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Niklas Luhmann: Die Liebe aus der Sicht der Flakhelfer-Generation

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 1927 in Lüneburg geboren
    • 1968 Professor für Soziologie an der Universität Bielefeld
    • 1982 Buch "Liebe als Passion"
    • 1998 gestorben
    • 2008 Buch "Liebe"
 
       
     
       
   

Niklas Luhmann in seiner eigenen Schreibe

 
   

LUHMANN, Niklas (1988): Njet-Set und Terror-Desperados.
Die Protestler von '68 waren ein querulantischer Njet-Set, der endlich dank der Ökologiebewegung und der von ihr aufgeworfenen Fragestellungen von einer Generation mit den erforderlichen technischen und wissenschaftlichen Kenntnissen abgelöst wird,
in: TAZ v. 04.08.

 
       
   

Niklas Luhmann im Gespräch

 
   
  • KNIPPHALS, Dirk & Christian SCHLÜTER (1996): "Wahrheit ist nicht zentral".
    Woher wissen wir das, was wir wissen? Aus den Medien. Und was folgt daraus? Fragen an den Bielefelder Sozialwissenschaftler,
    in: Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt Nr. 42
 
       
   

Liebe (2008).
Eine Übung
(herausgegeben von André Kieserling)

Frankfurt a/M: Suhrkamp

 
   
     
 

Klappentext

"Individuen kann man bekanntlich daran erkennen, daß sie einen Knick in der Optik haben. Sie gewinnen allen öffentlich zugänglichen Dingen und Ereignissen einen zweiten Sinn ab, der zunächst einmal nur für sie selbst zugänglich ist. In dieser höchst persönlichen Optik mag dann etwa als Langsamkeit eines Mitmenschen erlebt werden, was dieser der Ungeduld des Erlebenden selbst zurechnen würde. Besonders konsensfähig ist diese individualisierte Art des Erlebens also nicht. Immerhin kann der Fall eintreten, daß ein anderer, statt einfach nur mit dem Kopf zu schütteln, sich in meine Weltsicht hineinversetzt und dann sogar anfängt, sie durch eigenes Handeln zu bestätigen: Statt mir Ungeduld vorzuwerfen, handelt er selbst etwas schneller. Für die anderen ist mein Erleben dann immer noch unmaßgeblich, aber für den anderen hat es offenbar die Kraft eines starken Motivs. So wird es mir leichter gemacht, der zu sein, der ich bin.
In dieser Bestätigung fremden Erlebens durch eigenes Handeln sieht Niklas Luhmann die kommunikative Grundlage dessen, was wir Liebe nennen. Sein 1982 erschienener Klassiker Liebe als Passion hatte vor allem die Ideengeschichte des Themas vor Augen.

Der nun edierte Aufsatz, geschrieben 1969 als Vorlage zu einem der ersten Bielefelder Seminare Luhmanns, behandelt die Liebe ohne den Apparat des Gelehrten. Er bietet eine direkte und pointierte Darstellung der bis heute einzigen soziologischen Theorie der Liebe, die wir haben."

 
     
 
       
   

Rezensionen

KAUBE, Jürgen (2008): Geteiltes Leid ist halbes Leid,
in: DeutschlandRadio v. 02.10.

KAUBE, Jürgen (2008): Ist die Liebe etwa ein Gefühl?
Nein, sie ist eine Gefühlsdeutung, die auf Kommunikation beruht, auf Büchern, Filmen - sagt der Soziologe Niklas Luhmann in einem Buch aus dem Nachlass,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 12.10.

GEYER, Christian (2008): Pardon, dass wir so einfältig sind.
Was weiß man, wenn man all das weiß, was Niklas Luhmann in seinem frühen Traktat über die Liebe darlegt? Es wurde soeben aus dem Nachlass publiziert,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 15.10.

PRIES, Christine (2008): Als Mann besonders.
Niklas Luhmann über die Liebe,
in: Frankfurter Rundschau v. 16.10.

WERBER, Niels (2008): Freie Liebe und Sozialtechnologie.
In seiner nachgelassenen Schrift "Liebe. Eine Übung" kommt der Soziologe Niklas Luhmann den 68ern erstaunlich nahe,
in: Literaturen, November

SCHRENK, Jakob (2009): Reden ohne Unterlass.
Niklas Luhmann beobachtet das Lieben,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 17.02.

Neu:
LICHTENBERGER, Lutz (2009): Das passive Leiden.
Niklas Luhmann über die "Liebe". Eine Lehreinheit aus dem Nachlass,
in:
Berliner Zeitung v. 26.02.

 
       
   

Liebe als Passion (1982)
Zur Codierung von Intimität
Frankfurt: Suhrkamp
(auch als Taschenbuch stw 1124, 1994)

 
   
     
 

Stimmen zum Buch

"Liebe als Passion ist ein französisches Modell, in dem Liebe als Leidenschaft, als maßloses Begehren außerhalb jeder rationalen Kontrolle verstanden wird (...). Dabei ist wichtig, daß Liebe hier ein Gegenkonzept zur Ehe darstellt, die Passion erleidet man nur in außerehelichen Beziehungen. Den Ehepartner achtet man, aber man liebt ihn nicht. Die Liebe wird als grundsätzlich zeitlich begrenzt angesehen.
(...)
Die romantische Liebe hingegen ist eine deutsche Errungenschaft. Sie fordert die Einheit von Liebe, Sexualität und Ehe (...). Die Idee der persönlichen Selbstverwirklichung durch wechselseitige Bildung verschafft der Liebe Entwicklungsmöglichkeiten und damit Dauer."
(Steffen-Peter Ballstaedt in Psychologie Heute, April 1983)

"In seinem Buch »Liebe als Passion« sah der Soziologe Niklas Luhmann eher schwarz für die moderne Liebe. (...). Die aktuelle Form des Liebescodes definierte Luhmann als Problem- und Verständnisorientierung: In Beziehungen gehe es darum, Probleme zu erkennen und zu lösen, mit Enttäuschungen fertig zu werden und damit eine dauerhafte Verständigung zu erreichen. Aber ist das immer noch der Stand der Dinge in Sachen Liebe?"
(aus: Christian Schuldt "Der Code des Herzens", 2005, S.66)

 
     
 
       
   

Beitrag von single-generation.de zum Thema

Der Code des Herzens - Die Renaissance der Romantik durch die Pragmatiker der Liebe
 
   

Rezensionen

BALLSTAEDT, Steffen-Peter (1983): Die Soziologie der "wahren" Liebe,
in:
Psychologie Heute, H.4, April

 
   

Das Buch in der Debatte

GASCHKE, Susanne (1999): Revolution im Reihenhaus.
Die Zukunft der Liebe: Ein Plädoyer für die Wiederentdeckung der Doppelmoral,
in: Die ZEIT v. 11.03.

Ein Beitrag zum Thema Doppelmoral:
KUREISHI, Hanif (2001): Rastlose Nähe, Reinbek: Rowohlt
Der Roman wurde in der Kritik zerrissen, weil er ein Affront gegen die Familienwerte unserer Gesellschaft und die feministische Mütterbewegung ist. KUREISHI formuliert hier ein Gegenmodell zu HOUELLEBECQs Gesellschaftskritik. Die Familie ist nicht die Lösung, sondern das Problem.

 
   

Beiträge zu Niklas Luhmann

BUDE, Heinz (1992): Die Soziologen der Bundesrepublik,
in:
Merkur H.7

LAU, Mariam (1998): Systeme sind alles, Umwelt auch.
Theorie als Passion: Zum Tode des großen Soziologen Niklas Luhmann,
in: Welt v. 12.11.

RADIO BREMEN (1999): "Ich sehe was, was du nicht siehst".
Niklas Luhmanns Systemtheorie - ein "Kinderspiel" mit Folgen,
in: Feature. Sendung des Radio Bremen am 03.11.

DIEDERICHSEN, Diedrich (2001): Luhmann mit langem U.
Besser als die rollende Möllewelle sind die empirischen 68er, die noch wissen, dass Politik mit Inhalten zu tun hat, allemal: die elastischen Netze der Systemtheorie halten sie cool,
in: Frankfurter Rundschau v. 17.01.

NASSEHI, Armin (2001): Die melancholische Theorie.
Niklas Luhmann hat Adorno als soziologische Leitfigur abgelöst. Denn die Systemtheorie beschreibt die Gesellschaft in Paradoxien - und passt damit zu unserem skeptischen Lebensgefühl

in: Tagesspiegel v. 16.06.

LINDEMANN, Thomas (2008): Was von Niklas Luhmann bleibt.
Vor zehn Jahren starb der größte Soziologe der Nachkriegszeit: Ein Besuch an seiner Wirkstätte Bielefeld,
in:
Welt v. 05.11.

 
   

weiterführende Links

 
     
   
 
   

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Update: 22. Februar 2015