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Hans Bertram: Die multilokale Mehrgenerationenfamilie

 
       
     
       
     
       
   

Hans Bertram in seiner eigenen Schreibe

 
       
   

BERTRAM, Hans (1991): Soziale Ungleichheit, soziale Räume und sozialer Wandel, in: Zapf, Wolfgang (Hg.) Die Modernisierung moderner Gesellschaften: Verhandlungen des 25. Deutschen Soziologentages in Frankfurt a/M 1990, Frankfurt/New York: Campus, S.40-54

BERTRAM, Hans (1993): Familie und Haushalt. Gemeinsam wirtschaften, gemeinsam wohnen und wechselseitige Solidarität, in: Sylvia Gräbe (Hg.) Der private Haushalt im wissenschaftlichen Diskurs, Frankfurt/New York: Campus, S. 227-254

BERTRAM, Hans (1994): Die Stadt, das Individuum und das Verschwinden der Familie
in:
Aus Politik und Zeitgeschichte. Beilage zur Wochenzeitung Das Parlament B 29-30 v. 22.07.

BERTRAM, Hans (1994): Soziostrukturelle und regionale Differenzierung von Einpersonenhaushalten, in: Sylvia Gräbe (Hg.) Lebensform Einpersonenhaushalt. Herausforderungen an Wirtschaft, Gesellschaft und Politik, Frankfurt/New York: Campus, S. 55-76

BERTRAM, Hans (1995): Individuen in einer individualisierten Gesellschaft, in: Hans Bertram (Hg.) Das Individuum und seine Familie. Lebensformen, Familienbeziehungen und Lebensereignisse im Erwachsenenalter, DJI Familiensurvey Bd. 4, Opladen: Leske und Budrich, S. 9-34

BERTRAM, Hans (1995): Die Sicherheit privater Beziehungen, in: Hans Bertram (Hg.) Das Individuum und seine Familie. Lebensformen, Familienbeziehungen und Lebensereignisse im Erwachsenenalter, DJI Familiensurvey Bd. 4, Opladen: Leske und Budrich, S. 91-123

BERTRAM, Hans (1995): Regionale Vielfalt und Lebensformen, in: Hans Bertram (Hg.) Das Individuum und seine Familie. Lebensformen, Familienbeziehungen und Lebensereignisse im Erwachsenenalter, DJI Familiensurvey Bd. 4, Opladen: Leske und Budrich, S. 157-195

BERTRAM, Hans (1995): Moralische Verpflichtungen und Werte in einer individualisierten Gesellschaft, in: Hans Bertram (Hg.) Das Individuum und seine Familie. Lebensformen, Familienbeziehungen und Lebensereignisse im Erwachsenenalter, DJI Familiensurvey Bd. 4, Opladen: Leske und Budrich, S. 196-222

BERTRAM, Hans (1999): Das Band ist reißfest.
Zwar nimmt die Zahl der Single-Haushalte und Scheidungen zu. Aber die Beziehungen zwischen Eltern und Kindern bleiben stabil,
in: Rheinischer Merkur Nr.52

BERTRAM, Hans (2000): Bindung, Vertrauen, Pflichtgefühl.
Francis Fukuyama bricht auf ins postindividualistische Zeitalter,
in: Psychologie Heute, Juli, S.70-73

BERTRAM, Hans (2000): Die verborgenen familiären Beziehungen in Deutschland: Die multilokale Mehrgenerationenfamilie, in: Kohli, Martin & Marc Szydlik (Hg.) Generationen in Familie und Gesellschaft, Opladen: Leske + Budrich, S.97-121

Im Glossar wird der Begriff "Multilokale Mehrgenerationenfamilie" erklärt

BERTRAM, Hans (2001): Plurale Lebensformen und stabile Bindungen.
Von Haushalten und Netzen,
in: Zeitschrift für Familienforschung, Heft 2, S.85-90

BERTRAM, Hans (2002): Familie. In: Martin Greiffenhagen & Sylvia Greiffenhagen (Hg.) Handwörterbuch zur politischen Kultur der Bundesrepublik Deutschland, 2. völlig überarbeitete und aktualisierte Auflage, Westdeutscher Verlag, S.128-131

BERTRAM, Hans (2002): Kinderbetreuung ist nicht alles.
Was ist die Familie wert? (3): Eltern brauchen Zeit für die Arbeit und Zeit für ihre Kinder. Dies zu gewährleisten, ist eine zentrale Aufgabe von Unternehmen und Gewerkschaften,
in:
TAZ v. 13.04.

Der Soziologe Hans Bertram fordert eine Kommunalisierung der Familienpolitik, weil sich in Stadt und Land das Problemfeld Familie genauso unterschiedlich darstellt wie für alte und neue Bundesländer oder Nord- und Süddeutschland. Im Gegensatz zu den Familienrhetorikern kann BERTRAM keine zunehmende Atomisierung feststellen. Vielmehr stellt er fest:

"In der alten Bundesrepublik meinte man mit Familie fast durchweg: Vater, Mutter, Kinder. Und das war statistisch auch korrekt. Im Durchschnitt hatte sich von Ende der Fünfzigerjahre bis 1990 weder die Zahl der Familien (10,6 Mio.) noch der unterschiedlichen Familienformen wesentlich geändert."

Erst durch die Wiedervereinigung avancierte nach BERTRAM die Familie zum Krisenphänomen:

"Im Jahr der deutschen Vereinigung wurden 'nur' 1,5 Millionen Alleinerziehende gezählt.
Ein Jahr später sind daraus 2,1 Millionen geworden. Der plötzliche Anstieg 1991 kam zustande, da seit diesem Jahr auch die neuen Bundesländer mit einem hohen Anteil an Alleinerziehenden statistisch erfasst werden. Erst dadurch wurde ein Phänomen überdeutlich, das in den Jahren zuvor kaum eine Rolle gespielt hatte".

BERTRAM fordert des weiteren eine Neuausrichtung des Bildungssystems, denn die langen Ausbildungszeiten und der damit verbundene späte Berufseinstieg würden mit der Familiengründung kollidieren.

BERTRAM, Hans (2003): Erziehung ist nicht (nur) Privatsache,
in: Universitas, März

BERTRAM, Hans (2003): Eltern müssen flexibel planen können,
in: Süddeutsche Zeitung  v. 02.12.

"Die Probleme der Rentenkassen sind nicht Folge der geringen Kinderzahlen, sondern Ergebnis der mangelnden Einsicht, dass eine steigende Lebenserwartung ökonomisch nur dann bewältigt werden kann, wenn diese gewonnenen Jahre nicht nur in Freizeit umgesetzt werden", kritisiert der Familiensoziologe BERTRAM.

Die Gesellschaft der Langlebigen - Eine Herausforderung für Individuum und Politik. Nichts weniger als eine kopernikanische Wende ist notwendig!

BERTRAM, Hans (2004): Familien brauchen Zeit.
Warum wir so wenig Geburten haben,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 21.04.

BERTRAM, Hans (2004): Die Familie ist noch lange nicht am Ende.
Vernachlässigung, Gewalt und Scheidung: Zerfällt die Familie als Keimzelle gesellschaftlichen Lebens?
in: GEO WISSEN, Nr.34, September

BERTRAM, Hans/RÖSLER, Wiebke/EHLERT, Nancy (2005): Zeit, Infrastruktur und Geld.
Familienpolitik als Zukunftspolitik,
in:
Aus Politik und Zeitgeschichte. Beilage zur Wochenzeitung Das Parlament, Nr. 23-24 v. 06.06.

Hans BERTRAM u.a. berechnen verschiedene Szenarien von Tempo-Effekten und ihre Auswirkungen auf die zusammengefasste Geburtenziffer (TFR) um ihren vorgeschlagenen Policy-Mix zu rechtfertigen:

"So hätte ein Vorziehen der Geburten um ein Jahr durchaus Effekte auf die Entwicklung der Geburtenrate (TFR) und ließe sie im Jahr 2017 auf 1,43 Kinder pro Frau anwachsen. Ab 2037 würde sich die Geburtenrate jedoch wieder bei 1,34 Kindern pro Frau einpendeln, da die Frauen in der Summe die Zahl ihrer Kinder nicht vergrößern (Szenario 2). Berechnungen von Hans-Peter Kohler ergeben jedoch, dass ein Vorziehen des Geburtenalters die Geburtenrate des jeweiligen Altersjahrgangs um drei Prozent anhebt (Szenario 3). Im vierten Szenario nehmen wir an, dass das Aufschieben der Geburten sofort beendet würde. Bevölkerungswissenschaftler sprechen hier vom so genannten »Tempoeffekt«, der die Geburtenziffern in ganz Europa negativ beeinflusst. Das durchschnittliche Alter der deutschen Mütter bei Geburt ihrer Kinder verschob sich zwischen den Jahren 2001 bis 2003 jährlich um 0,1 Jahre (2001: 29,7 Jahre; 2002: 29,8 Jahre; 2003: 29,9 Jahre). Wir folgen den Annahmen von Wolfgang Lutz u.a., nach deren Berechnungen eine Erhöhung des Durchschnittsalters bei der Geburt um 0,1 Jahre die Geburtenrate um 0,19 Kinder senkt. Folglich berechnen wir Abbildung 4: TFR unter Zeit-Szenario Quelle: Daten für 2003: Statistisches Bundesamt, Altersspezifische Geburtenziffern 2003, Altersjahrmethode/eigene Berechnungen. eine Zunahme der TFR um 0,19, das Aufschieben der Geburten in Deutschland käme zu einem sofortigen Ende. Das fünfte Szenario verbildlicht den Verlauf der TFR unter der Annahme eines sofortigen Stopps des Geburtenaufschubs sowie eines schrittweisen Vorziehens des Alters von Müttern bei Geburt ihrer Kinder um ein Jahr und einer dadurch ausgelösten höheren Kohortenfertilität (Geburtenrate eines Jahrgangs) von 3 Prozent. Dieses »Top-Szenario« würde zu einem Anstieg der Geburtenrate auf 1,64 Kinder pro Frau im Jahr 2017 und ab 2037 zu einer konstanten Geburtenrate von 1,57 Kindern pro Frau führen."

BERTRAM, Hans (2011): Die Kreativen und die Abgehängten.
Identitäten (2): Wie finden Berliner ihren Platz in der Metropole? Und was bedeutet es, wenn sie ihn nicht finden? Im zweiten Teil unserer Serie beschäftigt sich der Soziologe Hans Bertram mit dem Zusammenspiel von Stadt und Menschen,
in: Tagesspiegel v. 15.06.

Hans BERTRAM ist in erster Linie Familiensoziologe, weshalb er das Thema Stadt und Identität am Beispiel Berlin auf das Image reduziert, in dem die "Kreativen" die zentrale Rolle spielen:

"Untersucht man die neuen Berufsgruppen, die heute das Bild der Stadt prägen, etwa Mitarbeiter in der Medienindustrie oder Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, ist festzustellen, dass diese Berufsgruppen auch in dem Alter, in dem die meisten Erwachsenen mit Kindern zusammenleben, nämlich zwischen dem 40. und 45. Lebensjahr, sehr häufig als Single leben. In Berlin sind wissenschaftliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu rund 60 Prozent kinderlos, und auch 60 Prozent der Professorinnen haben keine Kinder gegenüber 40 Prozent der Professoren. Dies gilt auch für Journalisten, Künstler, Softwareingenieure, aber auch für weibliche Abgeordnete.
In seiner kulturellen Selbstwahrnehmung und im öffentlichen Diskurs wird Berlin stark durch diese Gruppen geprägt. Nun war auch im Berlin der zwanziger Jahre ein Lebensentwurf von Kinderlosigkeit und Alleinleben in manchen dieser Gruppen nicht unüblich.
"

Berlin ist weder die Hauptstadt der Singles, genauso wenig wie der Prenzlauer Berg typisch ist für das Berliner Familienleben. Und was die Kinderlosigkeit betrifft, so bleibt die Forschung derzeit immer noch differenzierte Betrachtungen und Ergebnisse  schuldig. In der vom Institut für Bevölkerungsforschung herausgegebenen Publikation Bevölkerungsforschung Aktuell dreht sich in der Juniausgabe alles um das Thema Kinderlosigkeit. Offensichtlich sind aber in der Erforschung der Kinderlosigkeit vor allem die Versäumnisse eines ganzen Jahrzehnts.

Neu:
BERTRAM, Hans & Carolin DEUFLHARD (2013): Das einkommensabhängige  Elterngeld als Element einer nachhaltigen Familienpolitik,
in:
Zeitschrift für Familienforschung, Heft 2, S.154-172

BERTRAM & DEUFLHARD beschreiben - im Gegensatz zu Tilman MAYER & Wiebke RÖSLER - das im Jahr 2007 in Kraft getretene Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz in der Kontinuität sozialliberaler Politik seit 1979:

Das "einkommensabhängige Elterngeld (steht) in einer langen Tradition politischer Maßnahmen, seit die sozialliberale Koalition 1979 den schon damals gleitenden Mutterschutz um vier Monate Mutterschaftsurlaub ergänzte, damit die berufstätigen Mütter bis zum 6. Lebensmonat ihres Kindes zu Hause bleiben konnten."

Die Autoren sehen den Paradigmenwechsel in Sachen Elterngeld in erster Linie darin, dass es Teil eines integrativen Konzeptes einer "nachhaltigen Familienpolitik" ist und stellen es damit in den Kontext des Dreiklangs Infrastruktur, Zeit und Geld. Hinsichtlich des Geldes vermissen die Autoren bei der Familienpolitik einen Paradigmenwechsel hin zu einem leistungsorientierten Ansatz:

"Im Bereich der finanziellen Transferleistungen für Familien deutet sich ein Paradigmenwechsel von einem kompensatorischen zu einem leistungsorientierten Ansatz bisher noch nicht ab. Das kompensatorische Verständnis finanzieller Transferleistungen, welches bei der Unterstützung von Familien dem Prinzip des Nachteilsausgleichs folgt, bildet nach wie vor den Maßstab der Leistungen für Familien. Ein teilhabeorientiertes Verständnis finanzieller Transferleistungen würde demgegenüber positiv die Leistungen, die Familien für die Gesellschaft erbringen, zum Maßstab der Förderung nehmen. Dies impliziert auch eine Interpretation und Sicherung der ökonomischen Kosten für Kinder als völlig eigenständig und unabhängig von den Eltern."

BERTRAM & DEUFLHARD berufen sich hierbei einerseits auf den so genannten Schreiberplan, der sich bislang in erster Linie bei Vertretern einer nationalkonservativen Bevölkerungspolitik großer Beliebtheit erfreut, und andererseits auf den US-Ökonomen Gary BECKER. Dies deutet darauf hin, dass eine nationalkonservative Bevölkerungspolitik salonfähig gemacht werden soll.

Dem Prinzip des Nachteilsausgleich ordnen die Autoren das Kindergeld und das Ehegattensplittung zu, während das Elterngeld als Element der Leistungsorientierung betrachtet wird. Das Betreuungsgeld lehnen BERTRAM & DEUFLHARD ab:

"Das heutige einkommensabhängige Elterngeld und die Elternzeit in Deutschland stellen eine Kombination aus dem finnischen und schwedischen Modell dar: In der Zeitdauer ist es am schwedischen Modell orientiert und in der Höhe am finnischen Modell. Im ersten Schritt wurde dieses Modell 2007 in Kraft gesetzt. Im Koalitionsvertrag der jetzigen Bundesregierung wurde dann doch festgehalten, nach erfolgtem Ausbau der Kinderbetreuung auch ein Betreuungsgeld zu zahlen. Die gegenwärtige erbitterte Debatte um das Betreuungsgeld hat vermutlich hier ihren Ursprung, denn die Begründung des Betreuungsgeldes ist auch dem finnischen Modell entnommen, es nämlich nur dann zu zahlen, wenn keine Betreuungseinrichtungen in Anspruch genommen wird.
Nun passt das Betreuungsgeld konzeptionell nicht systematisch in das Konzept einer nachhaltigen Familienpolitik, weil eine solche Familienpolitik auf die Zielorientierung und Integration der verschiedenen familienpolitischen Leistungen hin angelegt ist."

Die Autoren handeln sich mit ihrer leistungsorientierten Familienpolitik das Problem ein, dass die Leistungsfähigkeit von Familien unterschiedlich ist:

" Heute ist eine Zwei-Verdiener-Familie auch mit Kindern die vermutlich ökonomisch leistungsfähigste Lebensform in Deutschland, weil die Skalenvorteile des gemeinsamen Haushalts ein effizientes Wirtschaften ermöglichen und bei zwei Einkommen auch berufliche Unsicherheiten und ökonomische Veränderungen leichter aufzufangen sind als bei nur einem Einkommen. Da aber nicht alle Kinder in dieser Lebensform aufwachsen, führt die Entscheidung der Eltern zu ihrer Lebensform häufig dazu, dass für die Kinder Hilfe zum Lebensunterhalt beantragt werden muss. In einer Gesellschaft mit pluralen Lebensformen stellt das jedoch keine angemessene Lösung für die Existenzsicherung von Kindern dar."

Eine politisch durchsetzbare Lösung sehen die Autoren in einer Grundsicherung.

 
       
   

Hans Bertram im Gespräch

 
       
   

ROLLIN, Marion (1994): Bullerbü und Lindenstraße.
Die Familie funktionierte noch nie so gut wie heute, meint Familienforscher Hans Bertram. Doch vom Staat fordert er mehr Unterstützung,
in: Die Woche v. 03.02.

THADDEN, Elisabeth von (2001): "Wir müssen die Männer zwingen".
Der Familienforscher Hans Bertram fordert die Abschaffung des Patriarchats und eine Arbeitswelt, die Rücksicht nimmt auf die Bedürfnisse der Kinder und Eltern,
in: Die ZEIT Nr.9 v. 22.02.

Auf die Frage nach der Geburtenentwicklung antwortet BERTRAM:

"Kein Mensch weiß dazu Plausibles. (...) Wer's erklären kann, sollte den Nobelpreis bekommen."

Nur Apokalyptiker (siehe nächsten Artikel), Polarisierer und Bevölkerungswissenschaftler wissen genau woran es liegt und wohin es führt...

EMMA (2001): 5 nach 12. Und worauf wartet Vater Staat?
Mikrosoziologen sind zuständig für das Funktionieren in der kleinsten Zelle: für Bräuche, Sitten oder Gefühle von Menschen. Prof. Hans Bertram lehrt Mikrosoziologie an der Humboldt-Universität Berlin. Und er findet das Verhalten der Geschlechter in Deutschland total gestrig,
in: Emma, Juli/August

GEHRMANN, Alva (2003): Ist die Familie am Ende?
Berufsleben vs. Kinderglück,
in: Fluter, April

Alva GERHMANN interviewt den Familiensoziologen Hans BERTRAM, der zum einen den wichtigen Begriff "multilokale Mehrgenerationenfamilie" popularisiert hat und zum anderen ist er einer der wenigen Familiensoziologen, der den Haushaltsansatz der Familienforschung für unzureichend hält. BERTRAM setzt sich für die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein.

REINECKE, Stefan (2004): "Unser Problem ist nicht die Alterung, sondern eine Politik ohne Ideen", sagt Hans Bertram.
Weniger Kinder, mehr Alte. Wird die Zukunft also grau? Nein. Denn die Demografie ist nicht unser Schicksal,
in: TAZ v. 24.04.

Hans BERTRAUM wendet sich u.a. gegen jene Angstgesellschaft, in der unsere Eliten erst jene Ängste erzeugen (siehe z.B. Frank SCHIRRMACHER), mit denen sie sich dann als Weltenretter profilieren können:

"Es gibt eine Art demografische Krisenstimmung, die stark von Projektionen bestimmt wird. Der französische Historiker Fernand Braudel hat gezeigt, dass es solche Alterungsprozesse immer schon gegeben hat. Es kommt darauf an, wie wir gesellschaftspolitisch reagieren. Unser Problem ist nicht die Alterung, sondern die Verschwendung von Humankapital. Denn wir gehen davon aus, dass niemand, der älter als 60 oder 65 ist, produktiv sein kann. Das ist eine historisch ganz neue Vorstellung, die erst seit den 70er-Jahren existiert.
Vielerorts heißt es doch: Die Demografie ist unser Schicksal.
Nein. Das stimmt so nicht. Die düsteren Prognosen werden nur eintreten, wenn wir es nicht schaffen, das wachsenden Potenzial von älteren, noch produktiven Menschen einzubeziehen. Das ist kein Schicksal, sondern Politik. Wenn wir nur auf die Demografie starren und uns in Schreckensszenarien vertiefen, wird das eine self-fulfilling prophecy."

BERTH, Felix (2005): "Sie sitzen in einer Zeitfalle".
SZ-Thema: Hans Bertram erkundet, warum junge deutsche Familien so stark unter Druck stehen,
in: Süddeutsche Zeitung v. 26.03.

BERTH, Felix (2006): Gutschein für die Tagesmutter.
Hans Bertram rät zu britischem Modell,
in: Süddeutsche Zeitung v. 18.01.

NIEJAHR, Elisabeth (2006): "Väter nicht an den Pranger stellen".
Der Familienforscher Hans Bertram über das neue Unterhaltsrecht, berufstätige Mütter und Freiheit in der Ehe,
in: Die ZEIT Nr.16 v. 12.04.

LITERATUREN-Schwerpunkt: Land ohne Leute?
Ein deutsches Dilemma

AGUIGAH, René/ENGELMANN, Jan/LÖFFLER, Sigrid/PERSON, Jutta (2006): "Wir müssen bei den Männern anfangen".
Sind Frauen Familientiere? Männer Arbeitstiere? Verstößt die alte Arbeitsteilung der Geschlechter gegen das Grundgesetz? Ist die Krippe für Kinder wirklich das Beste? Und was macht die Gesellschaft aus der Familie? Ein Literaturen-Gespräch mit Barbara Vinken, Hans Bertram, Norbert Bolz und Reiner Klingholz,
in: Literaturen, Nr.6 , Juni

APRAKU, Eva & Christiane LANG (2006): "Diese Leute tun etwas ganz Privates".
Weihnachten ist das Fest der Familie. Aber hat das Modell Familie in unserer Single-Gesellschaft überhaupt noch eine Zukunft? Ja, sagt der Mikrosoziologe und Familienforscher Hans Bertram, denn familiäre Strukturen sind zäher, als man denkt. Noch nicht einmal Lenin konnte sie abschaffen,
in: tip Nr.26 v. 14.12.

Der Begriff "Single-Gesellschaft" wurde von den 68ern in die Debatte eingeführt. Es ging darum das Monopol der alten Mitte hinsichtlich des Familienleitbildes zu brechen. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wurde damit zum Programm erhoben. Mittlerweile ist selbst die CDU/CSU gezwungen, ihr rückständiges Familienbild aufzugeben. Damit ist der Begriff "Single-Gesellschaft" endgültig dysfunktional geworden. Inzwischen ist der Kollateralschaden der Single-Lüge deutlich sichtbar geworden.

Der Geburtenrückgang wurde durch den Kampf der Familienlebensstile zusätzlich beschleunigt. 15 Jahre Terror der Individualisierungsthese haben Singles ein falsches Bewusstsein ihrer Lage vermittelt. Der Rückgang des Kinderwunsches in der jungen Generation macht deutlich, dass die Propaganda erfolgreich war. Seit mehr als 15 Jahren konnte man selbst in so genannten Qualitätszeitungen wie der Süddeutschen Zeitung lesen, dass in Großstädten jeder Zweite im Single-Haushalt lebt, obgleich der Anteil der Alleinlebenden selbst in Großstädten nur bei ca. einem Drittel liegt. Die größte homogene Gruppe sind immer noch - wie vor 1968 - die älteren Alleinlebenden. In der politischen Debatte wird dagegen die allein lebende Karrierefrau an den Pranger gestellt. Die Empirie zeigt dagegen ein völlig anderes Bild. Im Jahr 2004 lebte im Familienlebensalter nur ca. jede 10. Frau, aber ca. jeder 5. Mann im Single-Haushalt. Selbst Lifestyle-Soziologen wie Stefan HRADIL weisen inzwischen auf die wuchernde Single-Rhetorik hin.

Der Soziologe Hans BERTRAM, Vorsitzender der Sachverständigenkommission des aktuellen 7. Familienberichts, äußert sich zur Familie in der heutigen Gesellschaft. Wie absurd der Begriff "Single-Gesellschaft" ist, zeigt sich bereits daran, dass die Interviewerinnen darauf verweisen, dass bei der Besetzung von leitenden Positionen vor allem die männlichen Mitarbeiter, denen eine Ehefrau zu Hause den Rücken freihält, bevorzugt werden. Auf single-generation.de wurde bereits im Februar 2002 der Mythos vom Single als Pionier des flexiblen Kapitalismus kritisiert, der behauptet, dass Alleinlebende beruflich besonders erfolgreich seien.

Am Beispiel der schmutzigen Wäsche (Jean-Claude KAUFMANN) erläutert BERTRAM die kulturelle Prägung als Ursache der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung im Haushalt. Gerade dieses Beispiel zeigt jedoch, dass durch die postindustrielle Dienstleistungsgesellschaft diese traditionelle Arbeitsteilung auch aufgebrochen werden kann. Im Gegensatz zu den "neuen Patriarchen" sieht BERTRAM in Europa keine Tradition der patriarchalen Familie am Wirken, sondern die "europäische Familienstruktur ist eher partnerschaftlich ausgerichtet".

Die Debatte um die Familie, in der ein verengter Familienbegriff vorherrscht, übersieht, dass haushaltsübergreifende Beziehungen einen entscheidenden Anteil an Solidarbeziehungen haben. BERTRAM ist der Meinung, dass nur solche Gesellschaften überlebensfähig sind, die hinsichtlich der Fürsorge nicht allein auf Staat und Markt, sondern vor allem auf die Familie setzen. Die Bedeutung der Zivilgesellschaft wird in dieser Sicht jedoch ausgeblendet.

SAGENSCHNEIDER, Marie (2007): Junge Männer wohnen zu lange im "Hotel Mama".
Soziologe Bertram kritisiert Verteilung von Familienleistungen,
in:
DeutschlandRadio v. 16.04.

SIEMS, Dorothea (2007): "Das System der Großkrippen wird sich bei uns nicht durchsetzen".
Regierungsberater Bertram nennt den Erziehungsbonus „sehr teuer und sozial ungerecht". Im Gespräch fordert er bessere Förderung von Mehrkindfamilien und erklärt den Zusammenhang zwischen Wirtschaftskraft und wenig Nachwuchs,
in: Welt v. 29.05.

Der Soziologe Hans BERTRAM warnt davor, der Familienpolitik zu viel Bedeutung zuzuschreiben:

"WELT ONLINE: Herr Professor Bertram, erste Daten zeigen, dass es in Deutschland seit Jahresbeginn einen Babyboom gibt. Wie nachhaltig ist der Anstieg der Geburten?
            
Hans Bertram: Das hängt von vielen Faktoren ab. Der erste Effekt solcher Maßnahmen wie der Einführung des Elterngeldes ist in der Regel ein »Timing-Effekt«. Menschen, die ohnehin planten, ein Kind zu bekommen, tun dies jetzt früher. Andere haben es hinausgeschoben, um die Leistung zu erhalten. Die Nachhaltigkeit des Effektes hängt von zwei Bedingungen ab. Zum einen, ob die Bundesregierung ihr familienpolitisches Paket von Elterngeld, Krippenausbau und neuen Arbeitszeitregelungen tatsächlich durchsetzt. Zum Zweiten hängt es aber auch davon ab, ob die jungen Leute, die die Kinder bekommen sollen, optimistisch an ihre Zukunft glauben."

Im Gegensatz zu denjenigen, die in Frankreich ein familienpolitisches Musterland sehen wollen, hebt BERTRAM hervor, dass in Frankreich die Ausgangslage bereits in den 1960er Jahren günstiger war als in Deutschland:

"WELT ONLINE: Wie groß ist der Einfluss der Familienpolitik?
             Bertram: In Deutschland liegt die Geburtenrate bei 1,4 pro Frau. Zählt man in Frankreich die Zugewanderten nicht mit, liegt sie dort bei 1,8. Finnland verzeichnet 1,7 Geburten pro Frau. Das zeigt, dass sich auch mit einer guten Familienpolitik die Quote in Europa nur relativ geringfügig nach oben verschieben lässt. Man darf also nicht zu hohe Erwartungen an die Wirksamkeit von Familienpolitik haben.
             WELT ONLINE: Was ist in Deutschland schiefgelaufen? Warum hat etwa das Nachbarland Frankreich mehr Kinder?
            
Bertram: Die Franzosen hatten nach dem Zweiten Weltkrieg einen stärkeren Babyboom als Deutschland. Französinnen bekamen damals im Schnitt drei Kinder, Deutsche 2,5. Der Absturz in den Siebzigerjahren war in beiden Ländern gleich stark, nur war im Nachbarland die Ausgangsbasis höher: Frankreich fiel auf eine Geburtenrate von zwei Kindern pro Frau, Deutschland auf 1,5."

SPERBER, Katharina (2007): "Familie war schon immer bunt".
Der Soziologe Hans Bertram über Kinderkrippen, Karriere und Konservative,
in: Frankfurter Rundschau v. 06.08.

FÜLLER, Christian & Nicole JANZ (2008): "Bei den Männern brauchen wir härtere Maßnahmen".
Der Väteranteil beim Elterngeld ist kontinuierlich gestiegen - zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Familienland Deutschland", die gestern vorgestellt wurde. Doch trotz des Fortschritts halten immer noch die meisten jungen Männer an dem typischen Ernährermodell fest, kritisiert der Soziologe Hans Bertram,
in: TAZ v. 23.07.

Der Familiensoziologe Hans BERTRAM spricht über das Familienland Deutschland:

"Die neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamtes zur Familie zeigen eine rasante Veränderung - mehr Kitas, mehr Elterngeld, mehr Papas im Erziehungsurlaub. Haben die familienpolitischen Initiativen der letzten fünf Jahre auch die Qualität von Familie verändert?
Ich sehe es eher andersherum. Die Politik hat auf den Wandel der Lebensrealität von Frauen und Familien reagiert. Familien haben sich schon seit Mitte der 80er-Jahre deutlich verändert. Die Erwerbsquoten von Frauen in Deutschland etwa gleichen sich seitdem denen anderer Länder an. Die Familienpolitik kommt dem eher langsam nach."

LAUFER, Benjamin (2009): "Politik wirkt erst in 15 Jahren.
Ob sich Elterngeld und Kita-Ausbau auf die Geburtenzahlen auswirken, zeigt sich erst nach langer Zeit, sagt Familienforscher Hans Bertram. Denn Menschen reagieren nicht mechanisch auf Regeln,
in: taz.de v. 08.04.

MISHRA, Robin (2009): "Alleinerziehende haben nichts davon".
Fragen an Hans Bertram - Freibeträge: Der Berater Ursula von der Leyens kritisiert die Pläne. Er setzt auf Betreuung,
in: Rheinischer Merkur Nr.42 v. 15.10.

OESTREICH, Heide (2009): "Gezielt ist das nicht".
Kinder: Der Bundestag verabschiedet das Wachstumsbeschleunigungsgesetz. Für Familien wären andere Maßnahmen sinnvoller, sagt Hans Bertram,
in: TAZ v. 04.12.

 
       
       
   

Nachhaltige Familienpolitik (2005)
Zukunftssicherung durch einen Dreiklang von Zeitpolitik, finanzieller Transferpolitik und Infrastrukturpolitik
herausgegeben vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Download als PDF-Datei)

 
   
     
 

Klappentext

"In diesem Gutachten gibt Prof. Dr. Bertram Empfehlungen für Rahmenbedingungen, die es jungen Erwachsenen ermöglichen, ihr Leben gemeinsam mit Kindern zu planen und zu realisieren. Er hebt hervor, dass sich eine nachhaltige Familienpolitik durch einen Mix aus Infrastrukturpolitik, vor allem den Ausbau der Kinderbetreuung, Zeitpolitik durch eine familienfreundliche Arbeitswelt und neu ausgesteuerte finanzielle Leistungen zur gezielten Unterstützung von Familien auszeichnet."

Zitate:

Der Geburtenrückgang in Deutschland ist nicht das Ergebnis einer Polarisierung zwischen Kinderlosen und Eltern

"Es ist gut nachvollziehbar, dass der Anstieg der Kinderlosigkeit seit Anfang der 70er Jahre (...) als zentrale Ursache für den Geburtenrückgang in Deutschland (...) angesehen wird. Aber auch andere Länder - wie etwa die USA mit einer Geburtenrate von 2,1 Kindern pro Frau (...) oder Finnland mit etwa 1,8 Kindern pro Frau (..) - verzeichnen eine hohe Kinderlosigkeit von 10 bis 22 Prozent. (...).

Die hohen Geburtenraten in der Zeit des Babybooms in den 60er Jahren sind im Wesentlichen auf die hohe Zahl der Mehrkinderfamilien zurückzuführen. (...).

Der Geburtenrückgang in Deutschland ist (...) Ergebnis des zunehmenden Verschwindens der Mehrkinderfamilie." (S.10)

"Die Diskussion um den Geburtenrückgang wird in der Regel auf der Basis von Durchschnittswerten geführt, indem etwa die Geburtenrate von 1970 (2,2) mit der Geburtenrate von 2003 (1,39) verglichen wird. Hinter diesen Durchschnittswerten verbergen sich aber nicht nur ganz unterschiedliche Lebensformen ohne und mit Kindern, sondern es gibt auch bei den familiären Lebensformen mit Kindern Ein-, Zwei, Drei- Vier- und Mehrkinderfamilien, was als Tatbestand in der öffentlichen Debatte kaum thematisiert wir. So spricht Kaufmann (2000) von einer Polarisierung zwischen den Erwachsenen, die sich für Kinder entscheiden und denjenigen, die das nicht tun. Auch Rürup (2003) geht in seiner Definition der nachhaltigen Familienpolitik davon aus, dass die Entscheidung für ein Kind quasi automatisch eine mögliche Entscheidung für ein zweites Kind ist und möglicherweise weitere Kinder nach sich zieht, unabhängig von anderen Faktoren. Diese Debatte erinnert ein wenig an die Diskussion der 50er und 60er Jahre, als die Frauen, die sich für Kinder und Beruf entschieden, als Rabenmütter etikettiert wurden, weil die »guten« Mütter sich »nur« um ihre Kinder zu kümmern hatten." (S.27)

Die Wissensgesellschaft erfordert eine höhere Kinderlosigkeit als die Industriegesellschaft

"eine Wissensgesellschaft lebt davon, dass die jungen Erwachsenen sich in unterschiedlichen und vielfältigen beruflichen Bereichen ausprobieren. Daher wird es in einer solchen Gesellschaft auch immer einen höheren Anteil an Kinderlosigkeit geben als in der Industriegesellschaft mit einem geringeren Qualifikationsniveau und weniger Zukunftsoptionen als in einer Wissensgesellschaft." (S.46) 

Das Subsidiaritätsprinzip als Barriere auf dem Weg zur Familiengründung

"Das »Hotel Mama« insbesondere für die jungen Männer, von denen ein großer Teil erst jenseits des 27. Lebensjahrs auszieht, ist auch einem Unterhaltsrecht geschuldet, das die gesamte Ausbildungsphase der Kinder in die Verantwortung der Eltern legt. (..). Dahinter steht eine Vorstellung von Subsidiarität, die davon ausgeht, dass verwandtschaftliche Beziehungen bei Unterstützung und Hilfe letztlich immer der staatlichen Unterstützung voranzugehen haben.

Als Konsequenz dieser Subsidiarität bleibt nun das ökonomische Erwachsenwerden weiterhin an den Berufseintritt gebunden (...). Daher ist es auch wenig überzeugend zu hoffen, dass die jungen Erwachsenen schon während der Ausbildung Kinder bekommen. Das ist gegenwärtig schon wegen der mangelnden Möglichkeit, mit dem Partner eine eigene, elternunabhängige Gemeinschaft mit gemeinsamer Zukunft zu planen, unplausibel." (S.22f.)    

     
 
       
   

Das Gutachten in der Debatte

BRUNS, Tissy & Barbara JUNGE (2005): Großfamilien gesucht.
Auch in anderen Ländern nimmt die Kinderlosigkeit von besonders gut ausgebildeten Frauen zu, der Rückgang wird dort aber von anderen Familien ausgeglichen,
in: Tagesspiegel v. 04.05.

GASCHKE, Susanne (2005): "Fragt die Frauen!".
Ein aktuelles Gutachten empfiehlt der Regierung, alles dafür zu tun, dass es in Deutschland mehr Kinder gibt,
in: Die ZEIT Nr.19 v. 04.05.

SIEMS, Dorothea (2005): Geld allein hilft nicht.
Regierungsgutachten fordert vielseitige Hilfen für Familien,
in: Welt v. 04.05.

KAMANN, Matthias (2005): Deutschland, deine Väter.
Die deutschen Männer glauben immer noch, sie müßten Alleinversorger der Familie sein. Das macht ihnen Angst vor Kindern. Politik und Unternehmen setzen sie zusätzlich unter Druck,
in: Welt v. 04.05.

SEIBEL, Andrea (2005): Land ohne Experimente,
in: Welt v. 04.05.

 
       
       
   

Familien leben (1997)
Neue Wege zur flexiblen Gestaltung von Lebenszeit, Arbeitszeit, Familienzeit
Opladen:
Leske + Budrich

 
   
     
 

Klappentext

"Das Leben in unserer Gesellschaft prägen die Familien, denn dort wächst nach wie vor die allergrößte Zahl der Kinder auf. Die Familien stellen damit das größte Potenzial für die Vermittlung von Werten der Solidarität und Gemeinschaft. Familien erleben aber gegenwärtig auch die größten Umbrüche seit Beginn der Industrialisierung. Das Ende der Industriegesellschaft führt zu völlig neuen Zeitdispositionen. Revolutionäre Veränderungen in Arbeitseinteilung, Lebenserwartung und Vereinbarkeit von Familie und Erwerbsleben erfordern Anpassungsprozesse. Neue Lebensverläufe verlangen nach anderen subjektiven Lebensentwürfen, die auf dem Wandel der Mutter- und Frauenrolle, der familieninternen Beziehungen, der Beziehung zwischen den Partnern und zwischen den Generationen beruhen."

     
 
       
   

Rezensionen

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Das Individuum und seine Familie (1995).
Lebensformen, Familienbeziehungen und Lebensereignisse im Erwachsenenalter
Familien-Survey des Deutschen Jugendinstituts, Band 4

Opladen:
Leske + Budrich

 
   
     
 

Klappentext

"Das Deutsche Jugendinstitut wird im Abstand von vier bis fünf Jahren große replikative Surveys durchführen, die sowohl die gelebten Beziehungen von Familien in Deutschland analysieren, als auch die Einbettung der Familien in Nachbarschaft, Verwandtschaft, Gemeinde und Region berücksichtigen sollen. Zudem werden sich diese Studien mit jenen Schnittstellen zwischen Familie und Beruf, traditionellen und neuen Formen der Partnerschaft auseinandersetzen, die heute nicht nur die politischen Diskussionen beherrschen, sondern die für Familien mit Kindern, für Alleinerziehende und junge Paare, die eine Familie gründen wollen, von besonderer Bedeutung sind.
Methodisch ist von besonderem Interesse, daß sich die Analyse familialer Beziehungen nicht mehr an der traditionellen Definition von Haushalt orientiert, die möglicherweise nicht der familiären Realität in der Bundesrepublik entspricht. Vielmehr wird durch den methodischen Zugang über egozentrierte Netze versucht, die gelebten sozialen Beziehungen von Menschen, unabhängig von der Haushaltszugehörigkeit von Familienmitgliedern, abzubilden."

     
 
       
   

Die Beiträge des Bandes

BERTRAM, Hans - Individuen in einer individualisierten Gesellschaft

BAYER, Hiltrud & Renate BAUERREIß - Alleinstehend und Alleinlebend: Die "Singles" in der amtlichen Statistik

BIEN, Walter & Donald BENDER - Was sind Singles? Ein alltagstheoretischer Zugang zur Problematik

BERTRAM, Hans - Die Sicherheit privater Beziehungen

DANNENBECK, Clemens - Im Alter einsam? Zur Strukturveränderung sozialer Beziehungen im Alter

BERTRAM, Hans - Regionale Vielfalt und Lebensformen

BERTRAM, Hans - Moralische Verpflichtungen und Werte in einer individualisierten Gesellschaft

KREHER, Simone - Berufseinmündung und Familienbildung in der Generationenfolge

KREHER, Simone - Berufsausübung und Familienauflösung in der Generationenfolge

WEIDACHER, Alois - Einkommen in unterschiedlichen Lebensformen

ROSENDORFER, Tatjana - Ökonomische Ungleichheit im Alter

SCHLEMMER, Elisabeth - "Living apart together", eine partnerschaftliche Lebensform von Singles?

BURKART, Günter - Individualisierung und Familie in den USA
 
       
   

Hans Bertram in den Medien

BEZIEHUNGSWEISE (1996): Wertewandel: Verfall oder Entwicklung?
Änderungen der Lebensformen sind Ausdruck gesellschaftlicher Revolutionen,
in: Beziehungsweise Nr.24 v. 28.11.

 
       
   

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Update: 09. März 2017