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Christina May: Generation als Argument

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 1980 in Dortmund geboren

    • Studium der Kulturwissenschaften, Anglistik und Geschichte

    • 2010 Buch "Generation als Argument"

    • Postdoktorandin am Institut für Politikwissenschaft der Universität Münster

 
       
     
       
   

Christina May in ihrer eigenen Schreibe

 
   

Neu:
MAY, Christina (2007): Generation(en) 1957?
Die Rentenreform als Ausgangspunkt einer Kohortenprägung im Nachkriegsdeutschland,
in: Deutsche Rentenversicherung, H.2-3, S.143-157

 
       
   

Christina May im Gespräch

 
   
  • fehlt noch
 
       
   

Generation als Argument (2010).
Konflikte um die Rentenversicherung in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden
Frankfurt a/M:
Campus Verlag

 
   
     
 

Klappentext

"Die Idee, dass Generationen durch die Rentenversicherung geprägt werden, ist Gegenstand medialer Debatten. Es werden »Gewinner- « und »Verlierergenerationen« und Konflikte zwischen Jung und Alt identifiziert. Christina May prüft dieses sozialhistorische Konzept und fragt, inwieweit es als Kategorie sozialer Ungleichheit brauchbar ist. Sie zeigt, dass das Konzept »Generation « im Wohlfahrtsstaat ein weit vielschichtigeres ist, als mediale Debatten glauben machen.

Ausgezeichnet mit dem Wolfgang-Enke-Preis der Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Göttingen für das Jahr 2009."

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
2. Grundlagen der Untersuchung

2.1 Die Begriffe »Kohorte«, »Generation« und »Altersgruppe«
2.2 Wohlfahrtsgenerationen: Forschungsstand und Forschungslücken
2.3 Zum Konzept sozialer Sicherheit
2.4 Rentenversicherung als Programm sozialer Sicherheit
2.5 Die generationelle Prägung von Rentnerkohorten

3. Drei Rentenversicherungssysteme und ihre Entwicklung 1945–2005

3.1 Die Auswahl der drei Vergleichsländer
3.2 Deutschland – Sicherheit des Lebensstandards
3.3 Niederlande – universale Sicherheit der Mindestrente
3.4 Großbritannien – kategoriale Sicherheit des Existenzminimums
3.5 Zwischenfazit: Soziale Sicherheit in drei Rentenversicherungssystemen

4. Harte Fakten? Empirische Annäherungen an Wohlfahrtsgenerationen

4.1 Zur Prägung von Wohlfahrtskohorten anhand statistischer Daten
4.2 Die generationelle Prägung bei der Einstellung zur Rentenversicherung
4.3 Zwischenfazit: Soziale Sicherheit als generationeller Erfahrungszusammenhang

5. Verunsichernde Diskurse? Rentenreformen in öffentlichen Debatten

5.1 Öffentlichkeit, Diskurs und Medien
5.2 Vorstellung der Methoden der Inhaltsanalyse
5.3 Zur medialen Bewertung von drei europäischen Rentenversicherungssystemen
5.4 Zwischenfazit: Rente, Generation, Sicherheit im öffentlichen Diskurs

6. Fazit: Rentnerkohorten als generationelle Kollektive?

 
     
 
       
   

Ein Beitrag von single-generation.de zum Thema

Die netten Jahre sind vorbei (Teil 1) - Formiert sich eine neue politische Generation? Droht ein Generationenkrieg wegen den Babyboomern? Die Generation Leistungsträger erobert den Buchmarkt
 
   

Generationengerechtigkeit in der Debatte

SCHELLER, Benjamin (2002): Die Toten fraßen die Lebenden.
Fehlende Generationengerechtigkeit ließ das Kloster Cluny vor 850 Jahren zum Auslaufmodell werden,
in: Welt v. 19.11.

Während es die FAZ mit plumpen Frontalangriffen versucht, liebt es die Welt geschichtspolitisch. Wer in der Bruderschaft von Cluny nicht die Neue-Mitte-Bruderschaft wiedererkennt, der lebt jenseits dieser Neuen Mitte als Teilnehmer der Armenspeisung:

"Petrus Venerabilis war verzweifelt. Die große, berühmte Klostergemeinschaft von Cluny, zu deren Abt man ihn 1122 gewählt hatte, war verarmt. (...).
            Zeitgenössischen Quellen zufolge versorgte das Kloster an bestimmten Festtagen bis zu 17 000 Arme. (...). Es waren frühere Generationen, die den Mönchen diese Last aufgebürdet hatten. Sie war die Folge eines Solidarsystems".

SEIBT, Gustav (2002): Genuss & Verzehr.
Generationengerechtigkeit: Zur Logik eines Begriffs,
in: Süddeutsche Zeitung v. 20.11.

SPERBER, Katharina (2002): Der private Generationenpakt.
Ein moderner Staat muss das Sozialstaatsprinzip der gerechten Verteilung ernst nehmen und endlich umsetzen - heißt: Gestaltungsspielräume, die sich die Menschen selbst geschaffen haben, nutzen und gegebenenfalls sinnvoll unterstützen,
in: Frankfurter Rundschau v. 04.12.

Katharina SPERBER greift die Unterscheidung von Marc SZYDLIK zwischen öffentlichem (Sozialstaat) und privatem Transfersystem (familieninternes Solidarsystem) auf, ohne jedoch dessen Kritik an der Verkürzung der Debatte auf die Generationengerechtigkeit zu beherzigen.

Stattdessen spielt sie die generationeninternen Ungleichheiten zugunsten einer von Jürgen BORCHERT entliehenen Phraseologie herunter, um die Umverteilung zwischen Kinderlosen und Eltern - jenseits der Frage nach Armut oder Reichtum - zu rechtfertigen.

RÜHMEIER, Olaf (2003): Der Eckrentner sagt leise Servus.
Es geht nicht mehr um Barbourjacken: Der Streit um die Generationengerechtigkeit wird mit immer mehr Gift und Galle ausgetragen. Immerhin, der Krawall lenkt den Blick auf die Zukunft - und auf den größeren Umbau, der noch kommen muss,
in: Berliner Republik, H.2, März/April

Olaf RÜHMEIER, Jahrgang 1965, geht es um den "Krawall der Generationen", den er gerne für die kommenden einschneidenden Reformen nutzen möchte. Polarisierer wie Walter WÜLLENWEBER ("Die Last mit den Alten", Stern v. 21.11.2002)  kommen ihm da gelegen, während er besänftigende Stimmen wie jene von Marc SZYDLIK für kontraproduktiv hält:

"Private Solidarität als Verlängerung bestehender Ungleichheit - ob damit die Zukunft der sozialen Sicherung beschrieben ist?"

Ganz offensichtlich möchte RÜHMEIER den Soziologen missverstehen! Marc SZYDLIK geht es nicht um die Verlängerung, sondern um die Umverteilung bestehender Ungleichheit. Er plädiert deswegen für eine Reform der Erbschaftssteuer. Im Gegensatz zu RÜHMEIER möchte SZYDLIK soziale Gerechtigkeit nicht auf Generationengerechtigkeit reduzieren.

Zu dieser Website merkt RÜHMEIER an:

"Die Zerwürfnisse sind vielfältig. Sollen Singles jetzt einen Kinderabschlag erleiden, wie Hans-Werner Sinn, Direktor des Münchner ifo-Instituts kürzlich forderte? Sollen Familien vielleicht bei Wahlen Stimmen für ihre minderjährigen Kinder abgeben dürfen? Diese und andere Marginalien zur Lage der Nation kann man unter www.single-dasein.de nachlesen - mit den Kommentaren der Singles dazu. Da wächst kein Konsens."

RÜHMEIER hätte sich lieber weniger mit den Marginalien auf dieser Site beschäftigt, sondern mit den zentralen Aussagen oder z.B. genauer unter Marc SZYDLIK nachgelesen...

FÜLBERTH, Georg (2003): Kinder im Kalkül.
Robinson-Thema: Generationenkampf, Klassenkampf. Der demographische Faktor ist vor allem ein Arbeitsmarktproblem,
in: Robinson. Beilage der Wochenzeitung Freitag Nr.39 v. 19.09.

BUTTERWEGGE, Christoph (2004): Leben die Alten auf Kosten der Jungen?
Generationen(un)gerechtigkeit als Ideologie,
in: Deutsche Jugend, H.1, Januar

EHRENSTEIN, Claudia & Ansgar GRAW (2004): Zahl mir meine Hüfte, Baby.
Alte Union trifft Junge Union. Ein Streitgespräch über Generationengerechtigkeit, Gesundheitskosten und die Versäumnisse der Älteren,
in: Welt v. 05.01.

Kennt noch jemand Philipp MIßFELDER? Das war der, der letztes Jahr im Sommerloch mit dem Hüftgelenk tanzte. Die Welt brüht das nun nochmals unter der Rubrik Generationengerechtigkeit auf.

LÜHRMANN, Anna (2005): Starker Staat für alle Generationen.
Plädoyer für einen nachhaltigen Gerechtigkeitsbegriff
Schulden, die heute angehäuft werden, schränken die Möglichkeiten künftiger Gestaltung ein. Dies durch eine nachhaltige Finanzpolitik ändern zu wollen, bedeutet nicht, Jung gegen Alt aufzuwiegeln,

in: Frankfurter Rundschau v. 23.04.

WINKELMANN, Ulrike (2005): Der Nachwuchs stellt die falsche Frage.
Jungpolitiker aller Fraktionen vereinigen sich - für das Kapital,
in: TAZ v. 25.04.

Ulrike WINKELMANN kritisiert Generationenpolitiker à la Anja LÜHRMANN: "Die Generationengerechtigkeit beantwortet nicht die Fragen nach Umverteilung oder Privatisierung und auch nicht die nach Sparen oder Investieren. Die müssen jeden Tag neu beantwortet werden - auf Grundlage des jeweils vorhandenen gesellschaftlichen Reichtums, und idealerweise auch für die komplette Generationengemeinschaft"

HICKMANN, Christoph (2005): Unbequemes Thema.
SZ-Thema: Eine Stiftung verlangt nachhaltige Politik, die Antworten der Parteien überzeugen nicht,
in: Süddeutsche Zeitung v. 27.12.

MATERN, Tobias (2005): Junge vertreten Junge.
SZ-Thema: Gruppe von Abgeordneten strebt Verfassungsänderung an,
in: Süddeutsche Zeitung v. 27.12.

ZEITSCHRIFT FÜR SOZIALREFORM-Debatte: Soziale Gleichheit im Sozialstaat

LECHEVALIER, Arnaud (2010): Generationengerechtigkeit und Rentenreform am Beispiel der Rentenanpassungsformel,
in: Zeitschrift für Sozialreform, Heft 3

Dieter RULFF, Dieter (2013): Politische Gestaltung zulasten künftiger Generationen.
Serie Scheidelinien der Politik (1/4): Die Zukunft der Gestaltung,
in: DeutschlandRadio v. 01.09.

GREIVE, Martin & Dorothea SIEMS (2013): Mit mir nicht!
SPD und Union planen teure Rentenleistungen. Das geht zulasten künftiger Beitragszahler, die ohnehin durch den Generationenvertrag benachteiligt sind. Protestschreiben eines Kindes,
in:
Welt am Sonntag v. 24.11.

Generationengerechtigkeit ist ein Kampfbegriff der Finanzbranche, um sich neue Einnahmequellen zu erschließen. Dazu gesellt sich meist noch das Phantom des "Medianwählers". Dieser ominöse Wähler trennt angeblich die Interessen der jungen von alten Wählern. Tatsächlich sind die Interessen der älteren Wähler keineswegs homogen, denn je älter die Menschen werden, desto heterogener sind deren Lebensverhältnisse.

Wie heterogen die Interessen der sogenannten Babyboomer sind, zeigt allein, dass Babyboomer wie Dorothea SIEMS, Jahrgang 1963, oder Bernd RAFFELHÜSCHEN, Jahrgang 1957, zu den Lobbyisten der Finanzbranche gehören. Sie gehören außerdem zur Phantomgemeinschaft des Medianwählers.

Im Gegensatz zum scheinbaren Generationenkonflikt (die Autoren bekämpfen ja nur den "öffentlichen" und nicht den "privaten" Generationenvertrag), trennt der Klassenkonflikt also der Konflikt zwischen Kapital und Arbeit, die Generationen tatsächlich.

Um dies zu verschleiern, machen sich die Autoren zu scheinbaren Anwälten zukünftiger Generationen. Dabei hat inzwischen selbst der prominente Soziologe Heinz BUDE, selbsternannter Anwalt des neuen Bürgertums, Abschied von der Generationengerechtigkeit genommen.

 
   

Christina May im WWW

www.uni-goettingen.de/de/dr-christina-may-/224397.html

 
   

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© 2002-2015
Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 10. Juli 2010
Update: 04. Oktober 2015