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Armin Nassehi: Differenzierungsfolgen

 
       
     
       
     
       
   

Armin Nassehi in seiner eigenen Schreibe

 
       
   

NASSEHI, Armin (2001): Die melancholische Theorie.
Niklas Luhmann hat Adorno als soziologische Leitfigur abgelöst. Denn die Systemtheorie beschreibt die Gesellschaft in Paradoxien - und passt damit zu unserem skeptischen Lebensgefühl,
in: Tagesspiegel v. 16.06.

NASSEHI bekennt sich zur "Generation Luhmann" (siehe hierzu Diedrich DIEDERICHSEN), die Gesellschaft fatalistisch als Kommunikationszusammenhang auffasst. Anscheinend hat diese Generation ihre Erfahrungen wie Matthias HORX oder Reinhard MOHR in der zerfallenden Wohngemeinschaftskultur unter Über-ICH-Einfluss der 68er "Generation Kritik" gewonnen und neigt deshalb zum gegenteiligen Affekt:

"Die Kritik-Generation hatte noch ein unbändiges Vertrauen in Kommunikation, in die Kraft der kommunikativen Verflüssigung, wie man sagte. Ehen und Partnerschaften, Erziehung und Kunst, Politik und Religion wurden radikalen Verständigungsprozessen ausgesetzt. Doch vielleicht lässt sich Gemeinsamkeit, Übereinstimmung, vielleicht sogar: Versöhnung, nur schweigend erreichen, durch bloße wechselseitige Wahrnehmung, vielleicht nur als Mimesis. Das Problem ist nur, dass man zuvor durch das Fegefeuer der Kommunikation muss. Und das trennt eher. Auch das Schweigen wird wieder Kommunikationsanlässe bieten. Es gibt kein Entrinnen. Exakt das ist vielleicht die neue generationstypische Denkfigur, an die die systemtheoretische Soziologie andockt: die Denkfigur einer Dynamik der Geschlossenheit, die noch die Ausbruchsversuche aus der Geschlossenheit in sie hineinsaugt."

NASSEHIs Sicht vom "Fluch der Kommunikation" ist wohl genauso irrwitzig wie die naive Vorstellung vom "Segen der Kommunikation". Aus dem gleichen Missverständnis heraus ist möglicherweise aber heute Familie wieder Pop! Aber wie man Familie nicht herbeireden und das Single-Dasein nicht wegreden kann, ist der Gesellschaft vielleicht die ganze Kommunikation total egal...

NASSEHI, Armin (2003): Inklusion: Von der Ansprechbarkeit zur Anspruchsberechtigung.
In: Stephan Lessenich (Hg.) Semantiken des Wohlfahrtsstaates. Historische und aktuelle Diskurse, Frankfurt a/M./New York: Campus

NASSEHI, Armin (2004): Die Ästhetik der Erreichbarkeit. Eine unsachliche Kritik.
In: Angelika Poferl & Natan Sznaider (Hg.) Ulrich Becks kosmopolitisches Projekt. Auf dem Weg in eine andere Soziologie, Baden-Baden: Nomos, S.242-254

NASSEHI, Armin (2005): Geld oder Leben!
in: Soziologische Revue, 28, April

NASSEHI rezensiert in seinem Essay 4 Bücher (u.a. Eva ILLOUZ' "Der Konsum der Romantik" und Christine WIMBAUERs Buch "Geld und Liebe") aus differenzierungstheoretischer Perspektive.
            Mehrfachcodierung ist hierfür der Zentralbegriff, der die Polarisierung Geld oder Leben auflöst. Im Zusammenprallen verschiedener Funktionslogiken auf dem Felde gesellschaftlicher Praktiken sieht NASSEHI die Beschränkung einzelner Medien wie Geld oder Liebe.
            Unter diesem Gesichtspunkt sieht NASSEHI sowohl bei ILLOUZ als auch bei WIMBAUER Interpretationsdefizite, dennoch hat er beide Bücher mit Gewinn gelesen.

NASSEHI, Armin (2006): Bürger aller Länder, vereinigt euch!
Feine Unterschiede (6): Bürgerlichkeit war im 19. Jahrhundert eine Art Benutzeroberfläche - Moral und Anstand ordneten die neue dynamische Gesellschaft. Ist die Suche nach Neuer Bürgerlichkeit nun die Suche nach einer aktuellen Benutzeroberfläche?
in: TAZ v. 28.02.

Für den Soziologen Armin NASSEHI ist Bürgerlichkeit kein Schimpfwort mehr. Er sieht vielmehr Anzeichen dafür, dass die Figur des Bürgers zurückkehrt. Den neuen Werteeliten von Paul NOLTE bis Udo Di FABIO steht er jedoch eher skeptisch gegenüber:

"Bürgerlichkeit gehört nicht mehr zu den Schimpfwörtern der Moderne. Das 19. Jahrhundert kehrt vielmehr zurück. Bürgerlich ist daran nicht die neue Lust an den ästhetischen Chiffren der Altbauwohnung und des Streichquartetts, an privater Gemeinwohlorientierung jenseits staatlicher Intervention oder an der neuen Ernsthaftigkeit im Feuilleton. Bürgerlich ist vielmehr die Funktion, die der bürgerliche Diskurs (wieder) einnimmt.
          
(...).
Dass der Bürger als Figur wiederkehrt - mit allen distinktiven Affekten, mit der Selbstdistanzierung von seiner eigenen Proletarisierung und mit dem geradezu hilflosen Festhalten an den alten Fassaden bürgerlicher Distinktionssymbole -, könnte ein Symptom dafür sein, dass das bequeme Arrangement einer postheroischen Versorgungsgesellschaft vorbei ist. Debatten nehmen offensichtlich wieder die Form des Kulturkampfes an - mit Betonung auf Kultur. Kultur als Medium, alles miteinander kommensurabel zu machen und damit voneinander zu trennen, lebt von der Distinktion, von einer bigotten Form der Anerkennung, die eben kein gemeinsames Medium mehr kennt, sondern nur den Vergleich ohne Vergleichsmaßstab.

          
(...).
"
Wo die Beschreibung der Neuen Bürgerlichkeit aber selbst Teil des Distinktionskampfes wird, wird sie entweder naiv wie bei Udo di Fabio oder irgendwie unappetitlich wie bei Paul Nolte".

NASSEHI, Armin (2009): Das Als-ob-Prinzip.
Im Bundestagswahlkampf haben leere Versprechungen Konjunktur. Politiker sollten endlich zugeben, dass sie die Zukunft nicht planen können,
in: Neon,
Mai

NASSEHI, Armin (2009): Machen statt gucken.
Das Internet hat die Mitte der Gesellschaft erreicht. Jung und Alt haben die Mediennutzung in ihren Alltag integriert. Der Begriff "virtuelle Welt" führt in die Irre,
in: Welt v. 28.09.

NASSEHI, Armin (2010): Mein Abend mit Sarrazin.
Warum eine Münchner Diskussion im Desaster endete,
in: Die ZEIT Nr.41 v. 07.10.

NASSEHI, Armin (2010): Die Biologie spricht gegen Biologismus.
Der Gegensatz von Natur und Kultur ist in den Natur- wie in den Sozialwissenschaften längst obsolet. Für die Lösung der Bildungsprobleme in Unterschichten ist zweitklassige Theorie aber nicht gut genug,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 13.10.

NASSEHI, Armin (2010): Multikulturell sind wir schon ohne Einwanderer.
Warum die Sehnsucht nach einer deutschen Leitkultur geradezu unpatriotisch ist,
in: Süddeutsche Zeitung v. 29.11.

NASSEHI, Armin (2016): Schwarz und weiß.
Wer ist nun schuld am Rechtspopulismus? Die Flüchtlingskrise? Die Arroganz der Wohlmeinenden? Oder stellen sich ganz andere Fragen? Eine Bilanz,
in: Süddeutsche Zeitung
v. 13.12.

Armin NASSEHI befasst sich mit der Frage, ob die Linksintellektuellen und liberalen Verächter des Kleinbürgerlichen schuld sind am Wahlerfolg von TRUMP und der AfD. Dabei betrachtet er die Debatte aus der Sicht des systemtheoretischen Überfliegers, der eine "Retribalisierung der öffentlichen Sphäre" erkennt. Das Wortungetüm "Retribalisierung" war in den 1990er Jahren ein Kampfbegriff der Kulturlinken, mit dem der Verfall der Jugendkultur beklagt wurde. Nun also wird damit der Verfall der Erwachsenenkultur bzw. speziell der politischen Kultur beklagt. Das ist nicht ohne Ironie, denn plötzlich wird der Begriff auf jene angewandt, die ihn gestern noch gegen die Mainstreamgesellschaft eingesetzt hatten. NASSEHI behauptet, dass Identitätspolitik zur "entscheidenden Politikform geworden" ist. Dies wird auf dieser Website schon seit über 15 Jahren behauptet - ist also keineswegs eine originelle Entdeckung. NASSEHI richtet sich damit jedoch gegen die Wiederbelebung der (Um-)Verteilungspolitik, was die neoliberale Bezeichnung für die soziale Frage ist:

"Das alles ausschließlich als ein ökonomisches Verteilungsproblem abzutun, ist auch nur eine Form der Selbstberuhigung. Die Beschwörung einer klassen- und milieuübergreifenden Idee eines »neuen Wir« hört sich zustimmungsfähig an, setzt als Lösung die Nicht-Existenz des Problems voraus."

Stattdessen will NASSEHI umgangslos wieder zum Weiter-So zurückkehren:

"Wie lässt sich das politische Geschäft von der Unterscheidung sozialer Gruppen zur Unterscheidung sachlicher Lösungen zurückführen?"

ist für ihn die entscheidende Frage. Das aber würde voraussetzen, dass es eine Politik gäbe, die keine Interessen kennt. Alle Politik ist jedoch Interessenpolitik und das Politikgeschäft ist die Vermittlung von unterschiedlichen Interessen. Identitätspolitik zielt darauf ab, die eigenen Interessen durch Diffamierung der Interessen anderer durchzusetzen. Der Neoliberalismus und die Politik der neuen Mitte haben dies perfektioniert und wundern sich nun, dass es dagegen Widerstand gibt. Was NASSEHI als Ideal vorschwebt ist ein nostalgischer Politikbegriff, der die Machtverhältnisse und die Interessen der Akteure aus dem reinen Politikgeschäft heraushalten möchte. Oder anders formuliert: Politik sollte das Geschäft der Eliten sein.

Dass NASSEHI die Debatte an der deutschen Flüchtlingskrise festmacht, zeigt lediglich, dass die Tragweite der Debatte unterschätzt wird. Sie hat mit der Flüchtlingskrise höchstens einen weiteren Auslöser gefunden, reicht aber viel weiter in die Vergangenheit hinein. Auch die AfD ist letztlich nur ein zeitgeschichtliches Symptom.

 
       
   

Armin Nassehi im Gespräch

 
       
   

PONGS, Armin (2000): Armin Nassehi - Die funktional differenzierte Gesellschaft,
in:
In welcher Gesellschaft leben wir eigentlich? Gesellschaftskonzepte im Vergleich, Band 1, München: Dilemma Verlag

KNIPPHALS, Dirk (2005): "Der Katholizismus passt gut zur indifferenten Gesellschaft", sagt Armin Nassehi.
Auch wenn sich die Gesellschaft zuletzt vom Papst faszinieren ließ: Auf den Alltag wird das wenig Einfluss haben,
in: TAZ v. 29.04.

LOTTER, Wolf (2010): Family-Business.
Politiker beschwören sie täglich. Junge Menschen träumen von ihr. Sie wird gesetzlich besonders geschützt. Die Familie. Aber passt sie eigentlich in unsere Zeit? Kommt darauf an, sagt der Soziologe Armin Nassehi - und erklärt die neue Familie,
in: brandeins, Dezember

SCHÜRMANN, Marc (2011): Die dunklen Ziffern.
Das wird man ja wohl noch sagen dürfen: Eine NEON-Studie entlarvt scheinbar unpopuläre Meinungen als Konsens unserer Generation,
in: Neon, Februar

SCHÜRMANN stellt NASSEHI als "Helden" von München vor. Im Gegensatz zur SZ, die SARRAZIN und seinen Sympathisanten mithilfe der Käufer des Buches Deutschland schafft sich ab auf die Schliche kommen wollte, will NEON wissen, wie sich die öffentliche Meinung der 20-35Jährigen durch die Debatte um SARRAZIN verändert hat. NASSEHI erklärt u. a., warum mit Sympathie für die HARTZ IV-Empfänger in Deutschland eher nicht zu rechnen ist:

"Sollte sich die Angst davor, in Hartz IV abzurutschen, nicht in besonders starker Empathie ausdrücken?
            
Im Gegenteil, es verhält sich immer andersherum. Sobald jemand ein direkter, sichtbarer Konkurrent ist, grenzt man sich von ihm ab. Wenn also die Schwarzen oder die Türken dieselben Stellen oder Wohnungen haben wollen, ist die Ablehnung viel stärker, als wenn es keine solchen Berührungspunkte gibt. Je höher die Bildung, desto weiter weg ist diese Konkurrenz - einerseits. Andererseits stimmt das in dieser Gesellschaft immer weniger, weil die Abstiegsgefahr tatsächlich wächst. Und deshalb reagiert die Mittelschicht inzwischen sehr aggressiv auf Einwanderer, Arbeitslose und Arme."

Diese Sicht unterscheidet sich von der bevölkerungspolitischen Perspektive des ehemaligen Ratsvorsitzenden der evangelischen Kirche in Deutschland, Wolfgang HUBER, der die Bedrohung durch Migranten primär auf die Kinderarmut der deutschen Mittelschicht zurückführt. Sie steht aber im Einklang mit der Aufgeregtheit um das Buch Die Mutter des Erfolgs von Amy CHUA oder der auf dieser Website vertretenen Ansicht zur Verunsicherung der deutschen Mittelschicht und ihren Folgen.

HANSKE, Paul Philipp & Jakob SCHRENK (2014): "Lynchjustiz ist vollendete Partizipation".
Die Europawahlen interessieren niemanden. Die SPD hat bald keine Mitglieder mehr. Der Soziologe Armin Nassehi findet: Unsere Demokratie funktioniert bestens,
in: Neon, Mai

Neu:
SCHULZ, Daniel (2016): "Die Nacht von Köln hat fast etwas Mythisches".
Gewalt: An Silvester vor einem Jahr schien eine Fantasie von Rechten wahr geworden zu sein. Der Soziologe Armin Nassehi erklärt, warum diese Nacht mehr beeindruckt hat, als Terroranschläge es getan haben, und warum Linke ehrlicher werden sollten,
in: TAZ
v. 31.12.

"Der Rechtspopulismus in ganz Europa hat (...) den Fokus von den Verteilungsfragen auf die kulturellen Definitionsfragen verlagert",

meint Armin NASSEHI, der zu jenen gehört, die die Klassenfrage ächten möchten und sie deshalb in die Nähe des Rechtspopulismus rücken:

"Diese rein ökonomische These klingt manchmal fast wie das linke Äquivalent zu der unterkomplexen AfD-Geschichte der angeblichen Überfremdung als Erklärung für fast alles."

Absurderweise wird von NASSEHI dazu die Statusinkonsistenz kulturalisiert:

"Es gibt inzwischen eine Prekarität in den wohlsituierten Schichten. Diese sind Modernisierungsverlierer in dem Sinn, dass sie die Autorität verloren haben, widerspruchsfrei zu sagen, was das richtige Leben sei."

Man darf bezweifeln, dass sich die Klassenfrage durch solche Identitätspolitik aus der öffentlichen Debatte ausschließen lässt.

 
       
   

Geschlossenheit und Offenheit (2003).
Studien zur Theorie der modernen Gesellschaft
Frankfurt a/M: Suhrkamp

 
   
     
 

Klappentext

"Es soll gezeigt werden, dass die Theorieform der Systemtheorie jegliche Form von Offenheit, von Anschlussfähigkeit, von Formenbildung, von Weltperspektiven usw. nur aus der speziellen Perspektive konkreter operativer Geschlossenheiten gewinnen kann."

     
 
       
   

Rezensionen

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    Differenzierungsfolgen (1999).
    Beiträge zur Soziologie der Moderne
    Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften

     
       
         
     

    Klappentext

    "Es gibt einen weitgehenden common sense in der soziologischen Gesellschaftstheorie, den Prozeß der gesellschaftlichen Modernisierung als Differenzierungsprozeß zu beschreiben. Bereits der klassische Theoriebestand der Soziologie sieht in der funktionalen Differenzierung spezialisierter Handlungsbereiche der Gesellschaft den entscheidenden Grundzug des gesellschaftlichen Modernisierungsprozesses. Keine Einigkeit freilich herrscht darüber, wie man die Einheit der Gesellschaft als differenzierte Einheit sowohl im theoretischen Sinne zu deuten als auch im praktischen Sinne zu vollziehen habe. Die Beiträge dieses Bandes verstehen sich als Teil einer soziologischen Suchbewegung, die gesellschaftlichen Folgen des modernen Differenzierungsprozesses zu verstehen."

         
     
           
       

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    Armin Nassehi in der Debatte

    FAHRENHOLZ, Peter (2010): Therapeut und Brandstifter.
    Er will gar nicht debattieren: Wie Thilo Sarrazins Auftritt vor dem Münchner Bürgertum zum Eklat geriet,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 01.10.

    Bezeichnend für den falschen Umgang mit SARRAZIN ist der Versuch des Soziologen Armin NASSEHI, der das Argument der natürlichen Ungleichheit, das SARRAZIN in den Ring wirft, durch den Verweis auf soziale Ungleichheit zu entkräften versucht. Er bringt damit das "gediegene Münchner Bürgertum" gegen sich auf, das auf SARRAZINs Seite steht.
                Der einzige, der SARRAZIN bislang aus seiner Bahn warf, war PLASBERG als er die Statistiken von Thilo SARRAZIN mit Hilfe des Statistischen Bundesamtes entkräftete. Plötzlich stotterte SARRAZIN wie ein Kleinkind. Wo sind also die Wissenschaftler, die sich dieses Falles annehmen?
                Der Artikel von FAHRENHOLZ zeugt von einer beträchtlichen Selbstgerechtigkeit. Die Qualitätszeitungen könnten ihre Glaubwürdigkeit rasch einbüßen, wenn sie weiterhin einen solchen Kurs fahren. Der Fall SARRAZIN ist auch eine Krise der so genannten Qualitätsmedien. Die Geister, die Bild und Spiegel riefen, werden sie nun nicht mehr los. Über seine Zeit als einfacher Arbeiter in einer Billigfirma schreibt der Soziologe Frank HERTEL:

    "Wenn ich jetzt Kulturberichte im Deutschlandfunk höre und das Feuilleton der Süddeutschen Zeitung lese, denke ich mir oft, wie klein, unbedeutend und ahnungslos das alles doch ist, obwohl es mir vorher viel bedeutete. Die Probleme der Mittelschicht und des Bildungsbürgertums kommen mir farblos und erfunden vor. Die Beziehungskisten der Spaß- und Singlegesellschaft erscheinen mir wie eingebildete Kinderkrankheiten, gegen die nur ein hartes Wort hilf. Die Mittelschicht, zu der ich gehöre, kommt mir infantil und unreif vor."

     
           
         
           
       

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    Bernd Kittlaus
    webmaster@single-generation.de Erstellt: 20. Juni 2005
    Update: 12. Juli 2017