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Irene Gerlach: Familienpolitik

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 2004 Buch "Familienpolitik"
    • Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates für Familienfragen beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
    • Professorin am Institut für Politikwissenschaft der Universität Münster
 
       
     
       
   

Irene Gerlach in ihrer eigenen Schreibe

 
   

GERLACH, Irene (2000): Politikgestaltung durch das Bundesverfassungsgericht am Beispiel der Familienpolitik,
in: Aus Politik und Zeitgeschichte. Beilage der Zeitschrift Das Parlament Nr. 03/04 v. 21.01.

Neu:
GERLACH, Irene (2006): Familienpolitik. Kampf der Kinderlosigkeit? In: Roland Sturm & Heinrich Pehle (Hg.) Wege aus der Krise? Die Agenda der zweiten Großen Koalition, Sonderheft der Zeitschrift Gesellschaft - Wirtschaft - Politik, S.77-94  

 
       
   

Irene Gerlach im Gespräch

 
   
  • fehlt noch
 
       
   

Familienpolitik: Kampf der Kinderlosigkeit? (2006)
In:
Roland Sturm & Heinrich Pehle (Hg.) Wege aus der Krise? Die Agenda der zweiten Großen Koalition, Sonderheft der Zeitschrift Gesellschaft - Wirtschaft - Politik, S.77-94

 
   
     
 

Inhaltsverzeichnis

1. Zum Stellenwert von Familienpolitik
2. Zur Situation von Familien
3. Familienpolitik der rot-grünen Koalition

3.1 Familienlastenausgleich (FLA)
3.2 Recht
3.3 Infrastruktur/Vereinbarkeit

4. Bilanzierende Bewertung der Familienpolitik von 1998 bis 2005
5. Die Agenda der Familienpolitik der Großen Koalition

5.1 Die Politikfeldspezifischen Problemlagen
5.2 Die normativen Vorgaben
5.3 Die parteipolitischen Konfliktlinien
5.4 Der Genshagener "Lackmus-Test"

Zitat:

Kinderlosigkeit als Problem

"Die zusammengefasste Geburtenziffer bewegte sich in Deutschland insgesamt in den 1990er Jahren zwischen knapp 1,3 und 1,4 Kinder pro Frau, inzwischen scheint sie sich bei 1,29 Kindern pro Frau »eingependelt« zu haben, d.h. wir haben es nur noch mit einem »Generationenersatz« von gut 60 Prozent zu tun. (...). Neben der Zahl der durchschnittlich von einer Frau geborenen Kinder ist aber aktuell vor allem der Anteil der kinderlos bleibenden Frauen von großer Bedeutung für die Familienpolitik. Während dieser Anteil für den Geburtsjahrgang 1935 nur 6,7 Prozent betrug, erreicht er für 1967 geborene Frauen schon fast 30 Prozent. Dieser Fortfall von Geburten wird in Deutschland auch nicht durch große Familien ausgeglichen: während 1935 geborene Frauen noch zu fast 59 Prozent drei und mehr Kinder hatten, trifft dies für 1967 geborene Frauen nur noch zu 20 Prozent zu (...). Zu Beginn des neuen Jahrtausends kumulierten sich diese das Bevölkerungswachstum negativ beeinflussenden Verhaltensweisen: Die ersten geburtenschwachen Jahrgänge, die gegenüber den geburtenstarken jeweils um ein Drittel kleiner waren, bekommen wiederum zu fast einem Drittel keine Kinder mehr. Weiterhin konstant bleibendes Verhalten vorausgesetzt, bedeutet dies, dass sich schon die Anzahl der »potenziellen« Mütter bis zum Jahr 2050 halbiert haben wird (...).
Kinderlosigkeit ist in starkem Maße qualifikationsabhängig. In Westdeutschland lebten 50,9 Prozent der 35-39-jährigen Frauen mit Fachhochschulabschluss, bzw. 44,3 Prozent der Frauen mit Hochschulabschluss/Promotion ohne Kind im Haushalt. Von den gleichaltrigen Frauen mit Hauptschulabschluss haben nur knapp 23 Prozent kein Kind." (S.78)

 
     
 
       
   

Familienpolitik (2004)
Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften

 
   
     
 

Klappentext

"Das Buch bietet eine umfassende, systematische und historisch sowie europäisch vergleichende Einführung in die Familienpolitik. Es eignet sich daneben als Grundlage zur Neubewertung sozialstaatlicher Sicherungssysteme und ihrer Reformen.
Die Urteile des Bundesverfassungsgerichtes, die immer deutlicher werdenden Konsequenzen der demographischen Strukturen unserer Bevölkerung sowie deren Auswirkungen auf die sozialen Sicherungssysteme, aber auch alle volkswirtschaftlichen Leistungsbereiche und Handlungssysteme, haben eines deutlich gemacht: Familienpolitik ist von einem randständigen Politikbereich, der lange durch ethisch-moralische Lagerbildungen charakterisiert war, zu einem wesentlichen Bereich einer nachhaltigen Sozial- und Gesellschaftspolitik geworden. Das Buch versteht sich als umfassende und systematische Einführung in die Entwicklung, die Systematik und die Handlungsfelder der Familienpolitik sowie als Grundlage zu einer normativen Neubewertung ihrer Funktionen. Dabei bemüht es sich einerseits um eine systematische Verknüpfung familienpolitischer Perspektiven mit denen der Reform des Wohlfahrtsstaates, andererseits um die Perspektive eines Benchmarking von Familienpolitik im europäischen Vergleich.
"

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. Einleitung - Entstehung und Entwicklung eines Policy-Bereiches

1.1 Familie zwischen Privatheit und Öffentlichkeit
1.2 Staatsaufgabenentwicklung und Familienpolitik

2. Familie: Begriff und Lebenswirklichkeit

2.1 Begriffsbestimmung

2.1.1 Zeugung und Sozialisation von Kindern
2.1.2 Verwandtschaft
2.1.3 Koresidenz
2.1.4 Ökonomische und emotionale Reproduktion
2.1.5 Soziale Anerkennung

2.2 Demographische Entwicklung

2.2.1 Entwicklung und Stand des Geburtenverhaltens
2.2.1.1 Geburtenhäufigkeit
2.2.1.2 Alter der Mutter bei der ersten Geburt
2.2.1.3 Nichehelichenquoten
2.2.1.4 Kinderlose Frauen
2.2.2 Heirats- und Scheidungsziffern
2.2.3 Haushaltsstrukturen, Haushaltsgrößen und Lebensformen
2.2.4 Konsequenzen des Bevölkerungsaufbaus

2.3 Pluralisierung von Lebensformen und das Konzept der Individualisierung

2.3.1 Von der "neuen" Vielfalt der Lebensformen
2.3.2 Vom Zwang zur Freiheit oder der Not nicht wählen zu können

2.4 Zur Realität von Lebensformen

2.4.1 Elternschaft in Ehen und nichtehelichen Lebensgemeinschaften
2.4.2 Singles
2.4.3 Gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften

2.5 Zur Bedeutung und Entwicklung von Scheidung

2.5.1 Scheidungsursachen
2.5.2 Scheidungsfolgen für Ehepartner und Kinder
2.5.3 Wirtschaftliche Folgen von Trennung und Scheidung

2.6 Zur ökonomischen Situation von Familien im Allgemeinen

3. Familienpolitik: Motive, Akteure und Inhalt

3.1 Akteure und Kompetenzen in der Familienpolitik

3.1.1 Städte, Gemeinden und Kreise
3.1.2 Länder
3.1.3 Bund
3.1.4 EU
3.1.5 Bundesverfassungsgericht
3.1.6 Parteien
3.1.7 Verbände der freien Wohlfahrtspflege
3.18 Familienverbände
3.19. Arbeitgeber und Gewerkschaften

3.2 Familienpolitik im Spiegel der Familienberichte

3.3 Bundesdeutsche Familienpolitik in der Chronologie

3.3.1 Von der Gründung des Familienministeriums bis zum Beginn der sozial-liberalen Koalition
3.3.2 Familienpolitik als Gesellschaftspolitik - Sozial-liberale Koalition
3.3.3 christlich-liberale Koalition - Familienpolitik in der Offensive?
3.3.4 Familienpolitik in der rot-grünen Koalition

3.4 Zusammenfassung der konzeptionellen und organisatorischen Entwicklung der deutschen Familienpolitik

4. Familienpolitik und ihre Steuerungsfelder sowie - instrumente

4.1 Entwicklung und Zusammensetzung des Familienlastenausgleichs (FLA)

4.1.1 Kindergeld
4.1.2 Steuerfreibeträge
4.1.3 Exkurs: Ehegattensplitting
4.1.4 Erziehungsgeld und -urlaub
4.1.5 Begründungslinien des FLA und die Forderung nach einem FLLA
4.1.6 Die ökonomische Theorie der Familie und das Konzept der externen Effekte
4.1.6.1 Mischgut Kind, Arbeit und Liebe
4.1.6.2 Leistungen und Lasten: Familien und Gesellschaft in der Humanvermögensproduktion
4.1.7 Leistungen des FLA: vorläufige Bewertung
4.1.8 FLA und Sozialstaat
4.1.9 Zur Bedeutung des Bundesverfassungsgerichts in der Entwicklung des FLA

4.2 Rechtliche Steuerung und Familie

4.2.1 Grundsätzliche Überlegungen zur Bedeutung von Recht
4.2.2 Zur Herausbildung eines Rechtsgebietes
4.2.3 Die verfassungsrechtlichen Regelungen der Weimarer Reichsverfassung
4.2.4 Die Familie im Grundgesetz - Entstehung von Art. 6 GG
4.2.4.1 Dimensionen des verfassungsrechtlichen Schutzes von Familie
4.2.5 Die Familie im BGB - Von den Anfängen bis zum Ende des 2. Weltkrieges
4.2.5.1 Das Familienrecht im Nationalsozialismus
4.2.5.2 Die Familie im BGB - Entwicklung nach Gründung der Bundesrepublik
4.2.6 Internationaler Schutz von Familien- und Elternrechten
4.2.7 Zum Einsatz des familienpolitischen Instrumentes Recht - Zusammenfassung

4.3 Aktuelle Familienpolitische Handlungsfelder der sozial-ökologischen Intervention

4.3.1 Kinderbetreuung
4.3.2 Familie und Arbeitswelt - familienbewusste Unternehmenspolitik
4.3.3 Familie und Bildungssystem

5. Familienpolitik und ihre Leistungen im europäischen Vergleich

5.1 Europäische Familienpolitik

5.2 Handlungstypen in der nationalstaatlichen Familienpolitiken

5.3 Die Hauptentwicklungen in den 90er Jahren

5.4 Die Familienleistungen in den EU-Staaten im Vergleich

5.4.1 Kindergeld/Kinderbeihilfen
5.4.2 Geburtsbeihilfe
5.4.3 Erziehungsgeld und Erziehungsurlaub
5.4.4 Betreuungsgeld
5.4.5 Sonstiges
5.4.6 Ehe- und /oder familienbezogene Besteuerung
5.4.7 Kinderbetreuung und Frauenerwerbstätigkeit

5.5 Benchmarking in der Familienpolitik Europas?

6. Zeitenwende in der Familienpolitik - zur Konzeption einer nachhaltigen Familienpolitik

6.1 Generationenbilanz als Ansatz einer zweckrationalen Begründung von Familienpolitik

6.2 Zur Organisation von Familieninteressen

6.3 Organisatorische und instrumentelle Notwendigkeiten einer familienpolitischen Reform

Zitate:

Geburtenrückgang

"Im Zeitraum von 1850 bis 1900 sank die durchschnittliche Geburtenrate erheblich, die Familiengrößen reduzierten sich wieder. (...). Gemessen am Bestandserhaltungsminimum und unter Zugrundelegung der jeweiligen Sterblichkeitsverhältnisse hat zuletzt die Frauengeneration der Geburtsjahrgänge 1880 und 1881 genug Kinder geboren, um die Elterngeneration zu ersetzen, d.h. schon in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde das Bestanderhaltungsniveau bei den Geburten unterschritten". (S.49)

Anteil gewollter Kinderlosigkeit in Deutschland

"Das Ausmaß gewollter Kinderlosigkeit liegt in Deutschland bei unter 10 % (wobei die methodische Trennung zwischen unterschiedlichen Arten der Kinderlosigkeit problematisch ist)(...). Denn nicht ausschließlich Fertilitätsstörungen können hier zur Rubrik »ungewollte Kinderlosigkeit« gezählt werden. Auch aufgeschobene oder mangels langfristiger Partnerschaft nicht zustande gekommene Schwangerschaften sind nicht im eigentlichen Sinne »gewollt« (genauer: Onnen-Isemann 2000)." (2004, S.85)

Alleinleben als Konsequenz nicht lebbarer Familie und Partnerschaft

"Alleinlebende (...) können (...) - zumindest teilweise - auch als Konsequenz nicht lebbarer Familie und Partnerschaft eingeordnet werden. Vor allem deuten sie auf die prinzipiellen Gemeinschaftsdefizite bzw. -hindernisse moderne Gesellschaften. (...). Insofern führt uns die wachsende Zahl von Singles vor Augen wie Lebensplanung zukünftig zunehmend ausfallen wird, wenn sich die Rahmenbedingungen für gemeinschaftsorientierte Lebensformen nicht grundlegend verbessern." (S.88)

Vertikale Gerechtigkeit

"Um wirkliche familienorientierte sozialpolitische Transfers auch i.S. einer vertikalen Gerechtigkeit handelt es sich dort, wo nach der Herstellung steuerlicher Gleichbehandlung Umverteilungen stattfinden. Diese können sich auf Umverteilungen zwischen Eltern und Kinderlosen beschränken oder aber auch solche miteinbeziehen, die zu einer stärkeren Förderung einkommensschwacher Eltern gegenüber einkommensstärkeren Eltern führen". (S.116f.)

 
     
 
       
     
   

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© 2002-2016
Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 24. März 2005
Update: 26. Januar 2016