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Andreas Lange: Die Neugestaltung des Lebenslaufs als Beitrag zur Generationenpolitik

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 1960 geboren
      2007 Mitherausgeber von
      "Generationen und Familie"
    • Professur für Soziologie in den Handlungsfeldern Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege an der HS Ravensburg-Weingarten
 
       
     
       
   

Andreas Lange in seiner eigenen Schreibe

 
   

BRÄUNINGER, Bettina/LANGE, Andreas/LÜSCHER, Kurt (1997): "Krieg zwischen den Generationen?" Die Darstellung von Generationenbeziehungen in ausgewählten Sachbuchtexten, Arbeitspapier Nr.26, Universität Konstanz

BRÄUNINGER, Bettina/LANGE, Andreas/LÜSCHER, Kurt (1998): "Alterslast" und "Krieg zwischen den Generationen"?
Generationenbeziehungen in aktuellen Sachbuchtexten,
in: Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft, Heft 1, S.3-17

LANGE, Andreas (1999): "Generationenrhetorik" und mehr: Versuche über ein Schlüsselkonzept,
in: Sozialwissenschaftliche Literaturrundschau H.39

Eine Einführung in die Generationendebatte

LANGE, Andreas/BRÄUNINGER, Bettina/LÜSCHER, Kurt (2000): Der Wandel von Familie: Zur Rhetorik sozialwissenschaftlicher Texte,
in: Österreichische Zeitschrift für Soziologie, Heft 1, März, S.3-28

LANGE, Andreas (2006): Arbeits- und Familienzeiten aus Kinderperspektive. In: Hans Bertram/Helga Krüger/C. Katharina Spieß (Hg): Wem gehört die Familie der Zukunft? Expertisen zum 7. Familienbericht der Bundesregierung, Opladen: Budrich

Neu:
LANGE, Andreas & Frank LETTKE (2007): Schrumpfung, Erweiterung, Diversität. Konzepte zur Analyse von Familie und Generationen. In: Derselbe & Andreas Lange (HG) Generationen und Familie, Frankfurt a/M: Suhrkamp

LANGE, Andreas & Peggy SZYMENDERSKI (2007): Arbeiten ohne Ende? Neue Entwicklungen im Spannungsfeld von Erwerbs- und Familientätigkeit. In: Derselbe & Andreas Lange (HG) Generationen und Familie, Frankfurt a/M: Suhrkamp

 
       
   

Andreas Lange im Gespräch

 
   
fehlt noch
 
       
   

Der Wandel von Familie: Zur Rhetorik sozialwissenschaftlicher Texte (2000)
(zusammen mit Bettina Bräuninger und Kurt Lüscher)
In: Österreichische Zeitschrift für Soziologie, Heft 1, März, S.3-28

 
   
     
 

Inhaltsverzeichnis

Einleitung: Der Diskurs über Familie
Eine neue Aktualität von Rhetorik als Folge der Medienentwicklung
Ein Überblick zu aktuellen Analysen der Wissenschaftsrhetorik
"Familienwissenschaftliche Rhetorik"

Methodisches Vorgehen
Ergebnisse: Elemente der familienwissenschaftlichen Rhetorik

Resümee: Die Relevanz der Rhetorikanalyse wissenschaftlicher Texte

Betrachtete soziologische Texte zum Wandel der Familie seit den 1960er Jahren:

HÖHN, Charlotte & Jürgen DOBRITZ (1995): Zwischen Individualisierung und Institutionalisierung - Familiendemographische Trends im vereinten Deutschland. In: Bernhard Nauck & Corinna Onnen-Isemann (Hg.) Familie im Brennpunkt von Wissenschaft und Forschung: Rosemarie Nave-Herz zum 60. Geburtstag gewidmet, Neuwied/Berlin: Luchterhand, S. 149-176

BERTRAM, Hans (1995): Regionale Vielfalt und Lebensformen. In: Bernhard Nauck & Corinna Onnen-Isemann (Hg.) Familie im Brennpunkt von Wissenschaft und Forschung. Rosemarie Nave-Herz zum 60. Geburtstag gewidmet, Neuwied: Luchterhand, S.149-174

BECK-GERNSHEIM, Elisabeth (1994): Auf dem Weg in die postfamiliale Familie. Von der Notgemeinschaft zur Wahlverwandtschaft. In: Ulrich Beck & Elisabeth Beck-Gernsheim (Hg.) Riskante Freiheiten. Individualisierung in modernen Gesellschaften, Frankfurt a/M: Suhrkamp, S.115-138

Zitate:

Das Familienparadox als Ursache von Familienrhetorik

"Unserer Ansicht nach drückt sich in den öffentlichen Kontroversen so etwas wie ein »Familienparadox« aus: Einerseits wird die Familie als Opfer der zivilisatorischen Entwicklungen dargestellt, andererseits jedoch gilt sie als letzte Ressource, um genau diese Missstände zu überwinden. Dieses »Familienparadox« verlangt - wie das für Widersprüche häufig zutrifft - geradezu nach Rhetorik."
(2000, S.9)

Elemente der familienwissenschaftlichen Rhetorik

"Wir möchten folgende Elemente der familienwissenschaftlichen Rhetorik hervorheben:

a) Man kann davon ausgehen, dass Definitionen von Familie einen »Kristallisationspunkt« von Familienrhetorik darstellen, weil anhand der Begriffserläuterungen das zugrunde liegende Familienverständnis im jeweiligen Text in verdichteter Form deutlich wird (...).
Sucht man in den drei Texten nach Definitionen von Familie, so stellt man überraschenderweise fest, dass ausführliche Begriffserklärungen nur im Artikel von Höhn/Dorbritz vorgenommen werden. Sie heben den Charakter der Ehe und Familie als Institution hervor und grenzen sich explizit von einem Alltagsverständnis von Familie ab: »Hier wird Familie als eine Institution verstanden, die durch die Gesellschaft dem Individuum mit dem Ziel 'zur Verfügung gestellt' wird, sowohl soziale als auch individuelle Interessen zu wahren« (1995: 149).
Im Unterschied dazu definiert Beck-Gernsheim Familie nicht, sondern umschreibt sie mit verschiedenen »Wortspielen« (...).
Bei Bertram findet sich ebenfalls keine explizite Definition. (...). Er plädiert für die Unterscheidung von Haushaltsfamilie (...) und multilokale Mehrgenerationenfamilie (...).

b) Der Aufbau der Texte (...) drückt ebenfalls unterschiedliche rhetorische Strategien des Überzeugens aus. Besonderes Augenmerk verdient dabei der Anfang des Textes. (...). Bertram tritt am stärksten in einen (...) soziologischen und gesellschaftstheoretischen Diskurs ein. Vor allem grenzt er sein Konzept der Regionalität von Beginn des Aufsatzes an stark von anderen gesellschaftstheoretischen Positionen ab (...). Anders als Höhn/Dorbritz und Beck-Gernsheim, die inhaltliche Prognosen machen, fordert Bertram zum Schluss Forschung auf der Linie seines Ansatzes. Diese Vorgehensweise möchten wir als »Konstituionsrhetorik« kennzeichnen. Damit ist gemeint, dass eine bestimmte Perspektive mit einer entsprechenden Begrifflichkeit etabliert werden soll. (...).
Durch die Ausgangsposition und die von Beck-Gernsheim vorgestellte Gliederung wird die Erwartung geweckt, dass die Autorin im Laufe des Aufsatzes eine eigene These - aber nicht einen Forschungsansatz - untermauern und stärken wird. Sie bezieht Position innerhalb des Feldes. (...). Man kann im Anschluss an die Analysen Oelkers zur Rhetorik der Erziehungsratgeber (1995) bei dieser Reihung von einem »Argumentationsstakkato« sprechen: Durch die dichte Aufeinanderfolge der Aussagen wird eine zusätzliche rhetorische Dynamik entfaltet.
Der Text von Höhn/Dorbritz zeigt eine noch andere Argumentationsarchitektur: Die Autoren setzen sich zu Beginn explizit von einem Alltagsverständnis von Familie ab und betonen ihre bevölkerungswissenschaftliche Sichtweise. (...). Sie orientieren sich im Vergleich zu Bertram und auch zu Beck-Gernsheim viel stärker an kodifizierten Diskursfiguren und nehmen (...) explizit Bezug auf (...) die Individualisierungs- und Pluralisierungsthese einerseits, die Transformation in den neuen Bundesländern andererseits. Eine Beurteilung dieser Entwicklungen oder eine eigene These wird, im Unterschied zu den anderen Textanfängen, zu Beginn der Einleitung nicht gegeben, sondern es werden zuerst die Gemeinsamkeiten mit anderen Forschungen hervorgehoben. (...). Insgesamt integrieren sie sich also in bestätigender und nicht in abgrenzender Weise in den familiensoziologischen Diskurs. (...). Wir möchten dafür die Kennzeichnung »Bekräftigungsrhetorik« vorschlagen.

c) Mit Porter (1995) und Potter/Wheterell/Chitty (1991) sind wir der Auffassung, dass gerade der Einsatz von Statistiken, Formeln und weiteren quantitativen Evidenzen ein wissenschaftsrhetorisches Mittel darstellt, mit dem einem Text zu mehr Plausibilität und »Gültigkeit« im Sinne einer übergreifenden Objektivität verholfen werden soll. (...).

d) Die drei Aufsätze unterscheiden sich auch hinsichtlich des sprachlichen Stils. (...) Beck-Gernsheim (heb sich) von den anderen durch die Nähe zur Alltagssprache und griffige Schlagworte mit offener Bedeutung deutlich ab (...). Die Autorin spricht so ein über die Wissenschaft hinausgehendes Publikum an. (...). Man ist versucht von einer »Popularisierungsrhetorik« zu sprechen.
Höhn/Dorbritz stehen am anderen Ende der »Stilskala«: Ihr Aufsatz entspricht weitgehend den Vorstellungen von einer »nüchternen, sachlichen« Wissenschaftssprache. (...).
Bertram nimmt eine Zwischenstellung ein: Sein Aufsatz ist ebenfalls weitgehend an ein wissenschaftliches Publikum gerichtet (...). In drei Textpassagen weicht er allerdings von diesem Stil ab und will offensichtlich seine Meinung auch für die Politik hörbar machen."
(2000, S.12ff.)

Rhetorik als Mittel zur Überbrückung der Lücke zwischen Daten und Theorie

"(Diese) Sichtweise (...) (wird unterstützt) durch den breiten Konsens in der neuen Wissenschaftstheorie über die gleichzeitige Geltung der Unterdeterminiertheitsthese, welche besagt, dass zwischen verschiedenen Theorien mit Hilfe von (empirischen) Beobachtungen alleine nicht entschieden werden kann, und der These der unabdingbaren Theoriegeladenheit der Datenerhebung und -interpretation (...). Wissenschaftstheoretische Erwägungen legen nahe, die Rhetorik als ein unvermeidbares Mittel der Überbrückung der Lücke zwischen Daten und Theorie ernst zu nehmen und die Konsequenzen dieser Einsicht immer wieder zu diskutieren."
(2000, S.19)        

 
     
 
       
   

Beitrag von single-generation.de zum Thema

Der Terror der Individualisierungsthese - Oder der neue Familienfundamentalismus als Folge der Individualisierungsdebatte

 
       
   

"Alterslast" und "Krieg zwischen den Generationen"? (1998).
Generationenbeziehungen in aktuellen Sachbuchtexten

(zusammen mit Bettina Bräuninger und
Kurt Lüscher)
In: Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft, Heft 1, S.3-17

 
   
     
 

Inhaltsverzeichnis

1. Zeitdiagnose, Demographie und Generationenbeziehungen
2. Konzeption der Analyse: Rhetorische Elemente in zeitdiagnostischen Sachbüchern
3. Auswahl der Texte und methodisches Vorgehen
4. Ergebnisse: Demographische Trends als argumentativer Kern gesellschaftlicher Krisenszenarien
5. Thematische Konjunkturen demographischer Sachverhalte
6. Ausblick: Zeitdiagnose zwischen publizistischer Dramatisierung und sozialwissenschaftlicher Differenzierung

Betrachtete Sachbücher:

GRONEMEYER, Reimer (1991): Die Entfernung vom Wolfsrudel. Über den drohenden Krieg der jungen gegen die Alten, Frankfurt a/M: Fischer Verlag

MOHL, Hans (1993): Die Altersexplosion. Droht ein Krieg der Generationen? Stuttgart: Kreuz Verlag

SCHÜLER, Heidi (1995): Die Alterslüge. Für einen neuen Generationenvertrag, Berlin: Rowohlt Verlag

 
     
 
       
   

Beitrag von single-generation.de zum Thema

Die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland - Teil 2: Mythen und Fakten über die "Altenlast"

 
       
   

Krieg zwischen Generationen? (1997).
Die Darstellung von Generationenbeziehungen in ausgewählten Sachbuchtexten

(zusammen mit Bettina Bräuninger und
Kurt Lüscher)
Arbeitspapier Nr.26 Universität Konstanz

 
   
     
 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Problemstellung

1.1 Aktualität des Themas "Generationenbeziehungen" und das Forschungsinteresse an seiner rhetorischen Inszenierung
1.2. Das Sachbuch als Textsorte
1.3. Methodische Option: Die rhetorisch akzentuierte Diskurs- und Inhaltsanalyse
1.4. Auswahl und Material: Drei Sachbuchtexte zur Generationenproblematik

2. Textanalysen

2.1. Hans Mohl: Die Beschwörung des Generationenkrieges durch Dramatisierung und Vereinfachung

2.1.1. Allgemeine Argumentationsstruktur des Buches "Die Altersexplosion. Droht uns ein Krieg der Generationen?"
2.1.2. Detailargumentation.
2.1.3. Zusammenfassende Charakterisierung

2.2. Reimer Gronemeyer: Eine  kulturpessimistische Betrachtungsweise des  Generationenverhältnisses

2.2.1. Allgemeine Argumentationsstruktur des Buches "Die Entfernung vom Wolfsrudel. Über den drohenden Krieg der Jungen gegen die Alten"
2.2.2. Detailargumentation
2.2.3. Zusammenfassende Charakterisierung

2.3. Heidi Schüller: Die Generationendebatte im Gewand der politischen Rede

2.3.1. Allgemeine Argumentationsstruktur des Buches "Die Alterslüge. Für einen neuen Generationenvertrag"
2.3.2. Detailargumentation
2.3.3. Zusammenfassende Charakterisierung

2.4. Vergleich der Texte

3. Diskussion

3.1. Die Sachbücher im Lichte der sozialwissenschaftlichen Generationenforschung
3.2. Ausblick

 
     
 
       
   

Bücher zum Generationenkrieg

GRONEMEYER, Reimer - Die Entfernung vom Wolfsrudel

GRONEMEYER, Reimer - Kampf der Generationen

 
   

Andreas Lange im WWW

http://portal.hs-weingarten.de/web/langea/profil-vollansicht

 
   

weiterführende Links

 
     
   
 
   

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Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 29. Januar 2007
Update: 15. November 2014