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Thomas Straubhaar: Der Bevölkerungsrückgang als Chance

 
       
     
       
     
       
   

Thomas Straubhaar in seiner eigenen Schreibe

 
       
   

STRAUBHAAR, Thomas (2006): Männer an den Herd.
Besser als jede Antidiskriminierungspolitik: Ein flexibler Arbeitsmarkt fördert die Fähigkeiten von Individuen, unabhängig vom Geschlecht,
in: Welt v. 17.07.

STRAUBHAAR, Thomas (2007): Endlich blühende Landschaften.
Globalisierung 2067: 2067 ist China in Dutzende Einzelstaaten zerfallen. Dennoch geben Ostasien und der pazifische Raum in der Weltwirtschaft den Ton an. Deutschland hat die Globalisierung gemeistert, die Metropolen boomen - das Land dazwischen wird zu Öko-Reservaten,
in: Spiegel Online v. 17.01.

Während das ZDF noch für das Jahr 2030 den Aufstand der Alten gegen die Grundrente inszeniert, ist der neoliberale Ökonom und  Grundrentenbefürworter Thomas STRAUBHAAR bereits weiter und setzt auf die Macher der Generation 2020:

"2067 prägen Zukunftsglaube und Optimismus das gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Leben. Die Generation 2020 hat das Land neu ausgerichtet."

STRAUBHAAR, Thomas (2007): Der Aufstand der Alten findet nicht statt.
Fatalismus ist falsch. Wenn wir der veränderten Demografie Rechnung tragen, bietet sie sogar eine Bereicherung,
in: Rheinischer Merkur Nr.5 v. 01.02.

"Es ist wunderbar, dass die deutsche Bevölkerung nicht mehr wächst, sondern sich bis 2050 wieder dem Niveau von 1950 nähert. Ebenso wunderbar ist es, dass die Menschen länger leben. Es ist lebensverachtend, die demografische Alterung als gesellschaftliches Problem zu bezeichnen.
             Schrumpfung und Alterung werden dann zu einer unglaublichen Bereicherung, wenn die notwendigen wirtschafts- und sozialpolitischen Veränderungen heute in die Wege geleitet würden, statt an völlig unpassenden Vorstellungen festzuhalten, die aus einem Zeitalter stammen, in dem die deutsche Bevölkerung jung war und wuchs. (...).
            
Durch eine bessere Vereinbarung von Mutter- und Berufsrolle könnte zum Beispiel das Problem der fehlenden Fach- und Führungskräfte auf Jahre hinaus schlagartig gelöst werden. Wenn dann noch die Älteren mit ihren Fähigkeiten und der Lebenserfahrung angemessenen Angeboten in Brot und Arbeit gehalten würden, verlöre das demografische Gespenst endgültig seinen Schrecken", erläutert Thomas STRAUBHAAR.

STRAUBHAAR, Thomas & Ingrid HOHENLEITNER (2007): Bedingungsloses Grundeinkommen und Solidarisches Bürgergeld - mehr als sozialutopische Konzepte, in: Hamburgisches WeltWirtschaftsInstitut (Hg.) Bedingungsloses Grundeinkommen und Solidarisches Bürgergeld - mehr als sozialutopische Konzepte, Hamburg, 26. März

STRAUBHAAR, Thomas (2007): Hände weg vom Erbe.
Weil die Politik nicht in die Zukunft investiert, sondern das Geld der Familien verpulvert, hat der Staat kein Recht auf Erbschaftssteuer,
in: Welt v. 20.04.

SCHRÖER, Sebastian & Thomas STRAUBHAAR (2007): Demographische Entwicklung: Problem oder Phantom? In: Eva Barlösius & Daniela Schiek (Hg.) Demographisierung des Gesellschaftlichen. Analysen und Debatten zur demographischen Zukunft Deutschlands, Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften

STRAUBHAAR, Thomas (2007): Ein Grundeinkommen für alle!
Standpunkt,
in: 
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 10.07.

STRAUBHAAR, Thomas (2008): Neue Zeiten brauchen neue Bündnisse.
Schwarz-Grün: Die bisherige politische Farbenlehre trägt nicht mehr bei der Lösung von Zukunftsfragen,
in: Rheinischer Merkur Nr.17 v. 24.04.

STRAUBHAAR, Thomas (2008): Die nächste Krise kommt bestimmt.
Zehn Gründe für einen starken Staat, aber auch für freie Märkte. Und natürlich für mündige, kritische Bürger,
in: Welt v. 18.10.

STRAUBHAAR, Thomas (2016): Grundeinkommen ist der Retter des Sozialstaats.
Digitalisierung und Individualisierung verlangen nach neuen Regeln,
in:
Welt v. 09.04.

Mit Individualisierung meint der Ökonom Thomas STRAUBHAAR lediglich die Abkehr von "Lebensgemeinschaften", also eine nostalgisch verklärte Sicht auf einen kurzen Ausnahmezustand. Der Soziologe Trutz von TROTHA spricht dagegen von der Wiederkehr der Vielfalt.

Mit Digitalisierung beschreibt STRAUBHAAR zudem ein Sammelsurium von Entwicklungen (Roboterisierung, Künstliche Intelligenz, Internet der Dinge), die das Ende der Lohnarbeit und damit des herkömmlichen Sozialsystems bedeuten soll. Man darf dies getrost als Beitrag zur laufenden Rentendebatte betrachten, d.h. die gesetzliche Rente soll quasi in eine Grundsicherung aufgelöst werden.

STRAUBHAAR ist es deshalb auch egal, ob dieses Grundeinkommen nun bedingungslos oder nicht, hoch oder niedrig ist. Das ist lediglich ein "technisches" Problem, das der Parteienwettstreit ("Demokratie") regeln soll.   

STRAUBHAAR, Thomas (2016): Das Ende der Rente ist sicher.
Unsere Systeme der Alterssicherung haben ausgedient. Was bleibt, ist der Zwang zu immer besserer Ausbildung,
in: Welt
v. 15.04.

Die Überschrift ist eine Finte. Thomas STRAUBHAAR verkündet nicht das Ende der Rente. Es ist noch nicht einmal ein Plädoyer für ein Grundeinkommen, sondern STRAUBHAAR plädiert für ein flexibles Renteneintrittsalter (mit Trend nach oben), das angesichts des demografischen Wandels, zunehmender Individualisierung und des Wandels der Arbeitswelt ein Sachzwang sei.

Offenbar hat STRAUBHAAR den Wertewandel weg von der Individualisierung (die sowieso nie so weit verbreitet war, wie das Ulrich BECK prophezeit hat) verschlafen. Die Soziologin Cornelia KOPPETSCH spricht inzwischen von einer Wiederkehr der Konformität in Sachen Lebensform. Auch die Erfolge der AfD zeigen, dass die traditionelle Familie nicht völlig abgeschrieben werden kann. Selbst die von STRAUBHAAR beschriebenen Trends der Digitalisierung und Roboterisierung sind kein Gegenargument, sondern verstärken die Sehnsucht nach festen Bindungen, wenn schon die moderne Arbeitswelt keinen Halt mehr bietet. Das Streben nach Sicherheit und nicht zunehmende Individualisierung sind der Zukunftstrend.

Auch die Beschwörung von Bildung als Heilsbringer führt in die Irre. Bildung wird notwendiger, aber gleichzeitig immer unzureichender für ein statusgemäßes Leben - gerade wenn der Wandel der Arbeitswelt nicht in Richtung Vollbeschäftigung, sondern in Richtung Leistungsüberfluss geht.

Bildung ist keine WIN-WIN-Situation für Individuum und Gesellschaft, sondern der Wunsch das Humankapital (bereits der Begriff ist Programm!) noch umfangreicher als bisher abzuschöpfen - solange Ungleichheit und Angst das Treibmittel des flexiblen Kapitalismus ist.

STRAUBHAAR, Thomas (2016): Der Mythos von der gerechten sozialen Versicherung.
Gastbeitrag,
in: Welt v. 16.07.

Spielte Thomas STRAUBHAAR im gestrigen taz-Interview noch den Wolf im Schafspelz, so zeigt er uns heute seins ungeschminkte neoliberale Mehr-Brutto-für-Netto-Fratze, um eine kostengünstige Rettungsaktion der Finanzdienstleistungsbranche zu ermöglichen. Mit dieser Spaltideologie entsolidarisiert sich die obere Mittelschicht und die Oberschicht vom Rest der Gesellschaft. In dieser Ideologie wird die paritätische Finanzierung der Sozialen Sicherungssysteme - hier speziell auf die Alterssicherung gemünzt - als Mythos dargestellt:

"Nur scheinbar teilen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber die Beiträge zur sozialen Sicherung. Faktisch ist es immer der Arbeitnehmer, der den gesamten Betrag bezahlt. Denn aus Sicht des Arbeitgebers sind die Beiträge zur Rentenversicherung Kosten, die er genauso gut in Form höherer Löhne direkt dem Arbeitnehmer überweisen könnte, statt indirekt damit eine staatliche Kasse zu alimentieren. Ohne paritätische Finanzierung wäre das Bruttoeinkommen des Arbeitnehmers um den Arbeitgeberbeitrag entsprechend höher!"

Solidarität wird von STRAUBHAAR als "Alimentierung der Kassen" diskreditiert. Das gelingt jedoch nur, weil STRAUBHAAR auf ein jahrzehntelanges neoliberales Mantra zurückgreifen kann, dass nämlich die gesetzliche Rentenversicherung die jüngere Generation benachteiligen würde:

"Wer nach 1970 geboren wurde, wird die Zeche der heutigen Politik zu bezahlen haben. Diese Jahrgänge werden immer höhere Beitragslasten zu schultern haben, um die Rentner der Babyboomer-Generationen zu finanzieren. Selbst werden sie im Alter ein geringeres Rentenniveau als die Babyboomer-Generation haben. Eine derartige Schieflage ist alles andere, als gerecht."

Inwiefern dies überhaupt passiert, ist zum einen keine Konsequenz des demografischen Wandels, sondern eine politische Entscheidung der rot-grünen Regierung zwischen 1998 und 2005 gewesen, die in Zukunft revidierbar ist. Bereits die letzten 10 Jahre zeigen, dass die demografische Entwicklung keineswegs vorgezeichnet ist, wie uns die Neoliberalen und Nationalkonservativen behauptet haben. Weder ist die Geburtenrate gesunken wie von Bevölkerungswissenschaftlern in den 1990er Jahren befürchtet, noch waren die Schätzungen zu den Kinderlosenzahlen richtig. Deutschland schrumpft auch nicht wie von allen Anfang des Jahrtausends behauptet, sondern wächst. Selbst die aktuelle 13. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes ist längst überholt - sowohl was die Zuwanderung als auch was die Geburtenentwicklung betrifft. Dennoch wollen uns neoliberale Ökonomen genau wissen welche Entwicklung die Alterssicherung nehmen wird. Wir sollten unsere Hellseher in die Wüste schicken.

Schaut man die Prognostiken der letzten Jahrzehnte an, dann zeigt sich, dass die jeweiligen Verlierer der Rentenpolitik ständig andere waren. Wie der Unternehmenslobby geht STRAUBHAAR naturgemäß der Gesetzesentwurf zur Flexi-Rente nicht weit genug. STRAUBHAAR setzt auf einen Systemwechsel, der schon Anfang des Jahrtausends die Befürworter einer privaten Altersvorsorge in Angriff nehmen wollten. Die Kapitalmärkte zeigen jedoch, dass die private Altersvorsorge zu Lasten der Arbeitnehmer geht, denn die Unternehmen der Finanzdienstleistungsbranche wollen schließlich Profite sehen - und nicht zu knapp!

Außerdem kommt uns STRAUBHAAR mit einer Staatsaufassung, die Freiheit zu allererst als neoliberale Unternehmens- und Kapitalbesitzerfreiheit auffasst und den Sozialstaat auf die Armenfürsorge reduzieren will:

"Eine nachhaltige Lösung der Rentenproblematik müsste jetzt und sofort mit einer Eigenart der Bundesrepublik brechen: einem auf Lohnbeiträgen finanzierten staatlichen Rentensystem. Sie müsste glasklar zwischen Umverteilung und Versicherung trennen. Umverteilung ist eine staatliche Aufgabe, die durch Steuern zu finanzieren ist. Versicherung ist ein mathematisches Kalkül, das unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Lebenserwartung Einzahlungen während der aktiven Zeit mit Auszahlungen im Ruhestand zur Deckung zu bringen hat.
Umverteilung und Versicherung haben an sich nichts Gemeinsames. Umverteilung ist eine, bezogen auf das Alter, versicherungsfremde Leistung. Sie erfolgt ausschließlich im gesamtgesellschaftlichen Interesse zwischen Besser- und Schlechtergestellten. Deshalb muss sie auch von allen gleichermaßen getragen werden, und niemand soll davon befreit sein."

Diese Sicht ist so richtig wie falsch, denn eine Steuerfinanzierung würde voraussetzen, dass tatsächlich alle entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit Steuern zahlen würden. Dies ist jedoch in der Steueroase Deutschland nicht der Fall. Statt also Vorschläge zur nachhaltigen Heranziehung der oberen Mittelschicht und der Oberschicht zu machen, will STRAUBHAAR schnellstmöglich die private Altersvorsorge zur ersten Säule der Alterssicherung machen. Offenbar befürchtet er zu Recht, dass bald dem Letzten dämmern könnte, dass die Kapitalmärkte sonst auf ihrer privaten Altersvorsorge angesichts fehlender Renditen sitzenbleiben könnten. STRAUBHAAR plant also nichts anderes als eine für die Finanzdienstleister kostengünstige Rettungsaktion zu Lasten der Arbeitnehmer! Nicht nur die Riester-Rente, sondern auch die betriebliche Altersversorgung steht vor einem Desaster. Die Rettung dieser Altersversorgung wird den Steuerzahlen viele Milliarden kosten und ein Fass ohne Boden werden. Die gesetzliche Rente wird niemals so viel Geld verschlingen wie uns die Zusatzvorsorge kosten wird.

Fazit: Wer heute auf die private Altersvorsorge setzt, der könnte morgen schon die Zeche dieser einfältigen Strategie zahlen, die nur den Reichen nutzt

STRAUBHAAR, Thomas (2016): Krebs ist die vergessene Gefahr für den Sozialstaat.
Gastbeitrag,
in:
Welt v. 11.08.

In seinem vor kurzem erschienenen Buch Der Untergang ist abgesagt, erklärt uns Thomas STRAUBHAAR als Mythos 3, dass die Alten von morgen keine höheren Alterskosten verursachen werden als ihre Vorfahren. Dagegen präsentiert sich STRAUBHAAR in der Welt reißerisch:

"1950 war einer von Hundert Deutschen 80 Jahre alt oder älter, was 700.000 Menschen entsprach. Heute sind es bereits 4,4 Millionen und somit mehr als fünf Prozent der Bevölkerung. Und bis 2030 dürften noch einmal fast zwei Millionen dazukommen. Dann werden hierzulande 6,2 Millionen über 80 Jahre sein. Also fast zehnmal mehr als Mitte des letzten Jahrhunderts. Einer von zehn Deutschen wird dann ein Greis sein.
(...).
Die für alle steigende Lebenserwartung führt dazu, dass das Gesundheitswesen gewissermaßen Opfer seines eigenen Erfolgs wird. Weil heute vieles möglich ist, was gestern noch undenkbar war, werden auch mehr Menschen länger als jemals zuvor teure Gesundheits- und Pflegeleistungen einfordern."

Wer Mythen zerstören möchte, sollte sich nicht durch Demagogie selbst demontieren, denn sonst bleibt die Glaubwürdigkeit auf der Strecke.

STRAUBHAAR, Thomas (2016): Keine Sorgen vor dem Untergang.
Gastbeitrag: Weil Ängste demografische Prognosen oft leiten liegen sie meist falsch,
in:
Handelsblatt v. 15.08.

Nachdem sich Thomas STRAUBHAAR vergangene Woche in der Welt als Demagoge betätigt hat, wird er im Handelsblatt nun wieder zum Mythenknacker. Er weist darauf hin, dass Bevölkerungsvorausberechnungen zu oft als Wahrheiten verkauft werden, obwohl sie oft daneben liegen:

"Bevölkerungsvorausberechnungen (...) sind in den letzten 60 Jahren weder durch bessere Datenqualität noch durch neue Methodik gehaltvoller geworden. Der Grund der Fehlprognosen: Über so lange Zeiträume bleibt weniger unverändert als erwartet."

Vor allem Verhaltensanpassungen der Bevölkerung würden in Bevölkerungsvorausberechnungen zu wenig beachtet, weshalb Trendwenden kaum oder gar nicht erkannt würden.

"Bevölkerungsprognostiker wären deshalb gut beraten, das Undenkbare oder Unerwartete nicht auszuschließen, sondern die Dynamik von Anpassungsmechanismen einfließen zu lassen",

fordert STRAUBHAAR deshalb. Er weist darauf hin dass vom medial verbreiteten Alarmismus viele profitieren würden und deshalb die

"Folgen des demografischen Wandels für eigene Interessen instrumentalisieren."

Auf dieser Website wird dies als Demografisierung gesellschaftlicher Probleme bezeichnet und beschrieben. Am Schluss präsentiert uns STRAUBHAAR noch ein "eisernes Gesetz" des politischen Umgangs mit dem demografischen Wandel:

"Es ist einfacher und damit effektiver, Rahmenbedingungen an einen sich abzeichnenden demografischen Wandel anzupassen, als die Geburtenhäufigkeit oder das Wanderungsverhalten mit bestehenden Rahmenbedingungen vereinbar machen zu wollen."

Anders formuliert: STRAUBHAAR fordert das Gegensteuern als Möglichkeit staatlicher Gestaltung aufzugeben. Damit wird der demografische Wandel als unabänderbare Rahmenbedingung aufgefasst. STRAUBHAAR wird mit dieser Position selber zu jemanden, der den demografischen Wandel instrumentalisiert. Denn der demografische Wandel ist nicht nur ein ständiger Begleiter jeglicher Gesellschaftsentwicklung, sondern ein umstrittenes Faktum, das auf verschiedene Weise gedeutet werden kann und damit unterschiedliche politische Entscheidungen begründen kann. Selten wird zwischen demografischem Wandel und den Deutungen seiner Auswirkungen unterschieden - stattdessen wird durch eine Vermischung von Fakt und Deutung die Alternativlosigkeit von politischen Entscheidungen zu begründen versucht. Der Politikwissenschaftler Christian RADEMACHER spricht deshalb davon, dass der demografische Wandel eher eine Ideologie als Wissen ist

STRAUBHAAR, Thomas (2016): Es gibt keine Alternative zur Rente mit 69.
Wirtschaftskolumne,
in:
Welt v. 18.08.

Während der Ökonom Thomas STRAUBHAAR sich kürzlich im Handelsblatt über die Praktiken der Bevölkerungsvorausberechnung erregte, ist er auf diesem Auge in der Welt blind. Mit den fragwürdigen Annahmen der Bundesbank zur Bevölkerungsentwicklung bis 2060 befasst sich nämlich STRAUBHAAR mit keinem einzigen Wort, sondern er hinterfragt lediglich deren "optimistischen Szenarien" aber nicht die viel grundsätzlichere demografischen Annahmen auf denen diese Bundesbank-Szenarien erst aufbauen. Die Stoßrichtung dieser Attacke zielt also auf eine noch weitgehendere Forderung zum Renteneintrittsalter ab. In drei Punkten erklärt STRAUBHAAR das Szenario der Bundesbank als zu optimistisch:

1) Das Rentenniveau wird für die Generationen nach den Babyboomer -  also für die nach 1970 Geborenen - weiter sinken.
2) Die Arbeitsmarktsituation wird sich für diese Generationen derart verschlechtern (Stichwort: Digitalisierung), dass selbst eine "Vollrente" nach 49 Beitragsjahre kaum erreichbar sei. Das "optimistische Szenario" ist eine Interpretation verschiedener Bundesbank-Aussagen, dessen Annahmen uns STRAUBHAAR folgendermaßen zusammenfasst:

"die Bundesbank (geht) bei ihren optimistischen Szenarien davon aus, dass eine Vollrente nur erhält, wer bis 2030 47 und bis 2060 49 Beitragsjahre lang Vollzeit beschäftigt war."

Andre wie Karl DOEMENS in der FR interpretieren dagegen die Bundesbank-Aussage dahingehend, dass sie eine Neudefinition des Standardrentners anstrebt und damit eine Senkung des Rentenniveaus verschleiert werden soll.
3) Außerdem kritisiert STRAUBHAAR, dass Konjunktureinbrüche und eine damit einhergehende Massenarbeitslosigkeit unterschätzt würden.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass STRAUBHAAR uns erklärt, dass die Lage der zukünftigen Rentenentwicklung von der Bundesbank zu optimistisch dargestellt wird. Mit seinem Pessimismus, der in erster Linie von einem ausgeblendeten Negativszenario der Bevölkerungsentwicklung gespeist wird, das von der Bundesbank zur Grundlage ihrer Rentenszenarien genommen wurde, kommt STRAUBHAAR deshalb zu seiner Forderung einer Abschaffung des Renteneintrittsalters, denn im Gegensatz zu anderen, die die Anzahl der Stellschrauben der Rentenausgaben meist auf politische Vorgaben verkürzen, stellt STRAUBHAAR die Produktivitätsentwicklung als "fundamentale Stellschraube" in den Mittelpunkt. Produktivität wird explizit in den Zusammenhang mit Bildung und implizit in den Zusammenhang mit der Extensivierung der Arbeitszeit gestellt:

"Es gilt, sich der Diskussion zu stellen, wieso überhaupt noch ein allgemeingültiges Renteneintrittsalter festzulegen ist  - und wieso nicht alle so lange so produktiv wie möglich arbeiten, um mit selbst erwirtschaftetem Einkommen so zu leben, wie es der eigenen Lebensplanung entspricht. Ein gesetzliches Renteneintrittsalter ist dafür nicht vonnöten. Es kann abgeschafft werden."

Produktivitätssteigerungen durch Technologiefortschritte werden in dieser Sicht ausgeblendet. In seinem dieses Jahr erschienen Buch Der Untergang ist abgesagt, wird uns dagegen erklärt, dass dieser "arbeitssparende Produktivitätsfortschritt" schlicht negiert oder unterschätzt wird (vgl. 2016, S.169). Warum wird er also hier ausgeblendet? Offenbar würde er hier nur seine Stoßrichtung der Argumentation stören.

In der Online-Version wird - im Gegensatz zur Print-Version - noch für die Umstellung der gesetzlichen Rente auf ein reines Fürsorgesystem (Grundsicherung) plädiert:

"Und es gilt, die Frage zu beantworten, wieso der Sozialstaat sich nicht darauf beschränken sollte oder könnte, allen gleichermaßen das Existenzminimum zu sichern – unabhängig von Alter und Beitragsjahren."

Die Welt präsentiert sich also ihren älteren Lesern gegenüber anders als den jüngeren Lesern im Internet. Das sollte doch sehr zu denken geben. Einem Aufklärungsauftrag der Medien widerspricht eine solche Praxis, die ganz bewusst Zielgruppen mit selektiven Informationen füttert.

STRAUBHAAR, Thomas (2016): Ein neuer Gesellschaftsvertrag.
Aussenansicht: Warum das bedingungslose Grundeinkommen die richtige Antwort auf die Krise der Globalisierung ist,
in: Süddeutsche Zeitung
v. 07.12.

Das bedingungslose Grundeinkommen ist für einen Neoliberalen wie Thomas STRAUBHAAR lediglich ein Einfallstor, um die bestehenden Sozialversicherungen weiter zu schwächen. Da dem Neoliberalismus kräftiger Gegenwind droht, hat STRAUBHAAR seine Argumentation der neuen Wetterlage angepasst. Da wimmelt es von "postfaktischer Stimmung" und plötzlich steht die "Verteilungsfrage ganz oben auf der Tagesordnung". Er droht uns mit einer "Allianz der extremen politischen Gegensätzen", die an die Macht kämen. Deshalb plädiert er für ein bedingungsloses Grundeinkommen, für das angeblich auch der Siemens-Chef plädiert. Aber das zeigt höchstens, dass er seit längerem keine SZ mehr gelesen hat!

Das bedingungslose Grundeinkommen ist STRAUBHAAR völlig egal, denn es dient nur als Ersatz für den heutigen Sozialstaat:

"Das Grundeinkommen ist lediglich das Instrument politischer Entscheidungen. (...). Es bündelt alle sozialpolitischen Maßnahmen in einem einzigen Instrument."

Das Rentenniveau würde sich damit noch einfacher und stärker absenken lassen als bisher. Ältere Menschen wären der Willkür neoliberaler Politik erst recht unterworfen.

Fazit: Linke Träumer setzen genauso wie Neoliberale auf ein Grundeinkommen. Man darf bezweifeln, dass sich die linken Träumer durchsetzen werden. Am Ende werden sich diejenigen durchsetzen, deren Feindbild schon immer der Sozialstaat war. Also: Finger weg vom Grundeinkommen, das letztlich nur in einen Almosenstaat führt!

 
       
   

Thomas Straubhaar: Porträts und Gespräche

 
       
   

WIRZ, Claudia (2005): "Für die wenigen wird alles besser".
Thomas Straubhaar zum Schrumpfen der Bevölkerung,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 12.07.

Thomas STRAUBHAAR, Direktor des Hamburgischen Weltwirtschafts-Archivs (HWWA) und Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität in Hamburg, sieht einem Bevölkerungsrückgang gelassen entgegen:

"auf die Produktivität kommt es an und nicht auf das Bevölkerungswachstum. Man nehme zur Illustration das Beispiel Rentensicherung: Ob es nun vier oder sechs oder zwei Aktive sind, die für einen Rentner aufkommen müssen, ist nach der Ansicht von Straubhaar letztlich belanglos, solange die Leistungsfähigkeit der Aktiven mit den Forderungen der Älteren übereinstimmt. Wenn es also gelingt, die Produktivität entsprechend zu steigern, dann kann das Problem der Alterung auch von einer schrumpfenden Gesellschaft gemeistert werden. Als notwendig erachtet er dabei jedoch die Abkoppelung der Renten von der Lohnentwicklung. Doch lässt sich die Leistung auch tatsächlich im nötigen Ausmass steigern und, falls ja, wie? Straubhaar sieht keinen Grund, warum eine Produktivitätssteigerung nicht gelingen soll. Den Schlüssel hierzu findet er beim lebenslangen Lernen, bei der Altersteilzeit, bei der weiteren Integration der Frauen in den Arbeitsmarkt und ganz allgemein bei der Bildung."

BÜNING, Sophie (2006): Der eitle Realist.
Er predigte Sparsamkeit und Flexibilität. Seit seinem Hamburger Forschungsinstitut die Subventionen gestrichen wurden, muss der Ökonom selbst ein flexibler Unternehmer sein,
in: Die ZEIT Nr.2 v. 05.01.

BERLINER ZEITUNG-Serie: Volk mit Falten

WOLFF, Sebastian (2006): "Staatliche Grundsicherung muss Rente ersetzen".
Gespräch mit Thomas Straubhaar,
in: Berliner Zeitung v. 17.03.

MAHLER, Armin (2006): "Der Staat gibt zu wenig aus".
Deutschland ist unterfinanziert, die Regierung muss die Steuern erhöhen und mehr investieren - behauptet der Ökonom Peter Bofinger. Man darf gutes neues Geld nicht schlechtem altem hinterherwerfen, hält sein Kollege Thomas Straubhaar entgegen und fordert radikale Reformen,
in: Spiegel Nr.26 v. 26.06.

BURGDORFF, Stephan & Norbert F. PÖTZL - "Den Kuchen radikal anders aufteilen". Streitgespräch mit Herwig BIRG und Thomas STRAUBHAAR,
in:
Spiegel Special Nr.8 v. 24.10.

FISCHER, Malte & Eva HAACKE (2007): "Eine Art Kulturschock".
Franz-Xaver Kaufmann und Thomas Straubhaar über die Chancen der Deutschen, der demographischen Falle zu entkommen,
in: Wirtschaftswoche Nr.25 v. 18.06.

DeLUCA, Claudio & Jens TARTLER (2010): "Ich habe das Buch mit Gewinn gelesen".
Streitgespräch: Thilo Sarrazin hat mit seinen Thesen zur Migration die Republik in Aufruhr versetzt. Doch halten sie auch einem volkswirtschaftlichen Härtetest stand? Ein Schlagabtausch mit dem Topökonomen Thomas Straubhaar,
in: Capital Nr.10 v. 23.09.

Warum der neoliberale Ökonom Thomas STRAUBHAAR das Buch mit Gewinn gelesen haben soll, geht nicht aus dem Streitgespräch hervor. Mehr als die Behauptung gibt es nicht zu lesen. STRAUBHAAR plädiert dafür das Sozialsystem umzustellen:

"Ich wäre dafür zu haben, vom Wohnsitzland- auf das Herkunftslandprinzip umzustellen. Ausländer bekämen dann die sozialen Grundleistungen nicht mehr nach deutschem Standard. Sondern nach den Regeln, die in ihrem Heimatland gelten. (...). Einen solch gravierenden Rechtswandel kann Deutschland natürlich nicht im Alleingang umsetzen, das müsste europaweit geschehen."

HANK, Rainer (2014): Der Konvertit.
Im Porträt: Thomas Straubhaar. Ein Ökonom läuft vom Lager der Marktradikalen zu den Staatsgläubigen über. Freunde macht er sich auf keiner Seite. Warum tut er das?
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 23.03.

"Konvertiten müssen wir uns als einsame Menschen vorstellen. Die einen verstoßen sie, die anderen nehmen sie nicht auf.
Warum tut sich einer den Weg in die Einsamkeit an?

fragt sich der Marktradikale Rainer HANK, der Thomas STRAUBHAAR als kleinbürgerlichen Aufsteiger beschreibt. Im Niedergang des HWWA und der Neugründung des HWWI im Jahr 2005 sieht HANK den Beginn der Neuerfindung von STRAUBHAAR, die sich über viele Jahre erstreckt.

HANK, Rainer & Georg MECK (2016): "Weniger Deutsche sind ein Glück".
Der Ökonom Thomas Straubhaar über die Mythen der Demographie-Debatte, den Nutzen der Flüchtlinge und den Preis für mehr Babys,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 28.02.

Thomas STRAUBHAAR argumentiert mit dem "Industrie 4.0"-Argument gegen die These vom kommenden Fachkräftemangel:

"Sie bestreiten, dass uns demnächst die Facharbeiter fehlen?
Ja, ich begreife nicht, wie Ökonomen – fast unisono – zu solchen Schlüssen kommen können. All die Behauptungen, dass wir deswegen Zuwanderung benötigen, sind falsch. Schon allein deshalb, weil sie den arbeitssparenden Fortschritt leugnen oder zumindest unterschätzen und auch weil zu viele vorhandene Potentiale ungenutzt bleiben. Um die Lücke am Arbeitsmarkt zu schließen, genügt eine minimale Steigerung der Innovation, ein Anstieg der Produktivität um 0,5 oder 0,8 Prozent. Das schaffen wir mit links, in der Vergangenheit lag die Zahl weit höher. Wir können also glücklich sein, wenn Deutschland schrumpft, sonst haben wir viel zu viele Menschen ohne Arbeit, da Roboter sie ersetzen."

BAX, Daniel (2016): "Unser Fachkräftemangel ist hausgemacht".
Demografie: Eine schrumpfende und vergreisende Gesellschaft muss kein Horrorszenario sein, findet der Schweizer Ökonom und Migrationsforscher Thomas Straubhaar. Der Einfluss der Flüchtlinge auf die Entwicklung unserer Gesellschaft wird stark überschätzt,
in: TAZ v. 15.07.

Die taz, die einstmals mit kreativen Schlagzeilen punktete, kommt uns inzwischen auch längst mit den Stereotypen aus der Mottenkiste nationalkonservativer Bevölkerungswissenschaft. So werden unsinnige und zugleich wertende Begriffe wie "vergreisende Gesellschaft" gedankenlos benutzt. Erstens gibt es höchstens Bevölkerungen, deren Durchschnittsalter sich verändert und das geschieht immer, selbst wenn es uns gar nicht auffällt. Zweitens wird ein Wertmaßstab implizit mitgeliefert, ohne dass uns erklärt wird, was daran das Problem sein soll, außer dass die Gesellschaft offenbar darauf nicht vorbereitet ist.

Thomas STRAUBHAAR geht noch nicht einmal davon aus, dass das Bevölkerungswachstum in Deutschland endet, wie das in Bevölkerungsvorausberechnungen ständig angenommen wird. Lediglich bei der Alterssicherung bleibt STRAUBHAAR dem klassischen ökonomischen Denken verhaftet, wobei er zwei Aspekte miteinander vermischt, die gar nichts miteinander zu tun haben: Da geht es zum einen um die Kontroverse: Steuer- vs. Beitragsfinanzierung. Hier besteht bei uns längst eine Mischfinanzierung, weswegen es hier um eine Scheindebatte geht. Zum anderen erzwingt gemäß STRAUBHAAR die steigende Lebenserwartung eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit. Gleichzeitig soll jedoch berücksichtigt werden, dass nicht jeder gleich fit ist. STRAUBHAAR sieht hier - im Gegensatz zu vielen anderen Ökonomen - auch die Unternehmer in der Pflicht.

Das Pflegeproblem wird - im Gegensatz zur Dramatisierung bei Bernd RAFFELHÜSCHEN - entdramatisiert:

"Früher waren Pflegefälle im Schnitt 60-jährig. Heute sind sie 75, und in zehn oder 20 Jahren werden die Pflegefälle 85 sein. Und deren Pflege wird immer für die Dauer von etwa zwei Jahren sehr intensiv sein. Aber das war schon früher so, das ist heute so und wird auch so bleiben. Das heißt, dass es in Zukunft gar nicht so viel mehr Pflegebedürftige geben wird. Sie werden nur viel älter sein als heute."

 
       
       
   

Radikal gerecht (2017).
Wie das bedingungslose Grundeinkommen radikal gerecht ist
Hamburg: Edition Körber-Stiftung

 
   
     
 

Klappentext

"Die deutsche Bevölkerung schrumpft, wird älter und ärmer, es fehlen Fachkräfte und Rentenzahler: Der demografische Wandel ist vor allem ein Untergangsszenario. Aber sind Hochrechnungen über die Bevölkerungsentwicklung in den nächsten 20 oder 50 Jahren überhaupt solide?

Keinesfalls, sagt der Volkswirtschaftler Thomas Straubhaar: Allein der Zustrom der Flüchtlinge seit dem Sommer 2015 kommt einer »demografischen Revolution« gleich – mit all den Chancen und Herausforderungen, die jede große Umwälzung mit sich bringt. Wenn die deutsche Gesellschaft offen und flexibel agiert, wird ein friedlicher Umbau erfolgreich gelingen, so Straubhaars unverrückbar optimistische Überzeugung.

In seiner Streitschrift widerlegt der renommierte Ökonom die großen Mythen des demografischen Wandels: Alterung, Zuwanderung, mehr Vielfalt der Lebensverhältnisse sind zwar Fakten, aber als stabile Demokratie und gesunde Volkswirtschaft besitzt Deutschland die Elastizität und Problemlösungskompetenz, diese Veränderungen zu integrieren, zu bewältigen und zu gestalten – und daran zu wachsen. »Deutschland wird nicht untergehen«, erklärt Straubhaar, »im Gegenteil: Deutschland ist besser für die Zukunft gerüstet, als von vielen Pessimisten befürchtet.«"

 
     
 
       
   

Rezensionen

EISENRING, Christoph (2017): Und ewig lockt das Grundeinkommen.
Zur Rettung des deutschen Sozialstaats fordert der Ökonom Thomas Straubhaar einen radikalen Systemwechsel,
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 13.02.

"Ein Grundeinkommen würde (...) die Aspirationen der Bessergestellten subventionieren. Dies würde die Ungleichheit eher erhöhen", kritisiert Christoph EISENRING.

LIEBERMANN, Felicitas (2017): Vom Staat. Einfach so. An alle.
Thomas Straubhaar begründet, warum das bedingungslose Grundeinkommen radikal gerecht ist,
in: Neues Deutschland v. 22.03.

Felicitas LIEBERMANN lässt sich vom neoliberalen Ökonomen Thomas STRAUBHAAR blenden. Es geht ihm nicht um ein Paradies auf Erden, wie LIEBERMANN glaubt, sondern um den weiteren Abbau des Sozialstaates, der nur den Privilegierten nutzt. Der demografische Wandel gilt hier - genauso wie bei jenen, die den Kollaps der Sozialversicherungen aufgrund des Mangels an Facharbeitskräften behaupten, lediglich als Mittel zum Zweck.

Bereits Der Untergang ist abgesagt wies den Weg: Statt Vollbeschäftigung durch den demografischen Wandel, soll uns nun Überflüssigkeit drohen - also lediglich das genaue Gegenteil dessen, was uns Neoliberale bislang zur zukünftigen Entwicklung der Arbeitswelt erzählten. Dass solche Erzählungen, die immer weit weg von der Realität sind, überhaupt verfangen, ist das eigentliche Problem. Dystopie und Utopie sind lediglich beliebige Szenarien. Das war auch schon in der Vergangenheit so: Der demografische Wandel sollte einst für die Industrieländer in die Überbevölkerung führen ("Soylent Green"), als dann das Gegenteil eintrat, blieben die Horrorszenarien dieselben ("2030 - Aufstand der Alten"), nur die Begründungen änderten sich.

Neu:
HÄRING, Norbert (2017): Begründungsloses Dingseinkommen.
Die Utopie, jedem Bürger ein staatliches Gehalt zu garantieren, hat viele Anhänger. Doch zwei neue Bücher zeigen, wie unausgegoren die Idee ist,
in:
Handelsblatt v. 21.04.

Norbert HÄRING bespricht die Bücher Radikal gerecht des neoliberalen Ökonomen Thomas STRAUBHAAR und Sonst knallt's von Matthias WELK, Götz WERNER und Marc FRIEDRICH, bei denen es um Plädoyers für das bedingungslose Grundeinkommen geht.

 
       
       
   

Der Untergang ist abgesagt (2016).
Wider die Mythen des demografischen Wandels Konzepte
Hamburg: Edition Körber-Stiftung

 
   
     
 

Klappentext

"Die deutsche Bevölkerung schrumpft, wird älter und ärmer, es fehlen Fachkräfte und Rentenzahler: Der demografische Wandel ist vor allem ein Untergangsszenario. Aber sind Hochrechnungen über die Bevölkerungsentwicklung in den nächsten 20 oder 50 Jahren überhaupt solide?

Keinesfalls, sagt der Volkswirtschaftler Thomas Straubhaar: Allein der Zustrom der Flüchtlinge seit dem Sommer 2015 kommt einer »demografischen Revolution« gleich – mit all den Chancen und Herausforderungen, die jede große Umwälzung mit sich bringt. Wenn die deutsche Gesellschaft offen und flexibel agiert, wird ein friedlicher Umbau erfolgreich gelingen, so Straubhaars unverrückbar optimistische Überzeugung.

In seiner Streitschrift widerlegt der renommierte Ökonom die großen Mythen des demografischen Wandels: Alterung, Zuwanderung, mehr Vielfalt der Lebensverhältnisse sind zwar Fakten, aber als stabile Demokratie und gesunde Volkswirtschaft besitzt Deutschland die Elastizität und Problemlösungskompetenz, diese Veränderungen zu integrieren, zu bewältigen und zu gestalten – und daran zu wachsen. »Deutschland wird nicht untergehen«, erklärt Straubhaar, »im Gegenteil: Deutschland ist besser für die Zukunft gerüstet, als von vielen Pessimisten befürchtet.«"

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Teil I: Der demografische Wandel

Deutschlands Bevölkerungszahl schrumpft
Deutschlands Bevölkerung altert
Deutschlands Bevölkerung wird bunter
Deutschlands Bevölkerung flieht vom Land in die Stadt

TEIL II: Die Mythen des demografischen Wandels

Mythos 1: Der demografische Wandel ist unumkehrbar
Mythos 2: Schrumpfung bedroht Deutschlands Wohlstand
Mythos 3: Alterung bedroht Deutschlands Wohlstand
Mythos 4: Deutschland braucht mehr Zuwanderung
Mythos 5: Zuwanderung lässt sich steuern
Mythos 6: Deutschland schafft sich ab
Mythos 7: Deutschland droht ein Fachkräftemangel
Mythos 8: Deutschland ist für Talente nicht attraktiv
Mythos 9: Mehr Vielfalt ist besser
Mythos 10: Die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse ist unantastbar

Teil III: Der Untergang ist abgesagt

Wider die Mythen des demografischen Wandels

 
     
 
       
   

Rezensionen

SCHWÄGERL, Christian (2016): Schicksalsjahre einer Schrumpfbewegung.
Unsere Gesellschaft wird grauer und bunter: Thomas Straubhaar ruft zu einer Neubesinnung in der Demographie-Debatte auf. Und er macht deutlich, dass nicht alles in Stein gemeißelt ist, was die Statistiker behaupten,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung
v. 20.04.

Christian SCHWÄGERL fasst die Debatte um den demografischen Wandel, deren Pessimismus die FAZ unter Frank SCHIRRMACHER vorangetrieben hat - was SCHWÄGERL natürlich ausblendet - schließlich war er daran nicht unbeteiligt.

Thomas STRAUBHAAR wird danach zu demjenigen stilisiert, der diesen alarmistischen Konsens aufzubrechen versucht, was jedoch weite Teile der frühzeitigen Kritik ausblendet. Im Jahr 2006 wurde im Buch Die Single-Lüge von Bernd KITTLAUS die in Deutschland dominante Perspektive der nationalkonservativen Bevölkerungspolitik und deren Horrorszenarien kritisiert. Das Buch ist die Quintessenz dessen, was ab 2001 auf single-dasein.de und ab 2002 auf dieser  Website zu lesen war. Albrecht MÜLLER hat mit Die Reformlüge im Jahr 2004 Mythen des demografischen Wandels genauso widerlegt wie der Statistiker Gerd BOSBACH. Im Jahr 2007 hat dann der Soziologe Karl Otto HONDRICH mit Weniger ist mehr dem Pessimismus seine Sicht vom demografischen Wandel als Glücksfall entgegengesetzt. Der Historiker Thomas ETZEMÜLLER hat in seinem ebenfalls 2007 erschienenen Buch Ein immerwährender Untergang die Traditionen des bevölkerungspolitischen Denkens und deren demagogischen Hilfsmittel aufgezeigt.

Dass erst der Flüchtlingsandrang im Jahr 2015 aufgezeigt hätte, dass

"demographische Veränderungen nicht so berechenbar seien wie allgemein angenommen".

ist völliger Unsinn. Kritik an Bevölkerungsvorausberechnungen und deren Treffsicherheit ist kein Novum, wie SCHWÄGERL uns weismachen will, sondern begleitet die Debatte um den demografischen Wandel von Anbeginn. In den 1960er Jahren wurde der Babyboom nicht vorhergesagt und ab den 1980er Jahren mussten Bevölkerungsvorausberechnungen immer wieder wegen unerwarteten Migrationsströmen korrigiert werden. Die Geschichte der Bevölkerungsvorausberechnungen ist eine Geschichte der Fehleinschätzungen. Auf dieser Website wurden die Mythen und Fakten zum demografischen Wandel bereits seit 2008 in drei Teilen behandelt (hier, hier und hier).

"Als einer der ersten Autoren wagt es Straubhaar, den breiten Konsens zum unvermeidlichen demographischen Niedergang in Frage zu stellen und ihm eigene, optimistischere Vorstellungen entgegenzusetzen",

posaunt SCHWÄGERL. Wenn man Autoren durch Ökonomen ersetzt, dann ist das eher richtig, denn die Ökonomie ist in erster Linie eine Rechtfertigungslehre der Machtelite, aber keine empirische Wissenschaft, deren Prognosen eine große Treffsicherheit aufweisen würde - nicht einmal auf ein Jahr hinaus. Kaum zu glauben also, dass Ökonomen unsere Zukunft auch nur über ein Jahrzehnt hinweg halbwegs richtig voraussehen könnten. In der Zeitschrift Merkur wurde deshalb der Ökonomie nahe gelegt, in Sachen Prognose mehr Bescheidenheit zu üben. Ob das bei Thomas STRAUBHAAR der Fall ist, wird auf dieser Website anhand einer Rezension des Buches ausführlich diskutiert werden.

"Für das Statistische Bundesamt, das die Politik in Sachen Bevölkerungsentwicklung berät, könnte das Buch ein Anlass sein, seine Methoden zu überdenken",

meint SCHWÄGERL. Seit wann kann ein Amt die Politik beraten, das einem Minister untersteht? Eher spiegeln die Annahmen der  Bevölkerungsvorausberechnungen die regierungsamtliche Sicht wieder.

FISCHER, Stephan (2016): Deutschland schafft sich wieder mal nicht ab.
Der Ökonom Thomas Straubhaar streitet engagiert gegen demografische Katastrophenszenarien,
in:
Neues Deutschland v. 18.10.

"Straubhaar leugnet (...) keinesfalls den demografischen Wandel",

lautet das Urteil von Stephan FISCHER, das selbst ein großes Missverständnis ist, denn kein vernünftiger Mensch leugnet den demografischen Wandel, was ein gern gepflegtes Dogma von jenen ist, die sich als Gestalter ausgeben. Wenn auf dieser Website von einer Demografisierung gesellschaftlicher Probleme gesprochen wird, dann wird damit nicht der demografische Wandel geleugnet, sondern lediglich bestritten, dass dieser zu ganz bestimmten - möglichst sogar als unabwendbar charakterisierten - Konsequenzen führen muss. Der demografische Wandel ist nichts als ein gesellschaftlicher Kontext, der JEDE Bevölkerung kennzeichnet. JEDE Bevölkerung WANDELT sich IMMER und nicht nur dann, wenn dieser Wandel den Ökonomen und Politikern nicht passt - aus welchen Gründen auch immer.

Es ist bezeichnend, dass FISCHER ausgerechnet den Aspekt der Alterung herausgreift, der ja Anfang des Jahrtausends noch als weniger dramatisch als die Schrumpfung der Bevölkerung angesehen wurde.

"Die Vergreisung der Bevölkerung ließe sich nicht aufhalten, so Straubhaar. Aber gerade deshalb müsse jetzt über Renten, andere Arbeitszeitmodelle nachgedacht werden",

wird uns politisch korrekt erklärt. Bereits der Begriff "Vergreisung" ist abwertend und zeigt, warum in Deutschland eine sachliche Debatte kaum möglich ist. Der Begriff steht zudem im krassen Gegensatz zur Propagierung der neuen, produktiven Alten, mit denen die Erhöhung des Renteneintrittsalters gerechtfertigt wird.

Das Buch von STRAUBHAAR schafft lediglich neue Mythen des demografischen Wandels. Nachdem das große Schrumpfen ständig vertagt werden musste, drehen sich die neuen Mythen um die Alterung, die als Vergreisung gegeißelt wird.

 
       
   

Das Buch in der Debatte

VOLLMUTH, Hannes (2016): Der Entwarner.
Nahaufnahme: Thomas Straubhaar hält den Demografiewandel für überschätzt,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 04.03.

Hannes VOLLMUTH berichtet über die Buchvorstellung Der Untergang ist abgesagt von Thomas STRAUBHAAR. Der Titel hält nicht was er verspricht. STRAUBHAAR gibt zwar zu, dass Prognosen über 50 Jahre unseriös sind, nichtsdestotrotz plädiert er für die Demografisierung gesellschaftlicher Probleme, z.B. wenn er ein Elternwahlrecht fordert. Außerdem argumentiert er mit Zahlen aus dem Jahr 2050, die er angeblich für unseriös hält. Hier versucht jemand lediglich eine andere Sicht auf den demografischen Wandel vorzutäuschen. Offenbar soll mit dem Titel lediglich ein Publikum erschlossen werden, das Titeln der Apokalyptiker wie Die demographische Zeitbombe nichts abgewinnen kann.

Wer Begriffe wie "Alterungs-Tsunami" gebraucht, gehört jedoch in die Kategorie Apokalyptiker und nicht in die Kategorie "Entwarner". Auf dieser Website wurde bereits Anfang letzten Jahres darauf hingewiesen, dass die Apokalyptiker ihre Untergangsthesen lediglich den nicht haltbaren Prognoseszenarien angepasst haben. Nachdem der Bevölkerungsrückgang, der Mitte der Nuller Jahre allerorten vollmundig verkündet wurde, in den letzten Jahren einem starken Wachstum gewichen ist, wird nun nicht mehr mit Bevölkerungsschrumpfung argumentiert, sondern mit der Bevölkerungsalterung als Hauptproblem.

Seit neuestem wird auch das Gerede vom kommenden Fachkräftemangel in Zweifel gezogen. Unter dem Stichwort "Industrie 4.0" wird der Verlust von Arbeitsplätzen im Facharbeitersegment befürchtet. Roboterisierung und Digitalisierung erscheinen als Allheilmittel gegen schrumpfende Bevölkerungen. Auch Thomas STRAUBHAAR wendet nun dieses Argument gegen die Horrorszenarien schrumpfender Bevölkerungen.

VOLLMUTH bringt es auf den Punkt: Entwarnungen interessieren die Medien nicht. Sie wollen Horrorszenarien! Deshalb bewirbt z.B. die Welt das Buch mit der Schlagzeile: Deutschland droht die Diktatur der Alten. Untergang abgesagt?

 
       
       
   

Bedingungsloses Grundeinkommen und Solidarisches Bürgergeld - mehr als sozialutopische Konzepte (2007)
(zusammen mit Ingrid Hohenleitner)
in:
Hamburgisches WeltWirtschaftsInstitut (Hg.) Bedingungsloses Grundeinkommen und Solidarisches Bürgergeld - mehr als sozialutopische Konzepte, Hamburg, 26. März

 
   
     
 

Das Grundeinkommen als Alternative zum Sozialstaat

"Das Grundeinkommens liefert eine radikale Alternative zum nicht mehr zukunftsfähigen Modell der heutigen Sozialpolitik. Seine Eckpfeiler sind:

- Der Staat lässt allen Staatsangehörigen eine auf der Höhe des Existenzminimums liegende Transferzahlung zukommen, die aus dem allgemeinen Staatshaushalt über Steuern finanziert wird.

- Das Grundeinkommen wird allen Deutschen, ob Säugling oder Greis, von der Wiege bis zur Bahre, ohne Bedingung, ohne Gegenleistung, ohne Antrag und damit ohne bürokratischen Aufwand als sozialpolitischer Universaltransfer ausbezahlt.

- Im Gegenzug werden alle steuer- und abgabenfinanzierten Sozialleistungen abgeschafft. Gesetzliche Renten-, Kranken-, Arbeitslosen- oder Pflegeversicherung verschwinden genauso wie Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe, Wohn- und Kindergeld.

- Ebenso werden alle sozialpolitisch motivierten Regulierungen des Arbeitsmarktes gestrichen. Es gibt keinen Schutz gegen Kündigungen mehr, dafür aber betrieblich zu vereinbarende Abfindungsregeln. Es gibt keinen Flächentarifvertrag mehr und auch keine Mindestlöhne, sondern von Betrieb zu Betrieb frei verhandelbare Löhne. Es gibt keine Sozialklauseln mehr. Die heute zu leistenden Abgaben an die Sozialversicherungen entfallen vollständig." (S.12f.)

Inhaltsverzeichnis

1 Probleme des heutigen Sozialstaats

1.1 Problembeschreibung
1.2 Problemanalyse
1.3 Schlussfolgerungen
1.4 Problemlösung

2 Das Grundeinkommen als Alternative

3 Finanzbedarf des idealtypischen Konzepts

3.1 Annahmen und Datenbasis
3.2 Ergebnisse der Schätzung des Finanzbedarfs
3.3 Bewertung

4 Stilisierte Berechnung der Arbeitsmarkteffekte

4.1 Vorbemerkungen
4.2 Theoretische Vorüberlegungen
4.3 Annahmen und Szenarien
4.4 Ergebnisse der Simulation der Arbeitsmarkteffekte
4.5 Bewertung

5 Diskussion der Arbeitsmarkteffekte

5.1 Arbeitsangebot

5.1.1 Arbeitsangebot einzelner Gruppen
5.1.2 Umstrukturierung des Arbeitsangebots

5.2 Arbeitsnachfrage und Beschäftigungseffekte
5.3 Zusammenfassung und Fazit

6 Weitere Aspekte

6.1 Produktivität
6.2 Selbständigkeit
6.3 Schwarzarbeit
6.4 Qualifizierungsanreize
6.5 Gesellschaftliche Veränderungen
6.6 Finanzierung über Konsumsteuern
6.7 Exkurs: Strukturwandel und soziale Sicherheit

7 Schlussfolgerungen

8 Das Solidarische Bürgergeld als realtypisches Konzept

8.1 Das Konzept des Solidarischen Bürgergelds
8.2 Bewertung einzelner Aspekte

8.2.1 Individualprinzip
8.2.2 Höhe des Solidarischen Bürgergelds
8.2.3 Geknickter Einkommensteuertarif
8.2.4 Belastungsquoten
8.2.5 Kinderbürgergeld
8.2.6 Gesundheitsprämie
8.2.7 Rente

8.3 Finanzbedarf des Solidarischen Bürgergelds
8.4 Beschäftigungseffekte

8.4.1 Arbeitsangebot
8.4.2 Arbeitsnachfrage und Beschäftigung
8.4.3 Quantitative Abschätzung
8.4.4 Fazit

9 Fazit und Ausblick

 
     
 
       
   

Der Beitrag in der Debatte

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Demographische Entwicklung: Problem oder Phantom? (2007)
(zusammen mit Sebastian Schröer)
in:
Eva Barlösius & Daniela Schiek (Hg.) Demographisierung des Gesellschaftlichen. Analysen und Debatten zur demographischen Zukunft Deutschlands, Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften

 
   
     
 

Begründung einer Rente nach Kinderzahl

"Sollte das Umlageverfahren beibehalten werden, was bedeutet, dass die heutigen Erwerbspersonen und vor allem deren Nachfolgegenerationen durch höhere Sozialabgaben stärker belastet werden, um so den Alterskonsum einer steigenden Zahl von Rentnerinnen und Rentnern zu finanzieren, gäbe es eine Option, dies explizit zu berücksichtigen. Sie bestünde darin, gegen die Ursache, nämlich die sinkenden Geburtenzahlen, anstatt gegen die Folgen anzugehen. Denkbar wäre entweder die Rentenbezüge positiv oder die Rentenbeiträge negativ von der Anzahl eigener Kinder abhängig zu machen." (S.180)

Plädoyer für einen Systemwechsel

"Statt einer teuren und wahrscheinlich wenig wirksamen Familien- und Migrationspolitik zur Aufrechterhaltung der Sozial- und Vorsorgesysteme sollten die sozialen Sicherungssysteme an die demographische Situation angepasst werden. Folglich ist nicht eine notdürftige, kaum wirkungsvolle Reparatur veralteter Systeme, sondern die Schaffung neuer, zukunftsfähiger Sicherungssysteme das Gebot der demographischen Herausforderung." (S.181)

Inhaltsverzeichnis

Vorbemerkung

1. Einleitung

2. Demographischer Wandel und ökonomische Folgen

2.1 Demographische Entwicklung
2.2 Ökonomische Risiken
2.3 Ökonomische Chancen

3. Politikempfehlungen für eine alternde Gesellschaft

3.1 Familienpolitik
3.2 Migration
3.3 Erhöhung der Lebensarbeitszeit
3.4 Erhöhung der Erwerbsquote
3.5 Reform des Erwerbsverhalten
3.6 Reform der Alterssicherung

4 Zusammenfassung

 
     
 
       
   

Der Beitrag in der Debatte

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Migration im 21. Jahrhundert (2002).
Von der Bedrohung zur Rettung sozialer Marktwirtschaften?
Tübingen:
Mohr Siebeck

 
   
     
 

Klappentext

"Dieser Band liefert einen Beitrag zur wissenschaftlichen und politischen Diskussion über die Wirkung einer verstärkten Zuwanderung nach Europa und vor allem nach Deutschland, hier beispielsweise im Rahmen der EU-Osterweiterung.
Thomas Straubhaar untersucht das Phänomen Migration und kommt zu dem Ergebnis, daß sich die in letzter Zeit häufig geschürte Furcht vor Migration im Sinne einer Völkerwanderung als unberechtigt erweist. Ganz im Gegenteil ist laut dieser Studie für ein weiteres Wachstum in Europa eher ein Zuwenig als ein Zuviel an Migration zu befürchten."

     
 
       
   

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webmaster@single-generation.de Erstellt: 02. August 2006
Update: 12. Juli 2017