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Johannes Kopp: Das Timing von Geburten

 
       
     
       
   

Johannes Kopp in seiner eigenen Schreibe

 
       
   
KOPP, Johannes (2000): Geburtenentwicklung in Ost- und Westdeutschland. Trends, regionale Unterschiede, Erklärungen. In: Hans Bertram/Bernhard Nauck/Thomas Klein (Hg.) Solidarität, Lebensformen und regionale Entwicklung, Opladen: Leske + Budrich, S.83-136
 
       
   

Johannes Kopp in den Medien

 
       
   
fehlt noch
 
       
       
   

Geburtenentwicklung und Fertilitätsverhalten (2002).
theoretische Modellierungen und empirische Erklärungsansätze
Konstanz:
UVK

 
   
     
 

Klappentext

"Ausgangspunkt der Arbeit ist eine Einführung in die demografischen Entwicklung Deutschlands. Dabei wird deutlich, dass der Geburtenrückgang bereits im 19. Jahrhundert eingesetzt hat und die wichtigsten Veränderungen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts vor allem das »Timing« der Geburten betreffen. Im zweiten Abschnitt werden die verschiedenen theoretischen Ansätze zur Erklärung des Geburtenverhaltens vorgestellt, beginnend mit den Thesen Malthus’ und der sogenannten Wohlstandstheorie bis hin zu neueren Ansätzen, wie sie beispielsweise in der Familienökonomie entwickelt wurden. Es zeigt sich dabei, dass alle ernsthaften Erklärungsversuche einen mikrotheoretischen Erklärungsmechanismus formulieren und die historischen Entwicklungen auf typische Veränderungen in den jeweiligen Randbedingungen, auf sich systematisch wandelnde Opportunitäten und Beschränkungen zurückführen. Vor allem die veränderten Handlungsoptionen von Frauen, die höhere Bildungsbeteiligung und die besseren Arbeitsmarktchancen führen demnach zu einer Verringerung der Geburtenzahlen.

Dieses Erklärungsmodell wird an drei besonders auffälligen Entwicklungen empirisch überprüft: Zuerst an der Veränderung der Geburtenzahlen in der DDR bzw. in Ostdeutschland nach 1989, zweitens an den deutlich zu beobachtenden regionalen Besonderheiten innerhalb Deutschlands und drittens an den vollkommen unterschiedlichen Geburtenmustern einzelner ethnischer Gruppen in den Vereinigten Staaten, hier vor allem am Phänomen der »teenage pregnancies«. Hierzu werden neben amtlichen Daten verschiedene im Rahmen sozialwissenschaftlicher Studien erhobene Datensätze herangezogen und analysiert. Dabei zeigt sich, dass für alle drei Beispielen die gleichen theoretischen Erklärungen in der Lage sind, die Prozesse zu verstehen: Immer stellt die Entscheidung für oder gegen die Geburt eines (weiteren) Kindes sich als Ergebnis einer Abwägung der damit verbundenen Konsequenzen – vor allem für die Lebensumstände der Frauen – dar. Abweichungen von einem generellen Muster lassen sich empirisch auf Unterschiede in wichtigen Rahmenbedingungen zurückführen."

Zitate:

Die Bedeutung der paritätsspezifischen Geburtenentwicklung und die problematische Datenlage

"Die Veränderungen in den entsprechenden paritätsspezifischen Größen sind wichtig, da sich nur so die bedeutsamen Wandlungen der Familienstrukturen widerspiegeln lassen. So kann sich, selbst bei einer unveränderten durchschnittlichen Geburtenzahl, deren Verteilung deutlich ändern. Für die Struktur moderner Familien ist es aber nicht bedeutungslos, ob nun die durchschnittliche Zahl von einer Geburt je Frau dadurch zustandekommt, dass fast alle Frauen ein Kind bekommen, oder ob sich eine Spaltung in Frauen mit zwei Kindern und in Kinderlose feststellen lässt.
(...).
Eine Analyse der paritätsbezogenen Entwicklung des Geburtenverhaltens auf der Grundlage der amtlichen Statistik ist jedoch nur begrenzt möglich. Die bislang vorliegenden Ergebnisse finden sich hauptsächlich in den Arbeiten des Bielefelder Instituts für Bevölkerungsforschung und Sozialpolitik, die wiederum auf die entsprechenden Fachserien des Statistischen Bundesamtes zurückgegriffen haben (Birg/Filip/Flöthmann 1990).
Wie in diesen Publikationen deutlich dokumentiert (Birg/Filip/Flöthmann 1990: 17ff), sind die mit der amtlichen Statistik zu erzielenden Ergebnisse fehlerhaft. Dies ist durch die amtlichen Zählkonventionen bedingt, die nur die Geburtennummer innerhalb der jetzigen Ehe erfassen. Hierdurch werden Zweitgeburten oder andere Geburten höherer Parität ab und an als Erstgeburten gezählt und so die Zahl der Erstgeburten über- und entsprechend die Zahl der kinderlosen Frauen unterschätzt. (...). Es zeigt sich, dass hier die Grenzen der Analyse amtlicher Daten erreicht sind und die Ergebnisse sozialwissenschaftlicher Surveys mindestens zur Korrektur herangezogen werden müssen." (2002, 40f.)

Die paritätsspezifsche Entwicklung der Geburten der Frauenjahrgänge 1935 - 1958 auf der Basis der Daten von Birg/Filip/Flöthmann 1990

"An der (...) Entwicklung sind vor allem drei Punkte bemerkenswert: Erstens ist der Anteil von Frauen mit Geburten höherer Ordnung im Kohortenverlauf drastisch zurückgegangen. Während etwa in der Kohorte 1935 noch mehr als ein Drittel aller Frauen drei und mehr Kinder zur Welt brachte, beträgt dieser Anteil in der jüngsten hier untersuchten Geburtskohorte 1958 nur noch etwas mehr als 15 Prozent. Zweitens ist festzuhalten, dass die Zahl der Frauen mit einer oder zwei Geburten letztlich stabil geblieben ist. Als drittes Ergebnis ist der deutliche Anstieg der wohl auf Dauer kinderlosen Frauen zu betrachten. Während dieser Anteil für die Kohorte 1935 unter 10 Prozent liegt, wird geschätzt, dass in der jüngsten Kohorte fast ein Viertel aller Frauen kinderlos bleibt. Wenn man diese Analysen mit Hilfe sozialwissenschaftlicher Surveys auf jüngere Kohorten erweitert, so kann man von einer weiteren Steigerung des Anteils kinderloser Frauen ausgehen." (2002, S.42)

     
 
       
   

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Update: 09. März 2017