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Sigrid Metz-Göckel: Kinder und Kinderlosigkeit im wissenschaftlichen Karriereverlauf

 
       
     
       
     
       
   

Sigrid Metz-Göckel in ihrer eigenen Schreibe

 
   
METZ-GÖCKEL, Sigrid (2007) Exzellente Bildung von Frauen. Die Internationale Frauenuniversität als Forum einer Weltelite gebildeter Frauen. In: Regina-Maria Dackweiler (Hg.) Willkommen im Club? Frauen und Männer in Eliten, Münster: Westfälisches Dampfboot
 
       
   

Wissenschaft als Lebensform - Eltern unerwünscht? (2009).
Kinderlosigkeit und Beschäftigungsverhältnisse des wissenschaftlichen Personals aller nordrhein-westfälischen Universitäten (zusammen mit Christina Möller & Nicole Auferkorte-Michaelis)
Opladen & Farmington Hills: Verlag Barbara Budrich

 
   
     
 

Klappentext

"Vielfach beklagt, selten wissenschaftlich untersucht: Warum fehlen in so vielen Akademiker/innen-Haushalten die Kinder?

Dieses Buch untersucht den Zusammenhang zwischen Karrierebedingungen, Geschlecht und Kinderzahl beim akademischen Mittelbau und der Professorenschaft. Grundlage ist die Auswertung der vorliegenden Personalstandsdaten des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik (LDS) und der Kinderdaten des Landesamtes für Besoldung und Versorgung (LBV) für die Universitäten des Landes NRW sowie Interviews mit Wissenschaftler/innen mit und ohne Kinder.

Es zeigt sich, dass die prekären Beschäftigungsverhältnisse und die unsichere Zukunftsperspektive bei einer Entscheidung zur Elternschaft eine sehr große Rolle spielen."

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1 Einleitung

2 Das Spannungsverhältnis zwischen Elternschaft und Wissenschaftskarriere

2.1 Eine unbehagliche Bestandsaufnahme oder ein halsbrecherischer Spagat zwischen Kind und Karriere
2.2 Frauen als Subjekte der Wissenschaft und die wissenschaftliche Lebensform
2.3 Die kinderfreundliche Hochschule - eine Vision im Wettbewerb?

3 Die asymmetrische Geschlechterkultur der Hochschulen und die Wissenschaft als Lebensform

3.1 Strukturelle Flexibilität und kulturelle Fixierungen der universitären Organisation und die wissenschaftliche Lebensform
3.2 Die Hochschule als asymmetrisch vergeschlechtlichte Institution
3.3 Mütter in der Wissenschaft - Balancen von Elternschaft im wissenschaftlichen Lebensverlauf

4 Zur (Un-)Vereinbarkeit von Individualisierung und Elternschaft

4.1 Multiple Lebensentwürfe - Familien im Wandel
4.2 Wer bekommt Kinder und wer keine? Zur Datenlage von Elternschaft
4.3 Kinderlosigkeit und ihre (individuellen) Hintergründe
4.4 Leitbild der berufstätigen Eltern und einseitige Vereinbarungsarrangements
4.5 Zum Spannungsverhältnis zwischen wissenschaftlicher Karriere und Elternsein

4.5.1 Standardisierung und soziale Stratifizierung - strukturelle Diskriminierungen
4.5.2 Soziale Positionierung von Frauen im wissenschaftlichen Feld - geteilte Wirklichkeiten
4.5.3 Lebenslaufperspektive und berufliche Laufbahnentwicklung

5 Partnerschaft und Elternschaft qualifizierter Paare

5.1 Privilegierung und sozial endogame Paarbildung
5.2 Die Qualität von Paarbeziehungen und elterliche Arbeitsteilung

6 Der Arbeitsplatz Hochschule - strukturelle Bedingungen der wissenschaftlichen Karriere

6.1 Meritokratisches Selbstverständnis und Wissenschaft als Lebensform
6.2 Heterogene und prekäre Beschäftigungsbedingungen im wissenschaftlichen Mittelbau
6.3 Subjektive Reaktionen auf "unsichere" Beschäftigungssituationen
6.4 Geschlechterdifferenzen in der Statuspassage vom Studium zur Promotion

7 Die wissenschaftlichen Qualifizierungsphasen und Elternschaft

7.1 Merkmale und Belastungen der Promotionsphase
7.2 Von der Promotion zur Professur - die Habilitation als deutscher Sonderweg
7.3 Geschlechterdifferenzen in der Statuspassage vom Studium zur Promotion

8 Methodenkombinierte Situationsanalyse des wissenschaftlichen Personals an den Universitäten in Nordrhein-Westfalen

8.1 Kinder gesucht! Die statistische Erfassung von Eltern

8.1.1 Der Mikrozensus als Datenbasis
8.1.2 Erhebungsverfahren der Lebenslaufforschung
8.1.3 Demografieforschung per Bevölkerungsstatistik

8.2 Daten zur Analyse der wissenschaftlichen Lebensform an Universitäten

8.2.1 Verknüpfte Dateien der Personalstatistik
8.2.2 Ein Blick hinter die Zahlen - Interviews mit Wissenschaftler/innen im Mittelbau

8.2.2.1 Zur Generierung des Untersuchungssamples
8.2.2.2 Durchführung der Interviews
8.2.2.3 Zur Auswertung der Interviews

8.2.3 Das Sample der interviewten Wissenschaftler/innen

9 Balanceakte zwischen Kindern und Karriere - Bedingungen und Beziehungen im wissenschaftlichen Mittelbau der Universitäten in NRW

9.1 Vermehrtes Personal im wissenschaftlichen Mittelbau
9.2 Steigender Frauenanteil im wissenschaftlichen Mittelbau
9.3 Zunehmende Teilzeit- und verringerte Vollzeitbeschäftigung
9.4 Geschlechterdifferenzen in der Voll- und Teilzeitbeschäftigung von Eltern
9.5 Wissenschaft als Berufsrisiko - "Diese Unsicherheit ist eigentlich das Entscheidende"
9.6 Riskante Beschäftigung und "unerwünschte" Kinder. Zur Rationalität der Kinderlosigkeit in der wissenschaftlichen Lebensform
9.7 Das Altern des "Nachwuchses" oder die missglückte Verjüngung
9.8 Die allmähliche Verdrängung des Kinderwunsches - Altern als Ausnahme
9.9 Diskrepante parallele Welten: Elternsein und Wissenschaft
9.10 Neue Väter und moderne Paarbildungen

10 An der Spitze angekommen - Professorinnen und Professoren als Personalisierung der Wissenschaft als Lebensform

10.1 Professor/inn/en im deutschen Hochschulsystem und im internationalen Vergleich
10.2 Fach- und Geschlechterdifferenzierungen der Professuren
10.3 Entwicklungen bei den Universitätsprofessuren in NRW zwischen 1994 und 2004

10.3.1 Geschlechterrelationen im Verhältnis von C3- und C4-Professuren
10.3.2 Die verjüngte Altersstruktur der Professor/inn/en

10.4 Universitätsprofessor/inn/en als Eltern 1994 und 2004

10.4.1 Alter und Kinderlosigkeit der Professor/inn/en
10.4.2 Anzahl der Kinder von Professor/inn/en-Eltern

10.5 Die Lebens- und Arbeitswelt der Professorinnen - privilegiert und marginalisiert?

11 Bedarfsorientierte Kinderbetreuung und die Notwendigkeit sozialer Netze

11.1 Kinderbetreuung als "Frauenproblem" - ein langsamer Wandel
11.2 Die Wissenschaftskarriere von Eltern - nur mit "superguter Kinderbetreuung"
11.3 "Karrierekiller Kind" - Strategien mit Mutterzeit
11.4 Institutionelle Kinderbetreuung - Bedarf contra Angebot

12 Zur Spiegelung der Struktur aggregierter Daten in einer Universität

12.1 Zum Verhältnis der Datenstruktur auf Landes- und Universitätsebene
12.2 Beschäftigungsstruktur und Geschlechterrelationen im wissenschaftlichen Personal der Universität Dortmund 2004
12.3 Beschäftigungsverhältnisse der Eltern im Mittelbau der Universität Dortmund
12.4 Eltern und Kinderlose im wissenschaftlichen Personal (Mittelbau und Professuren) im Überblick
12.5 Rangreihe der Universitäten in NRW nach Anteil der Kinderlosen im wissenschaftlichen Personal

13 Zusammenfassung: Zur Notwendigkeit einer lebens- und familienfreundlichen Hochschulentwicklung

 
     
 
       
   

Ein Beitrag von single-generation.de zum Thema

Geburtenkrise - Die politische Konstruktion eines Themas
 
   

Rezension von single-generation.de

Neu:
Wissenschaft als Lebensform - Eltern unerwünscht?
Das Buch bietet einen hervorragenden Einblick in den Zusammenhang zwischen Karrierebedingungen, Geschlecht und Kinderzahl beim wissenschaftlichen Personal. Das Buch ist allen zu empfehlen, die sich für eine lebens- und familienfreundliche Hochschulentwicklung engagieren möchten.
 
   

Die Kinderlosigkeit von Wissenschaftlerinnen in der Debatte

PETERSEN, Jana & Maria ROSSBAUER (2010): "Irgendwas feuert im Hirn".
Organismen: Christiane Nüsslein-Volhard hat viel erreicht. Die Hälfte hätte ihr auch gelangt, sagt die Nobelpreisträgerin. Ein Gespräch über die Schönheit der Zebrafische, Frauen in der Wissenschaft und die Angst vor Mikrowellen,
in: TAZ v. 04.12.

Christiane NÜSSLEIN-VOLHARD u.a. über Feminismus, Kinderlosigkeit und die Unterstützung von jungen Wissenschaftlerinnen mit Kind:

"Halten Sie sich für eine Feministin?
          
 
Ich? Nein. Ich bin keine Feministin. Früher dachte ich immer, ja klar. Aber dann hab ich gemerkt, dass die Feministinnen mich anfeinden. Alice Schwarzer nicht, die ist zu klug dafür, aber viele andere. So nach dem Motto: Hach, die arbeitet so viel, will sein wie die Männer. Aber ich weiß gar nicht, was die sich denken. Dass man keinen Ehrgeiz haben soll, weil das männlich ist? Ja, Himmel, wenn man was bewegen will, dann gibt's nur eine Art. Und die ist weder männlich noch weiblich. Das ist einfach: was schaffen und sich durchsetzen.
Sie haben selber keine Kinder. Glauben sie, dass Sie diese Karriere auch mit Kindern hingelegt hätten?
            Ich hab ja wahnsinnig viel erreicht. Die Hälfte hätte auch gelangt.
            Wirklich?
Ich habe nie gesagt, ich will keine Kinder haben. Das hat sich irgendwie nicht so ergeben. Ich hätte vielleicht nicht den Nobelpreis gekriegt. Aber ich hätte schon ordentlich was gemacht. Ich kenn auch Frauen, die beruflich wirklich toll sind und Kinder haben. Die mussten sich aber unheimlich anstrengen.
            Unterstützen Sie deshalb junge Forscherinnen mit Kindern?
            Ja, unsere Stiftung gibt denen vierhundert Euro im Monat dafür, dass sie eine Haushaltshilfe einstellen. Und für Babysitter. In der Zeit, in der Frauen noch nicht viel verdienen, macht das eine Menge aus. Stellen Sie sich mal vor, wie das ist, wenn Sie zweimal die Woche nach Hause kommen und alles ist aufgeräumt und sauber. Es ist herrlich. Ich hab's auch viel zu spät gemacht. Vorher hab ich mich da so durchgewurschtelt, immer am Wochenende musste ich den Boden saugen. Schrecklich. Haben Sie eine Putzfrau? Sie haben doch sicher ganz oft keine Zeit."

 
   

Sigrid Metz-Göckel im WWW

www.hdz.uni-dortmund.de
 
   

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webmaster@single-generation.de Erstellt: 26. März 2007
Update: 23. Januar 2015