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Die Geburtenentwicklung in Spanien

 
       
   
Tabelle: Die Geburtenentwicklung in Spanien 1980 - 2013
 

Jahr

1960 1970 1980 1990 1995 2000 2005 2010 2013
Geburtenrate (TFR) - - 2,20 1,36 - 1,23 1,33 1,37 1,27
Quelle: Eurostat Online Jahrbücher (Zugriffe: 11.04.2015 und 10.02.2016); Beim Zugriff am 11.04.2015 wurden für die Jahre 2005 und 2010 eine höhere Geburtenrate angegeben (2005: 1,34; 2010: 1,38)
 
       
   

Spanische Singles und gesellschaftlicher Wandel in den Medien

 
       
   

SICILIA, Regina Gaya (1999): Familienpolitik in Spanien - aktueller Stand und neue Initiativen. In: Christian Leipert (Hrsg.) Aufwertung der Erziehungsarbeit Europäische Perspektiven einer Strukturreform der Familien- und Gesellschaftspolitik, Opladen: Leske + Budrich, S.59-66

"Die Geburtenrate in Spanien lag 1996 bei 1,23 Kindern. Weltweit hat nur Hongkong mit 1,21 eine noch geringere Quote", klagt Regina Gaya SICILIA über die Geburtenentwicklung in Spanien.

WDR (2001): Spaniens neue Single-Frauen.
in: Funkhaus Europa. Sendung des WDR 5 v. 02.03.

VEIEL, Axel (2001): Stiller Streik gegen Machos.
Das katholische Spanien liegt bei den Geburten hinten,
in: Frankfurter Rundschau v. 27.04.

INGENDAAY, Paul (2004): Von der seelischen Stabilität eines Volkes.
Sorgenraum Europa (2): Genetisch bedingt - Spanien hat kein Talent zur Muffeligkeit in prekärer Lage,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 09.12.

"Heute hat Spanien immer noch ein viel niedrigeres Pro-Kopf-Einkommen als Deutschland, eine schwächere Sozialversicherung und Renten, die den Namen kaum verdienen (...). Übrigens wird es das Land mit einer galoppierenden Überalterung zu tun bekommen, Folge der gesunden mediterranen Ernährung, einer der niedrigsten Geburtenraten und der höchsten Lebenserwartung in Europa.
          
(...).
          
Es ist doch merkwürdig: Viele Länder, darunter auch Spanien, hätten Anlaß zu denselben gesellschaftspolitischen Diskussionen, wie sie die Berliner Republik bewegen, aber zu besorgten Talkshows, geschweige denn zu defätistischen Quaken aus dem Mund der Berufspessimisten führt das" nicht, schreibt Paul INGENDAAY über die spanische Mentalität.

SCHULZE, Ralph (2006): Hochburg der Nesthocker.
Im "Hotel Mama". Zwei Drittel der Spanier zwischen 20 und 34 leben noch bei ihren Eltern,
in: Die Presse v. 03.01.

BURGHARDT, Peter (2006): Karawane der Liebe.
Ein spanisches Dorf lädt Frauen zu einem Massenrendezvous ein,
in: Süddeutsche Zeitung v. 06.05.

SCHULZE, Ralph (2006): Spanien.
Die "Karawane der Liebe" kam per Bus ins Dorf der Junggesellen,
in: Die Presse v. 10.05.

ZUBER, Helene (2006): Im Zweifel für den Beruf.
Doppelverdiener - Zwei Kinder: Familienpolitik in Spanien,
in: Spiegel Online v. 12.05.

HEIM, Susanna (2007): Ihre Eizelle, mein Kind.
In Spanien floriert das Geschäft mit der künstlichen Fortpflanzung. Neuster Trend ist die Eizellenspende, die einer unfruchtbaren Frau zum Mutterglück verhelfen kann. Immer häufiger lassen sich auch Schweizerinnen behandeln,
in:
Neue Zürcher am Sonntag v. 22.04.

DAHMS, Martin (2007): Spanien braucht mehr Kinder.
Der Staat entdeckt die Familienpolitik,
in: Frankfurter Rundschau v. 11.08.

"Nach dem Tod des Diktators Franco und dem Ende seines »national-katholischen« Regimes sank die Geburtenrate von durchschnittlich 2,8 Kindern pro Frau 1976 auf 1,16 Kinder im Jahr 1996 - eine der niedrigsten Geburtenraten der Welt. Mittlerweile ist der Wert auf 1,37 (etwa so hoch wie in Deutschland). Das liegt vor allem an den Immigrantinnen", berichtet DAHMS über die demografischen Wandel in Spanien.

KLINGHOLZ, Reiner/KRÖHNERT, Steffen/HOßMANN, Iris (2008): Die demografische Zukunft von Europa. Wie sich die Regionen verändern, München: Deutscher Taschenbuch Verlag

"Massive demografische Auswirkungen hat die veränderte Einstellung zur Familie: 1974 verzeichnete Spanien mit 2,9 Kindern je Frau europaweit noch die zweithöchste Fertilitätsrate nach Irland. (...) Bis 1995 fiel die durchschnittliche Kinderzahl je Frau auf 1,17 - stärker als in allen anderen europäischen Ländern. Anschließend stieg der Wert - auch durch geburtenfreudige Zuwanderer - wieder leicht an, gehört aber gegenwärtig mit etwa 1,4 Kindern je Frau (2006) noch immer zu den niedrigeren Werten des Kontinents.
Dabei ist der Geburteneinbruch in Spanien weniger als in Deutschland oder Italien auf die Zunahme kinderloser Frauen oder den Anstieg des durchschnittlichen Erstgeburtsalters zurückzuführen, sondern auf das abrupte Verschwinden der Großfamilie: Von den 1940 geborenen Spanierinnen hatten noch 61 Prozent drei oder mehr Kinder. Bei den im Jahr 1960 Geborenen war das nur noch bei 17 Prozent der Fall. Der Anteil von Frauen mit nur einem Kind stieg hingegen von acht auf 26 Prozent und damit auf einen der höchsten Werte Europas. Kinderlos blieben von den 1960 geborenen Frauen aber nur zehn Prozent - nicht mehr als im relativ kinderreichen Dänemark oder in Schweden. Kinder haben also in Spanien nach wie vor einen hohen Stellenwert - allerdings trauen sich die Paare immer seltener mehr als ein Einzelkind zu",

berichten die Autoren über das generative Verhalten der Spanier. Spanien belegt im Demografieranking des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung Platz 15 von 30 europäischen Nationen. 

CEBALLOS BETANCOUR, Karin (2009): Kein Herz für Kinderlose,
in: Frankfurter Rundschau v. 04.07.

"Nicht nur muss man als erwachsene Frau ohne verfügbare Kinder in Südspanien offenbar demütigende Rituale über sich ergehen lassen, die man überwunden glaubte, als man aufhörte, Diskotheken mit Türstehern zu besuchen. Noch dazu wird man gezwungen, sich als Strafe für Kinderlosigkeit auf Foltergerät der Moderne die Seele aus dem Leib zu kotzen. Eine perfide Strategie der katholischen Kirche?" fragt sich Karin CEBALLOS BETANCOUR.

KRAMER, Brigitte (2010): Zurück zu den Eltern.
Ein Sommer der Resignation – nach dem Rausch der Boomjahre erlebt die spanische Gesellschaft einen jähen Absturz,
in: Neue Zürcher Zeitung v.
26.07.

INGENDAAY, Paul (2012): Ich bin bereit, bei null zu beginnen.
Jugendarbeitslosigkeit in Spanien,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 19.06.

SOBOTKA, Tomáš (2012): Kein Kindersegen für Europa.
Neue Berechnungsmethode zeigt, dass der jüngste Anstieg der Geburtenzahlen gar keiner war,
in:
Demografisches Forschung aus erster Hand, Ausgabe 2, Juli

"Die konventionelle, zusammengefasste Geburtenziffer (TFR) zeigt (...) für die vergangenen Jahrzehnte vielerorts eine sehr wechselhafte Entwicklung: So lag sie etwa in Spanien 1980 bei 2,2, sank bis 1998 auf 1,16 und erreichte 2008 wieder einen Wert von 1,46 Kindern pro Frau.
Doch warum bekamen Frauen in Spanien 1998 durchschnittlich gerade einmal halb so viele Kinder wie 1980? Oftmals werden solche Zahlen, die in ähnlicher Form in fast allen europäischen Ländern zu beobachten sind, als wichtigster Indikator für die Entwicklung der Fertilität in einem Land interpretiert. Doch tatsächlich wird die konventionelle Geburtenrate durch verschiedene Faktoren verzerrt. An erster Stelle ist hier der so genannte Tempoeffekt zu nennen (...): Steigt das Alter, in dem Frauen ihre Kinder bekommen, immer stärker an, so nimmt die Geburtenrate in dieser Zeit ab. Das ist auch dann der Fall, wenn die Frauen in ihrem gesamten Leben nicht weniger Kinder bekommen als vorangegangene Jahrgänge. Bongaarts und Sobotka verweisen in diesem Zusammenhang darauf, dass europäische Frauen vor circa 40 Jahren bei der ersten Geburt 22 bis 25 Jahre alt waren. Bis 2008 stieg das Gebäralter fast überall auf 27 bis 29 Jahre an", heißt es in dem Newsletter über ein Studie von John BONGAARTS & 
Tomáš SOBOTKA ("A demographic explanation for the recent rise in European fertility", Zeitschrift Population and Development Review Heft 1, 2012, S. 83-120)

taz-Wochenendthema: Gegen alle Umstände.
Schwangerschaft: Die Eizellspende ist für manche Paare oft der einzige Weg, sich ihren Kinderwunsch zu erfüllen. In Deutschland ist das Verfahren verboten. Ärzte, die Frauen dennoch helfen, müssen mit Strafen rechnen. Wie es gelingen kann, illegal ein legales Kind zu bekommen

WANDLER, Reiner (2013): Den Körper zu Markte tragen.
Not: Arme Frauen lassen sich in Spanien auf die risikoreiche Eizellspende ein - die Wirtschaftskrise befördert das. Denn obwohl das Gesetz untersagt, dass für Eizellen Geld fließt, tut es dies doch,
in:
TAZ v. 12.10.

SCHUMACHER, Juliane (2014): "Kein Land für Alte".
Costa Brava: "Die erste Rentnergeneration geht zurück", sagt der Chefredakteur der "Costa Blanca Nachrichten", Thomas Liebelt,
in: TAZ v. 15.02.

Anfang des Jahrtausends wurde im Zeichen der Agenda 2010 das Bild des rüstigen Rentners, der seine Lebensabend im Ausland verbringt, gezeichnet. 10 Jahre später sieht die Realität anders aus:

"Gehen die Deutschen zurück, wenn sie älter werden?
Natürlich. Spanien ist kein Land für alte Leute, die kein Spanisch sprechen. Die Verständigung mit spanischen Ärzten, die Verständigung im Pflegefall ist sehr, sehr schwierig. Hinzu kommt, dass deutsche Patienten hier aus der deutschen Pflegeversicherung zwar Geldleistungen, aber keine Sachleistungen bekommen. Also keine Krücken, keinen Rollstuhl. Auch die ambulante und stationäre Pflege wird nicht bezahlt."

DAHMS, Martin (2016): Aus der Krise mit erhobenem Kopf.
FR-Serie Wie wollen wir wohnen: In Spanien haben Zehntausende ihre Wohnung verloren, die neuen linken Stadtregierungen suchen Lösungen,
in:
Frankfurter Rundschau v. 27.04.

WIELAND, Leo (2016): Tote Seelen unter Spaniens Rentnern.
Die Lebenserwartung steigt, die Rentenbezugsdauer hat sich verdoppelt. Modellrechnung leuchtet Folgen aus,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 25.07.

MÜLLER, Ute (2016): Totes Kapital und eingefrorene Finger.
Ein Drittel aller spanischen Haushalte lebt von Renten. 30.000 Haushalte begingen 2014 Sozialbetrug, in dem sie Pensionen verstorbener Angehöriger kassierten,
in:
Welt v. 30.07.

Ute MÜLLER missbraucht Spekulationen des Madrider Rechnungshofes, um neoliberale Lobbyisten eine Plattform für Forderungen nach einer Reform des spanischen Rentensystems zu geben.

Zu Beginn wird uns ein spektakulärer Einzelfall geschildert, der dann mit Hinweis auf den spanischen Rechnungshof zum Teil eines umfassenden Sozialbetrugs stilisiert wird.

"So etwas kannte man bisher nur aus Griechenland, wo im Jahr 2013 aufflog, dass die Familien von 4.500 verstorbenen Staatsdienern munter Pensionen bezogen",

lügt uns MÜLLER an. Warum wird uns Griechenland in diesem Zusammenhang präsentiert und nicht z.B. Japan? Bereits 2010 kursierten dort Gerüchte über Hunderttausende Hundertjährige, die längst verstorben seien. Erst letztes Jahr berichtete Spiegel online über einen spektakulären Fall aus Japan, gegen den der von MÜLLER beschriebene Fall eher harmlos erscheint:

"Eine 86 Jahre alte Japanerin soll rund 50 Jahre lang die Rente ihrer verstorbenen Eltern kassiert haben. Sie habe in dieser Zeit umgerechnet 376.000 Euro bezogen, teilte die Polizei mit."

Warum also wird Griechenland erwähnt, aber nicht Japan? Offenbar eignet sich Griechenland besser für neoliberale Propaganda, weil es ebenfalls zu den südeuropäischen Schuldenländern gehört und deswegen ständig eher negativ in den Schlagzeilen ist.

Auch in Japan wurde 2010 mit weit überhöhten Zahlen operiert, während inzwischen nichts mehr davon zu hören ist. Spiegel online erklärt dazu lapidar:

"Für Aufsehen sorgte vor fünf Jahren der Fall einer Familie in Tokio, die 30 Jahre lang die mumifizierte Leiche eines Angehörigen zu Hause aufbewahrt und dessen Rente kassiert hatte - später gab sie an, der Verstorbene wollte ein lebender Buddha werden.
Seitdem überprüfen die Behörden regelmäßig, ob auffallend alte Rentner tatsächlich noch leben. Bei 1700 Rentnern mit unbekanntem Aufenthaltsort wurden die Zahlungen inzwischen eingestellt."

Das spanische Rentensystem steht heute genauso unter Beschuss neoliberaler Propaganda wie Anfang des Jahrtausends das deutsche Rentensystem. Profitiert haben davon in erster Linie die Finanzdienstleistungsbranche, die durch Risikoverlagerung auf die Versicherten und staatliche Förderung als Krisengewinner gelten können.

"Spaniens Rentensystem befindet sich vor allem wegen der demografischen Entwicklung in einer bedrohlichen Schieflage. Zu Beginn der Krise 2008 gab es 7,6 Millionen Rentner, mittlerweile sind es gut 8,5 Millionen. Und im kommenden Jahr 2017 stoßen weitere 800.000 hinzu. Auf 2,5 Arbeitnehmer kommt mittlerweile ein Rentner, bis 2050 wird sich das Verhältnis auf 1:1 einpendeln. Nur in einem Land, in Japan, sieht es noch düsterer aus",

erzählt uns MÜLLER die neoliberale Version. Dass erst die Spekulationsblasen der Finanzbranche Spanien in die Wirtschaftskrise getrieben hat, davon lesen wir nichts. Demografie statt Profitgier lautet das neoliberale Motto. Ganz zum Schluss wird noch auf die steigende Lebenserwartung hingewiesen:

"Als die Rentenkassen Anfang des 20. Jahrhunderts gegründet wurden, hatten nur 30 Prozent der Bürger eine Lebenserwartung, die über 65 Jahre hinausging. Heute werden fast 90 Prozent älter als 65 Jahre. Tatsächlich ist Spanien in der EU das Land mit der höchsten Lebenserwartung."

In der FAZ relativiert Leo WIELAND das Problem des Sozialbetrugs, wenn er schreibt:

"Offenbar gibt es (...) eine Dunkelziffer, weil in Spanien – anders als etwa in Deutschland – von den Pensionsempfängern keine jährlichen Lebensbescheinigungen verlangt werden. So kann es zumindest zu Überschneidungen und überzogenen Fristen kommen.
Der Rechnungshof empfiehlt nun schärfere Kontrollen, während Vertreter des Statistikamtes davor warnen, die 1,2 Millionen Rentner über 85 Jahre und ihre Familien unter »Generalverdacht« zu stellen."

Fazit: Angeblich großmaßstäblicher Sozialbetrug, der an spektakulären Einzelfällen dargestellt wird, die suggerieren, das dies typische Beispiele für den Sozialbetrug seien, wird bei MÜLLER missbraucht, um neoliberale Propaganda gegen das gesetzliche Rentensystem zu betreiben. Dass die kapitalgedeckte Altersvorsorge besser ist, ist einer der Mythen, die uns damit untergejubelt werden soll.

TU (2016): Im Minus.
SZ-Serie Unsere Zukunft, unsere Rente (11): Spanien,
in: Süddeutsche
Zeitung v. 11.08.

Beim spanischen System wird vor allem die Mindesteinzahldauer und die Kopplung der Rentenleistungen an diese hervorgehoben. Außerdem werden in Spanien bestimmte Berufsgruppen mit schwerer oder gefährlicher Arbeit bevorzugt behandelt. Mit Hinweis auf das "gigantische Defizit", das drohe, wird dem Leser nahe gelegt dies als negativ zu bewerten.

 
       
   

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© 2002-2017
Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt am: 13. Juni 2003
Update am: 13. April 2017