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Walter Kirn: Der globale Nomade

 
       
     
       
     
       
   

Walter Kirn: Porträts und Gespräche

 
   
  • fehlen noch
 
       
   

Mr. Bingham sammelt Meilen (2003)
Köln:
Kiepenheuer & Witsch
Im Original: Up in the Air (2001)
Doubleday

 
   
     
 

Klappentext

"Ryan Bingham, 35 Jahre alt, Motivationstrainer und Sehrvielflieger, ausgestattet mit Handy, Laptop und einem Koffer voller knitterfreier Anzüge gehört der neuen Spezies des Geschäftsmannes an: ein moderner Nomade, dessen wahres Zuhause das Flugzeug oder der Flughafen ist und der familiäre und freundschaftliche Beziehungen nur noch über Handy und Email hält. Ryan verfügt über ein klares Ziel: Er will innerhalb der nächsten Woche den Eine-Million-Meilen-Bonus erreichen, jene magische Zahl, die ihn zum König der Vielflieger macht. Er, der von Firmen engagiert wird, um wegrationalisierten Angestellten die positive Seite ihrer Freistellung zu erklären, sitzt aber selbst auf dem Schleudersitz. Dem drohenden Rausschmiss will er durch eigene Kündigung zuvorkommen - doch zuvor will er den Meilenrekord brechen, um wenigstens eine Sache im Leben erfolgreich zu Ende zu führen. Alles scheint perfekt arrangiert, der Flugplan ist genau ausgetüftelt, doch dann läuft etwas schief: Ryans Kreditkarte wird gesperrt, geschäftliche Termine platzen - ob sich ein Hacker seiner Identität, schlimmer, seines Meilenkontos bedient oder eine übergeordnete Instanz manipulierend die Hände im Spiel hat, ist noch nicht klar..."

Pressestimmen

"Gesellschaftskritik steht derzeit wieder hoch im Kurs, doch während etwa (...) Naomi Klein und der Franzose Fréderic Beigbeder in heiligem Ernst gegen fiese Markendiktatoren anschreiben, karikiert Kirn unsere Zeit in einer Satire, die erst allmählich mit bitterem Nachgeschmack wie von unbekömmlicher Bord-Cuisine aufstößt. Und wo Michel Houellebecqs depressive Figuren in ihrem düsteren Lebensambiente auftreten, bemüht sich Walter Kirns Antiheld bis zuletzt zu funktionieren."
(Stella Bettermann im Focus v. 16.07.2001)

 
     
 
       
   

Buchauszug

 
   

Rezensionen

MAXA, Rudy (2001): Frequent Flyer.
"Up in the Air" by Walter Kirn,
in: Washington Post
v. 01.07.

BUCKLEY, Christopher (2001): Lord of the Fliers.
This novel's hero fires people for a living and collects bonus miles for an obsession,
in: The New York Times Book Review
v. 08.07.

  • BETTERMANN, Stella (2001): Miles & Macken.
    US-Autor Walter Kirn beschreibt die Welt aus der Boeing-Perspektive eines Vielfliegers,
    in: Focus Nr.29 v. 16.07.

  • Neu:
    TAUBITZ, Udo (2003): Abstürzender Überflieger.
    Walter Kirns Farce über die Geschäftswelt,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 25.03.

 
   

Das Buch in der Debatte

HÄNTSCHEL, Jörg (2001): Reise zum Mittelpunkt der Herde.
Träumen Nomaden vom elektronischen Schlafplatz? Die Schauplätze des modernen Wohnens liegen in den exterritorialen Räumen zu Lande, zu Wasser und in der Luft,
in: Süddeutsche Zeitung v. 10.08.

Jörg HÄNTSCHELs zentrale These lautet:

"Der »globale Nomade«, der überall zu Hause ist, hat sich zum Heldentypus der Gegenwart entwickelt, und mit ihm verändert sich die kollektive Vorstellung vom Wohnen."

Auto, Schiff und Flugzeug werden zur ortsunabhängigen Heimat der mobilen Existenz. Transitorische Räume wie Business-Lounges auf Flughäfen werden zeitweilige Heimaten und Flugpläne stiften neuartige Nachbarschaften:

"Bisher war Gemeindezugehörigkeit eine Frage des Wohnorts, heute ist es eine des Flugplans. Immer dieselben Gesichter in denselben Maschinen".

Dies ist für HÄNTSCHEL die Konsequenz des individualistischen Rebellentums der massenhaft Alleinreisenden, das sich gegen das einstige

"idealistische Rebellentum des Alleinreisenden"

durchzusetzen beginnt. Seinen literarischen Ausdruck hat dieses letzte Rebellentum im Roman Up in the Air von Walter KIRN gefunden.

 
   

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Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 15. August 2001
Stand: 20. August 2015