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Corinna Onnen-Isemann: Wenn der  Familienbildungsprozess stockt

 
       
     
       
     
       
   

Corinna Onnen-Isemann in ihrer eigenen Schreibe

 
   

ONNEN-ISEMANN, Corinna (1995): Ungewollte Kinderlosigkeit und moderne Reproduktionsmedizin“. In: Bernhard Nauck & Corinna Onnen-Isemann (Hg.): Familie im Brennpunkt von Wissenschaft und Forschung, Neuwied: Luchterhand, S.473-488

ONNEN-ISEMANN, Corinna (1996): Handlungsorientierungen ungewollt kinderloser Frauen und reproduktionsmedizinische Behandlung. In: Hans Peter Buba & Norbert F. Schneider (Hg.) Familie – Zwischen gesellschaftlicher Prägung und individuellem Design. Opladen: Westdeutscher Verlag, S262-272

NAVE-HERZ, Rosemarie & Corinna ONNEN-ISEMANN (1997): Kinderlosigkeit und künstliche Befruchtung.
In: Einblicke. Forschungsmagazin der Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg, Nr.26, Oktober

ONNEN-ISEMANN, Corinna (2003): Kinderlose Partnerschaften. In: Walter Bien & Jan Marban (Hrsg) Partnerschaft und Familiengründung, Ergebnisse der dritten Welle des Familien-Survey, Band 11, Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften, S.95-140

Aus Politik und Zeitgeschichte-Thema: Erwerbstätigkeit von Frauen und Kinderbetreuungskultur in Europa

ONNEN-ISEMANN, Corinna (2003): Familienpolitik und Fertilitätsunterschiede in Europa: Frankreich und Deutschland,
in:
Aus Politik und Zeitgeschichte Nr.44 v. 27.10.

ONNEN-ISEMANN, Corinna (2004): Ungewollte Kinderlosigkeit als Krise – Reproduktionsmedizin als Hilfe? In: Matthias Junge & Götz Lechner (Hg.) Scheitern. Aspekte eines sozialen Phänomens. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften, S.123-140

ONNEN-ISEMANN, Corinna (2005): Kinderlosigkeit als europäische Perspektive? In: Anja Steinbach (Hg.) Generatives Verhalten und Generationenbeziehungen. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften, S.131-149

ONNEN-ISEMANN, Corinna (2007): Deutsche Perspektive: Kinderlosigkeit – französische Perspektive: Elternschaft? Familienpolitik und Fertilitätsunterschiede in Frankreich und Deutschland. In: Diana Auth & Barbara Holland-Cunz (Hg.) Grenzen der Bevölkerungspolitik, Opladen: Verlag Barbara Budrich, S.165 – 180

Neu:
ONNEN-ISEMANN, Corinna (2008): Der Kinderwunsch als Kampf zwischen Realität und Idealen – Analysen und Überlegungen anhand der Daten des DJI-Familiensurvey“. Walter Bien & Jan Marbach (Hg.): Familiale Beziehungen, Familienalltag und soziale Netzwerke. Ergebnisse der drei Wellen des Familiensurvey. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften, S.119-145

 
       
   

Familienpolitik und Fertilitätsunterschiede in Europa (2003).
Frankreich und Deutschland
In: Aus Politik und Zeitgeschichte Nr.44 v. 27.10.

 
   
     
 

Inhaltsverzeichnis

Einleitung
Die Entwicklung in Europa
Kinderlosigkeit in Frankreich und Deutschland
Erklärungen für die Geburtenhäufigkeiten
Vergleich der Familienpolitiken in Frankreich und Deutschland

Frankreich
DDR und Bundesrepublik

Fazit

Zitate:

Die Entwicklung der Kinderlosigkeit in Frankreich und Deutschland

"In Frankreich und Deutschland sind ca. 25 Prozent der um 1900/1905 geborenen Frauen kinderlos geblieben. Grund dafür war der Männermangel als Folge der beiden Weltkriege. Bei den um 1935 geborenen Frauen lag die Kinderlosigkeit in beiden Ländern mit ca. zehn Prozent relativ niedrig. Dabei handelte es sich um Frauen, die Anfang der sechziger Jahre geheiratet hatte und von denen nur wenige kinderlos blieben (...).
Die Entwicklung in Frankreich und Deutschland klafft weit auseinander: Während die Kinderlosigkeit bei den um 1960 geborenen Frauen in Frankreich auf ca. 14 Prozent stieg, wuchs sie in Westdeutschland allmählich auf gut 25 Prozent, mit steigender Tendenz. Als Hauptursache wird immer wieder die Zunahme der Ehelosigkeit angeführt – allein 15 Prozent der 40-jährigen deutschen Ehefrauen sind kinderlos."
(2003, S.31f.)

Die familiensoziologische Sicht auf die kinderlose Ehe in Deutschland

"Die kinderlose Ehe wurde in der familiensoziologischen Forschung der Bundesrepublik bislang als Familienform wahrgenommen, die entweder bewusst geplant oder durch gesamtgesellschaftliche Veränderungen ausgelöst bzw. bedingt ist. Ebenso verhält es sich in Frankreich. Einige Autoren machen den Modernisierungsprozess und die damit verbundenen rationalen Entscheidungsmöglichkeiten in allen Bereichen für den Anstieg der Kinderlosigkeit verantwortlich. Sie beziehen dabei den sozialhistorischen Wandel von der unfreiwilligen zur geplanten kinderlosen Ehe mit ein und ziehen den Schluss, dass die bewusst gewählte Kinderlosigkeit als neuartiges gesellschaftliches Phänomen immer mehr zunehme."
(2003, S.32)

Die Rolle der Empfängnisverhütung für die steigende Kinderlosigkeit in Europa

"Letztlich – aber keineswegs allein – hat die Verbreitung von Empfängnisverhütungsmitteln und ihr höherer Grad an Zuverlässigkeit die Entscheidungsmöglichkeit für oder gegen Kinder vergrößert, und dies gilt nicht nur für Deutschland und Frankreich, sondern für alle europäischen Staaten."
(2003, S.32)

Die kinderlose Ehe zwischen bewusster Planung lebenslanger Kinderlosigkeit und ungewollter Kinderlosigkeit

"Mehrere Untersuchungen zeigen, dass Ehepaare sowohl in der Bundesrepublik Deutschland als auch in Frankreich – jedenfalls am Anfang ihrer Ehe – sehr selten eine lebenslange Kinderlosigkeit wählen, den Kinderwunsch aber aus verschiedenen Gründen zunächst hinausschieben. Berufliche Erwägungen, vor allem im Hinblick auf die Ehefrau, spielen hierbei eine Rolle. Die Verzögerung der Elternschaft in Deutschland erklärt sich vor allem aus dem hohen Berufsengagement der Frauen bei gleichzeitigem Festhalten an der traditionellen Mutterrolle, mit der Folge, dass eine Erwerbstätigkeit als Mutter von den Frauen abgelehnt wurde. Sich widersprechende Wertorientierungen bedingten also häufig Entscheidungskonflikte und damit einen Aufschub des Kinderwunsches. In Frankreich existiert ein derart traditionelles Konzept der Mutterrolle nicht; jedoch scheinen hier die Mehrfachbelastungen, die sich aus der selbstverständlichen Zuordnung der Frauen zur Kindererziehung und Hausarbeit bei gleichzeitiger Erwerbsorientierung ergeben, immer schwieriger zu bewältigen zu sein. Die zunächst gewählte befristete Kinderlosigkeit führte dann aber durch unvorhergesehene Ereignisse, wie z. B. durch Unfall, Krankheit, oder schließlich aufgrund des Alters zu einer unfreiwilligen, medizinisch bedingten Kinderlosigkeit.
Empirische Studien belegen, dass die bewusst geplante lebenslange kinderlose Ehe selten gewählt wird. Viel häufiger verbergen sich hinter kinderlosen Ehepaaren ungewollt kinderlose Männer und Frauen."
(2003, S.32f.)

Der Unterschied zwischen Deutschland und Frankreich

"Die Abnahme der Fertilität geht in Frankreich ebenso wie in Deutschland mit dem Rückgang von Mehrkinderfamilien einher. Dennoch gibt es (...) in Frankreich deutlich mehr Drei-Kinder-Familien als bei uns. Während in Deutschland eine Polarisierung zwischen einer kinderlosen Ehe und der Zwei-Kinder-Familie eingesetzt hat, ist das Zwei-Kinder-Modell in Frankreich die Norm."
(2003, S.34)

Die kindorientierte Heirat und das deutsche Mutterbild als Hemmnisse für die Familiengründung in Deutschland

"Deutsche Studien zeigen, dass der steigenden Bildung, Qualifikation und Erwerbsorientierung von Frauen, ihrer größeren materiellen Unabhängigkeit und ihrem wachsenden Selbstbewusstsein die kindorientierte Heirat und ein traditionelles Mutterbild entgegenstehen; in Verbindung mit fehlenden Infrastruktureinrichtungen und anderen ungünstigen Rahmenbedingungen halten diese Faktoren Frauen eher von der Gründung einer Familie ab als sie zu fördern."
(2003, S.34) 

 
     
 
       
   
Beitrag von single-generation.de zum Thema

Frankreich als Idealbild einer nachhaltigen Gesellschaft?

 
       
   

Wenn der Familienbildungsprozess stockt... (2001).
Eine empirische Studie über Stress und Coping-Strategien reproduktions-medizinisch behandelter Partner
Heidelberg: Springer Verlag

 
   
     
 

Klappentext

"Die moderne Reproduktionsmedizin wird oftmals als letzte Chance von Partnern ausgewählt, um ihren starken, bisher unerfüllten Wunsch nach einem eigenen Kind einzulösen - ungeachtet dessen, dass sie öffentlich sehr kontrovers diskutiert werden und häufig auf große Ablehnung stoßen. Die Teilnahme an einer Reproduktionsbehandlung ist kostenintensiv: Zusätzlich zu den finanziellen Kosten der medizinischen Behandlung kommen noch weitere subjektive Kosten hinzu, so z.B. ein erheblicher Zeitaufwand während der Fertilisierungstherapien oder aber auch das Ertragen körperlicher und psychischer Belastungen. Die vorliegende Arbeit erforscht die Einstellung der Betroffenen zur Reproduktionsmedizin und was sie mit einem Kind verbinden. Darüber hinaus wird erforscht, wie die ungewollt kinderlosen Partner die körperlichen, psychischen und finanziellen Belastungen erleben und bewerten."

 
     
 
       
   

Beiträge von single-generation.de zum Thema

Die Reproduktionsmedizin und die Fruchtbarkeitskrise - Eine Bibliografie der Debatte um Geburtenrückgang und ungewollte Kinderlosigkeit
  • BERNARD, Andreas (2014): Kinder machen. Neue Reproduktionstechnologien und die Ordnung der Familie, Frankfurt a/M: S. Fischer
    Andreas Bernard beschreibt die Reproduktionsmedizin als Stütze der bürgerlichen Kleinfamilie. Aber sein Blick bleibt individualisierend und vernachlässigt dadurch den aktuellen Trend zur Demografisierung gesellschaftlicher Probleme
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    Update: 28. November 2014