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Cornelia Helfferich: Familiensoziologie als Geschlechtertheorie

 
       
     
       
     
       
   

Cornelia Helfferich in ihrer eigenen Schreibe

 
   

HELFFERICH, Cornelia (1996) Mehr als nur eine Pille. Zur subjektiven Bedeutung der Pille für Mädchen und junge Frauen. In: Gisela Staupe & Lisa Vieth (Hg.) Die Pille. Von der Lust und von der Liebe, Berlin: Rowohlt Verlag, S.215-230

HELFFERICH, Cornelia & Marion KÜPPERS-CHINNOW (1996): Verbreitung von und Umgang mit Fruchtbarkeitsstörungen. In: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Hg.) Kontrazeption, Konzeption, Kinder oder keine. Dokumentation einer Expertentagung, Köln, S.113-136 

HELFFERICH, Cornelia (2000): Reproduktive Kulturen in Ost und West – Kontinuitäten und Wandel. In: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Hg.): Familienplanung und Lebensläufe von Frauen. Kontinuitäten und Wandel. Dokumentation des Symposiums. Köln: BZgA, S.22-28

HELFFERICH, Cornelia (2008): Reproduktive Kulturen: Die Regeln des angemessenen Umgangs mit Fertilität, reproduktiven Technologien und Geschlechterbeziehungen im Lebenslauf. In: K.-S. Rehberg (Hg.): Die Natur der Gesellschaft. Verhandlungsband des 33. DGS-Kongresses. Frankfurt: Campus, S.441-454

HELFFERICH, Cornelia (2009): Kinderlosigkeit. In: Gerhard Mertens/Ursula Frost/Winfried Böhm/Volker Ladethin (Hg.): Handbuch der Erziehungswissenschaft. Paderborn u.a.: Ferdinand Schöningh, S.297-307

HELFFERICH, Cornelia (2011): Kinderlosigkeit. In: Hildegard Macha & Monika  Witzke (Hg.): Familie. Handbuch der Erziehungswissenschaft 5. Paderborn u.a.: Ferdinand Schöningh, S.295-305

Neu:
HELFFERICH, Cornelia (2012): 15 Jahre Forschung zu Familienplanung – eine Forschungstradition und aktuelle Ergebnisse. In: Rektorenkonferenz kirchlicher Fachhochschulen (Hg.): Forschung trifft Praxis. Selbstverständnis und Perspektiven der Forschung an kirchlichen Hochschulen. Freiburg: Verlag FEL, S.217-227

 
       
   

Familiensoziologie als Geschlechtertheorie (2014).
Geschlechterbeziehungen im Lebenslauf: Von der ersten Liebe bis zum letzten Kind
Budrich Verlag

 
   
     
 

Klappentext

"Wer bisher den geschlechtertheoretischen Anschluss der Familiensoziologie vermisst hat, wird in diesem Buch fündig. Die Analyse stellt das Geschlechterverständnis einer geschlechterbezogenen konservativen Familiensoziologie auf den Kopf: Das Paar als Institution und Praxis - und als Sonderform die Kernfamilie - beruht nicht (nur) auf der Einteilung in zwei Geschlechter, sondern stellt diese zu allererst her

Gestützt auf umfangreiche und neue Forschungsergebnisse wird belegt, wie sich die intimen Zweierbeziehungen in einem langsamen, biografischen Prozess mit vielen kleinen und größeren Verschiebungen, mit jeweils neuen Erfahrungen, die auf vorherigen Erfahrungen aufbauen, mit »Reifeschritten« und Weichenstellungen systematisch verändern. Die sexuelle Initiation und Mutter-bzw. Vaterschaft stellen besondere Transformationen dar. Ungleichheit zwischen den Geschlechtern wird in diesem Prozess an vielen biografischen Punkten hergestellt. Erst die Gesamtperspektive des Lebenslaufs macht die Systematik des Prozesses und die sozialen Regeln, denen er unterliegt, erkennbar. Nach einer kritischen Auseinandersetzung mit familiensoziologischen Entscheidungstheorien erweist Bourdieu seine Eignung als Brückenbauer zwischen Geschlechtertheorie und Familiensoziologie.

Am Ende erscheint eine Reihe von Erkenntnissen der Familiensoziologie in neuem Licht, wenn die Bedeutung von Geschlechterkonstruktionen und die Regulierungen der sexuellen und generativen Aspekte von Weiblichkeit und Männlichkeit aufgegriffen werden. Nicht zuletzt wird ein entspannter Einbezug gleichgeschlechtlicher Lebensformen möglich. Für die Geschlechtertheorie ergibt sich neues Wissen über Familie, das zwar nicht die Geschlechtergrenzen in Richtung Transgender überschreitet, das aber Antworten auf die alte Frage liefert: Warum nämlich Frauen und Männer von den Ansprüchen her egalitär sind, in der Praxis sich aber dennoch die alten Aufteilungen von männlichen und weiblichen Zuständigkeiten durchsetzen."

 
     
 
       
   

Rezensionen

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    Bauchlandungen (1983).
    Abtreibung - Sexualität - Kinderwunsch
    (zusammen mit Monika Häußler, Gabriela Walterspiel und Angelika Wetterer)
    München: Frauenbuchverlag (vergriffen)

     
       
         
     

    Klappentext

    "Das Rational-Planende widerstrebt den Träumen von Liebe und Sexualität. Zwei gesellschaftliche Leitbilder sehen sich unvermittelt gegenüber: die romantische Liebe und die vernünftige Empfängnisverhütung. Schon der Klang der beiden Begriffe in direkter Abfolge tut in den Ohren weh. Gefühl gegen Sachlichkeit, Traum gegen Technik, die Auflösung der Widersprüche bleibt der Einzelnen überlassen: mündig, aufgeklärt, fortschrittlich, verantwortungsbewußt. Die Frage ist nur: wie?"

    Zitat:

    Schlampige Verhütung oder die Schwangerschaft als Fruchtbarkeitsbeweis

    "Unfruchtbarkeit - diese Vorstellung erzeugt bei vielen Frauen diffuse Ängste. Obwohl die Zeiten vorbei sind (oder kommen sie gerade wieder?), in denen der Wert einer Frau sich in Heirat und Kindersegen realisierte, ist nach wie vor das Gefühl verbreitet, Unfruchtbarkeit sei ein Fluch, ein Stigma, eine Strafe. »Unfruchtbar« erweckt Assoziationen wie »verdörrt, ausgetrocknet, tot«. Mystische Tiefen tun sich auf. Unfruchtbarkeit ist die negative Karikatur der von Fortpflanzung entkoppelten Sexualität: Sexualität kann nur noch um der Lust willen gelebt werden; Fortpflanzung dagegen ist nicht mehr möglich. Für viele Frauen, die aus wohlüberlegten Gründen keine Kinder haben wollen, ist ein ähnlich vager Zusammenhang der Grund, sich (noch) nicht sterilisieren zu lassen.
    Die subjektive Sicherheit des »ich kann sowieso nicht schwanger werden« kann unter der diffusen negativen Bedeutung, die der Unfruchtbarkeit anhaftet, ein anderes Gewicht bekommen. Das Problem ist dann weniger die Verhütung einer möglichen Schwangerschaft, als die Unmöglichkeit schwanger zu werden. Die Sicherheit, nicht verhüten zu müssen, wandelt sich zur Unsicherheit, nicht schwanger werden zu können. Das »ich verhüte nicht, weil ich sowieso nicht schwanger werden kann«, wird zum »ich verhüte nicht, weil ich nicht genau weiß (aber gern wissen möchte), ob ich wirklich nicht schwanger werden kann« (Hier wird die enge Verbindung zwischen Verhütung und Schwangerschaft deutlich. Die Übergänge der Motivation vom einen zum anderen sind fließend.)
    Eine Schwangerschaft beseitigt die Ängste und Unsicherheiten. Sie ist ein »Fruchtbarkeitsbeweis«. (...).
    Der konkrete Wunsch nach einem Kind ist dabei irrelevant. Die Schwangerschaft als solche zeigt die Fruchtbarkeit an, auch wenn sie in einer Abtreibung endet."
    (Cornelia Helfferich, 1983, S.82)

     
         
     
           
       

    Die Beiträge des Buches

  • WETTERER, Angelika - Die Fliehkraft der Wünsche im begrenzten Raum. Überlegungen zu der Frage, ob uns vielleicht außer dem Patriarchat noch etwas im Wege steht
    WETTERER, Angelika & Gabriela WALTERSPIEL - Der weite Weg von den Rabenmüttern zu den Wunschkindern. Zur Logik der Bevölkerungsentwicklung seit dem Mittelalter
    HÄUßLER, Monika - Von der Enthaltsamkeit zur verantwortungsbewußten Fortpflanzung. Über den unaufhaltsamen Aufstieg der Empfängnisverhütung und seine Folgen
    HELFFERICH, Cornelia - "Mich wird es schon nicht erwischen". Risikoverhalten und magisches Denken bei der Verhütung
    WALTERSPIEL, Gabriela - Die Umwertung der weiblichen Werte. Vom Kampf gegen den § 218 zur Neuen Mütterlichkeit
    WETTERER, Angelika - Die Neue Mütterlichkeit: Über Brüste, Lüste und andere Stil(l)blüten aus der Frauenbewegung
    HÄUßLER, Monika - Die Begrenztheit der Wünsche oder: Im Palast der Minotaurus
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    Eva Barlösius im WWW

     
       

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    Update: 10. Oktober 2014