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Rosemarie Nave-Herz: Die kindorientierte Heirat

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 1935 in Berlin geboren
    • Studium der Soziologie, Wirtschaftswissenschaften, Pädagogik und Germanistik in Köln
    • 1998 Buch "Heirat ausgeschlossen?"
 
       
     
       
   

Rosemarie Nave-Herz in ihrer eigenen Schreibe

 
   

NAVE-HERZ, Rosemarie (1988): Kinderlose Ehen – Eine empirische Studie über kinderlose Ehepaare und die Gründe für ihre Kinderlosigkeit, Weinheim: Juventa Verlag

NAVE-HERZ, Rosemarie & Corinna ONNEN-ISEMANN (1997): Kinderlosigkeit und künstliche Befruchtung.
In: Einblicke. Forschungsmagazin der Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg, Nr.26, Oktober

NAVE-HERZ, Rosemarie (1997): Pluralisierung familialer Lebensformen - ein Konstrukt der Wissenschaft? In: L. A. Vaskovics (Hg.) Familienleitbilder und Familienrealitäten, Opladen: Leske + Budrich, S. 36-49

NAVE-HERZ, Rosemarie (1998): Die These über den „Zerfall der Familie". In: FRIEDRICHS, Jürgen/LEPSIUS, Rainer M./MAYER, Karl Ulrich (Hg.) Die Diagnosefähigkeit der Soziologie, Sonderheft 38 der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, S. 286-315.

Neu:
NAVE-HERZ, Rosemarie (2010): Die Familie im Wandel. In: Frank Faulbaum & Christof Wolf (Hg.) Gesellschaftliche Entwicklungen im Spiegel der empirischen Sozialforschung, Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften, S.39-57

Ausgangspunkt ist für Rosemarie NAVE-HERZ die Kluft zwischen der Mediendebatte um den familialen Wandel und den empirischen Ergebnissen. Die Soziologin befasst sich deshalb mit den Thesen zum schrumpfenden Familiensektor, zur Pluralisierung der Familienformen und zur Abnahme der Wertschätzung der Familie.

NAVE-HERZ zeigt, dass die Stichhaltigkeit der Thesen in erster Linie vom verwendeten Familienbegriff abhängt. Die These vom schrumpfenden Familiensektor zeigt sich insbesondere bei Querschnittsuntersuchungen als schlüssig. Dagegen weist NAVE-HERZ darauf hin, dass es falsch wäre, dies einfach als starken Rückgang der Familiengründungsneigung misszuverstehen:

"Längsschnittuntersuchungen (...) (Ruckdeschel; Naderi 2009, 2ff.) zeigen, dass noch immer in Deutschland Frauen und Männer - zwar in einem immer späteren Alter in ihrem Leben - aber dennoch überwiegend eine Familie gründen, nämlich 89 % aller Frauen und 78 % aller Männer."

Für die höhere Kinderlosigkeit der Männer macht NAVE-HERZ einen Männerüberschuss verantwortlich.

Die These von der Pluralisierung der Familienformen unterschlägt gemäß NAVE-HERZ die Tatsache, dass in der Vergangenheit Familienformen abgenommen haben, z.B. Alleinerziehen aufgrund von Verwitwung, Adoptiv- und Pflegefamilien sowie kinderreiche Familien. In der "Onkel-Ehe" der Nachkriegszeit sieht die Soziologin ein Phänomen, das vergleichbar war mit den heutigen nicht-ehelichen Lebensgemeinschaften.

Dem Mythos der Mehrgenerationenfamilie hält NAVE-HERZ die Zunahme multilokaler Mehrgenerationen-Familien entgegen.

 
       
   

Heirat ausgeschlossen? (1998).
Ledige Erwachsene in sozialhistorischer und subjektiver Perspektive
(zusammen mit
Dirk Sander)

Frankfurt a/M: Campus

 
   
     
 

Klappentext

"Die Zahl der auf Dauer ledig Bleibenden nimmt in Deutschland seit den fünfziger Jahren stetig zu. Die Autoren bieten Erklärungen für diesen Trend, der deshalb überrascht, weil die ökonomischen und rechtlichen Bedingungen für die Eheschließung noch nie so günstig waren. Dazu analysieren sie die Wirkungen des Wandels der Rechtsnormen und der gesellschaftlichen Bewertung des Ledigenstatus, der zunehmenden Individualisierung und der verbesserten Wohnbedingungen und lassen anhand empirischer Erhebungen die »Betroffenen« zu Wort kommen."

Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Zur Begriffsproblematik "Ledige Erwachsene"

2.1 "Ledig" - Begründung der gewählten Nominaldefinition
2.2 Zum Begriff "Single"

3 Die soziale Bewertung lediger Erwachsener: Ein historischer Rückblick

3.1 Die Widerspiegelung der sozialen Bewertung von ledigen Erwachsenen im Brauchtum und frühen religiösen und weltlichen Gesetzen
3.2 Die soziale Bewertung von ledigen Erwachsenen seit der Neuzeit
3.3 Die soziale Bewertung von Ledigen in unserem Jahrhundert

4 Der Anteil lediger Erwachsener innerhalb ausgewählter Alterskohorten und an der Gesamtzahl der Bevölkerung: ein zeitgeschichtlicher Rückblick

5 Stand der Forschung über die Gründe des Ledig-Seins

5.1 Strukturelle Bedingungen
5.2 Normative Veränderungen
5.3 Individualpsychologische Ursachen des Ledig-Seins

6 Gründe für das Ledig-Sein im Erwachsenenalter aus Sicht der Betroffenen

6.1 Zur heutigen sozialen Bewertung von ledigen Erwachsenen: Betroffene berichten
6.2 Stimmt die These über die heutige "Nesthocker-Generation"? - Eine Sekundäranalyse
6.2.1 Das Auszugsalter aus dem elterlichen Haus oder der elterlichen Wohnung
6.2.2 Gründe für ein Verbleiben im Elternhaus bzw. für den Auszug aus der elterlichen Wohnung

6.3 Die Wohn- und Partnerschaftsbiographie lediger Erwachsener: ein Analyse qualitativer Interviews
6.4 Eheschließungsgründe sowie die verursachenden Bedingungen für das Ledig-Sein bei über 30jährigen: Betroffene berichten

6.4.1 Warum Ehe?
6.4.2 Warum keine Heirat?

6.4.2.1 Ledig-Sein im höheren Erwachsenenalter: eine bewußte rationale Entscheidung für diese Lebensform?
6.4.2.2 Keine Kinder - keine Ehe

7 Abschließende Betrachtung

 
     
 
       
   

weiterführende Links

 
     
   
 
   

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Update: 06. November 2014