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Ulrike Brunotte: Zwischen Eros und Krieg 

 
       
     
       
     
       
   

Ulrike Brunotte in ihrer eigenen Schreibe

 
   
  • BRUNOTTE, Ulrike (1995): Die Initiation des Bungee-Springers.
    Rituale sind Modelle von Gesellschaft und für Gesellschaft,
    in: F:UN, Nr.12
  • BRUNOTTE, Ulrike (2007): Logik und Pathologie des Helden.
    Die Krise der Männlichkeit,
    in: Frankfurter Rundschau v. 21.08.
    • Inhalt:
      "
      Heute leben wir endgültig in einer postheroischen Gesellschaft, lautet die Zeitdiagnose, die zuletzt von Herfried Münkler angesichts des Verschwindens von Heroenkult und Opferbereitschaft in den westlichen Gesellschaften und der Beendigung zwischenstaatlicher Kriege bei gleichzeitiger Zunahme von urbanem Lebensstil, Handel und Austausch, vertreten wurde. Nun werde mit dem Terrorismus, der jeden treffen könne, dieses Sicherheitsbewusstsein von einem »bis zum äußersten gesteigerten Heroismus« radikal in Frage gestellt.
                  Nicht allein die Religionen kehren auf die politische Bühne zurück, sondern auch die Heroen. Dabei scheint sich das Bedrohungsszenario, wie es Jünger mit dem Fall Langemarck entworfen hatte, ins Gegenteil zu verkehren: Waren damals die schlecht ausgerüsteten jungen Freiwilligen trotz gesteigerten Opfermuts und Kampfeswillen der maschinellen Übermacht von Kanonen und Maschinengewehren hilflos ausgeliefert, so vermögen heute bis zum Äußersten entschlossene Selbstmordattentäter allein mit ihren zu Waffen aufgerüsteten Körpern die kriegstechnisch hoch überlegenen westlichen Gesellschaften zu erschüttern.
      Aber in welchem Zusammenhang stehen neofundamentalistische Varianten von Religion und neuer Heroismus? Und wie, wenn überhaupt, hängen damit die Amok laufenden jungen Männer in den USA zusammen, die sich religiöser Rhetorik und gewalttätiger Actionfilm-Scripte bedienen, um ihre Männlichkeits-Krise tödlich zu agieren?

                  Und noch eine Frage drängt sich auf: Ist die USA wirklich eine vollends säkularisierte, postheroische Gesellschaft?", fragt Ulrike BRUNOTTE.
 
       
   

Ulrike Brunotte im Gespräch

 
   
  • fehlt noch
 
       
   

Zwischen Eros und Krieg (2004).
Männerbund und Ritual in der Moderne
Berlin: Wagenbach Verlag

 
   
 
 

Klappentext

"In ihrer Studie zeigt Ulrike Brunotte, wie das »Gespenst der Homoerotik« zusammen mit der Angst vor einer Feminisierung der Politik die deutschen Männerbünde bestimmt hat und ein Feindbild entstand, in dem sich Antifeminismus und Antisemitismus verbanden.

Im Zusammenhang mit den gesellschaftlichen Umbrüchen um 1900, die auch die Geschlechteridentitäten erschütterten, entwickelten sich Vorstellungen von hyperviriler Männlichkeit, die den vermeintlichen Bedrohungen einer als »weiblich« und zugleich »jüdisch« empfundenen Kultur der Moderne widerstehen sollten.
Detailliert zeichnet Ulrike Brunotte nach, wie in den Diskussionen um »Männlichkeit« auf ein Ideal des »wilden Kriegers« und auf stammesgeschichtliche Initiationsriten zurückgegriffen wurde.
Und zum ersten Mal widmet sich eine Studie so ausführlich dem Berliner Psychologen Hans Blüher, der die ganze Ambivalenz dieses Männerbundmodells – das vom Wandervogel bis zu SA und SS gewirkt hat – offenbarte, als er nach der Rolle des Eros in der männlichen Gesellschaft fragte.
In ihrer eindrucksvollen Analyse räumt die Autorin der Literatur einen besonderen Raum ein."

Pressestimmen zum Buch

"Ein aufschlussreiches Kapitel widmet Ulrike Brunotte dem schlesischen Schriftsteller Hans Blüher (1888-1955), der mit seiner These, dass die Grundstrukturen des Staates und der Gesellschaft alle auf mann-männlichen Freundschaftsbeziehungen bestünden, wesentlich zum männerbündischen Denken beitrug."
(rox in der Neuen Zürcher Zeitung vom 22.05.2004)

"Blühers Modell ist zugleich antifeministisch und antipatriarchal: nicht die Familie, über die der Vater herrscht, soll Basis der Gesellschaft sein, sondern die freiwillige, frauen- und familienferne Vergemeinschaftung der Söhne."
(Catherine Newmark in der Berliner Zeitung vom 19.07.2004)

"Der Krieg als männerbündisches Gemeinschaftserlebnis, als rauschhaftes Ereignis und als unumkehrbares mythisches Todesritual - so hatten es sich die jungen Männer aus der »Wandervogel«-Bewegung gedacht, so waren sie konditioniert worden, so verstanden sie sich, als »Wanderer zwischen zwei Welten« (Walter Flex). Aber die Kriegswirklichkeit präsentierte sich den von männlichem Abenteuergeist und Naturerleben vernebelten Köpfen als hochgerüstete Vernichtungsmaschine, als ein ungeheures elendes Gemetzel, als Untergang.
Diesen Erfahrungen verliehen dann wiederum Schriftsteller wie Ernst Jünger und Gottfried Benn ästhetischen Ausdruck. Aus dem jungenhaften, homoerotisch durchwirkten und doch zugleich so puritanischen Wandervogel war die heroische, männlich reine, geradezu asexuelle Stahlgestalt geworden, aus dem Wanderschritt das soldatische Stampfen, aus der rauschhaften Opferbereitschaft ein Todeskult als Selbstzweck.
Das ist die literarische Ausdrucksebene einer Zeit zwischen Jahrhundertwende und Nationalsozialismus, die die Berliner Religions- und Kulturwissenschaftlerin Ulrike Brunotte in ihrem wunderbaren Buch (...) beschreibt."
(Angela Gutzeit in der Frankfurter Rundschau vom 19.07.2004)

"Es war der deutsche Volkskundler Heinrich Schurtz, ein Mitarbeiter des Bremer Überseemuseums, der um 1900 den «Männerbund» in den Stammesgesellschaften der europäischen Kolonien entdeckte. Solche frei assoziierten Bünde von «Junggesellen», die sich durch Rituale und Maskeraden einer von weiblichen Elementen gereinigten Männlichkeit versicherten, erlangten im Kontext der Debatten über eine vermeintlich drohende Feminisierung der Kultur im ausgehenden deutschen Kaiserreich unversehens gesellschaftspolitische Brisanz."
(Sabine Fröhlich in der Neuen Zürcher Zeitung vom 17.08.2004)

 
 
 
       
   
  • Rezensionen

    • ROX (2004): Männerbund,
      in: Neue Zürcher Zeitung v. 22.05.
    • GUTZEIT, Angela (2004): Todeskult als Selbstzweck.
      Eine andere Moderne: Ulrike Brunotte über die Konstruktion männlicher Identität im frühen zwanzigsten Jahrhundert,
      in: Frankfurter Rundschau v. 19.07.
    • NEWMARK, Catherine (2004): Mit der Masse keinen Vertrag.
      Ulrike Brunotte untersucht die Idee des Männerbundes nach 1900,
      in: Berliner Zeitung v. 19.07.
    • Neu:
      FRÖHLICH, Sabine (2004): Singend in den Tod.
      Ulrike Brunotte über den Männerbund in der Moderne,
      in: Neue Zürcher Zeitung v. 17.08.
 
     
   

weiterführende Links

 
     
   
 
   

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Update: 29. November 2008
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