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Clarisse Thorn: Fiese Kerle?

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 2012 Buch "Confessions Of A Pickup Artist Chaser" (deutsch: "Fiese Kerle?")
 
       
     
       
   

Clarisse Thorn im Gespräch

 
       
   

KOCH, Christoph (2013): "Manche Typen würden fast jede rumkriegen".
Wie ticken Männer, die Frauen nach Lehrbuch aufreißen? Um das herauszufinden, ist die US-Autorin Clarisse Thorn in die Pick-up-Szene eingetaucht,
in: Neon, Mai

Clarisse THORN beschreibt u. a. die Entstehung der Aufreißer-Szene (Pick-up-Artists) in den USA, die nach der Jahrtausendwende einen Boom erlebte:

"Erst nach der Jahrtausendwende gab es einen Boom: Ein Typ namens Mystery entwickelte Konzepte wie den »neg«, und seine Kurse wurden ein Riesengeschäft. 2005 kam »The Game« raus, ein Buch, das seinen Autor Neil Strauss zum Multimillionär machte. Dann ist die Szene explodiert. Ich schätze, heute haben sich in den USA 25 bis 50 Prozent der Männer mit Pick-up zumindest beschäftigt"

Gemäß THORN beflügeln folgende Motive den Boom der Aufreisser-Szene:

"Manche sind einfach nur extrem schüchtern und wollen eine Anleitung, wie man sich mit einer Frau unterhält, ohne zu hyperventilieren. Andere sind eher neugierig, nach welchen Regeln menschliche Interaktion abläuft, und sehen das sehr analytisch. Wieder andere wollen schnelles Geld mit Kursen, Büchern oder DVDs machen oder mit so vielen Frauen wie möglich schlafen. Aber es gibt auch ein paar echt Schlimme, denen es darum geht, sich Macht über Frauen zu verschaffen und sich zu rächen, weil sie mal verlassen wurden."

Am Ende stellt sich jedoch die Frage wie zielführend der Ansatz der Pick-up-Artists ist. Dazu mein THORN:

"Wenn sie mit einer möglichst großen Zahl Frauen schlafen wollen, ist Pick-up vielleicht das Richtige. Wenn sie aber möglichst oft möglichst guten Sex haben wollen, sind sie mit einer vertrauensvollen Beziehung besser beraten".

FRIEDEWALD, Christian (2013): "Frauen werden permanent als Objekt gesehen".
Verführungskünstler: Die Autorin Clarisse Thorn ist tief in die Pick-up-Szene eingetaucht. Der Feministin sind dabei einige Arten von Aufreiß-Künstlern begegnet – am Schlimmsten sind die "Darth Vaders",
in:
Welt Online v. 13.05.

 
       
       
   

Fiese Kerle? (2013).
Liebe, Sex und Männlichkeit: Wie Aufreißer ticken - und warum Frauen auf sie reinfallen
Eden Verlag

 
   
     
 

Klappentext

"Die junge Autorin Clarisse Thorn ist in die Pick-up-Artist-Szene eingetaucht, um zu verstehen, wie diese Männer ticken. Hautnah erzählt sie von ihren Erlebnissen in der Aufreißerszene und beleuchtet die Schattenseiten dieser Subkultur.

Auch ihr eigenes Liebesleben nimmt Clarisse Thorn unter die Lupe und analysiert es mithilfe der Konzepte, die in der Pick-up-Szene populär sind. Die ausgeklügelten Taktiken der Pick-up- Artists helfen ihr dabei, neue Erkenntnisse über zwischenmenschliche Beziehungen und das Flirtverhalten von Männern und Frauen zu gewinnen.

Pick-up-Artists haben es sich zum Ziel gesetzt, ihre Verführungskünste zu perfektionieren, um so eine möglichst große Anzahl an Frauen ins Bett zu bekommen. In den USA bereits seit einigen Jahren eine florierende Subkultur, zählt mittlerweile auch die größte deutsche Aufreißer-Community an die hunderttausend Mitglieder. Der bekannteste Pick-up-Artist ist wohl die Kultfigur Barney Stinson aus der TV-Serie How I Met Your Mother.

Das Buch bietet einen Blick hinter die Kulissen der Aufreißerszene und begleitet Pick-up- Artists auf ihren Streifzügen."

 
     
 
       
   

Beitrag von single-generation.de zum Thema

Pick-Up Artists verheißen schüchternen und unerfahrenen Männern ungeahnte Erfolge bei Frauen

 
       
   
  • Das Buch in der Debatte

  • PIEGSA, Oskar (2013): Höher, schneller, Weiber.
    Aufreißen als Subkultur: In "Fiese Kerle? Unterwegs mit Aufreißern" begibt sich die Sadomasochistin und Feministin Clarisse Thorn unter die Pick-up-Artists - eine Subkultur, in der Frauen nur Zielobjekte einer leistungsorientierten Sexualität sind. Ausflug in der Welt von Suchenden, Hedonisten und Frauenhassern,
    in:
    Spiegel Online v. 21.05.
 
       
   

Pick-up-Artists in der Debatte

PFEIFER, David (2006): Ich Jäger, du Beute.
Sie nennen sich "Pick-up-Artists" und erklären Singlemännern, wie man Frauen aufreißt. Unser Autor hat das Seminar "Die perfekte Masche" besucht. Eine Reise in die Steinzeit,
in: Neon, Juni

CLARY, Elisalex (2006): Lust am starken Mann.
Sie brechen Tabus, preisen den Alkohol und geben Tips, wie man Frauen aufreißt: Junge US-Autoren haben eine neue Männlichkeit herbeigeschrieben - als Antwort auf politische Korrektheit und Gefühlsduselei,
in: Welt v. 10.06.

WELTWOCHE-Titelgeschichte: Schweizer Frauenhelden: Theorie und Praxis
 

RIGUTTO, Stefanie (2008): Angriff, Rückzug, Dolchstoss.
Aufreissregeln, Anmachsprüche - was amerikanische Dating-Artisten predigen, haben wahre Frauenhelden nicht nötig. Ihr Geheimnis? Vier erfolgreiche Wilderer über das Jagdrevier Schweiz,
in: Weltwoche Nr.24 v. 12.06.

BURMEISTER, Thomas (2008): Die Welt-Konferenz der Verführer.
In den Niederlanden tagte die internationalen Verführer-Konferenz. Für eine Teilnahmegebühr von 297 Euro konnten am Wochenende mehr als 300 Männer zwischen 18 und 40 aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, ja selbst aus Russland und Australien an der Veranstaltung teilnehmen,
in: Kölnische Rundschau v. 22.09.

Bericht über die Real Man Conference, die am Wochenende in Amsterdam stattfand. Dort hielten so genannte "Pick-up Artists" ("Aufreißkünstler") Vorträge zum Thema.

KRAMER, Bernd (2008): Die Abschleppspezialisten.
Sie können jede haben: Auf einer Konferenz in Aachen beraten 300 Verführungskünstler, wie sie sich und ihre Technik optimieren können, fremde Frauen ins Bett zu bekommen,
in:
TAZ v. 01.12.

KITTLITZ, Alard von (2010): Die Verführer aus dem Seminarraum.
Frauen anzusprechen fällt vielen Männern schwer. Abhilfe verheißt ein "Pick Up"-Kursus. Eine Erfolgsgarantie aber gibt es nicht,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 26.02.

MATTHEIS, Philipp (2010): "Ich verdiene so viel wie ein Investmentbanker".
Jeremy Bonny alias "Soul" ist ein "Dating-Coach". Der 26-jährige Brite bringt Männern bei, Frauen anzusprechen und ins Bett zu kriegen. Seine Seminare kosten ca. 2000 Euro für ein Wochenende, sie sind fast immer ausgebucht,
in: jetzt.sueddeutsche.de v. 19.11.

HAGEMANN, Anne-Nikerin (2013): Blonde Haare, go, go, go!
Wer braucht in Zeiten des Internets eigentlich Flirtkurse? Na, Männer, die auch im richtigen Leben Frauen aufreißen wollen. Für 3000 Euro können sie sich zu Pick-up-Artists ausbilden lassen: Sie lernen, auf der Straße 30 Frauen pro Stunde anzuquatschen,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 11.05.

HAGEMANN beschreibt einen Kurs des Pick-up-Artists Sergej LINZ in der Münchner Fußgängerzone. Die vier Teilnehmer beschreibt sie als Leistungsträger bzw. High Performer (36jähriger Informatiker, 25jähriger angehender Bauingenieur, 34jähriger Controller und ein 19 Jähriger, der kurz vor dem Abi steht), die der Idee der Selbst-Optimierung anhängen.

FRIK, Diana (2013): Für Aufreißer sind Frauen nur Sammlerstücke.
Pick-up-Artists gelten als böse Jungs, die versuchen, möglichst viele Frauen mit einstudierten Tricks ins Bett zu bekommen. Darüber führen sie sogar Buch – und wollen doch etwas ganz anderes,
in:
Welt Online v. 13.05.

HESSLER, Julian (2013): Aus der Welt der Männer.
Pick-Up-Artists lehren die Kunst des Flachlegens. Im Netz und auf der Straße. Das kostet Männer bis zu 30 000 Euro im Jahr. Und die spielerische Leichtigkeit des Flirtens,
in: Emma, Juli/August

Neu:
MISCHKO, Till (2018): Echte Männer braucht das Land.
Pick-Up-Artists wollen Frauen aufreißen - und Europa vor der Machtübernahme durch "Feminazis" und Muslime bewahren,
in:
Neues Deutschland v. 03.03.

Statt Menschen ohne Beziehungserfahrung als ernsthaftes gesellschaftliches Problem zu betrachten, wird in kulturlinken Zeitungen die Partnerlosigkeit von Männern nur als antifeministischer Maskulinismus gebrandmarkt. Die Pick-Up-Szene wird damit zur typischen Problemlösung partnerloser Männer stilisiert, obwohl sie lediglich eine unter vielen möglichen Formen des Umgangs mit dem Problem darstellt.

Das mag identitätspolitisch die antifaschistische In-Group stabilisieren, trägt aber dazu bei, dass männliche Partnerlosigkeit gesellschaftlich nur als Gefahr, nicht aber als Symptom für tiefer liegende Ursachen der neoliberalen Klassengesellschaft begriffen wird.

Der Artikel weidet sich in der ersten Hälfte an der Sprache in Pick-Up-Foren, die in der neuen Mitte und ihrer medialen Hegemonialkultur (Andreas RECKWITZ spricht von Hyperkultur) als minderwertig bzw. unakzeptabel gilt. Den medialen Durchbruch der Szene datiert MISCHKO auf das Jahr 2006, in dem der Bestseller The Game von Neill STRAUSS erschien.

Die zweite Hälfte des Artikels gibt einen Artikel der Schweizer WochenZeitung vom November letzten Jahres wieder, in dem Franziska SCHUTZBACH & Michelle LANWER Verbindungen zwischen der Pick-Up-Szene und der Neuen Rechte aufzeigen.

Die kulturlinke Perspektive krankt daran, dass sie nicht gewillt ist, Alternativen zur Pick-Up-Szene zu bieten. Der Versuch der Ausgrenzung und Diffamierung männlicher Partnerlosigkeit ist mitverantwortlich dafür, dass dieses Problem der neuen Rechte überlassen wird. Dies führt auch dazu, dass das Problem neuerdings als Geschäftsfeld ökonomisiert wird.

Alternativen zur Pick-Up-Szene bieten dagegen die Absolute Beginner-Foren und Bücher wie Maja ROEDENBECKs Und wer küsst mich? aus dem Jahr 2012. Die wissenschaftliche Forschung zum Thema verspäteter Partnerschaftserfahrung in unserer Gesellschaft steckt in den Anfängen. Die Soziologie z.B. interessiert sich erst seit kurzem für das Thema. Da diese Forschung jedoch in erster Linie bevölkerungs- und familienpolitisch orientiert ist, bleiben Alltagsaspekte und Probleme der Betroffenen unterbelichtet. In der Psychologie wiederum dominieren soziobiologische Erklärungen, bei denen die gesellschaftlichen Ursachen lediglich am Rande behandelt werden. Es fehlt ein eigenes Forschungsfeld zur verspäteten Partnerschaftserfahrung in der modernen Gesellschaft. Kulturlinke, feministische und maskulistische Perspektiven verstellen den vorurteilsfreien Blick und sind wenig hilfreich für männliche Partnerlose.

 
       
   

Clarisse Thorn im WWW

http://clarissethorn.com

 
       
   

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Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 27. Januar 2012
Stand: 04. März 2018