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Claudia Ritter: Lebensstile und Politik

 
       
     
       
   

Claudia Ritter in ihrer eigenen Schreibe

 
       
   
fehlt noch
 
       
   

Lebensstile und Politik (1997).
Zivilisierung - Politisierung - Vergleichgültigung
Opladen: Leske + Budrich

 
   
     
 

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1 Zur Soziologisierung des Politischen

2 Lebensstile als Lebensformen

2.1 Deskription von lebensstilbedingten politischen Konflikten

2.1.1 Lebensstilempirie als Einstellungs- oder Verhaltensforschung
2.1.2 Systematiken zum Lebensstilbegriff
2.1.3 Wissenssoziologische Lebensstilforschung
2.1.4 Empirie und Systematik zur Lebensführung

2.2 Ressourcentheorem zur Erklärung politischen Handelns

2.2.1 Habituskonzept
2.2.2 Das um die Rationalitätsanalyse erweiterte Habituskonzept
2.2.3 Revidierte Habitusanalyse und Politikstile

3 Politisierung und Vergleichgültigung

3.1 Zivilisierung - Politisierung - Vergleichgültigung

3.1.1 Der "Stil des Lebens" als Beziehungsbegriff
3.1.2 Zivilisierung
3.1.3 Varianten des modernen Stils des Lebens
3.1.4 Individualisierung
3.1.5 Dimensionen der Politisierung

3.2 Rationalisierung und Lebensführung

3.2.1 Rationalisierung der Lebensführung und selbstverantwortliches Handeln
3.2.2 Moderne ständische Lebensführung und sozialer Wandel
3.2.3 Politik der Lebensführung
3.2.4 Methodisch-rationale Lebensführung und liberaler Politikverzicht
3.2.5 Rationalitätsbedingungen von Lebensführung und Lebensstilen

3.3 Probleme der Koexistenz unterschiedlich rationalisierter Lebensführungen

3.3.1 Konfliktstrukturen zwischen religiös-ethischen und weltlich gerechtfertigten Lebensführungen
3.3.2 Sozialintegrative Effekte einer Verantwortungsethik

4 Kommunikatives Theorem

4.1 Moralische Rationalisierung

4.1.1 Diskurstheoretische Bestimmung der Rationalität von Lebensführung und Lebensstil
4.1.2 Rationalitätsbedingungen einer kulturellen Vielfalt
4.1.3 Deliberative Politik in kulturell ausdifferenzierten Gesellschaften

4.2 Politische Institutionen und kommunikative Vernunft

5 Differenztheorem

5.1 Differenztheoretische Argumentation in der Demokratietheorie
5.2 Ästhetisch-expressive Rationalisierung

5.2.1 Politisierung es Sozialen - Soziologisierung des Politischen: Die "Politik der Lebensstile"
5.2.2 Postmoderne Demokratisierung
5.2.3 Moderne Formen der Indifferenz

 6 Kognitives Theorem

6.1 Kognitive Rationalisierung als Politisierung
6.2 Demokratisierung der zivilgesellschaftlichen Willensbildung durch politische Verfahren

7 Lebensstilinduzierte politische Willensbildung

Zitate:

Perspektive und Erkenntnisinteresse - Lebensstile und Krisen

"Die Rationalitätsperspektive bietet die Möglichkeit, der Frage nachzugehen, inwieweit mit der Modernisierung soziokulturelle Lernprozesse entstehen, die die Menschen befähigen, auch unter Bedingungen einer rückläufigen Prosperitätsentwicklung und härter werdenden Verteilungskämpfe das Leben und die Beziehungen zwischen den Lebensstilgruppen zivil zu gestalten." (S.18)

Kritik an der Gentrificationsforschung

"Auffällig sind (...) zum einen die relative Konfliktlosigkeit, mit der die Gentrifizierung der Innenstädte durchgesetzt werden konnte, und zum anderen die Ignoranz der stadtsoziologischen Gentrifizierungsforschung gegenüber jenen städtischen Konflikten, die infolge der Modernisierungen der Stadtteile entstanden sind. Auch in der lokalen Politikforschung und in der sozialen Bewegungsforschung spielen wohnungspolitische Konflikte, wenn überhaupt, eine nachgeordnete Rolle.
(...).
Die typischen Stadtteile der Gentrifizierung werden keineswegs dominant von Möchtegern-Yuppies eingenommen, sondern insbesondere von jenen, die ihr Leben links-liberal bis alternativ, ökologisch-antiautoritär und friedensorientiert gestalten wollen. Sie setzen diesen sozialen Verdrängungsprozeß durch, obgleich sie aufgrund ihres eigenen Universalisierungsanspruchs und der expressiven Ausgestaltung ihrer Lebensform gegen sich selbst aktiv werden müßten.
(...).
Die Gründe dieser »Politik der Lebensstile« werden weder in der Stadtsoziologie, der lokalen Politikforschung noch in der sozialen Bewegungsforschung ausgeführt, wobei von deren WissenschaftlerInnen noch zu klären bleibt, in welchem Ausmaß sie selbst von der Gentrifizierung profitieren. Immerhin bietet die Gentrifizierung ein erstaunliches Beispiel egozentrierter Interessenpolitik, um die geplante Lebensstilbildung ungehindert ausführen zu können. Dabei findet sich eine moralische Ignoranz innerhalb eines sozialen Milieus, das sich selbst gern als das moralisch anspruchsvollste in der Bevölkerung identifiziert. Diese harte Selbstreflexivitätsbremse muß auch das theoretische Verständnis von Zivilgesellschaft und Demokratisierung irritieren, das auf Moralentwicklung und auf Gemeinsinn setzt. Pioniere und Gentrifier bilden fast schon so etwas wie ein Stillhaltepakt, sind die Pioniere von heute doch vielfach die Gentrifier von morgen." (S.249f.)

     
 
       
   

Beitrag von single-generation.de zum Thema

Die Neidgesellschaft: Feindbild soziale Aufsteiger und die Kritik an der "Single-Gesellschaft"
 
       
   

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Update: 14. November 2016