÖCKNER ("Die gierige Generation"), Herbert RIEHL-HEYSE ("Jugendwahn und Altersstarrsinn") und Hans-Werner SINN ("Ist Deutschland noch zu retten?") vor.

DETTLING, Warnfried (2004): Alles ist möglich. Sicher ist nichts.
Keine Frage: Angela Merkel wird Kanzlerkandidatin der Union. Aber ist die CDU-Vorsitzende willens und stark genug, in zentralen Politikbereichen neue Wege zu gehen?
in: TAZ v. 01.06.

Der Simplifizierer Warnfried DETTLING bringt das Sozialstaats-Dilemma auf einen Punkt, der die Sicht der selbstgefälligen politischen Klasse widerspiegelt:

"Manche Länder (Skandinavien) wollen viel vom Staat, geben ihm aber auch viel (Steuern), anderswo (England, Amerika) ist es genau umgekehrt. Beides passt zusammen. Die Deutschen wollen alles: Sie erwarten viel vom Sozialstaat, wollen aber wenig Steuern bezahlen. Dieser Widerspruch geht auch mitten durch die Politik"

DETTLING, Warnfried (2004): Das andere Geschlecht, eine andere Gesellschaft?
"Die Wiederentdeckung der Gleichheit": Elisabeth Badinter gegen den Differenzfeminismus,
in: TAZ v. 02.10.

Elisabeth Badinter - Die Wiederentdeckung der Gleichheit

DETTLING, Warnfried (2004): Gleichheit ohne Wahl.
Karen Pfundt denkt die Familie neu und entwirft eine andere Politik für Kinder und Familien. Dieses Buch muss man lesen,
in: TAZ v. 04.12.

DETTLING, Warnfried (2005): Warum Roland Koch auf jeden Fall Kanzler wird - oder auch nicht...,
in: Die ZEIT Nr.3 v. 13.01.

"Anders als beabsichtigt ist Schumachers Buch zu einem Dokument der Zeit geworden. Es handelt von Politik und von Politikern, gewiss doch, aber genau betrachtet von politics without policy. Politik und das Geschäft der Politiker schrumpfen auf den politischen Betrieb zusammen: keine Kategorien, keine Inhalte nirgends, mit denen man die Urteilsfähigkeit schärfen und die Öffentlichkeit aufklären könnte. Politik wird zu einer anderen Form der Unterhaltung. Dagegen ist wenig zu sagen, im Gegenteil: Es ist die große Stärke des Buches, eine gelegentlich sogar spannende Unterhaltung zu bieten", schreibt Warnfried DETTLING zum Buch Roland Koch von Hajo SCHUMACHER.

DETTLING, Warnfried (2005): Kinder, Kosten, Karriere.
Die beste Familienpolitik machen Länder, die das Wort Familienpolitik gar nicht kennen: Der Journalist Ulrich Deupmann erklärt in "Die Macht der Kinder" lesenswert, warum,
in: TAZ v. 28.05.

Warnfried DETTLING rechtfertigt in seiner Rezension des Buches "Die Macht der Kinder" von Ulrich DEUPMANN das Dramatisieren des Bevölkerungsrückgangs. Auf den knappen Nenner gebracht: Die Interessen der erfolgreichen Mitte heiligen die Diskriminierung von Kinderlosen. Mit dem Elterngeld, das DETTLING begrüßt, erhalten die Modernisierungsgewinner eine zusätzliche "Leistungsprämie", während potenzielle Eltern, die noch nicht einmal ihren Berufseinstieg richtig schaffen, weiterhin außen vor bleiben.
NEUE GESELLSCHAFT / FRANKFURTER HEFTE-Titelgeschichte: Reichtum Familie

DETTLING, Warnfried (2005): Paradigmenwechsel: Familienpolitik für die nachindustrielle Gesellschaft,
in: Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte, Juli/August

DETTLING, Warnfried (2006): Ende der Normalität.
Orientierung: Die Familie ist keineswegs auf dem Rückzug. Nur suchen Junge wie Alte noch ihren neuen Platz,
in: Rheinischer Merkur Nr.19 v. 11.05.

Neu:
DETTLING, Warnfried (2006): Die neue Ökologie des Sozialen.
Künftige Lieben (3). Die materiellen Grundlagen von Ehe, Familie und Beziehungen haben sich radikal geändert. Das fördert die Suche nach neuen Formen der Gemeinschaft,
in: TAZ v. 19.08.

Warnfried DETTLING verklärt die Ökonomisierung des Sozialen zur Idylle der Aushandlungsfamilie:

"Die Stärke »künftiger Lieben« und die Dauerhaftigkeit von Beziehungen kommen von innen, aus starken und deshalb bindungsfähigen (jungen) Frauen und Männern, die ihren »Familienvertrag« immer wieder neu aushandeln und sich dabei beide um die ökonomischen wie um die emotionalen Dinge kümmern."

 Wenn dann noch die Vision eines Kurt BIEDENKOPF hinzukommt, dann wird die blanke Not zur Gemeinschaftssehnsucht stilisiert und am Ende steht die Sozialökologie als Wiederkehr der prästabilisierten Harmonie, diesmal jedoch nicht von Gottes, sondern von Politikers Gnaden:

"Das Private ist nicht einfach politisch. Aber ohne eine politisch gewollte Ökologie des Sozialen, die das große Ganze im Blick hat, werden auch die scheinbar privaten Lebensgemeinschaften nicht blühen und gedeihen."

 
       
   

Warnfried Dettling im Gespräch

 
   

EMUNDTS, Corinna (2002): "Das Ehegatten-Splitting ist vermintes Gelände".
FR-Interview: Der frühere CDU-Vordenker Warnfried Dettling über Familienpolitik als Wahlkampfthema,
in: Frankfurter Rundschau v. 27.04.

"Der Zusammenhang zwischen Ehe und Familie hat sich aufgelöst,"

das behaupten Familienrhetoriker wohl seit Anbeginn der Familienpolitik! So auch Warnfried DETTLING. Auch der erste deutsche Familienpolitiker der Nachkriegszeit Franz-Josef WUERMELING hat dies bereits so gesehen. In einer Titelgeschichte des Spiegel vom 15.09.1954 wird die Kinderarmut der Westdeutschen mittels Grafik verdeutlicht. Bereits damals waren 20 % der Westdeutschen kinderlos verheiratet! Der Trick bei solchen statistischen Darstellungen: die Dimension des Lebenslaufs wird ausgeblendet! Die Behauptung lautet: Es gibt immer mehr kinderlose Ehen. Dies könnte aber genauso gut ein statistisches Artefakt sein, denn wenn es stimmt, dass sich das Erstgebäralter erhöht, dann heißt dies zuallererst nur, dass Ehen länger kinderlos sind und sich die Familienphase innerhalb der Ehedauer verringert hat.

Aber auch die Veränderungen der Wohnverhältnisse haben einen Einfluss auf die statistische Dauer der Kinderlosigkeit. Können Kinder heutzutage aufgrund Gesetzesänderungen (z.B. Wegfall des Kuppeleiparagrafen) und vorhandenem Wohnraum früher einen eigenen Haushalt gründen, so waren sie in den 1950er Jahren oftmals bis zur Ehe auf das Elternhaus verwiesen. Dadurch gab es damals mehr "Pseudo-Familien", die unter heutigen Bedingungen kinderlose Ehen wären. Darauf verweist auch DETTLING bezüglich der geplanten Abschaffung des Ehegatten-Splittings, wenn er sagt:

"Viele rechnen mit dem Splitting, auch wenn die Kinder längst aus dem Haus sind."

Offensichtlich klaffen politischer Familien(haushalts)begriff und der Familienbegriff der Bürger auseinander! Zum Abschluss prognostiziert DETTLING ein düsteres Bild für traditionelle Männer:

"Immer weniger Männer bringen Familieneinkommen verlässlich nach Hause. Die Frauen holen die Männer an Bildung ein oder übertreffen sie. Sie werden mehr verdienen und bessere Positionen haben."

 
       
   

Die Stadt und ihre Bürger (2001).
Neue Wege in der kommunalen Sozialpolitik. Grundlagen. Perspektiven. Beispiele.
Gütersloh:
Bertelsmann-Stiftung

 
   
     
 

Klappentext

"In einer Zeit, in der lokale Politik und Gesellschaft für die Menschen als scheinbar paradoxe Folge von Globalisierung immer wichtiger werden, entwickelt Warnfried Dettling eine interessante Vision kommunaler Sozialpolitik. Er macht deutlich, dass neue Balancen zwischen Arbeit und Leben, Familie und Beruf, Individuum und Gemeinschaft, Rechten und Pflichten, Eigenverantwortung und Solidarität gefunden werden müssen. Dettling plädiert für eine Sozialpolitik, in der nicht die Betreuung der sozial schwachen Menschen im Zentrum steht, sondern die Entwicklung und Förderung ihrer Stärken. Wie müssen soziale Einrichtungen und Hilfen aussehen, damit sie die Freiheiten und Fähigkeiten der Betroffenen aktivieren? Dettling versteht Sozialpolitik als Ausdruck und Folge einer aktiven Bürgergesellschaft, in der die Menschen nicht deren passive Objekte, sondern handelnde Subjekte sind. Viele Kommunen sind in diesem Sinne bereits aktiv. Interessante Beispiele zeigen auf, wie eine Sozialpolitik für junge und alte Menschen, Deutsche und Ausländer, für Familien sowie für mehr Beschäftigung aussehen kann; eine Sozialpolitik, die innovativ ist, ohne traditionelle Werte zu vernachlässigen."

 
     
 
       
   

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Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 28. April 2002
Update: 17. Januar 2016