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Peter Marschalck: Bevölkerungsgeschichte Deutschlands

 
       
     
       
     
       
   

Peter Marschalck in seiner eigenen Schreibe

 
   

MARSCHALCK, Peter (1975): Bedingungen und Möglichkeiten eines Nullwachstums der Bevölkerung industrieller Gesellschaften. In: Franz-Xaver Kaufmann (Hg.) Bevölkerungsbewegung zwischen Quantität und Qualität. Beiträge zum Problem einer Bevölkerungspolitik in industriellen Gesellschaften, Stuttgart: Enke, S.162-171

Peter MARSCHALCK beschreibt zu Beginn seines Beitrags die Debatte um den demographischen Übergang:

"Bei den Diskussionen über die Ursachen und Folgen des Geburtenrückgangs in der Bundesrepublik seit etwa 1966 wird für die zukünftige Entwicklung der Bevölkerung häufig die These eines langfristig sich ausbildenden Nullwachstums vertreten. Dabei wird der Begriff »Nullwachstum« in zweierlei Bedeutung gebraucht: einmal lediglich als Stagnation der Volkszahl und zum anderen darüber hinaus auch als Stabilität der Altersverteilung der Bevölkerung. Beide Versionen - die erstere als ein relativ starkes Schwanken zwischen Wachstum und Schrumpfung, die zweite als eine mit möglichst geringen Schwankungen  versehene Entwicklung nahe der Nullinie des Wachstums vermutet - stützen ihre Prognostizierbarkeit auf die Tatsache, daß die Bevölkerungen der Industriegesellschaften in den letzten 100 bis 150 Jahren einen Wandel, den »demographischen Übergang«, erfahren haben, der einerseits ihre jeweilige Volkszahl mehr als verdoppeln ließ und den Altersaufbau ihrer Bevölkerungen grundlegend veränderte, im Verlauf dessen andererseits aber auch das Zusammenspiel von Sterblichkeit und Fruchtbarkeit, das generative Verhalten, neue Formen annahm. Diesem demographischen Übergang, so wird angenommen, müsse eine Zeit des Nullwachstums - zumindest als Stagnation der Volkszahl - vorausgegangen sein, so daß der demographische Übergang als historische Einmaligkeit aus einer gewissermaßen »natürlichen«, relativ harmonischen Entwicklung ausgenommen werden kann, in die die Bevölkerungen industrieller (d.h. den demographischen Übergang abgeschlossen habender) Gesellschaften nun notwendig zurückfinden würden." (1975, S.162)

MARSCHALCK kommt dann auf die empirischen Probleme bei der Überprüfung der Theorie des demographischen Übergangs zu sprechen. So ergibt sich u. a. das Problem der Bestimmung des Bestanderhaltungsniveaus (bzw. Nullwachstums) und die Frage in welcher Phase der Bevölkerungsweise wir uns überhaupt befinden:

"Die Frage, ob sich die moderne, industrielle Bevölkerungsweise schon vor längerer Zeit herausgebildet hat oder heute noch nicht herausgebildet ist, hat zentrale Bedeutung für die Prognose der zukünftigen Bevölkerungsentwicklung." (1975, S.168)

Angesichts des mangelhaften Wissens um die gegenwärtige Bevölkerungsweise sieht MARSCHALCK keine Möglichkeit der sicheren Prognose der zukünftigen Bevölkerungsentwicklung.  

 
       
   

Peter Marschalck im Gespräch

 
   
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Bevölkerungsgeschichte Deutschlands im 19. und 20. Jahrhundert (1984).
Neue Historische Bibliothek

Frankfurt a/M:
edition suhrkamp

 
   
     
 

Klappentext

"Die letzten zwei Jahrhunderte in der Entwicklung der deutschen Bevölkerung zeichnen sich durch einen tiefgreifenden Wandel des generativen Verhaltens aus: Die Erhöhung der Lebenserwartung und der Rückgang der Kinderzahl haben zu Veränderungen der Altersstruktur in der Gesamtbevölkerung und der Größe und Zusammensetzung der Familien geführt. Im Verlauf dieses Prozesses, des demographischen Übergangs, lassen sich Phasen beschleunigten Bevölkerungswachstums mit Übervölkerung und Auswanderung von Perioden abnehmenden Zuwachses und schnellen wirtschaftlichen Ausbaus mit Wanderungen in die industriellen Zentren und zunehmender Verstädterung unterscheiden. Die jeweiligen tatsächlichen und - mehr noch - die befürchteten Folgen der Bevölkerungsentwicklung, etwa der Massenauswanderung des 19. Jahrhunderts, des Rückgangs der Kinderzahl zwischen 1870 und 1930, des Geburtenrückgangs seit der Mitte der 1960er Jahre oder der Einwanderung in die Bundesrepublik, haben wissenschaftliche und publizistische Reaktionen hervorgerufen, die wiederum Anlaß zu bevölkerungspolitischem Handeln geworden sind. Im vorliegenden Band werden - ausgehend von der Charakterisierung vorindustrieller Bevölkerung und der demographischen Folgen gewandelter sozialer Strukturen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts - diese Änderungen der generativen Struktur dargestellt und ihre Rückwirkungen auf Wachstum und Struktur der Bevölkerung im Zusammenhang mit den sie begleitenden sozioökonomischen Veränderungen und der zeitgenössischen Interpretation dieses Wandels beschrieben."

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Vorindustrielle Bevölkerung

1. Bevölkerungsweise und generative Struktur
2. Zur Bevölkerungsstruktur im 18. Jahrhundert

II. Sozialer Wandel und Bevölkerungswachstum 1815-1865

1. Bevölkerungswachstum und Übervölkerungskrise
2. Natürliche Bevölkerungsbewegung und generative Struktur

III. Demographischer Wandel 1: Der Sterblichkeitsrückgang 1865-1900

1. Die Entwicklung der generativen Struktur
2. Auswanderung, Binnenwanderung und Verstädterung

IV. Demographischer Wandel 2: Der Geburtenrückgang 1900-1930

1. Geburtenrückgang und Fruchtbarkeitsrückgang
2. Der soziale Kontext des Geburtenrückgangs
3. Bevölkerungsentwicklung 1900-1930

V. Bevölkerungswachstum und Bevölkerungspolitik 1930-1945

1. Bevölkerung und Arbeitsmarkt
2. Die nationalsozialistische Bevölkerungspolitik
3. Der Zweite Weltkrieg und seine Folgen

VI. Die deutsche Bevölkerung in der Nachkriegszeit 1945-1965

1. Vertreibung, Umsiedlung und Wanderung
2. Die Bevölkerungsstruktur der beiden deutschen Staaten
3. Die natürliche Bevölkerungsbewegung

VII. Die Bevölkerung der Bundesrepublik seit 1965

1. Geburtenrückgang und Bevölkerungswachstum
2. Die Bundesrepublik als Einwanderungsland
3. Die Konsequenzen des demographischen Wandels - »Bevölkerungspolitik« und »Wanderungspolitik«

VIII. Die Bevölkerung der DDR seit 1965

Geburtenrückgang und Bevölkerungspolitik

IX. Der demographische Übergang in Deutschland

Bevölkerungsgeschichte und Bevölkerungswissenschaft

Glossar

 
     
 
       
   

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Der demografische Wandel in der Debatte

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Update: 29. November 2014