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Jan Eckhard: Partnerschaftswandel und Geburtenrückgang

 
       
     
       
     
       
   

Jan Eckhard in seiner eigenen Schreibe

 
       
   

KLEIN, Thomas & Jan ECKHARD (2004): Fertilität in Stieffamilien.
In: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, S.71-94

ECKHARD, Jan (2006): Kinderlosigkeit durch Partnerschaftslosigkeit.
Der Wandel der Partnerschaftsbiographien und Zusammenhänge mit der Geburtenentwicklung,
In: Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft, S.105-126

ECKHARD, Jan & Thomas KLEIN (2006): Männer, Kinderwunsch und generatives Verhalten. Eine Auswertung des Familiensurvey zu Geschlechterunterschieden in der Motivation zur Elternschaft. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften

ECKHARD, Jan & Thomas KLEIN (2007): Die Motivation zur Elternschaft. Unterschiede zwischen Männern und Frauen.
In: Michaela Kreyenfeld & Dirk Konietzka (Hg.) Ein Leben ohne Kinder. Kinderlosigkeit in Deutschland
, Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften

ECKHARD, Jan (2015): Abnehmende Bindungsquoten in Deutschland.
Ausmaß und Bedeutung eines historischen Trends,
in:
Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Heft 1, März

Jan ECKHARD spitzt die sehr unterschiedlich interpretierte These von der Single-Gesellschaft, die in den 1990er Jahre in erster Linie als Zunahme überzeugter bzw. dauerhafter Singles fehlinterpretiert wurde, auf die Zunahme von Bindungsbarrieren zu. Eine solche Interpretation setzte sich erst Mitte der Nuller Jahre mehr und mehr durch, nachdem die Interpretationen der 1990er Jahre sich - auch in der medialen Öffentlichkeit - als haltlos erwiesen hatten.

Das Interesse an solch einer Forschung zielt nicht auf die Partnerbindung an sich ab, sondern auf die Partnerbindung als (erwünschte) Voraussetzung der Familiengründung. Sie wird in erster Linie getrieben durch die Demografisierung gesellschaftlicher Probleme:

"Viertens kann ein fundiertes Wissen um die Entwicklung der Partnerbindung zur Einschätzung der Konsequenzen des sozialen Wandels dienen, zumal das Aufkommen an stabilen Bindungen von Bedeutung für die demografische Entwicklung, für die Subsidiarität der sozialen Sicherung, für die Lebensbedingungen im Alter, für die Arbeitsmarktentwicklung u.v.m. ist." (2015, S.29)

Es zeigt sich jedoch, dass Untersuchungen zur Partnerbindung zum einen rar und zum anderen defizitär sind, weil sie nur einen unvollständigen Zugang zum Thema ermöglichen.

Jan ECKHARD hat vier Datensätze für seine Analyse der Entwicklung der Partnerbindung untersucht: das Sozio-ökonomische Panel (SOEP), den Familiensurvey des Deutschen Jugendinstituts, das Beziehungs- und Familienpanel (PAIRFAM) und den Survey of Health, Ageing und Retirement in Europe (SHARE).

Erschwert wird die Erforschung dadurch, dass Partnerbindung unterschiedlich definiert und erfasst wird, sodass die einzelnen Datensätze lediglich grobe Trends zeichnen können. Besonders problematisch ist, dass sich die Untersuchungen jeweils auf ganz spezifische Alters- bzw. Kohortengruppen beziehen. Man hatte es z.B. versäumt, das bereits seit Ende der 1970er Jahre bekannte Phänomen der Paare mit getrennten Haushalten rechtzeitig zu erforschen, sodass jetzt über deren Entwicklung mehr oder weniger nur spekuliert werden kann. Ausgerechnet das viel gerühmte Sozio-ökonomische Panel (SOEP) erfasst das Phänomen erst seit 1992, wobei jedoch aufgrund des Untersuchungsdesigns die Beziehungsdauer nicht erfasst werden kann. Das Beziehungs- und Familienpanel wiederum greift nur jeweils ein paar Jahrgänge heraus (1971-72 Geborene, 1981-82 Geborene und 1991-93 Geborene), wodurch vielleicht eine Kontinuität der Entwicklung konstruiert wird, die es möglicherweise gar nicht gibt, weil z.B. die Arbeitsmarktsituation großen Schwankungen unterworfen ist.

Gerade hinsichtlich des demografischen Wandels wäre die Frage nach der Entwicklung der Partnerbindung im Alter wichtig. Ausgerechnet diese Frage jedoch wird bei ECKHARD stiefmütterlich behandelt.

Die Antwort nach der Entwicklung der Partnerbindung hängt in erster Linie von der betrachteten Altersgruppe und der Definition der Partnerbindung ab. Hier zeigen sich jedoch gravierende Mängel der Untersuchung von ECKHARD. So wird implizit die Unterscheidung von längerfristiger und kurzfristiger Partnerbindung an den Definitionen der analysierten Datensätze festgemacht, d.h. langfristige Partnerbindung sind bei ECKHARD alle Partnerbindungen, die mindestens ein Jahr dauern. Daraus wird dann eine Tendenz zur zunehmenden Bindungslosigkeit gestrickt. Warum wird langfristig nicht als 2, 5 Jahre, 10 Jahre oder gar 20 Jahre definiert, was im Hinblick auf Familiengründung oder den demografischen Wandel viel überzeugender wäre? Aufgrund dieser Einschränkung kommt ECKHARD zu folgendem Schluss:

"Im Ergebnis erfordert die Frage nach der Entwicklung der Partnerbindung eine differenzierte Antwort: Versteht man unter Partnerbindung das Vorhandensein einer gewissen Stabilität der Paarbeziehung, dann ist eindeutig ein Rückgang der Partnerbindung zu konstatieren. Die Verbreitung von Beziehungen, die wenigstens ein Jahr lang fortbestehen, hat sich gemäß allen Umfrageprogrammen in der Jahrgangsabfolge deutlich vermindert. Geht man hingegen von einer Definition aus, die unter Partnerbindung auch sehr kurze Beziehungserfahrungen und instabile Verhältnisse subsumiert, so kann man, wie pairfam zeigt, von einer weitgehenden Konstanz der Bindungsquoten sprechen."

Diese Schlussfolgerungen sind wie gesagt sehr gewagt. Der Artikel zeigt jedoch welche Probleme die Erforschung dieser Frage aufwirft und wie ungenügend die vorhandenen Datensätze sind, zumal ECKHARD selber darauf hinweist, dass gerade die Entwicklung bei den über 60-Jährigen unbekannt ist:

"Auf Basis der Daten (ist) noch nicht abzusehen (...), inwiefern (...) in den höheren Altersstufen (über 60 Jahren) eine Zunahme der Partnerlosigkeit stattfindet."

Und man möchte hinzufügen: Auch die Annahme einer Zunahme der Partnerlosigkeit bei den unter 60-Jährigen ist offensichtlich ganz entscheidend von der Definition langfristiger Bindung bzw. der Abgrenzung von Altersgruppen abhängig bzw. eine Frage besonderer regionaler Verhältnisse (z.B. Männerüberschuss in Ostdeutschland).

Die Analyse von ECKHARD hat also eher explorativen Charakter und zeigt in erster Linie die Defizite in der Erforschung der Partnerbindung auf.

Neu:
ECKHARD, Jan und Thomas KLEIN (2016): Partnerlosigkeit in Deutschland und im internationalen Vergleich. In: Tilman Mayer (Hrsg.): Die transformative Macht der Demografie. Wiesbaden: Springer

 
       
   

Partnerschaftswandel und Geburtenrückgang (2011)
Berlin: Suhrkamp

 
   
     
 

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Erklärungen des Partnerschaftswandels und des Geburtenrückgangs

2.1 Rückführungen auf institutionelle Veränderungen

2.1.1 Die These der Deinstitutionalisierung
2.1.2 Die Individualisierungsthese
2.1.3 Die These der Differenzierung privater Lebensformen

2.2 Rückführungen auf veränderte Anreizstrukturen

2.2.1 Der Geburtenrückgang aus der Sicht der Rational-Choice-Theorie
2.2.2 Partnerschaftsbezogene Wandlungsprozesse aus Sicht der Rational-Choice-Theorie

2.3 Ein Erklärungsvorschlag auf Basis der Frame-Selektions-Theorie

2.3.1 Die Frame-Selektions-Theorie
2.3.2 Situationsdeutungen in Partnerschaftsbeziehungen
2.3.3 Die Interpretation des Partnerschaftswandels und des Geburtenrückgangs

2.4 Fazit

Exkurs zur Bedeutung von Verhütungsmethoden

3 Der Wandel der Partnerschaften

3.1 Thesen
3.2 Stand der Forschung
3.3 Partnerschaftsbezogene Untersuchungen: Der Wandel der Partnerschaftsverläufe

3.3.1 Daten und Methode
3.3.2 Die Destabilisierung der Partnerschaften
3.3.3 Veränderte Muster von Zusammenzug und Eheschließung
3.3.4 Die Pluralisierung partnerschaftlicher Lebensformen

3.4 Personenbezogene Untersuchungen: Der Wandel der Partnerschaftsbiografien

3.4.1 Daten und Methode
3.4.2 Die Zunahme der Partnerschafts- und Trennungserfahrungen
3.4.3 Die zunehmende Partnerschaftslosigkeit
3.4.4 Die Verkürzung der Partnerschaftsphasen

3.5 Fazit

4 Der Geburtenrückgang im Kontext partnerschaftsbezogener Veränderungen

4.1 Thesen
4.2 Stand der Forschung
4.3 Partnerschaftsbezogene Untersuchungen: Geburten im Verlauf von Partnerschaften

4.3.1 Daten und Methode
4.3.2 Familiengründungen im Partnerschaftsverlauf
4.3.3 Geburten zweiter, dritter und vierter Kinder im Partnerschaftsverlauf
4.3.4 Entkopplung von Zusammenwohnen und Familie, Kopplung von Ehe und Familie
4.3.5 Trennung versus Familienbildung: Die Veränderungen im Uberblick

4.4 Personenbezogene Untersuchungen: Der Geburtenrückgang im Kontext veränderter Partnerschaftsbiografien

4.4.1 Daten und Methode
4.4.2 Der Anstieg der Kinderlosigkeit
4.4.3 Die Polarisierung der Kinderzahlen
4.4.4 Der Rückgang der durchschnittlichen Kinderzahlen

4.5 Fazit

5 Einflussfaktoren der Familiengründung im Partnerschaftsverlauf

5.1 Thesen
5.2 Stand der Forschung
5.3 Bildungs- und berufsbezogene Einflussfaktoren

5.3.1 Daten und Methode
5.3.2 Rahmenergebnisse
5.3.3 Bildungs- und Berufseffekte auf die Familiengründungsrate
5.3.4 Unterschiede zwischen verschiedenen Partnerschaftsformen
5.3.5 Unterschiede zwischen den Generationen

5.4 Der Einfluss von Werten und Partnerschaftsdeutungen

5.4.1 Daten und Methode
5.4.2 Rahmenergebnisse
5.4.3 Die Verhaltensrelevanz der Wertorientierung
5.4.4 Die Verhaltensrelevanz der Partnerschaftsdeutung

5.5 Fazit

6 Resümee

Zitat:

Familien mit mehr als zwei Kindern sind häufig Patchwork-Familien

"Wenn nach der Geburt des zweiten Kindes eine neue Partnerschaft begonnen wurde, ist die Übergangsrate zu dritten Kindern beider Geschlechter deutlich erhöht - und zwar nicht nur im Vergleich zu denjenigen, die nach der Geburt des zweiten Kindes partnerlos sind, sondern eben auch im Vergleich zu denjenigen, die (ihre zum Zeitpunkt des zweiten Kindes bereits existierende) Partnerschaft kontinuierlich weiterführen. Auch Partnerschaftsneugründungen nach der ersten Geburt erhöhen bei beiden Geschlechtern die Drittgeburtneigung. Wenn also nach der ersten Geburt eine neue Partnerschaft begann, die zur Geburt eines zweiten Kindes führte, dann ist die Wahrscheinlichkeit vergleichsweise hoch, dass noch ein dritte Kind geboren wird. Insgesamt also deuten die Ergebnisse (...) darauf hin, dass höhere Kinderzahlen von mehr als 2 Kindern dann vergleichsweise oft erreicht werden, wenn sich die Kinder auf mehr als eine Partnerschaft verteilen."
(2011, S.156)

 
     
 
       
   

Rezensionen

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Kinderlosigkeit durch Partnerschaftslosigkeit (2006).
Der Wandel der Partnerschaftsbiographien und Zusammenhänge mit der Geburtenentwicklung
Heft 1
Zeitschrift für Bevölkerungs
wissenschaft

 
   
     
 

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Daten und Methoden

3 Der Wandel der Partnerschaftsbiographien

4 Kinderzahlen verschiedener Geburtsjahrgänge im Kontext der veränderten Partnerschaftsbiographien

5 Diskussion

Zitate:

Nicht die Gründung eines gemeinsamen Haushalts oder die Heirat, sondern die Paarbildung ist Vorraussetzung der Familienplanung

"Anders als die Partnerschaftsgenese und Partnerschaftsstabilität sind Eheschließung und Haushaltszusammenführung eher als Begleiterscheinungen denn als Voraussetzungen der Familienplanung zu erachten, da Heirat und Zusammenzug oft auch erst durch die Geburt eines Kindes oder durch den Kinderwunsch motiviert sind." (S.107)

Stichprobe

"Die (...) Ergebnisse beruhen auf der aktuelleren Familiensurvey-Erhebung aus dem Jahr 2000 mit 10.093 realisierten Interviews (...). Davon beruhen 2.002 Interviews auf einer Wiederholungsbefragung von Personen, die schon in den Jahren 1988 und 1994 befragt wurden. Der replikative Survey repräsentiert die 18- bis 55-jährige Wohnbevölkerung. Die nachfolgend beschriebenen Untersuchungen beschränken sich auf deutsche Frauen mit Westbiographie. Personen ohne Westbiographie sowie auch Nicht-Deutsche werden in die Untersuchungen nicht einbezogen" (S.107)

Beschreibung des Partnerschaftswandels

"Kurzgefasst und mit Zuspitzung formuliert, lassen sich die (...) Entwicklungen als ein Trend beschreiben, der von dauerhaften und kontinuierlichen Paarbezügen wegführt hin zu einer Abfolge von mehreren kürzeren Paarbeziehungen. Die im Erwachsenenalter existierenden Paarbeziehungen bestehen bei den jüngeren Jahrgängen erst vergleichsweise kurz, die durchschnittliche Partnerschaftsdauer hat deutlich abgenommen. Gleichzeitig zeichnet sich zudem eine Zunahme der dauerhaften Partnerschaftslosigkeit ab. Zusammengenommen führen diese Entwicklungen dazu, dass immer mehr Personen im mittleren und höheren Erwachsenenalter zumindest kurzfristig ohne Partnerschaftsbeziehung sind." (S.119)

Zusammenhang zwischen Partnerschaftswandel und Kinderlosigkeit

"Zumindest die erhöhte dauerhafte Partnerschaftslosigkeit - die ja anders als die trennungsbedingte Partnerschaftslosigkeit und die Wechselhaftigkeit der Partnerschaftsbezüge nicht durch die ansteigende Kinderlosigkeit verursacht sein kann - trägt offensichtlich einen Teil zur Erklärung des Geburtenrückganges bei. Zudem hat sich gezeigt, dass vor allem die für die jüngeren Jahrgänge zunehmend kürzer ausfallende Dauer der Paarbeziehungen ein bedeutsamer Faktor der Geburtenentwicklung sein könnte." (S.119)

 
     
 
       
   

Die Kinderlosigkeit von Männern in der Debatte

GUTSCH, Jochen-Martin (2002): Allein unter Eltern.
Alte Freunde kriegen Kinder. Und reden über nichts Anderes mehr. Ein erster Besuch,
in: Berliner Zeitung v. 29.06.

BARTZ, Dietmar (2004): Glücklich ohne.
Ein Mann wünscht sich keine Kinder. Weil er ein turbulentes Leben führt. Und weil er sich die Vaterschaft nicht zutraut. Für viele ist das nicht Grund genug. Ein Rechenschaftsbericht,
in: Die ZEIT Nr.21 v. 13.05.

"Mich ärgert es, mein individuelles Recht auf Kinderlosigkeit immer stärker gegen eine totalitäre, angeblich gesellschaftliche Pflicht zum Kind verteidigen zu müssen. Dabei geht es mir nur um eines: Soweit ich mich zurückerinnere, wollte ich noch nie ein eigenes Kind. Ich habe es mir nie zugetraut. Bis heute besteht meine Vorstellung von Vaterschaft nur aus Pflichten und Gefahren. Das bringt aber keinen Horror hervor, sondern nur Desinteresse. Die Begeisterung von Eltern für ihre Aufgabe macht mich ratlos, obwohl ich sie ihnen gönne. Selbst in tiefen Gesprächen habe ich keine Spur eines verdrängten Wunsches entdecken können, den viele bei mir gesucht, aber nicht gefunden haben. Falls die Unsicherheit von meinen Eltern stammt, haben sie es gut verborgen; meine eigene Kindheit birgt jedenfalls keine auffallenden Schrecknisse. Oder fehlt mir ein Repro-Gen? Die Liste der Negationen lässt sich noch fortsetzen: Vielleicht hätte ich einfach mal eine Vaterschaft als Mutprobe betrachten sollen? Aber deswegen setze ich doch kein Kind in die Welt und zahle noch dafür. Auch nicht, um den Familiennamen weiterleben zu lassen oder um meinen Kontakt zur nächsten und übernächsten Generation herzustellen oder um nicht zu verkauzen oder um Unsterblichkeitsfantasien auszuleben. Wäre ich Buddhist, würde ich vermutlich von Bescheidenheit sprechen. Bin ich aber nicht. Ich fordere nur, dass die Wunschlosigkeit im gleichen Maße respektiert wird wie der Wunsch", fordert BARTZ.

TREICHEL, Hans-Ulrich (2004): Das Mädchen mit der Geige.
Die Demografie-Katastrophe kommt. Und was machen die Kinderlosen? Melancholisch werden? Bücher lesen? Der Schriftsteller Hans-Ulrich Treichel geht in sich,
in: Welt v. 29.05.

OESTREICH, Heide (2009): "Die Männer sind nicht im  Blick".
Kinderlose Männer: Mehr Männer als Frauen sind kinderlos. Die Politik ignoriert das, weil sie keinen Mumm hat, die Männerrolle ernsthaft zu verändern, meint Väterexperte Ralf Ruhl,
in: TAZ v. 01.08.

KUNZ, Gabriele (2010): Hohe Ansprüche.
Männer nehmen die Vaterrolle sehr ernst. Das führt manchmal dazu, dass sie lieber kinderlos bleiben,
in: Psychologie Heute, November

SEEGERS, Armgard (2010): Den Deutschen geht der Nachwuchs aus.
Wichtigster Vorsatz kinderloser Männer unter 45 müsste es sein, endlich Vater zu werden. Denn der mangelnde Nachwuchs liegt vor allem an ihnen,
in: Hamburger Abendblatt v. 28.12.

"Nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung sind 35 Prozent der unter 45-jährigen Männer in Deutschland kinderlos. 30 Prozent wollen es bleiben",

erklärt uns SEEGERS. Gerade im Bereich der Forschung zur Kinderlosigkeit gibt es in Deutschland ein Datendesaster. Während es seit 2008 amtliche Zahlen zur Kinderlosigkeit von Frauen gibt, fehlen solche Zahlen für Männer weiterhin.

Populäre Deutungsmuster wie der "Zeugungsstreik" lassen sich nach Auffassung von Soziologen wie Thomas KLEIN nicht bestätigen, sondern die höheren Kinderlosenzahlen von Männern im Vergleich zu Frauen haben sehr unterschiedliche Gründe: Im Gegensatz zu Frauen haben Männer keine Gewissheit darüber, ob sie wirklich kinderlos sind. Bei Partnerschaften ist die Frau häufig jünger als der Mann, Alphamänner haben oftmals Kinder von verschiedenen Frauen, während gering verdienende Männer bzw. Langzeitarbeitslose keine Frau finden. Zudem gibt es einen Männerüberschuss bei den jüngeren Männern.

Die Zahlen, die SEEGERS präsentiert, sind insgesamt gesehen wenig aussagekräftig. Bei einem Durchschnittsalter von über 30 Jahren bei der Zeugung, sind viele Männer der 35 % Noch-Kinderlose. 41 - 45 jährige Frauen sind 2009 nach einer Meldung des Statistischen Bundesamtes nur zu ca. 20 % kinderlos gewesen.

"Frauen im Alter zwischen 15 und 45 Jahren bekommen in Deutschland durchschnittlich nur 1,36 Kinder, zeigt die jüngste Statistik für 2010",

behauptet SEEGERS. Es handelt sich jedoch nicht um die Statistik für 2010, sondern für 2009. Für 2010 wird dagegen ein Geburtenanstieg erwartet.

NIENHAUS, Lisa (2013): Der kinderlose Mann.
Das Statistische Bundesamt hat herausgefunden, wer schuld daran ist, dass die Deutschen so wenig Nachwuchs bekommen: die Frauen. Was da schiefgelaufen ist? Vor allem, dass Männer in der Statistik keine Erwähnung finden,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 10.11.

 
       
   

Jan Eckhard im WWW

www.soz.uni-heidelberg.de/Dr_Jan_Eckhard/820,541,0,0,1.html

 
       
   

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webmaster@single-generation.de Erstellt: 25. Oktober 2011
Update: 16. Januar 2017