[ Verzeichnis der Single-Forscher/innen ] [ Autoren der Single-Generation ] [ News ] [ Homepage ]

 
       
   

Angelika Tölke: Lebensform und Berufskarriere

 
       
     
       
     
       
   

Angelika Tölke in ihrer eigenen Schreibe

 
       
   

TÖLKE, Angelika (1996): Berufskarrieren von Frauen und Männern - Der Einfluß von Herkunft, Bildung und Lebensform,
in: Zeitschrift für Frauenforschung, 1996, Jg. 14, Heft 4, S.161-177

TÖLKE, Angelika (1998): Beruflich erfolgreich durch Ehe und Familie? Der Zusammenhang von Lebensform und Berufskarriere. In: B. Geissler & M. Oechsle (Hg.) : Die ungleiche Gleichheit. Junge Frauen und der Wandel im Geschlechterverhältnis, Opladen: Leske + Budrich

Neu:
TÖLKE, Angelika (2000): Private Lebenssituation und Karriereentwicklung in männlichen Biographien
, in:
Hans Bosse & Vera King (Hg.) Männlichkeitsentwürfe. Wandlungen und Widerstände im Geschlechterverhältnis, Frankfurt a/M: Campus, S.139-154

 
       
   

Angelika Tölke im Gespräch

 
       
   
  • fehlt noch
 
       
       
   

Männer - Das "vernachlässigte" Geschlecht in der Familienforschung (2005)
Zeitschrift für Familienforschung - Sonderheft Band 4
Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften

 
   
     
 

Klappentext

"In theoretischen Überlegungen sowie in empirischen Untersuchungen zu den Ursachen rückläufiger Heirats- und Geburtenzahlen tauchen Männer zumeist nicht als eigenständige Subjekte auf. Zunehmende Unsicherheiten auf dem Arbeitsmarkt und in Berufskarrieren untergraben jedoch die traditionelle Rolle des Familienernährers; gleichzeitig gewinnen Vorstellungen von partnerschaftlichem Verhalten in Beziehungen und von einer aktiven Ausübung der Vaterrolle an Bedeutung. Ziel dieses Sonderheftes ist es daher, unter sich verändernden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen Aufmerksamkeit auf das in der Familienforschung bislang »vernachlässigte« Geschlecht zu lenken.
Die ausgewählten Studien greifen u.a. folgende Fragen auf: In welcher Weise wird von jungen Männern Vaterschaft in ihren Lebensentwurf aufgenommen? Welche Wechselwirkungen bestehen zwischen Berufskarriere und Familiengründung? Da der vielfach konstatierte Wandel der weiblichen Lebensführung nicht folgenlos für den Umgang mit Männern mit dem Lebensbereich Familie sein kann, wird auch die Paarbeziehung in den Blick genommen."

 
     
 
       
   

Beiträge des Sonderheftes

HANK, Karsten & Angelika TÖLKE - Männer das "vernachlässigte" Geschlecht in der Familienforschung: Untersuchungen zu Partnerschaft und Elternschaft bei Männern

HELFFERICH, Cornelia, u.a. - Familienentwicklung als Transformation von Männlichkeit. Retrospektive Deutungen der Gestalt und der Gestaltung der Familienbiografie von Männern mit Hauptschulabschluss

TÖLKE, Angelika - Die Bedeutung von Herkunftsfamilie, Berufsbiografie und Partnerschaften für den Übergang zur Ehe und Vaterschaft

KLINDWORTH, Heike/WALTER, Wolfgang /HELFFERICH, Cornelia - Frühe erste Vaterschaft – ein intendierter, passender Übergang?

KÜHN, Thomas - Die Bedeutung von Familiengründung für die Biografiegestaltung junger Männer
 
       
       
   

Private Lebenssituation und Karriereentwicklung in männlichen Biographien (2000).
In: Hans Bosse & Vera King (Hg.) Männlichkeitsentwürfe. Wandlungen und Widerstände im Geschlechterverhältnis,
Frankfurt a/M:
Campus

 
   
     
 

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Verbindungslinien zwischen Beruf und privater Lebensform

Daten und Methoden

Karrierestufenmodell
Logistische Regression

Zusammenhang von Lebensform und beruflicher Plazierung - Deskriptive Darstellung des Wandels zwischen 1986 und 1996

Lebensform und berufliche Karriere - Muster in der Verknüpfung der Lebensbereiche und dessen Wandel auf der Basis von Modellrechnungen

Determinanten für Berufskarrieren bis 1986

Determinanten für Berufskarrieren bis 1996 und Veränderungen im Vergleich zu 1986

Subjektive Bewertung der Lebenssituation und Erwartungen an die Zukunft

Allgemeine Lebenszufriedenheit

Zusammenfassung

Zitat:

Männliche Singles sind weniger erfolgreich als Ehemänner

"Eine hohe berufliche Plazierung bzw. beruflicher Erfolg gehen bis in die 1980er Jahre noch mit der institutionalisierten Lebensform der Ehe einher. (...). Dieser Zusammenhang zwischen den beiden Lebensbereichen löst sich innerhalb von nur zehn Jahren auf. (...) Die Einschätzung, die in den 1990er Jahren sowohl im wissenschaftlichen Kontext als auch in den Medien häufig zum Ausdruck kam, daß »Singles« aufgrund der Arbeitsmarktanforderungen in ihren Berufskarrieren im Vorteil seien, trifft jedoch nicht zu - sie haben nur aufgeholt." (S.151)

 
     
 
       
     
       
       
   

Beruflich erfolgreich durch Ehe und Familie? Der Zusammenhang von Lebensform und Berufskarriere (1998).
In: B. Geissler & M. Oechsle (Hg.) : Die ungleiche Gleichheit. Junge Frauen und der Wandel im Geschlechterverhältnis,
Opladen: Leske + Budrich

 
   
     
 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
2. Mechanismen, die den Verlauf der Berufskarriere beeinflussen
3. Datenbasis und Karrierestufenmodell
4. Ergebnisse der empirischen Analysen

4.1 Deskriptive Ergebnisse
4.2 Ergebnisse von Modellberechnungen

5. Ausblick

Zitate:

Die Pluralisierung der Lebensformen und die Ideologie des Singles als Pionier des flexiblen Kapitalismus

"Das Bild der Normalfamilie mit einem verheirateten Elternpaar und seinen leiblichen Kindern, auf das sich diese (Anm.d.Verf.: strukturfunktionalistische Tradition der Familienforschung und familienökonomische Ansätze) beziehen, hat sich jedoch verändert und wurde durch neue Familienmuster und Lebensformen erweitert. Mit dem Prozeß der Pluralisierung der Lebensformen und der zunehmenden Berufsorientierung und Erwerbsbeteiligung der Frauen haben die Vorstellungen über eine geschlechtsspezifische Arbeitsteilung seit den 70er Jahren an Selbstverständlichkeit verloren. Darüber hinaus haben sich die Erwartungen an die Ausübung der Vaterrolle verändert; mehr Männer äußern den Wunsch, mehr Zeit für ihre Kinder haben zu wollen (Schnack/Gesterkamp 1996...). Die sich wandelnden Bedingungen im Familienalltag könnten insofern einen modifizierten Einfluß auf die Berufskarrieren von Männern zur Folge haben. Auf diesem Hintergrund hat sich im Kontext der Pluralisierungs- und Individualisierungsdiskussion die Einschätzung verfestigt, daß Singles nicht nur beruflich besonders stark orientiert seien, sondern weitergehend, daß sie auch die besseren Karrierechancen hätten. Dies wird mit der potentiell größeren räumlichen Mobilität sowie der größeren zeitlichen Verfügbarkeit und Einsatzbereitschaft der Arbeitskraft begründet. Alleinlebende, also Singles ohne partnerschaftliche und familiale Bindungen und Verpflichtungen, scheinen prädestiniert zu sein, diese Vorgaben zu erfüllen:
Franz X. Kaufmann: »Da sie (die Kinderlosen, A.T.) in höherem Maß für die Berufsarbeit disponibel sind, sind ihre betrieblichen Aufstiegschancen größer, ebenso ihre Möglichkeiten zur Verlängerung der Arbeitszeit und zur aufstiegsorientierten Mobilität.« (1995: 176)
Hans Bertram: »Wenn berufliche Karriere einen Wohnortwechsel voraussetzt, so ist dies für jemanden, der allein lebt, sehr viel leichter zu bewerkstelligen, als für jemanden, der in einer Familie lebt. ... Dies hat zur Konsequenz, daß man entweder auf Karrieremöglichkeiten oder aber auf Ehe und Familie verzichtet« (1991: i)
Thomas Meyer: »Denn im Gegensatz zur problematisch werdenden 'Passung' zwischen der starren und relativ unbeweglichen Ehe- und Familiensituation und ihrer komplexen Umwelt erscheinen die latent kündigungsdisponierten, prinzipiell flexibleren, zukunftsoffeneren und zeitlich elastischeren Privatheitsformen mit den Mobilitätserfordernissen, Aus-, Fort- und Weiterbildungszwängen wie individualistischen Wertmustern moderner Gesellschaft eher kompatibel.« (1993: 37)" (1998, S.132f.)

Gegenargument zur Single-Ideologie

"Alleinlebende, also diejenigen, die nicht mit einem Partner bzw. einer Partnerin zusammenwohnen, sind prinzipiell zeitlich und räumlich höchst flexibel; wobei hier die Frage aufgeworfen sei, ob minimale äußere Vorgaben für die Zeiteinteilung unbedingt zu einer effizienteren Nutzung von Zeit führen. Im Alltag können Alleinlebende nicht auf die »selbstverständlichen Leistungen« einer Beziehung zurückgreifen. Selbst bei einem engen, emotional nahestehenden Freundeskreis müssen Alleinlebende oft aktiv auf andere zugehen und ihren sozialen Austausch organsieren." (1998, S.135f.)

Datenbasis der Untersuchung

"Datengrundlage für die folgenden Analysen ist die erste Welle des Familiensurveys (1988) des Deutschen Jugendinstituts. Für die Analysen wurden erwerbstätige Frauen und Männer der Altersgruppe von 30 bis 50 Jahren (Geburtskohorten 1938 bis 1958) ausgewählt. Mithelfende Familienangehörige und Landwirte wurden aus der Analyse ausgeschlossen (...). Frauen, die zum Erhebungszeitpunkt 1988 nicht erwerbstätig waren, wurden (...) ebenfalls aus den Analysen ausgeschlossen". (1998, S.136)

Verheiratete Väter machen weit häufiger Karriere als partnerlose und kinderlose Männer

"Gefestigte partnerschaftliche Beziehungen treffen bei Männern mit beruflichem Erfolg zusammen; dies trifft weitgehend auf die Familie zu. 49 % der Väter stehen 1988 auf einer höheren Karrierestufe als bei Berufsbeginn, von den Männern ohne Kind dagegen nur 37 %. Berücksichtigt man sowohl den Familienstand als auch die Vaterschaft, so hat jeder zweite verheiratete Familienvater einen beruflichen Aufstieg seit Berufsbeginn erfahren; dies ist der höchste Anteil über alle Lebensformen hinweg. Von den Männern, die nicht in einer Partnerschaft leben und kein Kind haben, die sog. Singles, sind nur 29 % aufgestiegen. Ob die Ehefrau erwerbstätig ist oder nicht, steht nach unseren Ergebnissen nicht in Beziehung zum Berufserfolg. Dies paßt zu dem Bild, wonach die häusliche Beanspruchung es Mannes mit der Erwerbsarbeit seiner Frau nicht größer wird." (1998, S.141)

Partnerschaften spielen für Männer eine zentrale Rolle bei der beruflichen Karriere

"Die weitergehende Institutionalisierung durch das familiale Zusammenleben mit Kindern schlägt sich für Männer beruflich weder in Vor- noch in Nachteilen nieder, eine Familie stellt für Männer somit kein Hindernis für seine Karriere dar, sie fördert dies aber auch nicht (...). Die beiden in der Einleitung zu diesem Artikel aufgegriffenen kontroversen Einschätzungen über berufliche Vorteile von Singles versus Familienvätern treffen somit nicht zu. Es ist nicht die Familiengründung bzw. -erweiterung, sondern die Partnerschaft, der eine zentrale Rolle für die Berufskarriere der Männer zukommt." (1998, S.144)

Nicht Kinder, sondern Teilzeitarbeit sind ein Karrierehemmnis für Frauen

"Auch bei erwerbstätigen Frauen führen Kinder nicht direkt zu negativen Auswirkungen auf den beruflichen Erfolg (...). Es ergibt sich jedoch ein indirekter Effekt, nämlich vermittelt über die Ausübung einer Teilzeitarbeit. Dem Arbeitsumfang, der bei Frauen zum großen Teil familiale Verpflichtungen gepaart mit unzureichender Infrastruktur zur Kinderbetreuung widerspiegelt, kommt im Hinblick auf die berufliche Karriere unmittelbar und substantiell größere Bedeutung zu als der Tatsache, Kinder zu haben." (1998, S.144f.)

Singles sind keine Pioniere des flexiblen Kapitalismus

"Daß die sog. Singles die Karrieremenschen seien, kann für beide Geschlechter eindeutig verneint werden. Die Ergebnisse verweisen auf einen bislang unterschätzten Stellenwert ehelicher Ressourcen für den Berufsweg." (1998, S.146)

 
     
 
       
   

weiterführende Links

 
       
     
       
   
 
   

Bitte beachten Sie:
single-generation.de ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten

 
   
 
   

[ Zum Seitenanfang ]

[ Homepage ] [ Autoren der Single-Generation ]
 
   
 
   
© 2002-2017
Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 02. März 2003
Update: 08. März 2017