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Beate Küpper: Partnerlose im beziehungsfähigen Alter

 
       
     
       
     
       
   

Beate Küpper in ihrer eigenen Schreibe

 
       
   
KÜPPER, Beate (2003) "Was unterscheidet Singles und Paare?" In: Ina Grau & Hans-Werner Bierhoff (Hg.) Sozialpsychologie der Partnerschaft, Heidelberg: Springer, S.77-110
 
       
   

Beate Küpper: Porträts und Gespräche

 
       
   

DEUTSCHLANDRADIO (2001): Single: Voraussetzung für die Karriere?
Telefoninterview mit Dr. Beate Küpper über ihre Dissertation "Singles" an der Ruhr Universität Bochum,
in: Campus & Karriere. Sendung des DeutschlandRadio v. 11.10.

"16 Prozent der Bevölkerung sind Singles, das heißt Partnerlose im mittleren Erwachsenenalter,"

wird im Beitrag behauptet. Dies ist zwar die Größenordnung der Einpersonenhaushalte in Deutschland, aber weder sind Alleinlebende identisch mit Partnerlosen, noch führen in erster Linie berufstätige Partnerlose einen Einpersonenhaushalt, sondern alleinlebende Witwen.

KLAUS, Birgit (2001): Lust oder Frust mit dem Single-Dasein?
in:
SWR1 LIVE. Sendung des Südwestrundfunk v. 20.11.

Moderatorin KLAUS war auf der Suche nach dem Mythos Single. Gibt es ihn überhaupt, den "Swinging Singles"? Wahrscheinlich war er jedoch gerade auf der Pirsch, denn die Sendung lief erst ab 22 Uhr. Interessanter war da schon das Gespräch mit Beate KÜPPER, die letztes Jahr eine Dissertation zum Thema Sind Singles anders als die anderen? Ein Vergleich von Singles und Paaren" an der Bochumer Ruhr-Universität vorgelegt hat. Die 370seitige Studie ist als PDF-Datei downloadbar (fast 1 MB). Die Studie zeichnet sich durch ihren sozialpsychologischen Zugang aus. Im Gegensatz zu den üblichen sozialstaatlich oder frauenpolitisch motivierten Single-Studien, die den Einpersonenhaushalt in den Mittelpunkt stellen, ist für diese Arbeit eine Beziehungsdefinition kennzeichnend: Singles werden als "Personen im beziehungsfähigen Alter ohne feste Partnerschaft" (S.16) definiert. Obwohl viel über Partnerlose geredet wird, besteht ein eklatantes Empirie-Defizit. Plausible Vorurteile ersetzen die Forschung in diesem Bereich. Dieses Defizit wird besonders deutlich, wenn KÜPPER die zahlenmäßige Verbreitung der Partnerlosigkeit in Deutschland zu bestimmen versucht. Dies scheitert kläglich! Ihr Fazit:

"Alles in allem schwankt die Zahl der geschätzten Singles von ca. 3 % bis 30 % je nach gewählter Definition und Bezugsgröße. Genaueres kann leider aufgrund fehlender Datengrundlage zu diesem Zeitpunkt nicht über die Häufigkeit von Singles im hier definierten Sinne als Partnerlose im mittleren Erwachsenenalter gesagt werden. Zu vermuten ist auf jeden Fall, daß die Angaben der amtlichen Statistik über Alleinstehende und Alleinwohnende die Zahl der partnerlosen Singles überschätzt."(S.27f).

KÜPPER hätte die Daten des Familiensurvey selber entsprechend ihrer Definition auswerten müssen, um exaktere Angaben machen zu können. Stattdessen hat sie nur die vorhandenen Daten zitiert, ohne sie übersichtlich zu strukturieren oder das Problem anhand eines Schaubildes plakativ sichtbar zu machen. Dies wäre eine Herausforderung für das Buch, das nächstes Jahr erscheinen soll. Die Daten beziehen sich zudem auf die Situation Mitte der 1990er Jahre. Da die quantitative Bestimmung nicht unbedingt im Zentrum der Arbeit stand und auch so mancher Soziologe an einer exakteren Bestimmung scheitern würde, da die Sozialstatistik sich nicht für Partnerlose interessiert, ist dieses Manko hinzunehmen.
Partnerlose haben keine Lobby, sondern sind in erster Linie die Zielgruppe von Geschäftemachern. Das Geschäft mit der Einsamkeit gehört zu den profitabelsten Wirtschaftsbereichen unserer "Paargesellschaft".
 Studien, die den Beziehungsaspekt in den Vordergrund rücken, sind sehr selten. Noch seltener sind Studien, die sich kritisch mit der vorherrschenden Sicht auseinandersetzen. Deshalb ist diese Studie umso wichtiger. Es wird auf die "Symbol-Funktion" der Single im Rahmen der Mediendebatte und ihren apokalyptischen Visionen vom Untergang der Familie oder der atomisierten Gesellschaft eingegangen. Der Single wird von KÜPPER als Gegenentwurf zur Normalfamilie thematisiert. Der Standardsatz "Es gibt immer mehr Singles" wird kritisch hinterfragt, denn diese so leichtfertig in den verschiedensten Kontexten verwendete Phrase - die gebetsmühlenartig von diversen Kritikern oder gierigen Profiteuren verbreitet wird, muss keineswegs richtig sein. Ganz offensichtlich wird das Defizit der Forschung, wenn es um eine Sozialgeschichte der Partnerlosigkeit geht. Nicht die Erforschung abweichenden Verhaltens, sondern die Herausarbeitung der jeweiligen historischen Normen, d.h. das Normale, steht im Zentrum der historischen Familienforschung. Die Pluralität der Lebensformen ist der historische Normalfall. Die Debatten legen Zeugnis vom Kampf um die Definition der Normalfamilie ab, nicht jedoch über die Lebensverhältnisse derjenigen, die jenseits dieser Konventionen leben mussten.

"Insgesamt scheint es eine durch die systematische Ausblendung bestimmter Gesellschaftsschichten bei der Geschichtsschreibung bedingte, verbreitete Simplifizierung zu sein, die Vergangenheit als homogene Einheit zu behandeln, in der alle Menschen die weitgehend, strikt festgelegte Lebensform der Ehe und Familie tatsächlich über viele Jahrhunderte hinweg lebten",

resümiert deshalb KÜPPER. Heutzutage ist der Single als Gegenentwurf zum Normalen eine

"Projektionsfläche für alles (...), was an utopischen oder apokalyptischen Zukunftsentwürfen von Freiheit, Gleichheit und Selbstbestimmung des Individuums in einer gerechten Welt inklusive feministischer Befreiungsideale und Sinnsuche 'umherspukt'. (S.60).

Eine solche Sichtweise hebt sich wohltuend vom  Zeitgeistgeschnatter ab, das die Mediendebatten und oftmals leider auch die wissenschaftliche Forschung selber beherrscht. Wichtig ist auch die Erwähnung der Mediendebatte. KÜPPER schreibt dazu, dass sich die Singles nur schwer dem medial vermittelten Bild entziehen könnten. Das sozialstaatlich und bevölkerungspolitisch motivierte Feindbild "Single" zwingt Singles ein Fremdbild auf. Sie müssen sich selbst ablehnen, resignierend den Rückzug antreten oder offensiv ein positives Stereotyp dagegen setzen. Diese Funktion hatte der "Swinging Single" in den 1960er Jahren. Für die gegenwärtige Situation fehlt ein solches Gegenbild zur dominierenden Debatte.
 

NEON-Titelgeschichte: Haben wir die Liebe verlernt?
Wie Single-Börsen und Flirt-Partys zu unserer letzten Hoffnung werden

Neu:
CREUTZ, Oliver (2004): "Viele wollen nur das Beste - aber das ist nicht zu haben".
Die Psychologin Beate Küpper untersucht die Folgen der Single-Gesellschaft. "Moderne Möglichkeiten lassen die Partnersuche wie ein Vergnügen erscheinen, nicht wie ein Eingeständnis nach Bedürftigkeit."
in: Neon, Mai

 
       
       
   

Warum wir aufeinander fliegen (2002).
Die Gesetze der Partnerwahl
(zusammen mit Manfred Hassebrauck)

Rowohlt Taschenbuch

 
   
     
 

Klappentext

"Haben Sie sich auch schon mal gefragt, wieso Sie auf Männer mit breiten Schultern fliegen? Ist Ihnen nicht klar, weshalb sich alle ihre Freundinnen so ähnlich sehen? Hier erfahren Sie die Wahrheit über das Paarungsverhalten von Mann und Frau - wissenschaftlich fundiert und unterhaltsam. Die Sozialpsychologen Prof. Dr. Manfred Hassebrauck und Beate Küpper erklären, warum wir uns verlieben und warum wir uns wieder voneinander trennen. Ein Buch, das Ihnen die Augen öffnet - bis zur nächsten Versuchung"

 
     
 
       
   

Rezensionen

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Sind Singles anders? (2002).
Ein Vergleich von Singles und Paaren
Reihe: Brennpunkte der Persönlichkeitsforschung
Hogrefe

 
   
     
 

Klappentext

"Singles sind eine in der Öffentlichkeit und den Medien viel beachtete, wissenschaftlich bisher aber kaum näher untersuchte Gruppe. Sind Singles anders als andere, und wenn ja, worin unterscheiden sie sich? Der Band analysiert, inwieweit sich Singles von Paaren in bezug auf Bindung und Liebe, in der Einstellung zu Ehe und Familie, ihren Ansprüchen bei der Partnerwahl und ihrer sexuellen Aktivität tatsächlich unterscheiden. Es zeigt sich, daß die pauschale Herausstellung der Singles, die scheinbar so anders sind, nicht gerechtfertig ist und die einfache Gegenüberstellung von Singles und Paaren zu kurz greift. Das Buch richtet sich an alle, die an fundierten Befunden über die vermeintlich so neue und außergewöhnliche Lebensform »Singles« interessiert sind. "

 
     
 
       
   

Rezensionen

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Sind Singles anders als die anderen? (2000)
Ein Vergleich von Singles und Paaren.
Dissertation an der Fakultät für Psychologie der Ruhr-Universität Bochum

 
   
     
 

Single-Begriff

"Singles werden (...) in der vorliegenden Arbeit verstanden als Personen im beziehungsfähigen Alter ohne feste Partnerschaft" (2000, S.16)

 
     
 
       
   

Die Studie in den Medien

HEIDEL, Uschi (2001): Kein Single will Single bleiben.
Sie glauben an die große Liebe, wünschen sich Kinder und sehen ihr Alleinsein als vorübergehende Lebensform - Singles sind offenbar anders, als man denkt
in: Netzeitung.de v. 24.09.

 
       
   

Beate Küpper im WWW

www.uni-bielefeld.de/ikg/personen/beate_kuepper.html

 
       
   

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webmaster@single-generation.de Erstellt: 16. Januar 2002
Update: 08. März 2017