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Ronald Hitzler: Leben in Szenen

 
       
     
       
     
       
   

Ronald Hitzler in seiner eigenen Schreibe

 
   

ALTHAMMER René & Ronald HITZLER (Hg.)(1994): Im Dschungel der politisierten Gesellschaft.
Ulrich Beck in der Diskussion,
in:
Ästhetik & Kommunikation, Heft 85/86, Mai

HITZLER, Ronald (1997): Der unberechenbare Bürger. Über einige Konsequenzen der Emanzipation der Untertanen. In: Ulrich Beck (Hrsg.) Kinder der Freiheit, Frankfurt a/M: Suhrkamp, S.175-194

HITZLER, Ronald (1999): Die "Entdeckung" der Lebens-Welten. Individualisierung im sozialen Wandel. In: Herbert Willems & Alois Hahn (Hg.) Identität und Moderne, Frankfurt a/M: Suhrkamp, S.231-249

HITZLER, Ronald (2000): Die Wiederentdeckung der Handlungspotentiale.
Problemstellungen politischer Soziologie unter den Bedingungen reflexiver Modernisierung,
in: Zeitschrift für Politik. Organ der Hochschule für Politik München, H.2, Juni

 
       
   

Ronald Hitzler im Gespräch

 
   

RÜCKERT, Sabine (2000): Heimwerker des Lebens.
Ronald Hitzler, Soziologe an der Universität Dortmund, über strapaziöse Beziehungen und die neue Unverbindlichkeit,
in: Die ZEIT Nr.34 v. 17.08.

Neu:
STEPHAN, Beat A. (2003): Die jungen Missionare.
Moral ist trendy, gerade bei Jugendlichen. Sie wenden sich von der Partywelt der Techno-Szene ab und engagieren sich für das Gute - zum Beispiel für den Frieden,
in: Brückenbauer Nr.22 v. 27.05.

Beat A. STEPHAN interviewt den Soziologen Ronald HITZLER, der den Wandel der Jugendkulturen an den Begriffen "Bewegungen" und "Szenen" festmacht. Seine Dialektik der Jugendkultur liest sich dann so:

"Techno hat mit der Verweigerung der Debatte eine Vereinfachung bewirkt. Überspitzt gesagt, hat diese Szene das Diskussionsniveau auf Null runtergefahren. Die wortkarge Techno-Kultur befreite von der Last des Textes. Damit ebnete sie Jüngeren den Weg für die Wiederentdeckung von Text und Moral. Sie konnten sich abgrenzen, indem sie sagten: Wir haben ein Anliegen. Ich denke dabei auch an die Renaissance der textlastigen Gothic-Szene oder des Hip-Hop mit seinen oft sozialkritischen Texten."

Man kann jedoch auch einen anderen Blick auf den Gegenstand werfen. Der Subkulturforscher Rolf SCHWENDTER hat z.B. den Zusammenhang zwischen der Forschung und ihrem Gegenstand so beschrieben:

"Nie werde ich vergessen, wie 1976 - ich trank in einem Dubrovniker Touristenhotel meinen Nachmittagskaffee, eine Gruppe junger Männer zielstrebig auf mich zu trat und mir erklärte, sie seien die Street Corner Society von Dubrovnik und hatten gehört, ich würde mich für Leute wie sie interessieren. 1987 hatte ich ein Podium mit Skinheads (keine Angst, es waren Oi-Skins, und, entsprechend, ganz umgängliche Leute) - deren erster sich mit den Worten vorstellte: »Ich heiße... und gehöre der Jugendsubkultur der Skinheads an.« Schließlich (...) war ich, es ist noch nicht lange her, mit der Forderung eines Skaters konfrontiert, die Skater als Subkultur anzuerkennen und sie nicht als bloße Teilkultur zu betrachten."
(aus: "Gibt es noch Jugendsubkulturen?", S.12f.1995) 

 
       
   

Leben in Szenen (2010).
Formen juveniler Vergemeinschaftung heute,
(zusammen mit Arne Niederbacher)

Wiesbaden:
Verlag für Sozialwissenschaften

 
   
     
 

Klappentext

"Szenen sind »wolkige« Formationen: Sie sind ständig in Bewegung und ändern fortwährend ihre Gestalt. Aus der Ferne scheinen die Ränder scharf zu sein und eine klare Gestalt zu ergeben. Je mehr man sich ihnen nähert, desto stärker jedoch verliert sich dieser Eindruck. Abgrenzungen erweisen sich als äußerst diffus, die Ränder überlappen sich mit anderen Szene-Rändern oder erstrecken sich - nach unterschiedlichen Richtungen ausfransend - in heterogene Lebensstilformationen und Publika hinein. Natürlich können Szenen gleichsam als Sozialisationsagenturen im Dienste der Erwachsenen-Gesellschaft fungieren. Vor allem aber spannen Szenen eigenständige kulturelle Räume auf, die von Menschen getragen werden, welche wir durchaus als »Jugendliche« bezeichnen können, aber eben in einem für Erwachsene typischerweise recht unbequemen Sinne: Jugendliche im dabei implizierten Verstande sind nicht grundsätzlich junge Menschen - auch wenn ihr Alter (noch) sehr häufig zwischen 15 und 25 liegen mag.
Leben in Szenen gewinnt besonders für Jugendliche immer stärker an Bedeutung. Durch die empirische Rekonstruktion besonderer Erlebnisqualitäten unterschiedlicher Szenen entsteht ein differenziertes Bild aktueller Jugendkulturen. Leben in der spätmodernen Gegenwartsgesellschaft ist hochgradig individualisiert: Subjektivierungs-, Pluralisierungs- und Globalisierungsprozesse, sowohl in ökonomischer als auch in politischer und kultureller Hinsicht, lösen die lebenspraktische Relevanz ehedem dominierender Klassen- und Schichtstrukturen für die individuelle und kollektive Selbst- und Fremdverortung im sozialen Raum zunehmend ab. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung wird die Orientierung an neuen Formen der Vergemeinschaftung insbesondere von Jugendlichen zunehmend kompetent und selbstverständlich gehandhabt. Unter diesen neuen Vergemeinschaftungsformen scheinen für das Miteinander - und infolgedessen auch für die sozialwissenschaftliche Analyse - solche besonders relevant zu werden, die wir auf den Begriff der »Szene« bringen können. Das Konzept »Szene« macht heterogene Kulturformationen vergleichbar und eröffnet zugleich den Blick auf deren je besondere Erlebnisqualitäten.

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Szenen im Kontext gesellschaftlicher Modernisierung

1.1 Aktuelle gesellschaftliche Strukturen und Veränderungen
1.2 Konsequenzen für die Lebensphase "Jugend"
1.3 Posttraditionale Formen der Gemeinschaftsbildung
1.4 Szenen
1.5 Zur "kartografischen" Operationalisierung des Szenekonzeptes

2 Szenedarstellungen

2.1 Antifa
2.2 Black Metal
2.3 Cosplay
2.4 Demoszene
2.5 Gothic
2.6 Graffiti
2.7 Hardcore
2.8 Hip-Hop
2.9 Indie
2.10 LAN-Gaming
2.11 Parkour
2.12 Punk
2.13 Rollenspieler
2.14 Skateboarding
2.15 Skinheads
2.16 Sportklettern
2.17 Techno
2.18 Ultras
2.19 Veganer
2.20 Warez

3 Aspekte juveniler Vergemeinschaftung

3.1 Interaktionsgeflecht "Szene"
3.2 Szenen und andere Gesellungsformen
3.3 Trends in Szenen

     
 
       
   

Die Website zum Buch

www.jugendszenen.com

 
       
   

Karrierepolitik (2003).
Beiträge zur Rekonstruktion erfolgsorientierten Handelns,
(herausgegeben zusammen mit Michaela Pfadenhauer)
Verlag für Sozialwissenschaften

 
   
     
 

Klappentext

"Unter der Maßgabe, dass sich Karriere als eine politische Angelegenheit bestimmen lässt, vereint der Band zum einen Beiträge, die nach individuellen Strategien und Taktiken beim Verfolg von Karriereambitionen fragen, Karriere also als (intendierte) Effekte der Mikropolitik des Akteurs in seiner Organisation begreifen. Sozusagen die Gegenposition hierzu markieren zum anderen Beiträge, die sogenannte makrostrukturelle Bedingungen, soziale Determinanten, institutionelle Normierungen, organisatorische Faktoren, biographische Lagerungen und kollektive Habitus für Karriereverläufe betonen. Dem dabei implizierten Konzept des Politischen liegt die Auffassung zugrunde, dass neue Formen politischen Handelns sich sowohl in einer modernisierten, vor allem auf Popularität und Populismus abzielenden Form des Betreibens von "Politik und Beruf" unter den Bedingungen massenmedialer (Selbst-)Inszenierungschancen und -zwänge zeigen als auch in der Verbreitung und Veralltäglichung von politischen Intentionen und Strategien unter »Nichtpolitikern«."

     
 
       
   

Die Beiträge des Sammelbandes

HITZLER, Ronald & Michaela PFADENHAUER - Politiken der Karriere. Oder: Heterogene Antworten auf die Frage, wie man den Karren durch den Dreck zieht

I. Leitbilder der Karrierepolitik

KAESLER, Dirk - Karrierepolitik zwischen Geld und Wissenschaft. Der Fall Max Weber

GEBHARDT, Winfried - "Fachmenschen ohne Geist, Genußmenschen ohne Herz". Über das Karriereleitbild des "Machers"

PRISCHING, Manfred - Seelentraining. Über eine neue Dimension der Karrierepolitik

BLASK, Falko - Karriere total? - Karriere unmöglich?

II. Rahmenbedingungen von Karrierepolitik
HILLMERT, Steffen - Karrieren und institutioneller Kontext. Fallstudien aus dem Bereich der Ausbildungsberufe

LUZIO, Gaia di - Karrieren im öffentlichen Dienst. Veränderung eines Aufstiegsmodells durch die Verwaltungsreform

ENGLER, Steffani - "Aufsteigen oder Aussteigen". Soziale Bedingungen von Karrieren in der Wissenschaft

HUBER, Andreas & Ivo ZÜCHNER - Berufskarrieren ohne Muster. Langfristige Wirkungen eines umstrittenen akademischen Qualifikationsprofils in der Erziehungswissenschaft

III. Ressourcen für Karrierepolitik
PUNIA, Peter - Soziales Kapital als Ressource der Karrierepolitik

HARTMANN, Michael - Individuelle Karrierepolitik oder herkunftsabhängiger Aufstieg? Spitzenkarrieren in Deutschland

BÖHNISCH, Tomke - Karriereressource Ehefrau - Statusressource Ehemann. Oder warum Frauen von Topmanagern keine berufliche Karriere machen

BEHNKE, Cornelia & Michael MEUSER - Karriere zu zweit - Projekt oder Problem? Zum Verhältnis von beruflichem Erfolg und Lebensform

VOGT, Ludgera - Karrierepolitik in der Bürgergesellschaft

HORNBOSTEL, Stefan - Kleine Alchemie der Karriere. Oder: Wie man aus Blech Gold macht

IV. Karrierepolitik als Professionspolitik
HOERNING, Erika M. - Karrierepolitik: Professionelle Frauen. Zur sozialen Konstruktion symbolischer Ordnung

FROMMEL, Monika - Karrierepolitik für Juristinnen in Deutschland

ENDERS, Jürgen - Flickwerkkarrieren und Strickleitern in einer prekären Profession. Ein Beitrag zur Nachwuchspolitik an den Hochschulen

KOPPETSCH, Cornelia - Neue Wirtschaftsberater als Sinnstifter der Marktkultur? Zur professionellen Bedeutung neuer Leitbilder wirtschaftlichen Handelns

V. Karrierepolitik als Mikropolitik
BÖGENHOLD, Dieter - Sind die Einzelnen ihres Glückes Schmied? Überlegungen zur Frage des Verhältnisses von Akteur und Struktur und den Schwierigkeiten der Interpretation von Karrieremanagement

SCHIFFINGER, Michael & Guido STRUNK - Zur Messung von Karrieretaktiken und ihrer Zusammenhänge mit Karriereerfolg und Karriereaspirationen

FUNKEN, Christiane & Susanne FOHLER. Unternehmerische Informationspolitik als Karrierestrategie. Alternierende Karrierechancen im Vertrieb

KESSELRING, Sven - Eine Frage der Logistik. Karrieren im Spannungsfeld von Mobilität und Flexibilität

MEYER, Thomas - Politische Karriere und theatralische Kompetenz

REICHERTZ, Jo - Erfolgreich Sozialwissenschaft betreiben. Überlegungen zur Karrierepolitik einer kritischen Berufsgruppe

 
       
   

Leben in Szenen (2001).
Formen jugendlicher Vergemeinschaftung,
(zusammen mit Thomas Bucher und Arne Niederbacher)

Opladen:
Leske + Budrich

 
   
     
 

Klappentext

"Technoide, Hardcores, Gothics, Skater, Sprayer, Videospieler, Daily Soap-Fans, Street Gangsters, Antifas, Junkies, Lebensretter, Sportkletterer - ein »struktureller« Vergleich solch unterschiedlicher Beispiele jugendkultureller Fokussierungen zeigt nicht nur, dass eine spezielle Form der Vergemeinschaftung für das Selbst- und Weltverständnis von Jugendlichen immer bedeutsamer wird, sondern auch, dass Jugendliche diese Formen der Vergemeinschaftung vor dem Hintergrund vielfältiger Individualisierungsprozesse zunehmend kompetent und selbstverständlich handhaben. Gemeint ist die Orientierung an bzw. das Leben in Szenen.
Das Konzept »Szene« ermöglicht einen analytischen Vergleich heterogener Kulturformationen und eröffnet zugleich den Blick auf ihre je besonderen Erlebnisqualitäten. Durch deren empirische Rekonstruktion entsteht ein zugleich differenziertes und strukturiertes Bild kultureller Orientierungen von Jugendlichen heute."

     
 
       
   

Das Buch in der Debatte

fehlt noch
 
   

Techno-Soziologie (2001).
Erkundungen einer Jugendkultur,
(zusammen mit Michaela Pfadenhauer)

Opladen:
Leske + Budrich

 
   
     
 

Klappentext

"»Techno« ist im Laufe eines Jahrzehnts zum Massenphänomen avanciert, das anhaltend mediale Aufmerksamkeit erregt. Die Beiträge des Bandes dokumentieren Komplexität und Vielseitigkeit dieses in der breiten Öffentlichkeit vorwiegend einseitig und vorurteilsbeladen wahrgenommenen jugendkulturellen Phänomens. »Techno« ist ein Sammelbegriff nicht nur für verschiedene Phänomene, sondern für verschiedene Arten von Phänomenen: für mehrere musikalische Stilrichtungen, eine Reihe von Tanzformen, ein Bündel von Lebensgefühlen, etliche habituelle Spezifikationen, divergente ideologische Milieus. Der Ausdruck »Techno-Szene« umfasst eine Vielzahl und Vielfalt von Akteuren sowie von deren Aktivitäten und Objektivationen, die auf alle möglichen Arten und Weisen mit Techno zu tun haben. Die in den zurückliegenden drei bis vier Jahren auch im deutschsprachigen Raum stark intensivierte und personell verbreiterte sozialwissenschaftliche Techno-Forschung hat auf der Basis vielfältiger empirischer Untersuchungen einen beträchtlichen Bestand an systematisierenden Beschreibungen, analytischen Rekonstruktionen und auch theoretischen Deutungen dieses Phänomens erzeugt. Mit diesem Sammelband liegen einschlägige Forschungserträge erstmals in gebündelter Form vor. Er ist damit als eine Art Zwischenbericht der sozialwissenschaftlichen Techno-Forschung im deutschsprachigen Raum zu verstehen."

     
 
       
   

Beitrag von single-generation.de zum Thema

Berlin, Techno und der Easyjetset. Oder wie Techno zur einflussreichsten Hauptstadtkultur geworden ist

 
   

Die Beiträge des Sammelbandes

Vorwort

HITZLER, Ronald - Erlebniswelt Techno. Aspekte einer Jugendkultur

I. Techno-Events
WERNER, Julia - Die Club-Party. Eine Ethnographie der Berliner Techno-Szene

MEYER, Erik - Zwischen Parties, Paraden und Protest. Zur politischen Soziologie der Techno-Szene

DUMKE, Oliver - Techno als säkulare Liturgie. Anmerkungen zu Form und Funktion von Gottesdienst und Technoevent

GEBHARDT, Winfried - "Wagalaweia, bumm, bumm, bumm". Über einige strukturelle Affinitäten zwischen den Kulturszenen der Wagnerianer und der Technoiden

II. Techno-Identität
CORSTEN, Michael - Was hält Event-Szenen in Schwung? Selbstpositionierungen auf der Bühne, im Netzwerk und in Ekstaseritualen einer gegenwartsakzentuierten Erlebnisgesellschaft

STAUBER, Barbara - Übergänge schaffen. Jugendkulturelle Zusammenhänge und ihre Bedeutung für das Erwachsen(?)werden am Beispiel Techno

HERMA, Holger - Generationelle Erfahrung und kollektive Mentalität. Techno als historischer Kommentar
III. Techno-Tanz-Musik
KLEIN, Gabriele - Urban Story Telling: Tanz und Popkultur

RÖSING, Helmut - Massen-Flow. Die "Rebellion der Unterhaltung" im Techno

JERRENTRUP, Ansgar - Das Mach-Werk. Zur Produktion, Ästhetik und Wirkung von Techno-Musik
IV. Techno-Drogen
SCHROERS, Artur - Zum Drogengebrauch im Techno-Party-Setting. Erkenntnisse der Drogentrendforschung und Ausblicke auf ein Drogeninformations- und Monitoring-Netzwerk
V. Techno-Videos
PFADENHAUER, Michaela - Was andere Augen sehen. Perspektiven der Rezeption des Techno-Videoclips "Sonic Empire"

REICHERTZ, Jo - The Raving Camera oder: Die Dekonstruktion eines Events. Bemerkungen zur Fernseh-Inszenierung einer Techno-Reise

VI. Techno-Codes

VOGELGESANG, Waldemar - Design-Kultur "Techno"

RICHARD, Birgit - "Love is war for miles" (Theo Parrish). Zur Ästhetik der Techno- und House-Szene

LIEBL, Franz - "Ein bißchen Spaß muß sein!" (Du-Darfst! Remix). Grundzüge einer fetisch-basierten Analyse der Techno-Kultur

 
       
   

Sinnwelten (1988).
Ein Beitrag zum Verstehen von Kultur
Opladen: Westdeutscher Verlag

 
   
     
 

Zitat:

Singles und die Teilzeit-Struktur des modernen Lebens

"Manche z.B. nehmen sich vor, möglichst ganz allein ihren Alltag zu gestalten »Singles« nennen wir solche Leute heutzutage neudeutsch. Andere nehmen sich im Gegenteil dazu vor, mit bestimmten Anderen möglichst alles gemeinsam zu machen, d.h. »alternativ« zu leben und eben nicht in dieser Rolle mit diesem und in jener Rolle mit jenem Menschen zusammen zu sein, bzw. zu tun zu haben, sondern ganzheitliche und ganzzeitliche Beziehungen zu unterhalten.

Aber auch ganz überzeugte »Singles«, die ihren Ehrgeiz darein legen, möglichst alle traditionellen Beziehungen zu lösen und ungebunden an andere Menschen durchs Leben zu ziehen, stecken einerseits immer schon in eingelebten Teilzeit-Beziehungen (zu Eltern, zu Jugendfreunden oder zumindest zu Arbeitskollegen). Auch überzeugte »Singles« müssen fast unweigerlich bestimmte Phasen ihres Alltags mit immer wieder denselben Anderen teilen. Und andererseits bauen auch überzeugte »Singles« fast ebenso unweigerlich neuartige (oder auch gar nicht so neuartige) dauerhafte Beziehungen zu anderen Menschen auf - auch wenn diese dann oft mit dem Nimbus der Zufälligkeit verbrämt werden. (Besonders typisch hierfür sind wohl »Cliquen«, die sich immer wieder in bestimmten Kneipen treffen). Was »Singles« also tatsächlich ändern, sind teilweise die Formen ihrer privaten Beziehungen. Vor allem durchbrechen sie die ihrer Meinung nach überholten, veralteten, gesellschaftlich üblichen Formen der »Verantwortlichkeit« für andere Menschen. Was sie im Prinzip nicht ändern (und, wie ich behaupte, auch nicht ändern können), das ist die Teilzeit-Struktur des modernen Lebens". (S.134)

     
 
       
   

Ronald Hitzler im WWW

www.hitzler-soziologie.de
 
   

weiterführende Links

 
     
   
 
   

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webmaster@single-generation.de Erstellt: 13. September 2003
Update: 12. Juli 2015