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Reinhold Sackmann: Generationsanalyse sozialer Ungleichheit

 
       
     
       
     
       
   

Reinhold Sackmann in seiner eigenen Schreibe

 
   

SACKMANN, Reinhold (1998): Generationenverhältnis und Gerechtigkeit - das Beispiel der Rentenversicherung,
in: Gewerkschaftliche Monatshefte, 49, S.713-721

SACKMANN, Reinhold (2001): Generationsspezifische Arbeitsmarktchancen im internationalen Vergleich. In: Peter A. Berger/ Dirk Konietzka (HG) Die Erwerbsgesellschaft. Neue Ungleichheiten und Unsicherheiten, Opladen: Leske + Budrich. S. 253-276

SACKMANN, Reinhold (2004): Institutionalistische Generationsanalyse sozialer Ungleichheit. In: Marc Szydlik (HG) Generation und Ungleichheit, Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften, S.25-48

Neu:
SACKMANN, Reinhold (2007): Social Protection in Germany: Is There a Growing Generational Inequity?
In: Horizons Stratégiques, Nr.5, S.120-129

 
   

Reinhold Sackmann im Gespräch

 
   
  • fehlt noch
 
       
   

Coping with Demographic Change (2014).
A Comparative View on Education and Local Government in Germany and Poland
, Wiesbaden:
Springer VS
(zusammen mit Walter Bartl, Bernadette Jonda, Katarzyna Kopycka und Christian Rademacher)

 
   
     
 
   

Klappentext:

"With many OECD countries experiencing a decline in their populations, this book offers a theoretical model of coping with demographic change and examines different strategies that societies have used to come to terms with demographic change. In particular, it details the different ways that Germany and Poland have tried to cope with this challenge and reveals three conflicting strategies: expansion, reduction, and phasing out.
Coverage in includes:
· How and why demographic change was used in Poland to expand the education system
· The variance of linkage between demographic change and growth rates in different fields of education in a German Bundesland
· Modes of reflexivity and personnel policy in German and Polish municipalities
· Effects of demographic change and forms of coping on fiscal capacity and unemployment rates in German municipalities
Coping with Demographic Change examines how and why societies cope with these detrimental effects. It conceptualizes the challenges a society faces as a result of demographic change and focuses on the processes by which actors, organizations and nation-states try to cope with this new situation."

Inhaltsverzeichnis

1. Introduction
2. Demographic Change as a Challenge
3. How do Societies Cope with complex Demographic Challenges? A Model
4. Data Sets and Methods Used
5. Why do Municipalities "think" in Demographic Terms? Governing by Population Numbers in Germany and Poland
6. Coping with Demographic Decline in German and Polish Municipalities
7. Expansive Reaction to Demographic Change. The Case of the Polish Educational Sector
8. The Demographic Responsiveness of Education Demand and Supply at Different Levels of the Education System
9. Personnel Strategies of Public Sector Organisations in Response to a Declining Service Population. A Model and Empirical Evidence
10. Demographic Challenges and Mentalities: Models of Reflexivity and Personnel Policy in Germany and Polish Municipalities
11. The Consequences of Coping with Demographic Change for Fiscal Capacity of and Unemployment in German Municipalities

 
     
 
       
   

Rezensionen

fehlen noch

 
       
   

Institutionalistische Generationsanalyse sozialer Ungleichheit
in:
Marc Szydlik
(Hg.) Generation und Ungleichheit, Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften

 
   
     
 
   

Zitat:

Die Organisationsfähigkeit von Generationsinteressen

"Politische Unternehmer spielen eine wichtige Rolle bei der Organisation von Interessen, die nicht objektiv vorhanden, sondern auch kreativ geschaffen werden können.
(...).
Ein Beispiel für die zunehmende Organisierbarkeit auch von Generationsinteressen bietet die generational equity Debatte in den USA in den 1980er Jahren (...). Es standen sich (...) zwei Generationsverbände mit charakteristischen Problemen und Möglichkeiten gegenüber: AARP, einer der mitgliederstärksten Verbände der USA überhaupt, der die Interessen amerikanischer Rentner vertritt. Ein schlafender Riese, der aufgrund der Heterogenität der Mitgliederinteressen nicht immer kampagnefähig ist. Ihm gegenüber stand AGE, Americans for generational equity, ein kleiner issue-Verband, der von politischen Unternehmern geschaffen und professionell geführt wurde. Dieser Verband versuchte einen neuen frame zu setzen: »Generationengerechtigkeit«. Aus diesem frame konnten polarisierende Aussagen abgeleitet werden, wie die, dass die »Sozial«-Versicherung Rentenversicherung nicht sozial sei, da sie die »junge Generation« benachteilige. Der frame formiert (über eine ideologische Innovation) eine Interessenlage, die durch eine schnelle Medienverbreitung Aufmerksamkeit erregt. Ein issue war geschaffen. AGE zeigt allerdings auch die Grenzen der Macht von issue-Verbänden. Durch Skandale der politischen Unternehmer des Verbandes verlor er rasch an Glaubwürdigkeit ebenso wie durch das Bekanntwerden eines intensiven Sponsoring des Verbandes durch eigeninteressierte Finanzunternehmen.
Diese in Ansätzen auch in Deutschland erkennbare Organisationskonstellation verdeutlicht, dass »schwache Interessen« wie z.B. generationsspezifische Interessenlagen durchaus organisierbar sind." (2004, S.43)

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Generationsbegriff: Generationsbeziehungen und Generationsverhältnisse
2.1 Verschiedene Generationenbeziehungen
2.2 Begriffe
2.3 Institutionell mitbedingte Generationsverhältnisse

3 Generationen und Vergesellschaftsformen
4 Generationen und "neue" soziale Ungleichheit

 
     
 
       
   

Beitrag von single-generation.de zum Thema

Die netten Jahre sind vorbei (Teil 1) - Formiert sich eine neue politische Generation? Droht ein Generationenkrieg wegen den Babyboomern? Die Generation Leistungsträger erobert den Buchmarkt

 
       
   

Konkurrierende Generationen auf dem Arbeitsmarkt (1998).
Altersstrukturierung in Arbeitsmarkt und Sozialpolitik

Opladen/Wiesbaden: Westdeutscher Verlag

 
   
     
 

Zitate:

Die Generational-equity-Debatte anhand der Ansätze von Samuel H. Preston, David Thomson und James S. Coleman

"Der Demograph Preston (1984) beschrieb in einem knappen und sehr breit rezipierten Artikel das neue Thema »generational equity«. Ausgangspunkt der Überlegungen ist die veränderte Alterszusammensetzung von modernen Gesellschaft (...). Das Problem, das Preston entfaltet, läßt sich auf den Nenner bringen, daß Ältere und Jüngere um knappe Güter (v.a. Sozialleistungen) konkurrieren. Da Ältere aufgrund ihrer steigenden Zahl und ihrer politischen Macht an Bedeutung gewinnen, werden zunehmend jüngeren Generationen Ressourcen entzogen.
Noch akzentuierter ist eine Problembeschreibung von Thomson (1990, 1992), der noch sehr viel radikaler als Preston die Generationsverhältnisse von modernen Wohlfahrtsstaaten am Beispiel Neuseelands kritisiert. Er geht davon aus, daß der Wohlfahrtsstaat primär eine Umverteilung zwischen Generationen vornimmt. (...). Die Kürzungen des Sozialstaats, die in den 70er Jahren einsetzten, betrafen v.a. Programme, die Jüngere begünstigt hatten, während Renten- und Gesundheitsleistungen, von denen primär Ältere profitieren, ständig an Volumen zunahmen. Gleichzeitig engen überproportionale Jugendarbeitslosigkeit, Einkommensabsenkungen für Berufseinsteiger und die Zunahme unsicherer Beschäftigungsverhältnisse den finanziellen Spielraum Jüngerer ein. (...). Thomson erklärt diese Entwicklung damit, daß eine einzige Generation, die »welfare generation« (in etwa die Geburtskohorten 1925-1945 (Thomson 1993: 220), die Mechanismen zu ihren Gunsten benutzte (...). Aufgrund dieses Generationsegoismus könne sich der Wohlfahrtsstaat nicht stabilisieren. (...).
Der Kern des Arguments von Thomson zielt also darauf zu behaupten, daß Wohlfahrtsstaaten das Unternehmen einer Generation seien. Die zunehmende Begünstigung Älterer durch den Wohlfahrtsstaat sei der Beginn der Selbstauflösung des Wohlfahrtsstaates, da er unfähig sei, eine gerechte Ordnung des Verhältnisses der Generationen aufzubauen.
Während Preston und Thomson die mangelnde bzw. rückläufige Unterstützung von Familien durch Veränderungen des Wohlfahrtsstaates kritisieren, beschreibt Coleman (1992) in seinem Problemaufriß die Folgen der Aushöhlung der Familie durch die Existenz und zunehmende Bedeutung des Wohlfahrtsstaates und anderer Korporationen. Die Verlagerung der Versorgung Älterer von der Familie zu sozialstaatlichen Einrichtungen verringere den »Anreiz für die Eltern, die Erfolgschancen der Kinder zu verbessern« (...).
Coleman lokalisiert also den neuen Generationskonflikt in einer unbeabsichtigten Folgewirkung des Modernisierungsprozesses, wodurch die Produktionsbedingungen von sozialem Kapital durch Familien untergraben werden und gleichzeitig kein funktionales Äquivalent bereitgestellt werden kann.
Trotz aller Unterschiede der Positionen von Preston, Thomson und Coleman gibt es eine Gemeinsamkeit: Thema sind jeweils strukturell bedingte Ungleichgewichte zwischen Generationen, die im Kampf um Ressourcen zu Spannungsverhältnissen führen. (...). Von Interesse ist für mich nur, daß in diesem Diskurs implizit oder explitzit mit Konzepten intergenerationaler Gerechtigkeit operiert wird. (1998, S.180ff.)

Die Unterscheidung von drei Formen der Ungleichheit zwischen Altersgruppen und ihre Relevanz für Alterssicherungssysteme

"Zu unterscheiden sind (...) Altersgruppenprobleme und Periodenprobleme, bei denen Generationenungleichheiten jeweils ethisch irrelevant sind, von Kohortengruppenproblemen, die allein den Kern ethisch und praktisch zu behandelnder »generationaler Ungleichheit« bilden. Kohortengruppenprobleme treten immer dann auf, wenn die Verteilungsstruktur nicht konstant bleibt und vorhersehbare Strukturveränderungen anstehen. (...). Die Unterscheidung bietet (...) den Vorteil, daß sie ein wichtiges Instrumentarium für das Anliegen, öffentliche Rentenversicherungen zu stabilisieren, bereitstellt. (...).
Öffentliche Rentenversicherungen stellen die quantitativ umfangreichste Institution intergenerationalen Finanztransfers dar, deren Ausdifferenzierung und Stabilisierung ebenso unwahrscheinlich wie komplex ist. Sie sind damit m. E. ein gutes Beispiel für die Institutionalisierbarkeit intergenerationaler Gerechtigkeit.
Wie löst das öffentliche Rentenversicherungssystem in Deutschland die drei zeitlichen Probleme intergenerationaler Gerechtigkeit? Zur Lösung der Altersgruppenprobleme wurde das »Äquivalenzprinzip« eingeführt, das eine Äquivalenz zwischen der (schicht-)positionalen Stellung in der Erwerbsphase der mittleren Lebensphase und der positionalen Stellung im Ruhestand herstellt. (...)
Zur Lösung von Periodenproblemen wurde bei der Rentenversicherung das »Umlageverfahren« eingeführt. (...). Um eine Stabilisierung für eine derart verzeitlichte Institution zu erreichen, wurde (...) versucht, das System nach seiner politischen Gründungsphase mit selbstläufigen Regelmechanismen (Rentenformel) auszustatten (...). Wie das Beispiel der Wiedervereinigung Deutschlands empirisch zeigt, gelingt der Rentenversicherung gerade die Lösung (...) gut.
Das öffentliche Rentenversicherungssystem war im Unterschied dazu bei Kohortengruppenproblemen bisher nicht zu einer Lösung fähig. Die schon bei seiner Neugründung 1957 vorhersehbaren demographischen Strukturveränderungen wurden ebenso wie die seit den 70er Jahren spürbar werdenden Frühverrentungskrisen nicht stabilisierend gelöst. (...) Restabilisierung dieses Systems (...) (ist) nur möglich (...) durch eine generelle Veränderung der Rentenformel, deren Ziel dann nicht nur eine Gewährleistung des Äquivalenzprinzips (also der Verteilung von Konsum über die Lebenszeit) sein sollte, sondern auch die Sicherung der Kohortenstabilität, indem der Zeitpunkt der Verrentung (und damit der Umfang der Leistungserbringung) zu einem selbstregulierenden Teil der Rentenformel werden sollte. (...). Damit kann dem Argument von Thomson, daß der Wohlfahrtsstaat prinzipiell ein »Ein-Generationen-Unternehmen« darstellt, nicht zugestimmt werden." (1998, S.220ff.)   

Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1: Einleitung
Kapitel 2: Der Begriff des Alters in der Sicht der Theorie des Lebenslaufs
Kapitel 3: Figurationstheoretische Überlegungen zu einer Theorie des Lebenslaufs
Kapitel 4: Mengenrelationen von Generationen auf dem Arbeitsmarkt
Kapitel 5: Übergangsstrukturen von Generationen auf dem Arbeitsmarkt
Kapitel 6: Der Einfluß von Verrentungsprozessen und Mobilitätsprozessen auf die Arbeitsmarktrisiken von Berufseinsteigern
Kapitel 7: Gerechtigkeit im Generationenverhältnis
Kapitel 8: Zukunft der Lebenslaufsoziologie: Resümee und Desiderata

 
     
 
       
   

Beitrag von single-generation.de zum Thema

Die netten Jahre sind vorbei (Teil 1) - Formiert sich eine neue politische Generation? Droht ein Generationenkrieg wegen den Babyboomern? Die Generation Leistungsträger erobert den Buchmarkt

 
   

Reinhold Sackmann im WWW

www.soziologie.uni-halle.de/sackmann
 
   

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webmaster@single-generation.de Erstellt: 12. Februar 2003
Update: 25. Dezember 2014