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Bernd Guggenberger: Die 50er Jahre als Reaktion

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 1949 geboren
    • Studium der Politikwissenschaften, Philosophie, Geschichte und Journalistik
    • 1998 Buch "Sein oder Design"
 
       
     
       
   

Bernd Guggenberger in seiner eigenen Schreibe

 
   
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Bernd Guggenberger im Gespräch

 
   
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Neu:
Sein oder Design (1998)
Im Supermarkt der Lebenswelten
Berlin: Rotbuch
(Im Jahr 2000 als
Rowohlt-Taschenbuch erschienen)

 
   
 
 

Klappentext der Taschenbuchausgabe

"Wir leben in einer »Signalkultur«, in der das »Sein nicht ohne Sign ... und das Dasein nicht ohne Design« auskommt. Das ist die neue Dialektik von Sein und Bewußtsein. Bernd Guggenberger, der sich selbst als Zeitdiagnostiker begreift, beobachtet scharfsinnig die Szenerie und räsonniert über den Zeitgeist. Guggenbergers aufklärerische Polemik schont nichts: nicht die Jugendkultur, nicht die Liebe, nicht die Wissenschaft, nicht den Körperkult, nicht die Virtualität, und nicht die Digitalität."

Zitate:

Die Arbeitsgesellschaft entlässt ihre Kinder

"Nun sind sie da, wo sie hingehören, die Opfer der Geschwindigkeit (...), noch immer überzeugt von der anhaltenden »Nutzlosigkeit, erwachsen zu werden« (Georg Heinzen/Uwe Koch) (...) Genaugenommen sind sie ja nie ausgestiegen, die Aussteiger, sie haben es lediglich versäumt einzusteigen." (2000, S.11)

"Nicht alle verkraften die Absage an Kohärenz und Kontinuität gleich gut (...). Für sie fügt sich das psychosoziale Moratorium einer oft höchst unfreiwillig verlängerten Adolszenz nicht zur Attitüde lustvoller Erwartung, sondern zur galligen Einsicht in die »Nutzlosigkeit, erwachsen zu werden«. Georg Heinzen und Uwe Koch beschrieben in ihrer biographischen Reportage sehr treffsicher den Gemütszustand jener Mittdreißiger, die mit sich uneins sind, ob sie auf ihren beruflichen und sozialen Schwebezustand eher stolz sein oder sich gegenüber den schon etablierten Altersgenossen als Versager führen sollten. Die »multiple Identität« ist offenbar nicht jedermanns Sache." (2000, S.147)

Das Yuppie-Syndrom

"Der Yuppie, vielleicht mehr noch der stets streitbefangene Diskurs um dieses Leitbild, hat die Kultur der 80er Jahre nachhaltig bestimmt. Er verkörpert bis heute den deutlichsten Widerspruch gegen sämtliche Ideale der 68er-Zeit und der nachfolgenden Bewegungsdekaden". (2000, S.65)

"Auf den ersten Blick scheint es keinen größeren Gegensatz zu geben als den zwischen dem punkigen Aussteiger (...) und dem Prototyp des seidenbeschlipsten »young urban professional« (Yuppie) (...). Und dennoch haben beide Wesentliches gemeinsam: Sie lassen sich nicht auf morgen vertrösten. Null Bock auf Illusionen!" (2000, S.139)

Die 50er Jahre als Reaktion

"Nichts mehr ist wirklich »out«. Längst nämlich belegt die Avantgarde nicht mehr bloß Altvertrautes mit dem Bannfluch des hoffnungslos Unzeitgemäßen; längst ist sie nicht bloß Entwertungsavantgarde, längst ist sie auch an der Front der themenpolitischen Wiederaufbereitung aktiv: Wer heute Gott, die Familie, das Subjekt, die Keuschheit oder die Mutterschaft mit Emphase verabschiedet, kann sie morgen schon emphatisch wiederentdecken. Wo steht geschrieben, (...) daß nicht zuletzt ein gewisser Überdruß an der blanken Offenherzigkeit der Achtziger und Neunziger uns bald die keuschen Fünfziger (...) wieder näherrücken könnte." (2000, S.72f.)

Die Generation Golf als Wiedergänger der skeptischen Generation

Was anderes haben wir in der scheinbar »archetypischen« Konfliktkonfiguration der (immer noch) Nachdenklichen wider die (schon wieder) Naßforschen vor uns als eine »Reprise«der 68er-Aufführung mit reziproker Generationenbesetzung? (...) Den unterschiedslosen Menschheitshumanismus ihrer Väter kontern sie cool mit der Großväterdevise aus den Zeiten der »skeptischen Generation«: Jeder ist sich selbst der Nächste!" (2000, S. 150f.)

Plädoyer für den Generationenkonflikt

"Den demonstrativen »Immoralismus« und den fortwährenden Verstoß gegen die guten links-alternativen Geschmacksprinzipien verstehen wir nur, wenn wir die psychologische Widerstandsbedürfigkeit der Nachfolgegeneration mitbedenken, die bei diesem »Lager«-Konflikt Pate steht.
Identität formiert sich im Widerstand. Vielleicht ist der vorenthaltene Widerstand die größte aller Sünden, welche eine Generation gegenüber der nachfolgenden begehen kann. Sie betrügt sie nicht nur um die Chance, sie selbst zu werden, sondern, schlimmer, um die Chance, überhaupt wer zu werden." (2000, S.155)

David Riesman von den Füssen auf den Kopf gestellt

"David Riesman unterscheidet in seinem soziologischen Klassiker »Die einsame Masse« (...) zwischen dem innen- und dem außengeleiteten Menschen; man könnte auch sagen: zwischen »schweren« und »leichten« Zeitgenossen; zwischen den Aktiven und den Passiven, den Machern und den Angemachten; zwischen dem selbständigen Individuum und dem rundum betreuungs- und zerstreuungsbedürftigen Sozialpatienten, also dem Anti-Individuum, dem Individuum wider Willen; zwischen dem, der sich nach seinen inneren Überzeugungen richtet, und dem, der am Signal- und Erwartungstropf seiner Umgebung hängt.
Es gibt einen wachsenden Bedarf an Innenleitung.
(...)
Die New Frontier, die Grenzregion der Jahrtausendwende, die es zu erobern gilt, liegt im Innern. Vielleicht kommt er schneller, als viele glauben: der wehrhafte Verbraucher, der reflexive, auf Sinnantworten beharrende Konsument, der die seit den 80er Jahren eingetretende Dominanz des Bildes über den Gedanken (und der zeichen über den Körper) wieder rückgängig machen will." (2000, S.214)

 
 
 
       
   
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© 2002
Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 09. März 2002
Update: 25. November 2002
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