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Jörg Eckardt: Das männliche  Scheidungserleben

 
       
     
       
   

Jörg Eckardt in seiner eigenen Schreibe

 
       
   
fehlt noch
 
       
       
   

Gebrauchte Junggesellen (1993).
Scheidungserleben und biographische Verläufe
Opladen:
Leske + Budrich

 
   
     
 

Zitat

Begriff "Gebrauchter Junggeselle"

"»Gebrauchter Junggeselle«, so bezeichnete sich einer der befragten geschiedenen Männer (...). Mit dieser Umschreibung charakterisierte er seine Situation nach Trennung und Scheidung von seiner Ehefrau.
(...).
Die Betroffenen sind gezwungen, ein neues Leben aufzubauen. Dabei wird häufig auf bereits gemachte Erfahrungen und sedimentiertes Wissen zurückgegriffen. Z.B. werden alte Bekanntschaften reaktiviert oder verstärkt; die freie Zeit, die nun nicht mehr durch Ehe und Familie gebunden ist, wird oft so verbracht wie vor der Ehe. Damit werden Verhaltensweisen wie in der »Junggesellenzeit« gesucht. Nur hat man zwischenzeitlich die Erfahrung der ehe gemacht, weshalb ein nahtloses Übergleiten in abgelegte alltägliche Routinen nicht mehr möglich ist. Der geschiedene Mann ist eben durch die Ehe »gebraucht« und ist kein Junggeselle ohne die Erfahrungen von Ehe und Familie mehr."(S.7)

Fazit

"Geschiedene sind (...) genau am Grenzpunkt zwischen neuen Lebensformen und Verhaftetsein in tradierten, für das Subjekt selbstverständliche Sozialformen. Auch wenn sie von einer Ehe und zunehmend auch von weiteren, konsekutiven Ehen (bei einer Wiederverheiratungsquote von ca. 70 % haben Konsekutivehen im Vergleich zu Erstehen die höhere Scheidungsrate von knapp 45 % - Heekerens 1988; 185) enttäuscht sind, wird in drei der vier rekonstruierten Verlaufstypen am Deutungsmuster Ehe festgehalten. Die Konsolidierung, die Suspendierung und die Regression halten insgesamt die biographische Linie Ehe aufrecht, sei es als tatsächliche Lebensform oder aber als Lebensziel.
Allein mit der Konversion werden neue Lebensformen gesucht. Allerdings ist zu erwarten, daß sich auch diese stark an der Ehe orientieren und diese nicht transzendieren können. Der Geschiedene ist insgesamt betrachtet kein »Partnerschaftspionier«, seine sekundäre Junggesellenzeit bleibt temporär. Er schafft es nicht, ein grundsätzlich neues Leben zu beginnen. Der Rückgriff auf Gewohntes dominiert auch beim Geschiedenen." (S.155)

Inhaltsverzeichnis

I Einleitung

II Gesellschaft und Scheidung

1 Zur Analyse der gesellschaftlichen Entwicklung
2 Die Ehe: zwischen nomischer Institution und Deinstitutionalisierung
3 Zur bisherigen Scheidungsforschung
4 Die Fragestellung der empirischen Biographieanalyse

III Zum methodischen Vorgehen

IV Die Diversifikation als sozialer Prozeß

1 Der typische Verlauf

a) Der Auslöser der Trennung
b) Die Krise
c) Die Stabilisierung
d) Die gerichtliche Scheidung
e) Die Nachscheidungsphase

2 Die Initiative zur Trennung

a) Der aktiv Getrennte
b) Der passiv Getrennte

V Verlaufstypen der Biographien geschiedener Männer

1 Die Konsolidierung
2 Die Konversion
3 Die Suspendierung
4 Die Regression

VI Scheidung und Moderne

1 Zusammenfassung der Ergebnisse
2 Geschiedene: Prototypen gesellschaftlicher Veränderungen?
3 Auf dem Weg zur partnerschaftlichen Mobilität?

     
 
       
   

Beitrag von single-generation.de zum Thema

Der Single als Pionier des flexiblen Kapitalismus?
 
       
   

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Update: 09. März 2017