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Jens B. Asendorpf: Psychologie der Beziehung

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 1950 in Marburg an der Lahn geboren
    • Studium der Psychologie, Mathematik und Informatik
    • 2000 Buch "Psychologie der Beziehung"
    • Professor für Persönlichkeitspsychologie an der Humboldt-Universität Berlin
 
       
     
       
   

Jens B. Asendorpf in seiner eigenen Schreibe

 
       
   

ASENDORPF/NEYER/SCHÄFER (1998): Bindung, Gehemmtheit, soziale Netzwerke und die Entwicklung sozialer Beziehungen im Kindergarten.
In: Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie, 30, S.70-79

ASENDORPF, Jens B. (2000): Shyness and adaptation to the social world of university.
In: W. R. Crozier (Hg.) Shyness, New York: Wiley, S.103-120

ASENDORPF, Jens B. & Franz J. NEYER (2000): Welcher Beziehungstyp sind Sie?
In: Psychologie heute, H.10, Oktober,  S.28-33

ASENDORPF, Jens B. (2002): Risikofaktoren in der Kindheit für Soziale Phobien im Erwachsenenalter.
In: Ulrich Stangier & Thomas Fydrich (Hg.) Soziale Phobie und Soziale Angststörung,
Göttingen: Hogrefe, S.246-263

ASENDORPF, Jens B. (2008): Living apart together: Eine eigenständige Lebensform?
In: SOEPpapers, 78, Januar, S.1-48

Neu:
ASENDORPF, Jens B. (2008): Living Apart Together: Alters- und Kohortenabhängigkeit einer heterogenen Lebensform.
In: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Heft 4, S. 749-764

 
       
       
   

Living Apart Together (2008)
Kohortenabhängigkeit einer heterogenen Lebensform
Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie

 
   
     
 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
2. LAT im Kontext der Pluralisierung und Individualisierung der Lebensform
3. Vorhandene Studien zu LAT
4. Eine entwicklungspsychologische Perspektive
5. Hypothesen
6. Methode

6.1 Stichprobe
6.2 Instrumente
6.3 Gewichtung der Daten

7. Ergebnisse

7.1 Soziodemografische Merkmale der vier Lebensformen im Jahr 2006
7.2 Historische Zunahme von LAT von 1992 bis 2006
7.3 Hypothese 2: Abnahme von LAT mit zunehmendem Alter
7.4 Hypothese 3: Geringere Stabilität von LAT
7.5 Abnehmende Übergangswahrscheinlichkeit von LAT zum Zusammenwohnen

8. Diskussion

Zitate:

Verbreitung von Alleinlebenden, LAT und Zusammenlebenden im Jahr 2006

Die "Lebensformen alleinlebend, LAT und Kohabitation (hängen) nur lose mit dem Familienstand zusammen. Die Hälfte der Alleinlebenden war nie verheiratet, 5 Prozent waren noch verheiratet aber alleinlebend, 17 Prozent waren geschieden und 27 Prozent verwitwet. Die meisten Respondenten in einer LAT-Partnerschaft waren nie verheiratet, 6 Prozent waren verheiratet aber lebten zusammen mit einem neuen Partner mit eigenem Haushalt, 18 Prozent waren geschieden und 8 Prozent waren verwitwet. Die Verteilung war ähnlich für Kohabitation. Bemerkenswert ist, dass LAT fast genauso häufig vorkam wie Kohabitation. Die Daten zeigen, dass die Verwechslung von »alleinwohnend« mit »alleinlebend« gravierend ist, weil 29 Prozent der alleinwohnenden Respondenten angaben, in einer LAT-Beziehung zu leben. Das gilt auch für alleinerziehende Eltern, von denen 36 Prozent über eine LAT-Beziehung berichteten (38 Prozent der Mütter, 31 Prozent der Väter)." (2008, S.755)

Zunahme von LAT- Beziehungen zwischen 1992 und 2006

"Regressionsanalysen zeigten, dass der Anteil der Respondenten in einer L AT-Beziehung von 8,5 Prozent im Jahr 1992 auf 10,9 Prozent im Jahr 2006 zunahm. Einen noch stärkeren Anstieg zeigte die Kohabitation, mit einem Anstieg von 6,8 Prozent auf 11,4 Prozent; der Anteil der Alleinlebenden nahm um 0,109 Prozent pro Jahr zu. Alle drei Trends führten zu einer Abnahme der Ehen von 57,9 Prozent im Jahr 1992 auf 50,9 Prozent im Jahr 2006. Werden nur Respondenten in einer Partnerschaft betrachtet, wuchs der Anteil der LAT-Beziehungen an allen Partnerschaften von 11,6 Prozent im Jahr 1992 auf 14,9 Prozent im Jahr 2006. Mit anderen Worten, die Lebensform LAT nahm absolut und relativ zu anderen Partnerschaftsformen zu." (2008, S.7569)

 
     
 
       
       
   

Psychologie der Beziehung (2000).
(zusammen mit Rainer Banse)

Bern:
Hans Huber

 
   
     
 

Klappentext

"Kann man Liebe und Konflikt in Partnerschaften - oder die Sicherheit, die eine Mutter ihrem Kind spendet - wissenschaftlich untersuchen, ja sogar messen? Wie verändern sich Beziehungen? Wie variieren sie von Kultur zu Kultur? Dieses Buch gibt erstmals im deutschsprachigen Raum eine systematische Übersicht zu allen wichtigen Beziehungstypen."

 
     
 
       
   

Rezensionen

fehlen noch
 
       
   

Jens B. Asendorpf in den Medien

HAIST, Lorraine (2010): Getrennt wohnen, zusammen schlafen.
Sich lieben, aber trotzdem nicht zusammenwohnen - geht das überhaupt? Lorraine Haist über eine Beziehungsform, die in den westlichen Industrienationen zwar für zunehmende Irritationen, dafür aber glückende Beziehungen sorgt: "Living Apart Together",
in: Welt am Sonntag v. 31.10.

BRODMERKEL, Anke (2014): Ein Paar, zwei Wohnungen.
Zusammensein in einer festen Partnerschaft, aber getrennt wohnen: Immer mehr Paare sehen darin keinen Widerspruch. Vor allem im mittleren Alter wächst die Zahl derer, die zwar ihr Leben, nicht aber Küche und Schlafzimmer mit dem Partner teilen. Was sind die Vorteile dieser Beziehungsform – und was die Stolpersteine?
in: Psychologie Heute,
Dezember

Paare ohne gemeinsame Wohnungen gelten amtsstatistisch als zwei Alleinlebende. Die Forschung versucht in diesem Sinne nachzuweisen, dass dies berechtigt ist und solche Paare gar keine richtigen Paare sind. Der französische Soziologe Jean-Claude KAUFMANN spricht z.B. in seinem Buch Schmutzige Wäsche von "Quasi-Paaren". In dieser Tradition steht auch der Artikel von Anke BRODMERKEL, der Untersuchungen von Jens ASENDORPF, Robert NADERI und Alexander NOYON & Tanja KOCK in diesem Sinne interpretiert.

Paare mit zwei Wohnungen werden danach unterschieden, ob sie das freiwillig tun oder gezwungenermaßen. Als Indikator dient dazu die Entfernung der beiden Wohnungen. Fernbeziehungen gelten demnach als unfreiwillig, während Wohnungen in der gleichen Stadt bzw. im gleichen Haus als freiwillig gelten. Der Begriff Living apart together wird inzwischen häufiger nur noch für die freiwillig gewählte Form verwendet.

Der Artikel widmet sich den freiwilligen Paaren mit zwei Wohnungen. Diese finden sich vorwiegend im mittleren Lebensalter. Dabei werden auch Alleinerziehende betrachtet, die amtsstatistisch nicht zu den Alleinlebenden zählen. Im Artikel wird hinsichtlich des Living apart together auch von "bilokaler Partnerschaft" gesprochen.

Leider beziehen sich die im Artikel präsentierten Daten zu solchen Partnerschaften nur auf den Zeitraum zwischen 1992 und 2006, obwohl sich die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen seitdem offenbar entscheidend geändert haben. Die Autorin zitiert aus einer noch unveröffentlichten Studie von Jens ASENDORPF über deren Repräsentativität nichts gesagt wird.

"Häufig sehen die Menschen, die eine LAT-Beziehung führen, in dem dem anderen einfach nicht den Partner fürs Leben",

wird der Psychologe zitiert. Kann man jedoch solche Beziehungen über einen Kamm scheren oder müsste nicht zwischen verschiedenen Typen unterschieden werden? Und warum sollen sich Paare mit zwei Wohnungen von zusammenwohnenden Paaren unterscheiden. Was, wenn einfach die Lebensumstände unterschiedliche Formen des Zusammenlebens erforderlich machen bzw. eine unterschiedliche Lebensphase wiederspiegeln? Statt irgendwelche Persönlichkeitsunterschiede zu suchen, wäre dann eine Unterscheidung der Lebensumstände notwendig.

Paare mit zwei Wohnungen werden offenbar weniger empirisch als ideologisch betrachtet. Da es sich quantitativ betrachtet um ein relativ neues Phänomen handelt, das den veränderten Bildungs- bzw. Ausbildungsbedingungen, Arbeitsmarktbedingungen (Globalisierung), technologischen Entwicklungen (Skype, Hochgeschwindigkeitszügen, Veralltäglichung von Flügen usw.) und der Zunahme berufstätiger Frauen geschuldet ist, dürften sich Persönlichkeitsunterschiede mit der weiteren Verbreitung multilokaler Lebensformen als wenig ergiebig zeigen.

Dass solche bilokale Partnerschaften häufig kinderlos sind, ist auch wenig verwunderlich, da bilokale Familien gewöhnlich durch eine gemeinsame Haupt- und eine Nebenwohnung gekennzeichnet sind. Zudem müssen Kinderlose gezwungenermaßen flexibler sein als Eltern.

 
       
   

Jens B. Asendorpf im WWW

www.psychologie.hu-berlin.de/mitarbeiter/4432

 
       
   

weiterführende Links

 
       
     
       
   
 
   

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Update: 09. März 2017