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Katrin Zapf: Lebensphasen, Lebensstile und Stadtstrukturen

 
       
     
       
   

Lebensphasen, Lebensstile und Stadtstrukturen (1989)
in: Rudolf Wildenmann (Hrsg.) Stadt, Kultur, Natur. Chancen zukünftige Lebensgestaltung. Studie im Auftrag der Landesregierung Baden-Württemberg, Nomos Verlag, S.466-475

 
   
     
 

Inhaltsverzeichnis

I. Die Situation nach der Krise
II. Lebensphasen und Lebensstile

Die Singles
Die Wohngemeinschaft
Die Partner-Paare
Die Yuppies und die Dinkies
Die Alternativen
Die Dimidos
Die Jungsenioren
Die Ruhestandsfamilien

III. Konsequenzen für die Stadtentwicklung

Zitate:

Single-Begriff

"Früher hießen sie Junggesellen oder Jungfern, auch wenn sie weder jung an Jahren noch sonstwie jung geblieben waren. Sie hatten sich aus dem Verband der Herkunftsfamilie gelöst, waren aber unverheiratet geblieben. Heute rekrutiert sich der Kreis der Singles auch aus Geschiedenen, in Scheidung oder dauernd getrennt lebenden Personen. Die junge kinderlose Witwe, der junge kinderlose Witwer könnten auch dazugehören: alleinstehende Personen jenseits der Pensionierungsgrenze werden in dem Begriff selten mitgedacht. Singles haben eine eigene Wohnung, ein eigenes Einkommen und einen großen Gestaltungsspielraum für Haushaltsführung, Zeit- und Einkommensverwendung. Es umgibt sie ein Hauch von Wohlstand, von Freiheit und von Einsamkeit. Nicht nur in Großstädten ist diese Lebensform voll akzeptiert, auch wenn sie für viele lediglich einen Übergang zu anderen Lebensbanden darstellt." (1989, S.470)

Die Wohngemeinschaft als Alternative zum Alleinleben

"Eine weniger kostspielige, weniger freie und weniger einsame neue Lebensform ist die Wohngemeinschaft. (...). Sie hat sich gewandelt zum Zweckbündnis junger Leute (Auszubildende, Studenten, Berufsanfänger) am Wohnungsmarkt. Sie umfaßt mehr oder minder freundschaftlich miteinander verbundene Personen, die sich eine große Wohnung teilen.
Unter den neuen Lebensstilen ist die Wohngemeinschaft der einzige größere Haushaltstyp." (1989, S.470)

Yuppies im Gegensatz zu Dinkies

"Yuppies: young urban professionals. Es sind dies die smarten oder die coolen jungen Leute beiderlei Geschlechts, die nach einer guten Ausbildung in einem Karriereberuf Fuß gefaßt haben. Sie arbeiten dort hart und erfolgreich, und sie haben den beruflichen Aufstieg fest im Visier.
Die Bilderbuch-Yuppies sind Paare oder Ehepaare. »dual career marriages«, ohne Kinder versteht sich; beide Partner mit starken professionellen Ambitionen und mit hohem Einkommen. Diese Haushalte sind Konsumeliten und Trendsetter. Da sie keine weiteren Versorgungsverpflichtungen haben, können sie ihr Geld für demonstrativen Konsum ausgeben (...).
In der Bundesrepublik kann sich dieser Lebensstil nicht so recht entfalten. (...). Statt der strahlenden Yuppies haben wir hier nur junge Dinkies - double income, no kids -: junge berufstätige (Ehe-)Paare, die aber auch ein Hauch von Wohlstand und Unabhängigkeit umgibt." (1989, S.471)

Die Alternativen als Gegentypus zum Yuppie

"Auch sie sind meist »Young«, meist »urban«, aber sie sind keine »professionals«. (...). Vom Haushaltstyp her leben Alternative meist in Wohngemeinschaften, in denen sie auch Kinder aufziehen." (1989, S.471)

Die Dimidos (neuere Bezeichnung: Shuttles)

"Dieser Ausdruck kommt aus dem Universitätsmilieu und bezeichnet Hochschullehrer, die nur dienstags, mittwochs und donnerstags am Hochschulort präsent sind. In den drei überlangen Arbeitstagen wickeln sie ihre ortsgebundenen Verpflichtungen ab. Konzentrierte Eigenarbeit (...) nehmen sie mit an einen weit entfernten Familienwohnsitz (...).
Dimido beschreibt einen Lebensstil (mit)(...) Konzentration von Wochenarbeitszeit auf weniger als fünf Werktage und damit vom Durchschnitt stark abweichende Arbeitsrhythmen." (1989, S.472)

Ruhestandsfamilien

"Nach dem Ausscheiden aus dem Erwerbsleben verbleibt den älteren Ehepaaren noch ein gutes Jahrzehnt gemeinsamer Lebenszeit - ohne oder nur mit einem Minimum an familiären Verpflichtungen als Großeltern oder Urgroßeltern. (1989, S.472)

Ursachen und Folgen der Pluralisierung der Lebensstile

"Die Pluralisierung der Lebensstile führt nur bei den Postadoleszenten zu größeren, bei allen übrigen Gruppen zu kleineren Haushalten. Denn der Kleinhaushalt ist die individuelle Lösung für gesamtgesellschaftlich ungelöste Konflikte: Die neue Rolle der Frau, der soziale Aufstieg, Selbständigkeit für alle, Mobilität und Lebensgenuß sind im kleineren Haushalt leichter zu realisieren als im größeren Personenverband." (1989, S.473f.)

     
 
       
   

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Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 19. Januar 2014
Update: 19. Januar 2014