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Karin & Klaus E. Grossmann: Bindungsstile

 
       
   
  • Kurzbiographien

    • Karin Grossmann
      • 1942 in Berlin geboren
      • 1961 Heirat mit Klaus E. Grossmann
      • Studium der Psychologie
    • Klaus E. Grossmann
      • 1935 in Leipzig geboren
      • Studium der Psychologie
      • 2003 Emeritierung als Professor am Lehrstuhl für Entwicklungspsychologie der Universität Regensburg
    • 2004 Buch "Bindungen - das Gefüge psychischer Sicherheit"
 
       
     
       
   

Karin & Klaus E. Grossmann in ihrer eigenen Schreibe

 
   
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Karin & Klaus E. Grossmann im Gespräch

 
     
       
   

Bindungen - das Gefüge psychischer Sicherheit  (2004)
Stuttgart: Klett-Cotta

 
   
     
 

Klappentext

"Wie können Bindungen gelingen?

Fast 100 Kinder konnte das Ehepaar Grossmann über mehr als 30 Jahre, von der Geburt an bis heute, wissenschaftlich begleiten und beobachten. Schon als Säugling binden wir uns an die Eltern, die uns versorgen und schützen. Ob es aber gelingt, eine sichere Bindung zu entwickeln, hängt von der Qualität der Erfahrungen mit Mutter und Vater ab. Und davon hängen wiederum unsere Erwartungen über die Reaktionen anderer Menschen ab, wenn wir deren Unterstützung brauchen. Wie die Forschungsergebnisse zeigen, führen positive Erfahrungen mit beiden Eltern zur Bereitschaft, verläßliche, vertrauensvolle Beziehungen einzugehen, die auf Gegenseitigkeit beruhen. Bereits in den ersten Lebensjahren wird das Fundament für Freundschaften, Partnerschaften und den rücksichtsvollen sozialen Umgang mit anderen gelegt.

Der Bindungsprozeß und die Entstehung psychischer Sicherheit wird von seinen frühen Anfängen ebenso dargestellt wie der Einfluß von Bindungen bei Erwachsenenund im hohen Lebensalter."

 
     
 
       
   

Beitrag von single-generation.de zum Thema

Singularisierung: Einsamkeit als Konsequenz frühkindlicher Bindungen?

Welche Ehe hält wie lange?

 
   

Rezensionen

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Die Bindungsforschung in der Debatte

FOCUS-Titelgeschichte: Der Beziehungscode.
Von Singles, glücklichen und unzufriedenen Partnern. Zwei Langzeitstudien entschlüsseln den Einfluss von Kindheit und Jugend auf die Persönlichkeit

SACHSE, Katrin (2004): Der geheimnisvolle Code.
Single, Fremdgänger oder zuverlässiger Partner: Jeder Mensch entwickelt schon in der Kindheit einen Bindungsstil. Dieser prägt auch spätere Partnerschaften,
in: Focus Nr.38 v. 13.09.

Die Bindungsforschung lag bereits in der formierten Gesellschaft der 1950er Jahre im Trend. Dass dies nun wieder der Fall ist, ist kein Zufall, sondern die Folge der gegenwärtigen Gesellschaftspolitik, die ein "Zurück zur Familie" und lebenslange Bindungen als "sozial"-staatstragend propagiert. In der Bindungsforschung erscheint das Single-Dasein wieder als abweichendes Verhalten und nicht als notwendige Lebensphase, die Teil der pragmatischen Partnerfindung ist, oder als alternativer Lebensstil, der den eigenen Bedürfnissen besser entspricht. SACHSE stellt anlässlich des Erscheinens des Buches Bindungen - das Gefüge psychischer Sicherheit die Ergebnisse der Bindungsforscher Karin & Klaus E. GROSSMANN vor. Im Gegensatz zur traditionellen Bindungsforschung, die sich auf die Mutter-Kind-Beziehung konzentrierte, wird hier auch die Vater-Kind-Beziehung berücksichtigt.

SACHSE beschreibt im Artikel drei Bindungsstile: den sicheren, den unsicher-vermeidenden ("Vermeider") und den unsicher-verstrickten ("Klammerer") Bindungsstil. Die schlichte Botschaft dieser Forschungsrichtung: Bindungsstile werden in der Familie reproduziert, d.h. das Risiko eigener Trennungen und Scheidungen ist für Trennungs-bzw. Scheidungskinder größer als für Kinder bindungssicherer Eltern. Ergo sind die Chancen auf eine lebenslange Partnerschaft bei zwei bindungssicheren Partnern größer als bei anderen Partnerkonstellationen (Bindungssicher - Vermeider, Bindungssicher - Klammerer, Vermeider - Klammerer).

 Nun kann man sich bekanntlich seine Familie nicht aussuchen, d.h. ob man als Erwachsener bindungssicher ist, ist in erster Linie Schicksal.  Aber auch hier hat SACHSE eine scheinbar frohe Botschaft Für diese ist der Sozialpsychologe Hans Werner BIERHOFF zuständig. Der Psychologe ist der Ansicht, dass Bindungsstile im Laufe der Lebensgeschichte verändert werden können. Bindungssicherheit kann also gelernt werden. Ein bindungssicherer Partner kann einen Klammerer oder einen Vermeider "umerziehen". Das kann sich dann zur Lebensaufgabe auswachsen - Enttäuschungen sind hier vorprogrammiert. Der bindungssichere Partner muss darüber hinwegsehen (viel "Frustrationstoleranz" ist hier notwendig!).

Apropos: Singles kommen konsequenterweise nur im abstrakten Sinne vor. Dagegen stehen außereheliche Affären (Pierre FRANCKH, der hat gleich einen Ratgeber über sein Glück geschrieben; bekanntlich sind Bekehrte die gnadenlosesten Missionare) und ehelich abgesegnete serielle Monogamie (Joschka FISCHER wird als Klammerer vorgestellt) im Vordergrund.

PSYCHOLOGIE HEUTE-Titelgeschichte: Bindung und Lebensglück.
Wie frühe Erfahrungen das Leben prägen

NUBER, Ursula (2005): Der lange Schatten der Kindheit.
Die ersten drei Lebensjahre sind entscheidend: Macht ein Kind in dieser Zeitspanne mit seiner engsten Bezugsperson positive Bindungserfahrungen, dann entwickelt es psychische Sicherheit. Und die wiederum ist der Schlüssel zu Gesundheit und Lebensglück, wie beeindruckende Langzeitstudien belegen,
in: Psychologie Heute, Nr.1, Januar

STERN-Titelgeschichte: Lieben lernen.
Wie man Bindungsängste überwindet und als Paar glücklicher ist

POELCHAU, Nina (2013): Hin und weg.
Wird die Beziehung enger, laufen sie fort, trotz aller Sehnsucht nach Liebe. Menschen mit Bindungsangst leiden an tiefen inneren Konflikten - es lohnt sich, diese rechtzeitig zu durchschauen,
in:
Stern Nr.46 v. 07.11.

"Björn Seifert ist einer von vielen. Einer von der Art, wie sie sich der Autor Sven Hillenkamp für sein Buch »Das Ende der Liebe - Gefühle im Zeitalter unendlicher Freiheit« genauer angesehen hat. Hillenkamp beschreibt eine Zeit, die zu Bindungsproblemen führt, weil die Ansprüche immens sind, weil es überall um Selbstoptimierung geht, also auch auf dem großen Wühltisch der Partnersuche (...). Für Hillenkamp hat die Liebe zwei Feinde: Entweder, wie früher: den Zwang zusammenzubleiben. Oder: Die Grenzenlosigkeit",

verklärt POELCHAU das Buch von Sven HILLENKAMP, der die Probleme eines ökonomisch sorgenfreien individualisierten Milieus beschreibt, während die Zwänge der Hartz-Gesellschaft ausgeblendet werden. Die Online-Partnersuche wird dann einseitig im Sinne von Love in Times of Algorithms (Dan Slater) dargestellt, die repräsentativ für angebliche 7 Millionen Online-Partnersuchende sein soll. Der Bestseller Warum Liebe weh tut von Eva ILLOUZ, der die Situation von partnersuchenden Karrierefrauen mit Kinderwunsch in Zeiten beklagt, darf natürlich ebenfalls nicht fehlen.

Bindungsangst ist - jenseits des tatsächlichen Vorkommens dieses Phänomens - in erster Linie das Thema einer neubürgerlichen Gesellschaft, die ihre sozioökonomischen Grundlagen verleugnet.

PSYCHOLOGIE HEUTE-Titelgeschichte: Unsere Kindheit.
Wie sie die seelische und körperliche Gesundheit beeinflusst

USTORF, Anne-Ev (2014): Bindung.
Die sicherer Basis fürs Leben. Gespräch mit dem Kinder- und Jugendpsychiater Karl Heinz Brisch,
in: Psychologie Heute, Mai

Neu:
WILHELM, Klaus (2014): Die frühe Kindheit und der späte Schmerz.
Was haben Herz- und Kreislaufleiden, Krebs, Rheuma, Morbus Crohn, Asthma oder Fibromyalgie mit der frühen Kindheit zu tun? Sehr viel! Belastende Erfahrungen in den ersten Lebensjahren können im Erwachsenenalter zu chronischen Erkrankungen und „unerklärlichen“ Beschwerden führen. Bislang aber ignoriert die Schulmedizin diesen Zusammenhang,
in: Psychologie Heute, Mai

 
   

Karin & Klaus E. Grossmann im WWW

www.psychologie.uni-regensburg.de/Grossmann/
 
   

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webmaster@single-generation.de Erstellt: 13 September 2004
Update: 02. Oktober 2015