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Gunter Schmidt: Die Kinder der sexuellen Revolution

 
       
     
       
     
       
   

Gunter Schmidt in seiner eigenen Schreibe

 
       
   
NZZ Folio-Thema: Singles
Lust und Last der Ungepaarten

SCHMIDT, Gunter (1999): Singlesex.
Zügellos? Atemberaubend? Oder nur viel Lärm um nicht viel? Wie junge Leute den Sex ausserhalb einer festen Beziehung beurteilen,
in:
NZZ Folio. Zeitschrift der Neuen Zürcher Zeitung, Nr.5, Mai

SCHMIDT, Gunter & Johannes von STRITZKY (2004): Beziehungsbiographien im sozialen Wandel.
Ein Vergleich dreier Generationen,
in: Familiendynamik, H.2, April, S.78-100

 
       
   

Gunter Schmidt im Gespräch

 
       
   

KAMANN, Matthias (2001): Ein Kuss ist nur ein Kuss.
Zum Auftakt der WELT-Serie "Wie wir lieben": Der Sexualforscher Gunter Schmidt im Gespräch,
in: Welt v. 23.07.

KAMANN, Matthias (2005): Deutsche Paare im Glücksstreß,
in: Welt v. 13.01.

Die Welt wollte sich von Gunter SCHMIDT, der die paarorientierte deutsche Gesellschaft empirisch untersucht, die These von der zunehmenden Partnerlosigkeit unserer Single-Gesellschaft bestätigen lassen. Gunter SCHMIDT erteilt diesen sowohl im wertkonservativen als auch im und 68er-Milieu weit verbreiteten Vorstellungen jedoch eine klare Absage. Er verweist u.a. darauf, dass Single-Haushalte kein brauchbarer Indikator für Partnerlosigkeit sind:

"Natürlich sind viele Menschen »gerade mal wieder« Single, also partnerlos, aber diesen Zustand erfahren gerade auch die Jüngeren nicht etwa als attraktiven Lebensstil voller Abenteuer und sexueller Erlebnisse, sondern fast immer als Zeit des Wartens auf die nächste Beziehung. Das Single-Dasein ist die Übergangsphase zwischen zwei Beziehungen. Insofern sind wir gerade keine Single-Gesellschaft.
DIE WELT: Wir haben aber viele Single-Haushalte.
Schmidt: Das sagt doch nichts über die Beziehungen aus. Denn in diesen Haushalten leben viele Menschen, die eine Beziehung führen, in der sie nicht oder noch nicht mit dem Partner zusammenleben.

FEDDERSEN, Jan (2006): "Die Menschen brauchen keine Moral".
Gunter Schmidt, einer der prominentesten deutschen Sexualforscher, über die Entdramatisierung des Sexuellen, die falsche Kulturkritik an Pornografisierung und die drohende Schließung des Frankfurter Instituts für Sexualwissenschaft. Ein Hausbesuch in Hamburg,
in: TAZ v. 09.01.

Der Sexualforscher Gunter SCHMIDT hält nichts vom Kulturpessimismus eines Michel HOUELLEBECQ, sondern die neue Verhandlungsmoral und die Romantik (sexuelle Monogamie) dominieren die sexuellen Beziehungen der Gegenwartsgesellschaft. 

 
       
       
   

Das neue DER DIE DAS (2004).
Über die Modernisierung des Sexuellen
Gießen: Psychosozial Verlag

 
   
     
 

Klappentext

"10 Variationen über Sexualität und alles, was mit ihr zuammenhängt: Liebe, Perversionen, Konflikte, Moral, Beziehungen, Familien - spannend, ein wenig verblüffend und durchaus provozierend"

Pressestimmen

"1986 veröffentlichte der Sexualforscher Gunter Schmidt Das große Der Die Das. In seinem Buch Das neue Der Die Das zieht Schmidt Bilanz, wie sich seitdem die Sexualität in den westlichen Industriegesellschaften verändert hat.
(...).
Wie die ganze Gesellschaft wird das sexuelle Leben informeller und mobiler. Beziehungen dienen nicht mehr dazu, die Existenz einer Familie abzusichern. Sie sollen vielmehr die Bilanz des Gefühlshaushalts sichern (...). Vor allem Partnerschaften von kinderlosen Paaren oder von Menschen gleichen Geschlechts unterliegen nur noch dem Zweck, dass sie den Partnern gut tun.
(...).
Das Bild, das er von der modernen Sexualität entwirft, scheint jedoch vor allem das von Sex and the City unter den kulturell avantgardistischen Schichten zu sein, die immer auf der Suche nach Reizen sind, ohne zur Befriedigung zu kommen."
(Ulfried Geuter in der Psychologie Heute, April 2005) 

Inhaltsverzeichnis

1 Moral von unten

Verhandlungsmoral
Ein Kuss ist nur ein Kuss
"Intimate Citizenship"

2 Spätmoderne Beziehungswelten

Diesseits der Ehe
Beziehung pur
Sexualität im Griff fester Beziehungen
Dauer und Intensität im Wettstreit
Kinderwelten
"Emotionale Demokratie" oder Wegwerfbeziehungen?

3 Geschlechterkämpfe, Geschlechterspiele

Erosionen des sozialen Geschlechts
Inszenierungen des kulturellen Geschlechts
Femme fatal und Macho

4 Vom Trieb zum designten Verlangen

Wünsche werden knapp
Designter Sex und Träume des Verlangens
Entdramatisierung des Sexuellen
Verlangen verlangt Verlangen
 

5 Sexfacts

Wie oft?
Dauer und Leidenschaft
Reziproke Wünsche gehen verloren

6 Liebesentwürfe und Perversionen

Geschichten hinter der Geschichte
Unplausible Sexualitäten
Exkurs über Pädophilie
Microdots, Scripte und Liebeslandkarten
Sex ist eine "fuzzy matrix"

7 Wandel der Jugendsexualität

Liberalisierung und Selbstbestimmung
Romantisierung männlicher Sexualität
Masturbation
Medialisierung des Jugendsex

8 Zwei, drei, vier Geschlechter

Schwule und Lesben als Geschlechtsabweichler
Intersexualität und Geschlechtertheorie
Transsexuelle und andere Geschlechtswechsler

9 Gibt es Heterosexualität?

Die monosexuelle Ordnung
Verfall binnengeschlechtlicher Intimität
Heterosexualisten und Homosexualisten - for ever?

10 Aus der Zauber? (Ein Resumé)

Sexuelle Restauration: die 1950er
1968 und einige Folgen
Entmystifizierung

Nachbemerkung

 
     
 
       
   

Beitrag von single-generation.de zum Thema

Menschen ohne Beziehungserfahrung
Olaf Wickenhöfer und Arne Hoffmann machen auf die Probleme von Menschen aufmerksam, die im mittleren Lebensalter noch keine Beziehungserfahrung haben
 
       
   

Rezensionen

Neu:
GEUTER, Ulfried (2005): Das Spiel mit der Lust.
Sexualforscher Gunter Schmidt zieht Bilanz: Nicht Spannungsreduktion, sondern die ständige Suche nach Erregung charakterisiert die neue Sexualität,
in: Psychologie Heute, April

 
       
       
   

Sexualität und Spätmoderne (2002).
Über den kulturellen Wandel der Sexualität
(herausgegeben zusammen mit Bernhard Strauß)
Gießen: Psychosozial Verlag

 
   
     
 

Klappentext

"Der Übergang von der Moderne in die Spätmoderne wird als Zeit profunden Umbruchs beschrieben, in der uns bekannte Formen der Arbeit, der Freizeit, der Kindheit und Jugend, der Information, des sozialen und privaten Lebens, der Politik und Kultur durch vielfältig andere ergänzt oder gar ersetzt werden. In diesem Band untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen die Erscheinungsformen sexuellen Wandels in der Gegenwart und deren gesellschaftliche Hintergründe.

Wir leben, so wird gesagt, im Übergang von der Ersten oder Einfachen Moderne in die Zweite oder Spät-, Hoch- oder Postmoderne. Hinter diesen verschiedenen Begriffen für das, was der Moderne folgt, stehen sehr unterschiedliche theoretische Positionen und Einschätzungen darüber, wohin die Entwicklung führen kann: Mal werden die transmodernen Phänomene als Manifestationen einer anderen Normalität wahrgenommen und dargestellt, mal als Destruktion des Sozialen und Zivilen und als kulturelle Verelendung. Abgesehen von solchen dramatischen Unterschieden in der Bewertung signalisieren die Begriffe jedoch etwas Gemeinsames: Die Annahme, dass wir in Zeiten profunden Umbruchs leben, in denen uns bekannte Formen der Arbeit, der Freizeit, der Information, des sozialen und privaten Lebens, der Politik und Kultur durch vielfältig andere ergänzt oder gar ersetzt werden. Bis zum Ende der 80er Jahre beschäftigten sich Soziologen und Gesellschaftswissenschaftler mit diesen allgemeinen Phänomenen des Wandlungsprozesses der Moderne, seitdem aber richten sie ihren Blick zunehmend auf die Bereiche Liebe, Sexualität, Beziehung, Intimität und Identität. Mit dem Chaos der Liebe, reinen Beziehungen, dem reflexiven Selbst, postfamilialen Familien, schwebender Liebe usw. produzieren sie Begriffe und Konzepte, die für den Kliniker und Psychotherapeuten ebenso perspektivöffnend sind wie für den Sozialwissenschaftler. Dies war Anlass genug, die 19. Wissenschaftliche Tagung der Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung im Oktober 1997 in Hamburg unter ein soziologisches Thema zu stellen, nämlich »Kultureller Wandel der Sexualität«. Dieser Band versammelt alle auf der Tagung gehaltenen Vorträge von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unterschiedlicher Fachgebiete."

     
 
       
   

Rezensionen

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Kinder der sexuellen Revolution (2000).
Kontinuität und Wandel im studentischen Sexualverhalten 1966 - 1996. Eine empirische Untersuchung
Gießen: Psychosozial Verlag

 
   
     
 

Klappentext

"Der Vergleich von drei repräsentativen Studien aus den Jahren 1966, 1981 und 1996 gibt höchst interessante Aufschlüsse darüber, wie sich das sexuelle Verhalten von Studierenden und ihre Einstellungen zu Fragen der Sexualität, Partnerschaft, Liebe usw. in den letzten 30 Jahren verändert haben. Wie die Studie belegt, hat die sexuelle Revolution der 60er Jahre die noch heute vorherrschenden Einstellungen zur Sexualität nachhaltig geprägt. Neue Trends sehen die Autoren in der wachsenden Bedeutung, die festen Partnerschaften zugesprochen wird und im ambivalenten Verhältnis zur Lebensform des Singles.
Präsentiert werden die Ergebnisse von drei vergleichenden empirischen Studien, die Aufschluss darüber geben, wie sich das sexuelle Verhalten von Studierenden und ihre Einstellung zu Fragen der Sexualität, Partnerschaft, Liebe, Treue, homo- und bisexuellen Erfahrungen, Verhütung und Schwangerschaft, sexuellen Belästigung und Gewalt, zu HIV, zum Verhältnis der Geschlechter usw. in den letzten mehr als 30 Jahren gewandelt haben.

In der repräsentativen Studie von 1996 wurden 7.500 Studierenden im Alter zwischen 19 und 32 Jahren aus fünfzehn Universitäten - drei davon aus den neuen Bundesländern - befragt.

Die Unterschiede zwischen 1981 und 1996 sind weniger gravierend als die zwischen 1966 und 1981, das heißt also, daß sich die wesentlichen Veränderungen im Sexualverhalten und in den moralischen Einstellungen in der sexuellen Revolution der 60er Jahre abgespielt haben. Die sexuellen Freiheiten, die junge Erwachsene heute genießen, sind in ihrem wesentlichen Gehalt bereits von der Jugend- und Studentenbewegung der 60er Jahre erkämpft worden.

Zwischen 1981 und 1996 ist ein Trend zu mehr Partnerbindung und Treue festzustellen. Das Single-Leben ist weniger eine gesuchte Lebensform, als eine Zwischenlösung oder Erholungsphase zwischen mehreren Beziehungen. Nicht selten beklagen Singles eine untergründige Traurigkeit. Die Hälfte der Studierenden hatte zum Zeitpunkt der Befragung bislang nur drei Sexualpartner gehabt. Zum Zeitpunkt der Befragung waren 2/3 der Studierenden in fester Partnerschaft, die bei der Hälfte der Befragten schon 30 Monate andauerte. Das bedeutet, daß relativ lange Partnerschaften relativ häufig vorkommen."

     
 
       
   

Rezensionen

LÜDEMANN, Susanne (2000): Zwischen den Daunen.
Serielle Monogamie zu verhandeln: Vermischte Meldungen aus der Sexualdemokratie,
in: Frankfurter Rundschau v. 18.10.

KÄMMERLINGS, Richard (2000): Lustverlustanzeige.
Bloß keine Experimente!,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 6.11.

Infos zu: Richard Kämmerlings - Autor der Generation Golf
 
       
       
   

Sexuelle Verhältnisse (1998).
Über das Verschwinden der Sexualmoral
(vollständig und erweiterte Neuausgabe von "Das Verschwinden der Sexualmoral. Über sexuelle Verhältnisse", 1966)
Reinbek: Rowohlt

 
   
     
 

Klappentext

"In den 50er Jahren durften wir, 40 Jahre später wollen wir keinen Sex haben. Internationale Untersuchungen von Sexualforschern bestätigen: Viele Beziehungen sind geprägt von sexueller Langeweile. Die Diskrepanz zwischen einer übersexualisierten äußeren Welt und einer kargen sexuellen Praxis der Menschen wird grotesk. In Zukunft, so prognostiziert der renommierte Sexualforscher Gunter Schmidt, wird Sexualität in den uns bisher vertrauten Erscheinungsformen noch mehr an Bedeutung verlieren. Praktiziert wird Techno-Sex, Designer-Sex, Lean-Sex, Telefon-Sex. Menschen outen sich als ambi-, multi-, poli- und nonsexuell. Das Primat der Heterosexualität verschwindet, und die Monosexualität wird durch eine Vielzahl sexueller Orientierungen ersetzt. Alles scheint möglich, wenn zwei Menschen sich darauf einigen können, denn Sexualität unterliegt inzwischen, so die These von Gunter Schmidt, einer Verhandlungsmoral. In zehn Aufsätzen entfaltet er das Kaleidoskop der wichtigsten Tendenzen - kurz: der Zukunft unserer sexuellen Verhältnisse."

Inhaltsverzeichnis

1. Sexualmoral verschwindet

2. Verschwindet Sexualität?

3. Brüchige Liebesbeziehungen

4. Wünsche werden knapp

5. Das Gewöhnliche an sexuellen Störungen

6. Perversionen

7. Sexuelle Langeweile

8. Nachruf auf die Pornographie

9. Kindersexualität, Inzest und Mißbrauch

10. Gibt es Heterosexualität?

Zitate:

Das Alleinleben als Konsequenz eines neuen Beziehungsideals

"Wie dem auch sei, »reine Beziehung« und »schwebende Liebe« verändern die Beziehungsbiographien heterosexueller Männer und Frauen nachhaltig. Im Lebenslauf von immer mehr Männern und Frauen lösen sich Perioden des Alleinseins ab mit Perioden nichtfamiliären Zusammenlebens (z.B. Wohngemeinschaft, unverheiratet zusammenleben in einer Beziehung) und Perioden familiären Zusammenlebens (verheiratet oder unverheiratet mit eigenen Kindern; oder mit den Kindern aus früheren Beziehungen; oder alleine mit Kindern usw.). Die Wechsel erfolgen oft mehrfach in einer Biographie. Es entsteht eine postfamiliale Familienvielfalt und eine Vielfalt des Alleinlebens, sekundär, tertiär, quartiär." (S.48)

Sexualität in der neuen Klassengesellschaft

"Wir erleben in der Bundesrepublik - wie in anderen westlichen Gesellschaften - eine Wiederkehr der Armut, die so viele Frauen, Kinder und Männer erreicht, wie man es vor einigen Jahren nicht für möglich gehalten hätte. Die nicht mehr so schnell wachsenden Ressourcen werden immer einseitiger, ungerechter verteilt, und zwar mit einer derart dreisten Konsequenz, die noch vor einigen Jahren kaum vorstellbar gewesen wäre. Das heißt: Mit der Zahl der Arbeitslosen wächst der Luxus derer, die ohnehin darin leben. »Krieg den Hütten, Objektschutz den Palästen« hat Dieter Hildebrand das Büchner-Wort (»Krieg den Palästen, Friede den Hütten«) paraphrasiert und damit die militante Klassenpolitik jener beschrieben, die immer davon reden, daß der Klassenbegriff ein alter sozialistischer Hut sei, dessen Relevanz sie aber ständig vorführen.
(...).
Die Modernisierungskrise, die viele Veränderungen notwendig macht, wird konsequent genutzt, um die Verteilungskrise, die die Gesellschaft spaltet, zu vertuschen. Diese Spaltung der Gesellschaft wird die Schichtunterschiede im Sexualverhalten vermutlich wieder drastisch verschärfen. (...). Es ist zu befürchten, daß die soziale Marginalisierung und Deklassierung von immer mehr Menschen zu einer Brutalisierung der Sexualität und zu einer Re-Traditionalisierung des Geschlechterverhältnisses bei den ausgeschlossenen Gruppen führt." (S.56ff.)

 
     
 
       
   

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DFG-Forschungsprojekt "Beziehungsbiographien im sozialen Wandel" in den Medien

KOTTE, Hans-Hermann (2003): Karussell der Kurzbeziehungen.
Die dritte Phase der sexuellen Revolution verändert Familien und Liebesbeziehungen,
in: Berliner Zeitung v. 11.06.

 
       
   

weiterführende Links

 
       
     
       
   
 
   

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webmaster@single-generation.de Erstellt: 21. Juli 2008
Update: 09. März 2017