[ Verzeichnis der Single-Forscher/innen ] [ Autoren-Index ] [ News ] [ Homepage ]

 
       
   

Carl Djerassi: This Man's Pill

 
       
   
  • Kurzbiographie

 
       
     
       
   

Carl Djerassi in seiner eigenen Schreibe

 
       
   

DJERASSI, Carl (2006): Aus schwierigen Verhältnissen.
Carl Djerassi arbeitet an der Trennung von Sex und Fortpflanzung. Als "Vater der Antibabypille" läutete er in den 60er Jahren die sexuelle Revolution ein. Heute greift er als Schriftsteller die ethischen Probleme und die neuen Tabus der modernen Reproduktionsmedizin auf,
in:
ZEIT Wissen, Heft 3.

DJERASSI, Carl (2014): Unbefleckt.
Frauen werden immer älter, ehe sie schwanger werden. Der Ausweg ist Fortpflanzung ohne Geschlechtsverkehr, meint der Erfinder der Antibabypille,
in:
Welt v. 13.08.

"Seit den letzten Jahrzehnten unterteilt sich die Welt in geriatrische (zum Beispiel Japan und Europa mit etwa 20 Prozent der Bevölkerung über 65 Jahre und durchschnittlich 1,5 Kinder/Familie), die sich jetzt mit Empfängnis befassen und pädiatrische Gemeinschaften (Afrika mit etwa 50 Prozent unter 15 Jahren und 4 – 6 Kinder/Familie), wo Empfängnisverhütung das vorherrschende Problem ist. Da zur Erhaltung des demografischen Status quo 2,1 Kinder pro Familie erforderlich sind, lautet das allzu vereinfachende Rezept der geriatrischen Länder, mehr Kinder zu bekommen. Wie dramatisch sich unsere Gesellschaften verändert haben, zeigt eine Zahl: Seit Einführung von IVF wurden ungefähr fünf Millionen Kinder ohne vorher bedingten Geschlechtsverkehr geboren. Diese Zahl wird noch steigen", meint Carl DJERASSI.

Neu:
DJERASSI, Carl (2014): Unbefleckte Empfängnis.
Warum es der Gerechtigkeit zwischen Männern und Frauen dient, wenn sie Sex und Fortpflanzung voneinander trennen,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 14.11.

Carl DJERASSI wendet sich gegen den Begriff "Social Freezing", aber nicht gegen die Methode des Eizellen-Einfrierens:

"Ich lehne die deutsche Bezeichnung »Social Freezing« ausdrücklich ab - im Gegensatz zu der Methode an sich. Warum sage ich »deutsch«? Weil diese englische Phrase, genau wie etwa das Wort »Handy«, nur im Deutschen benutzt wird. Wenn Sie versuchen, »Social Freezing« in den USA zu googeln, werden Sie nur deutsche Einträge finden. Warum benutzt niemand den deutschen Ausdruck »gesellschaftliches Einfrieren«? Ist er zu lang? Ist es »cool«, einen englischen Ausdruck zu benutzen? Oder bedeuten die Fremdwörter auch eine Verurteilung? Ich glaube, dass der Ausdruck aus dem deutschen Wortschatz gestrichen werden sollte, bevor der Duden ihn verewigt, so wie das Internet es jetzt schon tut. Die Phrase beleidigt alle Frauen".

Man könnte "Social Freezing" auch als politischen Kampfbegriff bezeichnen, denn er wird lediglich vor dem Hintergrund der bevölkerungspolitischen Debatte um den Geburtenrückgang plausibel. Der Begriff denunziert die späte Mutterschaft, obwohl im familienpolitisch angeblich vorbildlichen Frankreich das durchschnittliche Gebäralter keineswegs niedriger ist als in Deutschland.

 
       
   

Carl Djerassi im Gespräch

 
       
   

STOLZE, Cornelia (2001) Sex ist nicht preiswürdig.
Seit 50 Jahren wartet Carl Djerassi, der "Vater der Pille", vergebens auf den Nobelpreis. Ein Star ist er auch so geworden,
in:
Die Woche Nr.42 v. 12.10.

LAU, Mariam (2001) Carl Djerassi, Erfinder der Pille, setzt sich nicht zur Ruhe.
Der Chemiker Djerassi wollte ein Mittel gegen Arthritis entwickeln und entdeckte einen Stoff, der die Welt revolutionierte,
in:
Welt v. 30.11.

SPIEGEL -Titelgeschichte: Der künstliche Kindersegen.
Baby-Boom aus der Retorte

BLECH, Jörg & Gerald TRAUFETTER (2002): "Laborbabys werden mehr geliebt".
Der Chemiker und Schriftsteller Carl Djerassi über den Erfolg der Anti-Baby-Pille, die Trennung von Sex und Fortpflanzung und die Zukunft des Kinderkriegens,
in: Spiegel Nr.4 v. 21.01.

Carl DJERASSI widerspricht der landläufigen These vom "Pillenknick":

"Der Rock'n'Roll, die Hippiekultur, die Drogen, die Frauenbewegung - all das hat in den sechziger Jahren eine Rolle gespielt. Die Pille hat die ganze Revolte nur erleichtert - und natürlich angenehmer gemacht."

Seine Vision für die Zukunft der wohlhabenden Staaten:

"Ich behaupte, dass am Ende Verhütungsmittel total unnötig sein werden. Die Menschen werden ihre Spermien und Eier in einer Bank auf Eis legen können und lassen sich anschließend sterilisieren."

Damit soll die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Karriere bei Frauen ermöglicht werden. DJERASSI hält die Reproduktion sogar für einen Segen für die traditionelle Familie:

"Die im Labor entstandenen Kinder sind stets gewünscht: Sie werden deshalb mehr geliebt als natürlich gezeugte Kinder, was die Familie auch sehr stärken könnte."

Eine solche Sichtweise ist jedoch zu einseitig. Wenn dadurch die biologische Elternschaft gestärkt wird, dann bedeutet das gleichzeitig eine Schwächung der sozialen Elternschaft und damit werden Scheidungs- und Waisenkinder noch stärker zu den Problemkindern dieser schönen neuen Familienwelt.

TASCHWER, Klaus (2005): Ein intellektueller Bigamist.
Im Gespräch: Carl Djerassi, der Erfinder der Anti-Baby-Pille, über die Zukunft der Fortpflanzung, seine zweite Karriere als Bühnenautor und die Kluft zwischen Naturwissenschaft und Literatur,
in: Freitag Nr.17 v. 29.04.

WELTWOCHE-Titelgeschichte: Ich heisse Rea Genzglas

MÜLLER, Franziska K. (2006): "Gott wird's verkraften".
Carl Djerassi, Erfinder der Antibabypille, glaubt an medizinische Reproduktionshilfe respektive In-vitro-Fertilisation,
in: Weltwoche Nr.7 v. 16.02.

HUNKE, Jörg (2006): "die erde braucht nicht mehr menschen".
Carl Djerassi, Erfinder der Anti-Baby-Pille, über Geburtenkontrolle, Wunschkinder und die wilden Zeiten in den 70er Jahren,
in: Frankfurter Rundschau v. 25.03.

Carl DJERASSI u.a. über die Geburtenkrise: "Wie kommen die Industrienationen aus dieser Geburtenkrise heraus?
Gar nicht. Gut, ich kann nicht sagen, was in 400 Jahren passieren wird. Aber in den nächsten 100 Jahren werden wir das Problem ohne Immigration kaum lösen können, denn es wird keine Frauen geben, die zwölf Kinder zur Welt bringen wollen wie noch im 19. Jahrhundert. Aber was wäre so schlimm daran, wenn die Zahl der Europäer sinken würde?"

KLEMM, Jana & Simone RÖDDER (2011): "Wir spielen schon lange Gott".
Vor fünfzig Jahren kam in Deutschland die Antibabypille auf den Markt. Heute wäre das nicht mehr möglich, sagt ihr Erfinder, der Chemiker Carl Djerassi,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 13.02.

Carl DJERASSI sieht im gesellschaftlichen Wandel die entscheidende Rahmenbedingung für Forschungen. In dieser Sicht war die Antibabypille in den 1960er Jahren, das was das Einfrieren von Eizellen ("Social Freezing") heutzutage ist:

"Sie können Professorin werden oder Direktorin, bevor Sie sich entschließen, Kinder in die Welt zu setzen. Das ist eine unglaublich wichtige Option. Und weil das gesellschaftlich in gewissen Kreisen auch gewollt wird, gibt das den Wissenschaftlern ungeahnte Möglichkeiten."

PINES, Sarah (2014): "An der Empfängnis ist nichts Romantisches".
Beim Interviewtermin in San Francisco wollte Carl Djerassi lieber seine neuen Gedichte vorlesen, als über die Erfindung zu sprechen, die ihn berühmt gemacht hat: Der Chemiker hat 1951 die erste Antibabypille entwickelt,
in:
Jungle World Nr.43 v. 23.10.

"In-vitro-Fertilisation wird zunehmend ein normaler nicht-koitaler Weg werden, Kinder zu bekommen. Je größer die gesellschaftliche Nachfrage sein wird, desto erschwinglicher wird dieser Weg sein. Heute leben etwa fünf Millionen Menschen auf der Welt, die ohne Sex geboren wurden. Die In-vitro-Fertilisation wurde zwar schon 1977 entdeckt, doch erst zwischen den späten Achtzigern und 2010 vermehrt eingesetzt. Je erfolgreicher die Konservierung von Eizellen und die folgende In-vitro-Fertilisation werden wird, desto mehr Frauen werden sich bereits in jungem Alter für eine Sterilisation entscheiden",

meint Carl DJERASSI, der in erster Linie "Frauen mit akademischem Bildungsweg" als Klienten der Reproduktionsmedizin betrachtet.

 
       
       
   

This Man's Pill (2001)
Sex, die Kunst und Unsterblichkeit
Haymon Verlag

 
   
     
 

Klappentext

"Dem Autor ist vor 50 Jahren, am 15. Oktober 1951, in einem kleinen Labor in Mexico City der entscheidende Schritt zur synthetischen Herstellung des Hormons Gestagen gelungen, was die »Antibabypille« ermöglicht hat. In seinem neuesten Buch, das zeitgleich in Englisch und Deutsch erscheint, verfolgt Djerassi genauer, als er das bisher getan hat, die Geschichte der »Pille« mit ihren Vorstufen, etwa den Forschungen und Ergebnissen des Innsbrucker Biologen Prof. Ludwig Haberlandt aus den zwanziger Jahren, schildert die Auswirkungen seiner Erfindung auf Gesellschaft und Politik und sinniert über die sich abzeichnende Trennung von Sex und Fortpflanzung. Auch persönliche Erinnerungen an die turbulenten fünfziger und sechziger Jahre breitet der vorzügliche Erzähler Djerassi vor dem Leser der zwölf Essays aus"

 
     
 
       
   

Rezensionen

RUTSCHKY, Katharina (2001): Djerassi-Park.
Der Pillenpapst: Carl Djerassi ist gut drauf,
in: Süddeutsche Zeitung
v. 10.10.

SEPPELFRICKE, Oliver (2002): Carl Djerassi - This man's Pill,
in:
DeutschlandRadio v. 06.05.

 
       
   

weiterführende Links

 
       
   
Singleforschung: Verzeichnis der Single-Forscher/innen
Die Reproduktionsmedizin und die Fruchtbarkeitskrise - Eine Bibliografie der Debatte um Geburtenrückgang und ungewollte Kinderlosigkeit
 
       
   
 
   

Bitte beachten Sie:
single-generation.de ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten

 
   
 
     
   
 
   
© 2002 - 2017
Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 26. August 2014
Update: 08. März 2017