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Norbert Bolz: Die Helden der Familie

 
       
     
       
     
       
   

Norbert Bolz in seiner eigenen Schreibe

 
   

BOLZ, Norbert (2003): Produktion und Reproduktion.
Über die Entheiligung der klassischen Familie im rot-grünen Zeitalter,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 22.02.

Norbert Bolz - In Verteidigung der Managerehe

BOLZ, Norbert (2006): Vom Schwinden der "Normalarbeitsverhältnisse".
Es wird wieder gestreikt / Veränderungsbereite Konservative / Flexibilität heißt immer auch Unsicherheit,
in: Welt v. 05.04.

Norbert BOLZ arbeitet daran den "Kalten Krieg zwischen Jung und Alt" in einen heißen Krieg der wohlhabenden Kinderreichen gegen den Rest der Gesellschaft voranzutreiben. Im Namen der demografischen Katastrophe und der Globalisierung ruft er den Jungen zu:

"Du hast die Verpflichtung, jeden Job anzunehmen."

BOLZ, Norbert (2006): Verstaatlichung der Kinder.
Eine familienpolitische Idee als Versuchsballon / Lauter Sozialdemokraten / Das skandinavische Modell,
in: Welt v. 06.04.

Norbert BOLZ, Vater von vier Kindern, widerlegt die Behauptung von Ursula MÄRZ. Nicht nur kinderarme, sondern auch kinderreiche Mittelschichtler dominieren die gegenwärtige Debatte. Und ihre Vorschläge sind ausgesprochen singlefeindlich.

BOLZ, Norbert (2006): Kalkulierte Tabubrüche.
Wie bekomme ich Aufmerksamkeit?
in: DeutschlandRadio v. 30.08.

Der Medienwissenschaftler Norbert BOLZ, der sich gerade selber mit einem kalkulierten Tabubruch hervorgetan hat, formuliert das Credo der Aufmerksamkeitsökonomie:

"Wir leben im Zeitalter des Außenseiters, und das bedeutet konkret: Wer »in« sein will, muss »far out« sein".

BOLZ, Norbert (2008): Heroinen des Feminismus,
in: DeutschlandRadio v. 13.01.

Norbert BOLZ, der sich und seinesgleichen zum Helden der Familie gekürt hat, nutzt eine Rezension der Biographien zu Simone de BEAUVOIR und zu Susan SONTAG zur Abrechnung.

Homosexualität erscheint in dieser Sicht als die gemeinsame Wurzel von Feminismus und Postmoderne. BOLZ strickt hier weiter an seinem Identitätsangebot für traditionelle Familienmenschen, denen die Welt wieder vor allem eins ist - Natur:

"Schönherr-Mann zeigt sehr gut, wie dieser Feminismus aus dem Existenzialismus Sartres entsteht und schließlich in die Soziologie der Postmoderne mündet. Die Parole lautet: Alles ist Wahl, nichts ist Natur. Mutterliebe ist nicht natürlich; der Unterschied von Mann und Frau ist rein kulturell. Das natürliche Geschlecht darf keine Rolle spielen".

 
       
   

Norbert Bolz: Porträts und Gespräche

 
   

KLONOVSKY, Michael (2006): "Mehr Steuern für Kinderlose!"
Der Medientheoretiker und Vierfachvater Norbert Bolz plädiert für die traditionelle Familie und gegen das "Projekt der Abschaffung Deutschlands",
in: Focus Nr.10 v. 06.03.

Norbert BOLZ prognostiziert das Aussterben des Feminismus, huldigt der Reproduktivkraft von Hausfrauen und konstatiert das Auseinanderfallen der Lebenswelten:

"Focus: Wie reagiert man in dem Soziotop, in dem Sie leben, auf ein Familienmodell wie das Ihre?
          
Bolz: Ich würde sagen: mit vollkommenem Unverständnis. Das meinte ich mit kaltem Krieg zwischen den Kinderlosen und den Familienmenschen. Es gibt schlechterdings nichts zu sagen. Das ist mir klar geworden im Verhältnis zu meinen Freunden, die fast alle kinderlos sind. Es hat sich eine kulturelle Kluft aufgetan, die nicht mehr zu überbrücken ist. (...). Dieses Auseinanderfallen der Lebenswelten ist unvermittelbar. Das zeigt sich natürlich auch darin, dass man sich ganz automatisch nur noch mit Menschen aus derselben Welt umgibt. Ich habe in Berlin das Gefühl, es gibt mittlerweile ganz Stadtviertel, wo man einigermaßen sicher sein kann, nicht auf Kinder zu treffen."

PANZER, Volker (2006): Ist Einsamkeit cool?
Die neue Lust am Alleinsein,
in: ZDF Nachtstudio v. 19.03.

Ulf POSCHARDT ("Einsamkeit"), Norbert Bolz u.a. debattieren über die Lust am Alleinsein.

BRINK, Nana (2006): "Die Avantgarde der Unfruchtbarkeit".
Medientheoretiker Bolz über die Geburtenzahlen in Deutschland,
in: DeutschlandRadio v. 27.03.

SCHNAAS, Dieter (2006): "Nur noch Wracks".
Der Kulturwissenschaftler Norbert Bolz über Opfer der Selbstverwirklichung – und die Tragödie, dass sich die Moderne nicht mit der Familie verträgt,
in: Wirtschaftswoche Nr.17 v. 24.04.

LITERATUREN-Schwerpunkt: Land ohne Leute?
Ein deutsches Dilemma

AGUIGAH, René/ENGELMANN, Jan/LÖFFLER, Sigrid/PERSON, Jutta (2006): "Wir müssen bei den Männern anfangen".
Sind Frauen Familientiere? Männer Arbeitstiere? Verstößt die alte Arbeitsteilung der Geschlechter gegen das Grundgesetz? Ist die Krippe für Kinder wirklich das Beste? Und was macht die Gesellschaft aus der Familie? Ein Literaturen-Gespräch mit Barbara Vinken, Hans Bertram, Norbert Bolz und Reiner Klingholz,
in: Literaturen, Nr.6 , Juni

Neu:
RACK, Jochen (2006): Gespräch mit Norbert Bolz,
in: Sinn und Form, H.5, September/Oktober

Norbert BOLZ spricht einerseits von der gewollten Kinderlosigkeit der DINKs, die er besteuern möchte. Gleichzeitig behauptet er, dass Frauen das Recht haben nach ihrer Fasson unglücklich zu werden. Was denn nun?
          
Und was ist davon zu halten, wenn BOLZ von der fortschreitenden Individualisierung spricht? Selbst Lifestyleforscher wie Stefan HRADIL, die erst spät den Wandel des Wertewandels entdeckt haben, sehen schon seit längerem Gegentendenzen zur Individualisierung.
          
Wir haben es gegenwärtig in erster Linie mit einer Single-Rhetorik zu tun, die den Blick dafür verstellt, dass die Mehrheit im Familienlebensalter, die in Familien leben, gar nicht wahr genommen wird. BOLZ ist daran nicht unschuldig gewesen.
          
Stefan HRADIL schreibt in dem Beitrag Werden wir alle Singles zur Single-Rhetorik in den Medien:

"Bedenkt man, dass selbst die (....) weiteste Definition zum Ergebnis kommt, dass weniger als ein Zehntel der Einwohner Deutschlands Singles sind, so erweisen sich viele schrillen Pressemeldungen als Unsinn: »Schon ein Drittel der Deutschen sind Singles« schrieb einmal die renommierte Süddeutsche Zeitung in einer dreispaltigen Überschrift. Hier wurde, wie so oft, der Anteil der Einpersonenhaushalte an allen Haushalten Deutschlands (ca. 37 %) mit dem Anteil der Singles an allen Personen Deutschlands verwechselt. Es wurde nicht berücksichtigt, dass in dem guten Drittel der Privathaushalte in Deutschland, in dem jeweils nur eine Person lebt, viel weniger als ein Drittel aller Menschen wohnen, nämlich ca. 16 %. Dazu wurde vergessen, dass man allenfalls die Hälfte dieser Menschen sinnvollerweise als Singles bezeichnen kann. 78-jährige Witwen und 21-jährige Studierenden sind keine Singles, sondern nur Menschen im mittleren, d.h. »im besten Familienlebensalter«. Also, wörtlich genommen, sind wir bestimmt nicht auf dem Weg in die Single-Gesellschaft". (S.80-81)

In dem Buch "Die Single-Lüge" wird ausführlich auf die katastrophalen Folgen der Single-Rhetorik eingegangen.

MARESCH, Rudolf (2006): "Selbstverwirklichung ist Idiotismus".
Der Philosoph Norbert Bolz über den neokonservativen Zeitgeist,
in: Telepolis v. 27.12.

Die beiden Angehörigen der Single-Generation, Rudolf MARESCH und Norbert BOLZ, sind sich einig über die kulturelle Hegemonie der Neokonservativen. Für BOLZ ist die Unterscheidung Kinder/keine Kinder sehr viel wichtiger als die Unterscheidung Links/Rechts (Frank NULLMEIER sieht das im Sammelband Deutschland - eine gespaltene Gesellschaft dagegen anders):

"Rudolf Maresch: Ein Epizentrum der grassierenden Kinderlosigkeit scheinen vor allem die Redaktionsstuben der Feuilletons zu sein. Nach Aussagen von Beobachtern residiert dort ein Milieu besonders erfolgreicher Aufsteigerinnen, das sich besonders hedonistisch gibt, sich dem Gebären verweigert und Selbstverwirklichung für sich selbst einfordert. Das würde auch die Feindschaft erklären, die Sie und vor allem Eva Herman auf sich gezogen haben?
             Norbert Bolz: Ja, genau so ist es. Man kann es nicht besser formulieren. Ich habe diese Erfahrung in zahlreichen Rundfunkinterviews gemacht - allesamt Interviews mit Anti-Eva-Frauen. Aber auch hier wäre es naiv, etwas anderes zu erwarten."

 
       
   

Die Helden der Familie (2006)
München: Fink

 
   
     
 

Klappentext

"Bolz höchst engagiertes Plädoyer für die Familie richtet sich gleich gegen mehrere Gegner: Gegen einen Fürsorgestaat, der die Familie ersetzen will, gegen einen neuen Hedonismus unter der Marke der »Selbstverwirklichung«, gegen eine als Political Correctness getarnte Kinderfeindlichkeit der Methusalem-Apologeten und der feministischen Karrierefetischisten. Wir leben in einem Zeitalter kalter Kriege. Kalter Krieg herrscht zwischen Männern und Frauen, zwischen Alten und Jungen. Kalter Krieg herrscht zwischen Eltern und Kinderlosen, zwischen berufstätigen Frauen und Hausfrauen. Kalter Krieg herrscht zwischen Familien und Staat. Bekanntlich ist dies auch ein Zeitalter des radikalen, begründungsunbedürftigen, zu nichts verpflichtenden Individualismus. Man sieht im Verhältnis von Mann und Frau eine Unterscheidung als ob nicht. Man führt Ehen als ob nicht. Und man hat Kinder, als hätte man sie nicht. Es ist zur Selbstverständlichkeit geworden, daß die großen politischen Themen der Zukunft demographische sein werden. Die zukünftige Entwicklung Alteuropas und insbesondere Deutschlands wird durch die Dynamik der Bevölkerungsentwicklung geprägt, also durch Geburtenrückgang, steigende Lebenserwartung und Migration. Und gerade die verzweifelten Reformbemühungen der Politik machen die Sollbruchstellen unserer Gesellschaft überdeutlich. Zum einen scheint es kein Mittel gegen die Abwanderung von Ost nach West zu geben; in den Metropolen Alteuropas wächst die Parallelgesellschaft von Migranten. Zum andern ist der Generationenvertrag geplatzt, der das Wohlleben des Alters durch die Produktivität der Jugend garantierte und so durch stabile Rentenzahlungen den Zusammenhang der Generationen wahrte. Daß dieser Generationenvertrag heute platzt, ist nicht nur ökonomisch desaströs, sondern auch kulturell höchst folgenreich: Die Kluft zwischen dem Lebensstil der Eltern und der Kinderlosen wird immer größer."

     
 
       
   

Rezensionen

FEDDERSEN, Jan (2006): Ein seufzender Patriarch.
Norbert Bolz galt als liberaler Intellektueller. Nun aber hat er ein Buch geschrieben, in dem er sich als Anwalt der vom Feminismus gepeinigten Männer ("Die Helden der Familie") zu erkennen gibt - und die Biologie auf seiner Seite glaubt,
in: TAZ v. 08.05.

SCHÖNHERR-MANN, Hans-Martin (2006): Gegen die Selbstbestimmung der Frau.
Norbert Bolz über "Die Helden der Familie",
in: DeutschlandRadio v. 08.05.

"Bolz' verbittertes Lamento über den Wertezerfall bleibt (...) einem konservativen Strickmuster verhaftet, das die CDU gerade aufgibt, weil sie eingesehen hat, dass nach dem Vorbild der traditionellen Familie nun mal immer weniger Kinder geboren werden", merkt SCHÖNHERR-MANN zum Buch an.

MAYER, Susanne (2006): Oh Pa-pa-pa-pa-gene.
Norbert Bolz sucht zwischen Müttern, Emanzen, Softies und Kindern nach Helden der Familie. Leider kennt er nicht den neuen Familienbericht,
in: Die ZEIT Nr. 21 v. 18.05.

Susanne MAYER rechnet mit Norbert BOLZ und seiner buchlangen Verteidigung der Hausfrauenfamilie ab:

"Bolz sagt schöne Dinge über die Familie. Kinder haben gilt ihm als »Abenteuer«. Eltern, die unter widrigen Umständen Familie leben, sind »die modernen Helden«. Das geht uns natürlich runter. Aber er spricht doch meist von Müttern und Kindern. Kaum von Vätern. Im Herzen dieses Buchs über die Familie wird eine tiefe Kluft zwischen den Geschlechtern verteidigt. Da ist eine Leere der Stille, inmitten der Familie, und in ihr versteckt sich, geschützt durch Nichtthematisieren, der Vater. Unantastbar. Nicht hinterfragbar. Jedenfalls nicht zuständig, so wie Mutter, schon gar nicht für den Niedergang der Familie, auch dafür zeichnet sie verantwortlich, heißt dann aber erwerbstätige Mutter."

MÜLLER, Oliver (2006): Ein Buch für Eva Herman.
Overstreching: Der Medienprofi Norbert Bolz mag seine Familie,
in: Süddeutsche Zeitung v. 29.08.

WAY, Ingo (2006): Rolle Rückwärts.
Eva Herman auf intellektuell: Norbert Bolz will zurück zur trauten Familie. Nur bürgerliche "Helden" könnten die demografische Krise bewältigen,
in: Tagesspiegel v. 18.09.

JÄHNER, Harald (2006): Asyle des Männlichen.
Norbert Bolz will nicht nur Formel 1 fahren, sondern seiner Familie ein echter Held sein,
in: Berliner Zeitung v. 11.12.

"Vor vier Jahren hatte Bolz noch ein »Konsumistisches Manifest« veröffentlicht, ein geistreiches Hohelied auf die Spaßgesellschaft als Gegengift gegen Fundamentalismen aller Art. In seinem neuen Buch »Die Helden der Familie« polemisiert er umgekehrt gegen unreifen Hedonismus und Konsumismus. Statt im Konsum sieht Bolz das Heil nun in der Treue und in den Kindern; die Eltern sind ihm die wahren, aber noch unentdeckten Helden von heute. Und weil Bolz sein langes Hörrohr auf jene fernen Wiesen ausrichtet, auf denen er die künftigen Trends wachsen hört, kann man einiges darauf geben, dass es bald wesentlich mehr her macht, mit seinen sechs Kindern U-Bahn zu fahren, als im Audi TT sein Ego herumzukutschieren", prophezeit Harald JÄHNER.

 
       
   

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webmaster@single-generation.de Erstellt: 13. März 2006
Update: 14. April 2015