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Harald Welzer: Das kommunikative Gedächtnis 

 
       
     
       
     
       
   

Harald Welzer in seiner eigenen Schreibe

 
   
  • WELZER, Harald (2002): Eine Gesellschaft in Angst und Verunsicherung.
    Harald Welzer über die Befindlichkeiten der Deutschen und die Folgen für eine labile Gemeinschaft in den Zeiten des grundlegenden Umbaus,
    in: Frankfurter Rundschau v. 25.11.
    • Inhalt:
      Der Leiter der Forschungsgruppe "Erinnerung und Gedächtnis" am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen und Sozialpsychologe der Universität Witten-Herdecke empfiehlt zuerst Sebastian HAFFNERs Geschichte eines Deutschen, weil es u.a. "einen irritierenden Einblick in den Prozess des Umbaus einer pluralistischen in eine totalitäre Gesellschaft" ermöglicht.
            
        Danach benutzt er Wilhelm HEITMEYERs neueste Studie, um sich dem Problem der "gefühlten Atomisierung" zu widmen.
            
        Diesem Gefühl möchte er mit Law-and-Order-Politik entgegenkommen. Dazu rehabilitiert er MARCUSEs Begriff der "repressiven Toleranz", um ihn gegen seine ehemaligen Verwender aus der 68er-Generation zu richten, die an die Stelle des Strafens die Sozialpädagogik gesetzt hat.
            
        Es stört ihn keineswegs, dass ihm "wertkonservatives Gejammer" vorgeworfen werden könnte, denn die Stabilität der Gesellschaft ist in Gefahr:
            
        "Da (...) die wirtschaftliche Krise wie die des politischen Handelns inzwischen nicht mehr nur die Angehörigen des unteren Drittels der Gesellschaft trifft, sondern in Segmente der gesellschaftlichen Eliten hineinragt, da nicht mehr »nur« Ungelernte, sondern hoch qualifizierte Personengruppen wie Journalisten, Informatiker, Art-Direktoren oder Werksleiter von der Krise bedroht oder bereits erfasst sind, wird sich die Labilität in den Orientierungen gesamtgesellschaftlich weiter ausbreiten."
  • WELZER, Harald (2004): Die Zukunft von einst.
    Zwischen Hartz und Hitler: Wie sich die Demokratie wandelt,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 13.09.
    • Inhalt:
      Harald WELZER führt das Ideengebäude von Götz ALY noch einmal aus, wonach Hitlerdeutschland und die Bonner Republik durch die Kontinuität des Sozialstaatsprinzips miteinander gekoppelt gewesen sind.

            
        Mit dem Umbau des Sozialstaats wird die Entkopplung betrieben. Dies hatte bereits Heinz BUDE als Aufgabe der "Generation Berlin" beschrieben. Aus der Sicht der Berliner Republik liest sich das dann so:
               "Die Demokratisierung der Bundesrepublik und ihre stabile Einbindung in das westliche Wertesystem war von Beginn an verknüpft mit dem Sozialstaatsprinzip, und sie war moralisch grundiert durch das mörderische Scheitern des Modells »Tausendjähriges Reich«. Diese Grundierung beginnt sich im neuen Bild vom »Dritten Reich« aufzulösen. Zugleich wird das idiotische Versprechen von den blühenden Landschaften, an das die damals noch naiven Ostdeutschen in ihrem paternalistischen Staatsverständnis wohl tatsächlich geglaubt hatten, als Lüge empfunden".
  • WELZER, Harald (2003): Die Revitalisierung der Solidarität.
    Es braucht eine Politik, die sich zumutet, klare Ziele für die Gesellschaft der Zukunft zu formulieren,
    in: Frankfurter Rundschau v. 15.09.
  • WELZER, Harald (2004): Das Ende der Idylle.
    Streiks und Demonstrationen halten den Niedergang nicht auf, globale Konkurrenzfähigkeit entsteht nur durch Zukunftsinvestitionen,
    in: Frankfurter Rundschau v. 29.10.
 
       
   

Harald Welzer im Gespräch

 
   
  • Neu:
    ZEIT (2004): Im Gedächtniswohnzimmer.
    Warum sind Bücher über die eigene Familiengeschichte so erfolgreich? Ein ZEIT-Gespräch mit dem Sozialpsychologen Harald Welzer über das private Erinnern,
    in: Die ZEIT Nr.14 v. 25.03.
 
       
   

Das kommunikative Gedächtnis (2002).
Eine Theorie der Erinnerung

München: C. H. Beck

 
   
 
 

Klappentext

"Das Gedächtnis ist nicht das, wofür wir es halten. Lange Zeit dachte man, es sei ein untrügliches Archiv, eine Art Computer, in dem Erlebnisse und Ereignisse gespeichert werden, die es nur abzurufen gilt. Welch ein Irrtum!
Das Gedächtnis weiß nicht nur mehr als wir wissen, sondern es ist zudem auch noch erfinderisch. Das Gehirn hat weniger mit einfachen Reizen, Daten oder ähnlichem zu tun, sondern vielmehr mit Informationen, die Bedeutung haben. »Bedeutung« aber entsteht durch sprachliche und nicht-sprachliche Kommunikation, die wir mittels unserer Emotionen bewerten. Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, daß selbst unsere lebensgeschichtlichen Erinnerungen nicht immer auf eigene Erlebnisse zurückgehen müssen, sondern sich oft auch aus anderen Quellen – beispielsweise aus Büchern, Filmen, Erzählungen anderer – speisen.

So sehr wir uns alle für Individuen halten, uns autonom und getrennt vom anderen sehen, für unser Gedächtnis gilt dies nicht. Ohne Austausch, ohne das vielfältige Wechselspiel mit anderen, ohne emotionale Bewertung des Erlebten bleibt unsere Erinnerung leer. Das Gedächtnis ist kommunikativ oder gar nicht."

 
 
       
   
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Update: 03. November 2004
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