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Laszlo A. Vaskovics: Älterwerden als Single

 
       
     
       
     
       
   

Laszlo A. Vaskovics in seiner eigenen Schreibe

 
   

VASKOVICS, Laszlo A. (1996): Veränderte Familien- und Lebensformen: Entscheidungsfeld und Optionen. In: Laszlo A. Vaskovics & Heike Lipinski (Hg.). Familiale Lebenswelten und Bildungsarbeit 1. Interdisziplinäre Bestandsaufnahme. Opladen: Leske + Budrich 1996, S. 8 - 17

Neu:
VASKOVICS, Laszlo A. (2006): Neue familiale Lebensformen - neue soziale Systeme? In:  Caroline Y. Robertson-von Trotha (Hrsg.) Vernetztes Leben. Soziale und digitale Strukturen, H.12 Problemkreise der angewandten Kulturwissenschaft, Zentrum für angewandte Kulturwissenschaft, Karlsruhe, Heft 12, S.143-162

 
   

Laszlo A. Vaskovics im Gespräch

 
   

BETTERMANN, Stella (2000): Die große Single-Lüge.
In der Statistik tauchen sie oft, in der Realität eher selten auf. Soziologe Laszlo Vaskovics klärt das Single-Missverständnis auf,
in: Focus Nr.44 v. 30.10.

Interview von Stella BETTERMANN mit dem Familiensoziologen Laszlo A. Vaskovics über das Single-Dasein und die Ergebnisse der Bamberger Studie. VASKOVICS kritisiert die Unzulänglichkeiten der amtlichen Statistik bei der Erfassung von Partnerlosen und Kinderlosen und fordert eine Lebenslaufperspektive zur Beschreibung des Single-Daseins.

VASKOVICS kritisiert zwar den Familienbegriff der amtlichen Statistik, bleibt aber selbst dem Haushaltsbegriff verhaftet, der nicht alle Familienformen erfassen kann. So wendet er zwar ein, dass auch Kinder, die nicht mehr bei den Eltern leben zur Familie gehören, aber der Begriff "Familienhaushalt" schließt diese Gruppe aus dem Familienbegriff aus. Das Deutsche Jugendinstitut hat bereits Mitte der 1990er Jahre im Rahmen des Familiensurvey entsprechende Daten erhoben, die jedoch von VASKOVICS nicht erwähnt werden.

Im Focus-Artikel wird zudem die Zahl der Singles zu hoch angegeben. In einer Zwischenüberschrift heißt es: Unter den 55- bis 75-Jährigen gibt es nur 5-10% echte Singles. Im Interview selbst heißt es dagegen:

"Allein lebend, in den letzten fünf Jahren keine feste Partnerschaft, kein Kind vorhanden. Wir mussten allerdings 20 000 Adressen Alleinlebender im Alter von 55 bis 75 abchecken, um auf tausend Personen zu kommen, bei denen unsere Definition gegeben war - so drastisch sind die Relationen."

VASKOVICS spricht von 55-75jährigen Alleinlebenden. Nicht alle 55-75jährigen leben jedoch im Einpersonenhaushalt. Aber auch dies ist wohl noch nicht richtig. In der Selbstdarstellung wird von 1000 Singles im Alter zwischen 45 und 75 Jahren gesprochen. Auch in anderen Meldungen wird diese Altersspanne genannt. So z.B. in der Zeitschrift Psychologie Heute vom Oktober. Dort wird der Bevölkerungsanteil dieser "Singles" mit 2,9 % angegeben.

Der Begriff "echte Singles" ist zudem nicht definiert. Was soll darunter verstanden werden? Wenn man ein Kriterium wie "Freiwilligkeit" von Partnerlosigkeit und Kinderlosigkeit einführen möchte, dann muss man die Motive der Bevölkerungsgruppe erforschen, d.h. der Anteil der "echten Singles" würde dann noch geringer ausfallen.

SAARBRÜCKER ZEITUNG (2002): "Die Wertschätzung der Familie ist unverändert hoch."
SRZ-Tagesthema: Die Parteien entdecken die Familie wieder - Familienforscher Vaskovics erklärt, warum dieser Fokus absolut notwendig ist,
in: Saarbrücker Zeitung v. 27.04.

Der Familienforscher Laszlo A. VASKOVICS widerspricht dem medialen Bild der Familienrhetoriker von der Single-Gesellschaft:

"Die Kultfigur Single wurde von der Medienwelt geschaffen. In Wirklichkeit ist es so, dass sich die Wertschätzung der Familie - seitdem es empirische Erhebungen darüber gibt, also seit 40 Jahren - nicht verändert hat. Das gilt sowohl für die Mitglieder der jüngeren Generation als auch für die der älteren. Was sich allerdings verändert hat, ist die Einstellung zur Institution Ehe."

Während Trendforscher wie Matthias HORX oder Horst W. OPASCHOWSKI eine grundlegende Wende wahrnehmen wollen, hat sich also in der EINSTELLUNG zur Familie NICHTS geändert.

Während Familienrhetoriker die 1950er und frühen 1960er Jahre als Bewertungsmaßstab heranziehen, sieht VASKOVICS diese Jahre eher als Ausnahme von der Regel an:

"Die deutschen 50er und 60er Jahre waren hier atypisch. Der damalige Heiratsboom ist auf ein kriegsbedingtes Nachholphänomen zurückzuführen."

 
       
   

Älterwerden als Single (2000)
(zusammen mit Harald Rost, Sabine Engel, Simone Mattstedt und Adelheid Smolka)

ifb-Forschungsbericht Nr.4,
Staatsinstitut für Familienforschung an der Universität Bamberg

 
   
     
 

Mythos Single

"FOCUS: Wie haben Sie die älteren Singles definiert?
Vaskovics: Allein lebend, in den letzten fünf Jahren keine feste Partnerschaft, kein Kind vorhanden. Wir mussten allerdings 20 000 Adressen Alleinlebender im Alter von 55 bis 75 abchecken, um auf tausend Personen zu kommen, bei denen unsere Definition gegeben war - so drastisch sind die Relationen.
Und auch bei den Tausend stellte sich dann heraus: Die waren nicht immer das, was man unter einem Single  verstehen würde. Da gab es beispielsweise alte Herren, die ein Leben lang mit ihrer Mutter zusammengelebt hatten.
FOCUS: Also eher Muttersöhnchen als moderne Singles?
Vaskovics: In jedem Fall Menschen, die von ihrer Lebensweise und Lebenseinstellung her alles andere sind als das, was man unter einem modernen Single verstehen würde!
FOCUS: Der Personenkreis, der amtlich als Single erfasst ist, besteht also überwiegend aus ganz jungen und ganz alten Menschen?
Vaskovics: Ja, ein großer Teil darunter hat die Familienphase bereits abgeschlossen - oder noch vor sich. Bei der Single-Diskussion werden aber diese Einpersonenhaushalte ohne Differenzierung argumentativ angeführt."
(aus: Stella Bettermann "Die große Single-Lüge", Focus vom 30.10.2000)

     
 
       
   

Die Studie im WWW

VASKOVICS/ROST/ENGEL/MATTSTEDT/SMOLKA (2000): Älterwerden als Single.
ifb-Forschungsbericht Nr.4. Staatsinstitut für Familienforschung an der Universität Bamberg

 
   
  • Die Studie in der Debatte

PFEIFFER, Gabi (2000): Von wegen alt, allein und kreuzunglücklich.
Institut für Familienforschung in Bamberg stellt Studie vor: Bedarf an professioneller Hilfe wächst - Mit Lebensweg ausgesöhnt,
in: Nürnberger Nachrichten v. 19.07.

KRUMPHOLZ-REICHEL, Anja (2000): Singles. Im Alter allein?
in: Psychologie Heute, Oktober

Bericht über das Forschungsprojekt der Bamberger Familienforscher

UNGER, Ludwig (2001): Ängste vor der Zukunft.
Forscher untersuchen Älterwerden von Singles,
in: Fränkischer Tag v. 02.02.

BAUSCHMID, Elisabeth (2001): Man arrangiert sich.
Eine Studie belegt: Der Single ist nicht einsam,
in: Süddeutsche Zeitung v. 24.02.

Man liest und denkt, zu schön um wahr zu sein. In der SZ ein kritischer Artikel über die familienpolitische Debatte? Man liest erstaunt über statistische Ungenauigkeiten bei der Erfassung von Singles und davon, dass nur 3 % der Bevölkerung Singles sind, aber dann kommt doch noch das Übliche: das "Single-Gespenst".

Der "Nicht-Single" wird glorifiziert: Für Krankheit oder Pflegebedürftigkeit sind die Ehefrau und die Tochter zuständig! Wer das nicht hat - also Singles - der liegt der Allgemeinheit auf der Tasche.

DIE wichtigste Botschaft aber fehlt: Nicht-Singles und Singles sind keine ausschließende Kategorien, sondern meist Phasen innerhalb eines Lebenslaufs. Wer heute Nicht-Single ist, der kann morgen durch den Tod des Partners oder der einzigen Tochter zum Single werden. Aber für diesen Sachverhalt gibt es in unserer Gesellschaft kein Bewusstsein. Witwen sind die größte Subgruppe der Alleinlebenden und nicht die Yuppies, wie das die Medien suggerieren...

 
   
  • Laszlo A. Vaskovics  im WWW

http://dr.vaskovics.de

 
   

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Update: 28. August 2015